Zinkwanne bepflanzen – Anleitung zum Selbermachen

Bepflanzte Zinkwanne
Bepflanzte Zinkwanne

Wer seinen Garten nostalgisch gestalten und dabei einen individuellen Blickfang haben möchte, sollte eine Zinkwanne bepflanzen. Hierfür gibt es verschiedenen Möglichkeiten, die allesamt nicht schwierig zu bewerkstelligen sind. Ob mit Blumen, Kräutern oder als Teich – das fertige Produkt ist ein Unikat.

Kann ich eine Zinkwanne bepflanzen?

Ob im Schuppen, im Keller, auf dem Dachboden oder in der Garage: in vielen Haushalten befindet sich seit Urzeiten eine alte Zinkwanne. Diese ist für gewöhnlich zu schade zum Wegwerfen (oder auch zu schwer), hat aber auch keinen Nutzen mehr. Derartige Wannen werden gerne missbräuchlich genutzt zum Aufbewahren von Gartenzubehör, Werkzeug, Sperrmüll und anderen Gegenständen, die ebenfalls nicht verwendet werden. Dies ist insofern schade, als dass man diese Zinkwanne bepflanzen kann. Dadurch hat sie nicht nur wieder eine Aufgabe, sondern es entsteht ein wunderschönes, individuelles Dekorationsstück. Dieses kann nach eigenen Wünschen gestaltet und bepflanzt werden:

  • Als Teich
  • Blühpflanzen
  • Gemüsepflanzen
  • Grünpflanzen
  • Mit Kräutern

Auch, wer keinen eigenen Garten, Terrasse oder Balkon hat, kann sich solch ein optisches Highlight gestalten: bepflanzte Zinkwannen eignen sich auch sehr gut zur Innenraumdekoration.

Voraussetzungen

Wunderschöne Dekoration
Wunderschöne Dekoration

Damit man eine Zinkwanne bepflanzen kann, muss diese unten eine Drainage bekommen. In diesem Fall bedeutet dies, dass Löcher in ihren Boden gebohrt werden, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann. Ein solches Procedere ist unabdinglich, da es ansonsten früher oder später passieren wird, dass sich Staunässe bildet. Diese wiederum führt zur Wurzelfäule und somit zum Eingehen der betroffenen Pflanzen.

Doch es gibt auch Ausnahmen: natürlich werden keine Löcher gebohrt, wenn die Zinkwanne als Teich gestaltet werden soll. Versteht sich eigentlich von selbst, sollte aber dennoch vorsichtshalber erwähnt werden. Auch, wenn die Zinkwanne im Haus oder überdacht steht, benötigt sie keinen Wasserablauf. Dies bedeutet jedoch nicht, dass auch auf eine Drainage verzichtet werden kann: unten in die Wanne sollte unbedingt eine Schicht Kies oder Blähton gegeben werden.

Ist jede Zinkwanne geeignet?

Spontan würde man vermuten, dass jede Zinkwanne bepflanzt werden kann. Leider ist dies nicht unbedingt der Fall, da sie nie ausschließlich aus Zink bestehen, sondern aus verzinktem Stahl. Neuere Zinkwannen sind häufig mit einer wasserabweisenden Legierung versehen. Wird diese durch Anbohren beschädigt, kann sie das Metall nicht vor Oxidation schützen. Dies allein wäre nicht ganz so tragisch; allerdings werden die schädlichen Stoffe nach dem Freisetzen auch an das Substrat und somit an die Pflanzen abgegeben. Die meisten Gewächse vertragen auf Dauer eine solche Kontaminierung nicht.

Ältere Zinkwannen hingegen besitzen eine derartige Schutzschicht nicht. Jedoch sollte man sich auch bei deren Verwendung darüber im Klaren sein, dass sie nicht für die Ewigkeit hergestellt worden sind und ständigen Kontakt mit Wasser nicht überleben können.

Zeitpunkt zum Zinkwanne Bepflanzen

Wann eine Wanne bepflanzt werden sollte, hängt ab von den jeweiligen Gewächsen:

  • Soll die Zinkwanne für Wohnräume gestaltet werden, so kann dies ganzjährig geschehen
  • Kräuter sollten im späten Frühjahr beziehungsweise im Sommer eingepflanzt werden
  • Die Gestaltung als Gartenteich erfolgt ebenfalls im Frühjahr/Sommer
  • Saisonale Pflanzen werden in jener Jahreszeit kultiviert, in der sie erhältlich sind

Materialien zum Zinkwanne Bepflanzen

  • Zinkwanne, ohne die es schlichtweg unmöglich wäre, ein derartiges Dekoelement zu kreieren
  • Metallbohrer, welcher notwendig ist, um unten in die Wanne die Abflusslöcher zu bohren
  • Tonscherben, welche zum Abdecken der Löcher dienen, damit diese nicht verstopfen
  • Blähton, Kies oder weitere Tonscherben als Drainage, denn trotz der Löcher ist eine Drainageschicht unabdingbar, damit sich keine Staunässe bilden kann
  • Substrat, welches abhängig von den jeweiligen Pflanzen ist und auf deren Bedürfnisse abgestimmt sein sollte
  • Kompost, der mit dem Substrat vermischt wird für jene Pflanzen, die einen höheren Nährstoffbedarf haben
  • Pflanzen

Dekorationen?

Abgesehen von den Gewächsen, welche zum Zinkwanne Bepflanzen verwendet werden sollten, können zusätzlich Dekoelemente eingebaut werden. Dabei sind der Fantasie des Pflanzenfreundes keine Grenzen gesetzt:

  • Steine
  • Moos
  • Wurzeln
  • Figuren

Sie sollten jedoch erst nach dem vollständigen Bepflanzen eingesetzt werden, wenn ersichtlich ist, wie viel Platz noch zur Verfügung steht. Auch sollte man aufpassen, dass die fertige Zinkwanne nicht zu überladen wirkt. Weniger ist manchmal mehr, und da das Objekt per se schon ein Blickfang ist, sollte es nicht zwingend durch zu viele optische Ablenkungen verunziert werden.

Ausnahmen bestehen in jenen Fällen, in denen die Dekorationen bereits ein Teil der Gestaltung darstellen, beispielsweise bei einer Steingartenlandschaft. Da ist es sinnvoll, bereits bei der Planung die dekorativen Elemente mit einzubeziehen.

Welche Pflanzen eignen sich dazu?

Zinkwanne als Kräuterbeet
Zinkwanne als Kräuterbeet

Prinzipiell können sämtliche Pflanzen kultiviert werden, die keinen großen Wurzelballen haben. Dabei kann es sich sowohl um einjährige als auch um mehrjährige Gewächse handeln. Soll die Zinkwanne möglichst nur einmalig bepflanzt und dann mehr oder weniger sich selbst überlassen bleiben, empfiehlt es sich, mehrjährige winterharte Stauden und/oder sich selbstaussäende Pflanzen zu kultivieren.

Ein kleiner Efeu sorgt für einen zusätzlichen Blickfang. Der große Vorteil dabei ist, dass es ihm nicht gelingen wird, weite Teile des Gartens zu überwuchern, da es durch die Zinkwanne im Zaum gehalten wird.

Gartenbista-Tipp: Grundsätzlich nur solche Pflanzen zusammensetzen, die dieselben Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit und Nährstoffe haben!

Wasserpflanzen

Wenn die Zinkwanne einen Mini-Teich ergeben soll, so eignen sich unter anderem folgende Wasserpflanzen:

  • Gauklerblume
  • Hechtkraut
  • Igelkolben
  • Lotusblume
  • Pfeilkraut
  • Sumpfdotterblume
  • Teichrose
  • Wasserfeder

Auch schwimmende Wasserpflanzen können verwendet werden:

  • Feenmoos
  • Muschelblume
  • Schwimmfarn
  • Wasserhyazinthe
  • Zwergseerose
  • Zwergwasserlinse

Zinkwanne bepflanzen als Kräuterbeet

Immer wieder gerne werden Zinkwannen als Kräuterbeete gestaltet. Sie bieten einen wunderschönen Anblick, können nahezu überall aufgestellt werden und sind eine sehr interessante Alternative zu herkömmlichen Kräuterbeeten.

Nahezu sämtliche Kräuter können so angebaut werden, wobei natürlich auch deren Standort- und Pflegeansprüche zu beachten sind.

Gartenbista-Tipp: Auch Gemüsepflanzen können problemlos in einer Zinkwanne angebaut werden!

Und welche eher nicht?

Zwar heißt es immer, dass erlaubt sein sollte, was gefällt, jedoch trifft dies nicht unbedingt auf die Pflanzenauswahl zu. So ist es nicht sinnvoll, Gewächse mit einem großen Wurzelballen in eine Zinkwanne zu setzen. Der dortige Platz ist nun einmal begrenzt, und wenn sich das Wurzelwerk nicht genügend ausbreiten kann, wird dies nicht förderlich für das Wachstum der betreffenden Pflanze sein. Eher das Gegenteil: früher oder später wird sie eingehen. Demzufolge scheiden großwachsende Obst- oder Ziergehölze von vorneherein aus.

Auch Gewächse mit Pfahlwurzeln sind nicht zum Zinkwanne Bepflanzen geeignet. Sie benötigen zwar nicht viel Platz in der Breite, jedoch in der Tiefe, welcher ebenfalls nicht gegeben ist.

Ein weiteres Kriterium, welches nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist der Zinkgehalt in der Erde, der sich bei einer Kultivierung in einem Zinkgefäß zwangsläufig erhöhen wird. Einige Pflanzen, beispielsweise Azaleen, kommen mit derartigen Bodenverhältnissen gut zurecht. Andere jedoch gar nicht, so dass diese in anderen Gefäßen gehalten werden sollten.

Abgesehen von den natürlichen Kriterien, welche beim Zinkwanne Bepflanzen beachtet werden sollten, könnte es auch nicht schaden, etwas an die Optik des fertigen Objektes zu denken. Nicht alle Pflanzen, die sich in der Theorie eignen würden, stellen in der Praxis den gewünschten fantastischen Blickfang dar. So ist es beispielsweise eher kontraproduktiv, ausschließlich sehr kleinwachsende Pflanzen zusammen zu kultivieren. Eine Zinkwanne ist nun einmal per se ziemlich massiv, so dass winzige Blümchen darin eher untergehen würden, als dekorativ zu wirken.

Zinkwanne bepflanzen – Anleitung

Zinkwanne bepflanzen
Zinkwanne bepflanzen

Zunächst sollte die Zinkwanne an den vorgesehenen Standort gebracht werden. sie ist bereits im ungefüllten Zustand nicht gerade ein Leichtgewicht; mit Substrat gefüllt und bepflanzt lässt sie sich kaum noch bewegen. Dieses Plätzchen sollte nicht nur den jeweiligen Ansprüchen der Pflanzen genügen, sondern auch möglichst für längere Zeit zur Verfügung stehen. Selbst, wenn der Boden der Wanne weggerostet ist, kann sie trotzdem dort stehenbleiben. Die darunterliegende Erde bekommt zwar eine Extraportion Zink und Eisenoxid, jedoch wird diese keine Schäden anrichten.

  • Mit dem Metallbohrer Löcher in den Boden der Zinkwanne bohren
  • Kleinere Löcher mithilfe von Nägeln bohren
  • Über den Löchern Tonscherben verteilen, um eine Verstopfung zu verhindern
  • Drainage aus weiteren Tonscherben oder Blähton legen
  • Substrat einfüllen
  • Eventuell Kompost einarbeiten
  • Zinkwanne bepflanzen
  • Angießen
  • Gegebenenfalls Dekorationen platzieren

Gartenbista-Tipp: Da das Wasser trotz der Abflusslöcher nicht immer gut abfließen kann, sollte die Zinkwanne auf kleine Holzklötze oder Platten gestellt werden.

Zinkwanne als Teich bepflanzen – Anleitung

Miniteich
Miniteich

Sehr gerne werden Zinkwannen als Mini-Gartenteiche gestaltet. Sie können überall platziert werden, ohne dass große Vorbereitungen hierfür notwendig sind. Bereits vor dem Bepflanzen sollte ihr endgültiger Standort festgelegt werden. Genau wie bei den mit Erde gefüllten Zinkwannen geschieht dies deswegen, weil fertig gestaltete Wannen viel zu schwer sind, um sie von A nach B zu bewegen. Wird im Vorfeld festgelegt, wo sie stehen sollen, entfällt diese anstrengende Tätigkeit.

Gartenbista-Tipp: Halbschattigen Standort wählen, da sich das Wasser in einer Zinkwanne stark erwärmt.

  • Wanne gründlich reinigen
  • Feldsteine, Pflastersteine oder Tontöpfe so in der Zinkwanne platzieren, dass verschiedene Ebenen entstehen
  • Wasserpflanzen mitsamt ihren Pflanzkörben auf jene Ebene stellen, die ihren individuellen Anforderungen an die Wassertiefe entsprechen
  • Körbchen mit Steinen beschweren, damit sie nicht wegschwimmen
  • Zinkwanne mit Wasser füllen

Tipps & Tricks

  • Bei jenen Zinkwannen, die keine Löcher haben, nur sparsam Wasser geben.
  • Anstelle einer großen Zinkwanne können auch kleinere Zinkbehälter bepflanzt werden, beispielsweise Eimer oder Schalen.
  • Wer keine Löcher in seine Zinkwanne bohren möchte, muss anderweitig für einen guten Wasserabfluss sorgen. Dies kann dadurch geschehen, dass die Pflanzen zunächst in ein großes Pflanzgefäß gesetzt und mit diesem anschließend in der Erde der Zinkwanne versenkt werden.
  • Auch Zwiebelpflanzen können in Zinkwannen kultiviert werden. Tulpen-, Narzissen-, Hyazinthen- und Osterglockenzwiebeln werden hierfür im Herbst in die Wanne gesteckt. Im folgenden Frühjahr werden sie ihren Betrachter durch ihren Anblick erfreuen.
  • Da in einer Zinkwanne die Nährstoffe irgendwann aufgebraucht sind, sollte die Erde nach einiger Zeit ausgetauscht werden. Alternativ kann sie regelmäßig durch Dünger aufgewertet werden.

 

Symbolgraphiken: © D. Ott – stock.adobe.com; Margit Kluthke – stock.adobe.com; sunday pictures – stock.adobe.com; Guido Grochowski – stock.adobe.com; Edda Dupree – stock.adobe.com


, Kategorie: Zubehör

1 Kommentar

  1. Das ist eine sehr gute Idee, eine alte Zinkwanne zu bepflanzen. Wir haben seit Jahren eine im Schuppen stehen. Zum Wegwerfen war sie immer zu schade, aber wir wussten auch nicht , was wir damit machen sollen. Im Frühjahr werden wir sie hervorholen und bepflanzen. Vielen Dank für die Tipps!

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