Gabionenwand selber bauen – Bauanleitung und Kosten

Gabione mit Fuellung aus Natursteinen
Gabione mit Fuellung aus Natursteinen

In den letzten Jahren hat ein spezieller Sichtschutz immer mehr an Beliebtheit gewonnen und den Weg in heimische Gärten gefunden: die Gabione. Dieser mit Steinen gefüllte Drahtkorb ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern eignet sich auch hervorragend zur Schalldämmung. Gabionen können individuell erreichtet werden, wenn einige diesbezügliche Tipps beherzigt werden. Was ist beim Gabionenwand Bauen zu beachten? Welche Materialien werden hierfür benötigt?

Gabionenwand selber bauen – Anleitung von Gartenbista

Gabionenwand selber bauen – Tipps für Schnellleser

  • Definition: mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, die als Sichtschutz, Lärmschutz, Dekoration oder zur Begrenzung verwendet werden können
  • Vorteile: Sichtschutz; Lärmschutz; Behausung für Insekten und Kleinstlebewesen; lange Lebensdauer; geringe Kosten
  • Nachteile: Optik; einmal errichtete Gabione ist nicht leicht umzusetzen Vorbereitung: Fläche ausmessen
  • Benötigte Materialien: Drahtkörbe; Schotter; eventuell Gerüstrohre und fertigbeton; gegebenenfalls Verankerungen; Steine; kleinmaterial
  • Drahtkörbe: verschiedene Materialien und Beschichtungen
  • Verwendbare Steine: Natursteine; Bruchsteine; frostsicher; größer als Gittermaschen; bruchsicher
  • Bauanleitung: Fundament legen; leere Drahtkörbe aufstellen und verbinden; Distanzhalter anbringen; Steine in die Körbe füllen
  • Kosten: abhängig von Qualität, Menge, Größe und Befüllung
Gabionen mit Bruchsteinen gefuellt
Gabionen mit Bruchsteinen gefuellt

Was sind Gabionen?

Simpel ausgedrückt, handelt es sich bei Gabionen um Drahtkörbe, welche mit Steinen gefüllt werden und als Sichtschutz dienen. Diese kommen sowohl im Straßen- und Wasserbau als auch in der heimischen Gartengestaltung zum Einsatz. Dort ersetzen sie häufig grüne Sichtschutzelemente wie Hecken, Schilf etc., aber auch herkömmliche Umfriedungen wie Betonmauern.

Neben ihrem Einsatz als Sichtschutz können Gabionen noch weitere Zwecke erfüllen:

  • Lärmschutz
  • Stützbefestigung
  • Böschungsbefestigung

Je nach Einsatzort werden Körbe in unterschiedlichen Größen verwendet: während für eine Gabionenwand im Garten, welche lediglich als Sicht- und Lärmschutz dienen soll, in der Regel die schmalsten Drahtkörbe verwendet werden, werden als Befestigungselemente weitaus größere und stabilere Körbe verwendet.

Welche Vorteile bieten Gabionen?

Manch ein Gartenbesitzer ist misstrauisch gegenüber den Gitterkörben, weil er die Annahme vertritt, dass sie das natürliche Flair eines Gartens zerstören. Dies ist nicht der Fall: zum einen können die Gabionen genau wie Natursteinmauern bepflanzt und berankt werden, so dass sie nicht als steinernes Monument wie ein Fremdkörper in der Natur stehen, sondern ein ausgesprochen dekoratives Element darstellen. Zum anderen dienen sie zahlreichen Insekten und Kleinstlebewesen als Unterschlupf, so dass sie als ein wichtiger Beitrag zum heimischen Naturschutz angesehen werden können.

Neben den dekorativen Aspekten sind Gabionen ein sehr guter Sichtschutz sowie Lärmschutz, so dass heimische Gärten nicht nur vor unerwünschten Blicken, sondern auch vor zu lauten Geräuschen geschützt werden können.

Sehr vorteilhaft ist auch die Tatsache, dass sich Gabionen individuell gestalten lassen: sowohl in ihrer Breite als auch in der Befüllung können sie so gewählt werden, dass sie sich an dem gewünschten Standort und für den gewollten Zweck optimal bauen lassen.

Neben den oben erwähnten Vorteilen sind Gabionen sehr langlebig: frühestens nach 15 Jahren zeigen sich an den untersten Steinen erste Witterungsspuren, welche in der Regel aber niemanden stören, da sie ein Indiz für natürliche Elemente sind. Wird eine andere Befüllung gewünscht, so kann diese leicht gegen die vorherige ausgetauscht werden; der Stahlkorb selbst ist nahezu unzerstörbar und fast schon für die Ewigkeit.

Last not least sind die vergleichsweise geringen Kosten für Gabionen zu erwähnen: im Vergleich zu anderen Sicht- oder Lärmschutzelementen beziehungsweise Begrenzungen und im Zusammenhang mit der langen Lebensdauer sind die Anschaffungskosten als sehr gering anzusehen. Dasselbe gilt für jene Kosten, die der Erhaltung der Gabionen dienen.

Haben Gabionen auch Nachteile?

Die Nachteile für Gabionen halten sich sehr in Grenzen. Manch einer stört sich ein wenig an der doch etwas klobigen und massiven Optik.

Zu erwähnen ist auch, dass eine Umgestaltung des Gartens schwerfällt, wenn Gabionen aufgebaut worden sind: es ist nicht leicht, diese wieder abzubauen und an einer anderen Stelle erneut zu errichten. Für Gartenbesitzer, die sehr gerne häufig ihr Grundstück umdekorieren und umgestalten, sind die Gabionen demzufolge nicht die richtigen Elemente.

Vorbereitung zum Gabionenzaun selber Bauen

Bevor mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden kann, muss zunächst die Fläche ausgemessen werden. Dabei sollten verschiedene Kriterien berücksichtigt werden:

  • Wie hoch soll die Gabionenwand werden?
  • Wie lang?
  • Welche Breite soll sie haben?
  • Soll sie als einzelnes gestalterisches Element dienen oder werden noch weitere verarbeitet?

Erst, wenn diese Fragen geklärt sind, macht es Sinn, sich an den Einkauf der benötigten Materialien zu machen.

Gartenbista-Tipp: Skizze anfertigen!

Ungefüllter Gabionenkorb
Ungefüllter Gabionenkorb

Benötigte Materialien zum Gabionenwand Bauen

  • Drahtkörbe
  • Schotter als Fundament
  • Gegebenenfalls Gerüstrohre
  • Eventuell Verankerungen
  • Steine
  • Kleinmaterial

Die Drahtkörbe werden nicht selbst gebaut, sondern fertig oder alternativ in Einzelteilen gekauft, welche dann lediglich zusammengesteckt werden müssen. Da diese Körbe sehr groß sind, ist es empfehlenswert, sie anliefern zu lassen.

Das A und O beim Gabionenbau ist ein sicheres Fundament. Dieses kann dadurch gegeben sein, dass die Gabionen auf einer ebenen, geraden Fläche aufgestellt werden. Sollen sie hingegen mitten auf dem Grundstück platziert werden, wo solch ein Untergrund nicht vorhanden sind, muss Schotter ausgelegt werden. Dieser sorgt nicht nur für einen sicheren Stand der Gabionen, sondern auch dafür, dass sie nicht im Laufe der Zeit einsinken.

Gabionen, welche eine Höhe von über einem Meter haben, sollten zusätzlich noch mit Gerüstrohren stabilisiert werden. Diese werden mithilfe eines Erdbohrers in den Boden gerammt und mit Beton befestigt; die Gabionen selbst werden über diese Rohre gestülpt.

Verankerungen, mit welchen die Gabionen im Boden befestigt werden, sind vor allem bei schmalen beziehungsweise sehr hohen Drahtkörben sinnvoll.

Steine sind unerlässlich beim Gabionenzaun Bauen, denn an ihnen liegt es, dass aus leeren Drahtkörben die Gabione an sich entsteht.

Als Kleinmaterial wird all jenes Zubehör angesehen, welches zum Gabionenwand selber Bauen benötigt wird, beispielsweise Distanzhalter, welche verhindern sollen, dass die Drahtkörbe beim Befüllen ausbeulen. Sowie C-Ringe zum verbinden mehrerer Gabionen untereinander.

Welche unterschiedlichen Drahtkörbe gibt es?

Die Drahtkörbe, welche den Korpus der Gabionen bilden, sind in den verschiedensten Materialien erhältlich:

  • Stahldraht
  • Baustahldraht
  • Eisen

Darüber hinaus können sie unterschiedlich legiert sein:

  • Verzinkt
  • Zink-Aluminium
  • Titanzink

Besonders haltbar sind Drahtkörbe aus Stahl, welche mit Zink-Aluminium beschichtet worden sind, sowie verzinkte Körbe mit einer Titanbeschichtung. Eisenkörbe hingegen werden irgendwann einmal rosten, allerdings kann dieser Rost der Gabione einen ganz speziellen Charme verleihen.

Gabionenwand mit wildem Wein
Gabionenwand mit wildem Wein

Welche Steine eignen sich zum Befüllen von Gabionen?

Es ist möglich, die unterschiedlichsten Steine, vorzugsweise Natursteine oder Bruchsteine, zu verwenden. Beim Gabionenwand selber Bauen werden häufig Gesteine wie

  • Basalt
  • Dolomit
  • Granit
  • Kalkstein

verwendet. Sehr schön ist es, wenn – vergleichbar mit dem Bau einer Natursteinmauer – Steine aus der Region benutzt werden. Grundsätzlich ist wichtig, dass diese

  • größer als die Gittermaschen,
  • frostsicher und
  • druckfest sind.

Manch ein motivierter Hobbygärtner kommt die Idee, sich seine Füllsteine selbst zu sammeln. Prinzipiell eine gute Idee, beispielsweise wenn es um das Anlegen eines Steingartens geht. Für das Befüllen von Gabionenkörben ist diese Option hingegen nicht zu empfehlen: es werden große Mengen Steine benötigt, so dass es für einen Privatmann nahezu unmöglich ist, diese alle zu sammeln.

Gartenbista-Tipp: Helle und dunkle Steine mischen, da so eine besonders interessante Optik entsteht!

Können auch andere Materialien zum Gabionen Befüllen verwendet werden?

Auch Glas beziehungsweise Glassplitter bieten eine schöne Optik als Füllmaterialien für Gabionen. Als Komplettfüllung sind sie hingegen nur bedingt zu empfehlen; schöner ist es, sie nur für Akzente zu verwenden.

Gabionenwand selber bauen: Steinkorb auffuellen
Gabionenwand selber bauen: Steinkorb auffuellen

Gabionenwand selber bauen: So geht´s!

Ist der passende Standort gefunden und sind alle Materialien vor Ort, kann mit der eigentlichen Tätigkeit begonnen werden, dem Gabionenwand Bauen.

  • Fundament legen
  • Leere Drahtkörbe aufstellen und verbinden
  • Distanzhalter anbringen
  • Steine in die Körbe füllen

Zunächst muss das Fundament so bereitet werden, dass die Gabionen einen sicheren Stand haben. Dies geschieht vorzugsweise mithilfe von Schotter, da dieser nicht nur für Stabilität sorgt, sondern zudem verhindert, dass die Gabione zu einem späteren Zeitpunkt wegrutscht. Sollen die Gabionen höher als einen Meter werden, so ist es empfehlenswert, sie zusätzlich mit Gerüstrohren zu stabilisieren. Hierfür werden mithilfe eines Erdbohrers 50 bis 80 Zentimeter tiefe Löcher in die Erde gebohrt, die einen Durchmesser von etwa 30 cm haben sollten. In diese werden die Gerüstrohre gesetzt; danach werden die Löcher mit Fertigbeton aufgefüllt.

Achtung: Pro Gabione mindestens ein Rohr verwenden, wobei der Anstand zwischen den einzelnen Rohren nicht mehr als zwei Meter betragen sollte!

Ist dies geschehen, werden die leeren Drahtkörbe aufgestellt beziehungsweise über die Rohre gestülpt. Bei mehreren Gabionen nebeneinander empfiehlt es sich, sie mit den C-Ringen miteinander zu verbinden.

Danach werden die Distanzhalter – auch „Anker“ genannt – circa alle 30 cm angebracht. Sie dienen dazu, dass sich die Steinkörbe nicht verbiegen beziehungsweise ausbeulen, wenn sie mit den Steinen befüllt werden.

Schließlich können die Steine eingefüllt werden. Dabei ist es sinnvoll, sämtliche Gabionen in gleich großen Schritten gleichmäßig zu befüllen. Bei Einfüllen sollte Folgendes beachtet werden:

  • Größere sowie flache Steine manuell einlegen
  • Kleine sowie runde Steine mithilfe eines Eimers in die Gabionen hineinschütten

Gartenbista-Tipp: Nach dem Befüllen die Steine mit einem Schlauch oder Hochdruckreiniger absprühen!

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Leider lässt es sich nicht pauschal sagen, wie hoch die Kosten für einen Gabionenzaun tatsächlich sind. Sie sind abhängig von verschiedenen Kriterien:

  • Dicke des Drahts
  • Legierung des Drahts
  • Weite der Maschen
  • Größe der Drahtkörbe
  • Füllmaterial

Fakt ist, dass beim Gabionenwand selber Bauen weniger Kosten anfallen, als wenn dies von einem Fachmann erledigt werden würde – und zudem hat man als Gartenbesitzer noch die Freude, etwas im wahrsten Sinne des Wortes mit eigenen Händen geschaffen zu haben…

 

Graphiken: © strubel – Fotolia.com; countrypixel – Fotolia.com; Harald Biebel – Fotolia.com; Martina Berg – Fotolia.com; Brilliant Eye – Fotolia.com


2 Kommentare

  1. Nur mal so zur Einschätzung: Mit welchen Kosten für Material muss man denn ca. pro Meter einer ein Meter hohen Gabonienwand rechnen – also pro Quadratmeter Wandfläche?

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