Zimmertanne Pflege & Überwinterung: Was ist zu beachten?

Mini-TannenbaumZur Weihnachtszeit kommt manch einer auf die gute Idee, sich eine Zimmertanne zu beschaffen. Diese soll in der Weihnachtszeit als Weihnachtsbaum dienen, das folgende Jahr dekorativ sein, um kommendes Weihnachten wieder festlich geschmückt zu werden. Eine gute Idee – theoretisch zumindest, denn praktisch ist diese nur in den seltensten Fällen umsetzbar. Zu sehr unterscheiden sich die Ansprüche der Zimmertanne und die Wünsche der Menschen voneinander…

Zimmertanne – Steckbrief Gartenbista.de

Zimmertanne Standort: Hell, aber keine direkte Sonne

Zimmertannen lieben es hell, wobei sie keine direkte Sonne mögen und vertragen. Falls der Standort am Südfenster gewählt wird, ist es unbedingt notwendig, die Zimmertanne in der Mittagszeit vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Auch verträgt die Zimmertanne keine Zugluft; ihr Missfallen an einer nicht angenehmen Umgebung zeigt sie durch Abwurf von Nadeln und/oder kümmerlichen Wuchs.

In der Zeit von Oktober bis Ende Februar sollte die Zimmertanne kühl stehen, und genau dieser Wunsch ist nicht kompatibel mit den Absichten des Pflanzenfreundes, sie zum Weihnachtsbaum umzufunktionieren: die Temperaturen für das Winterquartier der Zimmertannen sollten bei maximal 10°C liegen – nicht wirklich Raumtemperaturen, die sich ein menschliches Wesen an kalten Wintertagen wünscht…

Eine hohe Luftfeuchtigkeit erfreut die Zimmertanne ebenfalls sehr, doch ist auch dies ausgesprochen schwierig, zu erfüllen: im Badezimmer ist die erwünschte Luftfeuchtigkeit gegeben, doch dort sind wiederum in der Regel die Temperaturen zu hoch. In anderen Räumen des Wohnbereiches hingegen ist eine hohe Luftfeuchtigkeit eher selten…

Bei der Wahl des Standorts sollte zudem beachtet werden, dass die Zimmertanne so steht, dass Vorbeigehende sie nicht unbedingt berühren. Dies mag sie nämlich ebenfalls nicht…

Zimmertanne Pflege Tipps

  • Die Pflege von Zimmertannen ist recht umfangreich, da diese dekorativen Pflanzen ausgesprochen zickig sind (was man bereits bei der Wahl des Standorts bemerkt hat).
  • Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit wirkt sich tödlich auf die Zimmertanne aus. Von daher ist es ratsam, Wassergefäße aufzustellen beziehungsweise zu –stellen und die Zimmertanne regelmäßig mit Wassereinzusprühen.
  • Zimmertannen wollen gründlich, aber nicht zu viel gegossen werden. Es ist sinnvoll, die Erde erst antrocknen zu lassen, bevor eine weitere Wassergabe erfolgt.
  • Gewöhnliches Leitungswasser ist auch nicht unbedingt das, was Zimmertannen lieben. Besonders freuen sie sich über enthärtetes Wasser (sowohl zum Gießen als auch zum Einsprühen).
  • In der Zeit von März bis August sollte die Zimmertanne alle 14 Tage gedüngt werden.
  • Alle paar Jahre sollte die Zimmertanne umgetopft werden. Optimal für sie ist es, wenn ihr etwas Torf unter die Erde gemischt wird.

Zimmertanne Vermehrung

Zimmertannen lassen sich durchaus vermehren, wobei es nicht wirklich ratsam ist, dies zu versuchen:

Im Fachhandel ist Saatgut erhältlich, wobei die Aussaat ausgesprochen langwierig ist.

Eine Alternative bietet die Vermehrung mit Hilfe von Stecklingen, die der Mutterpflanze abgenommen werden. Leider beeinträchtigt diese Art die Wuchsform der neuen Zimmertanne. Nimmt man der Mutterpflanze hingegen den Kopfsteckling ab, so wird zwar die neue Zimmertanne sehr schön, aber die alte sieht recht gewöhnungsbedürftig aus. Empfehlenswert ist die Abnahme eines Kopfstecklings von daher nur bei Pflanzen, die bereits sehr unansehnlich sind und die durch den Steckling weiterleben können…

Zimmertanne Pflegefehler

Die Zimmertanne zeigt sofort, wenn ihr etwas nicht passt: steht sie im Winter zu warm, beugt sie ihre Zweige nach unten oder wirft sie sogar ab. Dasselbe geschieht, wenn sie übergossen wird. Leider ist die Zimmertanne sehr nachtragend: ist einmal solch ein Pflegefehler unterlaufen, ist er irreparabel; die Zimmertanne wird ihre Zweige nicht mehr aufrichten.

Wenn die Zimmertanne das Gefühl hat, die Luft wäre ihr zu trocken, wirft sie dezent ihre Nadeln ab.

Krankheiten und Schädlinge stellen kein Problem für die Zimmertanne dar

Die Leiden der Zimmertanne beschränken sich in der Regel auf Pflegefehler; Krankheiten sowie Schädlinge sind nicht bekannt.
araucaria pine

Zimmertannen Überwinterung

Ursprünglich sind Zimmertannen auf den Norfolkinseln beheimatet (daher auch ihre andere Bezeichnung: Norfolktanne), wo es ganzjährig frostfrei ist, so dass sie draußen im Freien leben können. Dies tun sie ausgesprochen gerne und zeigen dies durch üppiges Wachstum – bis zu 60 m hoch können Zimmertannen in der freien Natur werden. Hierzulande müssen sie leider im Kübel gehalten werden. Pflegeleicht sind sie dennoch, nur Frost mögen sie nicht. Wie können Zimmertannen überwintern?

a) Kein Frost

Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes würden den sicheren Tod für Zimmertannen bedeutet. Da dies sicher nicht dem Wunsch des Besitzers entspricht, muss er sich beizeiten um einen Plan für die Überwinterung seiner Pflanzen kümmern, denn bereits ab 5°C beginnen sie, sich unwohl zu fühlen.

b) Optimale Temperatur

Zimmertannenpflege ist schon recht kompliziert, und auch deren Überwinterung ist leider nicht so einfach, wie man es sich wünschen würde. Dies liegt aber weniger daran, dass die Pflanze sehr pflegebedürftig ist, als an der Zickigkeit, die sie gegenüber möglichen Standorten an den Tag legt: ist es zu warm, geht die Zimmertanne ein; dies tut sie allerdings auch, wenn es zu kalt ist. Optimal sind Temperaturen zwischen 5°C und 10°C.

c) Luftfeuchtigkeit beachten

Neben den Temperaturen ist auch die Luftfeuchtigkeit für die Zimmertannen Überwinterung von immenser Bedeutung. Diese Pflanzen mögen weder trockene Luft noch Heizungsluft – und reagieren wiederum mit der Drohung, eingehen zu wollen (dies äußert sich beispielsweise darin, dass sie alle Triebe hängenlassen).

Generell gilt: je wärmer es in dem Raum ist, in dem die Zimmertanne steht, desto höher muss auch die Luftfeuchtigkeit sein. Notfalls muss man als Besitzer manuelle Maßnahmen ergreifen, um dies zu erreichen.

d) weitere Tipps & Tricks?

  • Raum muss kühl und hell sein.
  • Zimmertannen haben einen geringen Wasserbedarf. Im der Regel genügt es, ihnen regelmäßig eine kleine Wassergabe zukommen zu lassen.
  • Keinesfalls darf die Zimmertanne während der Überwinterung gedüngt werden.
  • Alternative kann der Ballen der Pflanze einmal im Monat in einen Wassereimer getaucht werden, bis sich Blasen bilden.
  • Nach den Eisheiligen darf die Zimmertanne wieder ins Freie.

Graphik: © ChinKS – Fotolia.com

Graphik: © sad dogg design – Fotolia.com


7 Kommentare

    1. wenn Du es auch oben gelesen hast, ( ? ) steht dein Tanne auf dem falsche stelle. Diese Mimose braucht Luftfeuchtigkeit, und Halbschatten, u.s.w. bitte lese weiter……:-)
      L.G.

  1. wer kann mir helfen,meinezimmertanne hat seine zweige alle nach unten. und unten sind auch so graue zweige . was kann ich tun damit ich weiter viel freude habe. danke

  2. Meine im Büro stehende Zimmertanne ist nun 35 Jahre alt und geht mit mir in den Ruhestand. Sie muss nun in den Garten.
    Alles, was hier über die Pflege steht, hat sie widerlegt. Sie stand an vier verschiedenen Standorten, allerdings nie in praller Sonne. Einzige Maßnahme war tägliches, reichliches Gießen. Nie Dünger und vor zwei Jahren umgetopft. Den Garaus bekam sie fast jedes Jahr während meines Urlaubs, weil meine Bitte, täglich zu gießen, nicht umgesetzt wurde. Nun ist sie 1,60m hoch, hatte aber immer den Ansporn, nur drei Kränze mit Zweigen auszubilden. Das führte regelmäßig zum Verlust der unteren Reihe Zweige. Mein Verdacht: gentechnische Veränderungen in der Zucht.
    Nun bin ich auf das Wachstum im Topf im Garten und den Winter im Hallenbad gespannt.

  3. Hallo, ich habe auch eine Zimmertanne, die mittlerweile 2,50 m hoch ist und mittlerweile an der Decke. Nun kam uns die Idee, einen Steckling zu ziehen. Ich habe aber gelesen, daß nur im Winter das möglich ist.
    Was tun?

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