Speckbaum, Jadebaum (Portulacaria afra): Pflege & Schneiden

Speckbaum, Portulacaria afra
Speckbaum, Portulacaria afra

Der Speckbaum, Portulacaria afra, gehört zu den pflegeleichtesten Zimmerpflanzen. Die dekorative Grünpflanze gilt als ausgesprochen robust und verzeiht auch gelegentliche Pflegefehler, was sie zu einem idealen Begleiter für Anfänger im Bereich der Pflanzenkultivierung macht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Speckbaum keinerlei Hinwendung seitens seines Besitzers benötigt: einige Tipps bezüglich der Portulacaria afra Pflege sollten dennoch beachtet werden, damit er viele Jahre lang am Leben bleiben kann.

Speckbaum, Portulacaria afra – Steckbrief von Gartenbista

Speckbaum Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; hell
  • Substrat: durchlässig
  • Pflanzen/Umtopfen: Drainage; umtopfen, wenn Gefäß durchwurzelt ist
  • Bonsai: sehr gut möglich
  • Vermehrung: Stecklinge; Aussaat
  • Gießen: regelmäßig; im Winter sehr sparsam
  • Düngen: April bis September alle 2-3 Wochen mit Flüssigdünger
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Überwintern: nicht winterhart; helles und kühles Winterquartier im haus
  • Krankheiten: Wurzelfäule
  • Schädlinge: Spinnmilben

360°-Video vom Speckbaum / Jadebaum

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Speckbaum / Jadebaum aussieht.

360°-Video Speckbaum / Jadebaum – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Oktober

Wissenswertes über den Speckbaum

Der Speckbaum, Portulacaria afra, gehörte früher zur Familie der Portulakgewächse (Portulaceaceae). Inzwischen wird er jedoch zur Familie der Didiereaceae und Unterfamilie der Portulacarioideae gezählt, innerhalb derer er mit nur einer einzigen Art vertreten ist. Dieser gehören zwei verschiedene Sorten an: „Variegata“ mit grünen Blättern sowie „Tricolor“, die zweifarbige Blätter und rosa getönte Blattränder besitzt.

Ursprünglich stammt der Speckbaum, der auch als „Jadebaum“ bezeichnet wird, aus Südafrika. In seiner Heimat wird er seiner Gattung „Baum“ gerecht, denn er kann bis zu 4 m hoch werden und eine baumförmige Statur erreichen. Kleine, rosafarbene Blüten sind in freier Natur durchaus möglich. Hierzulande wird er als Zimmerpflanze kultiviert, die selten höher als einen Meter wird und nur sehr selten Blüten bildet.

Jadebäume besitzen einen graubraunen Stamm, von dem rötliche Triebe fast waagerecht abstehen. An diesen sitzen die ovalen, fleischigen Blätter. Diese sind wasserspeichernd (= sukkulent), weswegen der Speckbaum als Sukkulente angesehen wird.

Speckbäume sind zweihäusig; das bedeutet, dass es sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen gibt.

Von der Optik her erinnert der Portulacaria afra stark an den Geldbaum, jedoch ist er mit dieser Pflanze nicht verwandt.

Speckbaum Standort: Sonnig und hell

Speckbaum
Speckbaum
Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt der Portulacaria afra einen sonnigen und möglichst hellen Standort. Steht er zu dunkel, bildet er lange, herunterhängende Triebe mit wenig Blättern.

Im Sommer kann der Jadebaum sehr gut ins Freie gestellt werden. Wichtig ist, dass er langsam an ein vollsonniges Plätzchen gewöhnt werden muss, da ansonsten seine Blätter verbrennen. Zunächst sollte er demzufolge an einen halbschattigen Standort gebracht werden; erst nach etwa zwei Wochen darf er an seinen endgültigen Platz.

Temperaturen ab 20°C sind perfekt für den Speckbaum – zumindest im Sommer. Im Winter hingegen sollte er bei Temperaturen von maximal 10°C kultiviert werden. Der winterliche Standort muss jedoch auch hell sein.

Speckbaum Substrat: durchlässig

Speckbäume brauchen ein möglichst durchlässiges Substrat; handelsübliche Kakteenerde beispielsweise erfüllt ihre Ansprüche. Alternativ kann auch ein Substrat selbst hergestellt werden:

  • Zwei Teile Blumenerde
  • Einen Teil Sand

mit

  • Kies oder
  • Tongranulat

mischen.

Speckbaum richtig pflanzen und umtopfen

Der Portulacaria afra sollte in einem Pflanzgefäß kultiviert werden, welches ausreichend Platz für seine Wurzeln bietet. Unten in dieses wird eine Drainage aus Kies oder Tonscherben gelegt, welche dazu dienen soll, Staunässe zu vermeiden.

Bei Einsetzen der Pflanze in das Gefäß ist mit äußerster Sorgfalt vorzugehen, da die Triebe und Blätter dazu neigen, abzufallen.

Den Speckbaum sollte man immer dann umtopfen, wenn seine Wurzeln den Topf durchwurzelt haben. Je nach individueller Größe wird dies alle 2-3 Jahre der Fall sein. Die beste Zeit hierfür ist das zeitige Frühjahr nach der Winterruhe:

  • Neues Pflanzgefäß vorbereiten
  • Speckbaum vorsichtig aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Wurzeln weitestgehend vom alten Substrat befreien
  • Wurzeln auf Beschädigungen kontrollieren
  • Beschädigte Wurzelteile abschneiden
  • Portulacaria afra in neues Pflanzgefäß einsetzen
  • Gut angießen

Gartenbista-Tipp: Untersetzer unter das Pflanzgefäß stellen!

Speckbaum (Portulacaria afra) als Bonsai Baum
Speckbaum (Portulacaria afra) als Bonsai Baum

Speckbaum als Bonsai kultivieren

Der Portulacaria afra kann sehr gut als Bonsai kultiviert werden, da er sich hervorragend zur Gestaltung der klassischen Bonsaistile eignet. Interessant bei dieser Pflanze ist zudem die Tatsache, dass aufgrund ihrer weichfleischigen Äste keine Verdrahtung notwendig ist. Ansonsten sollten folgende Bonsai Pflege Tipps beachtet werden:

  • Mineralisches Substrat verwenden, um Staunässe zu vermeiden
  • Regelmäßig gießen; Staunässe unbedingt vermeiden
  • Mit Kakteendünger düngen, da dieser für kleine Blätter sorgt
  • Alle zwei bis drei Jahre in ein etwas größeres Pflanzgefäß umtopfen
  • Im Frühsommer zurückschneiden

Gartenbista-Tipp: Hat der Bonsai die gewünschte Größe erreicht, ist zweimal jährlich ein Formschnitt sinnvoll!

Speckbaum Vermehrung durch Stecklinge

Der Portulacaria afra wird durch Stecklinge vermehrt; dies geschieht vorzugsweise im Frühjahr:

  • 5-10 cm langen Steckling von der Mutterpflanze abtrennen
  • Zwei Tage antrocknen lassen
  • Pflanzgefäß mit Kakteenerde füllen
  • Steckling einsetzen
  • Angießen
  • Gefäß an einen hellen und warmen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen

Nun wird es nicht lange dauern, bis sich Wurzeln gebildet haben. Dies zeigt sich daran, dass neue Triebe entstehen. Der Portulacaria afra kann nun genauso kultiviert werden wie ein ausgewachsenes Exemplar.

  • Gartenbista-Tipp: Mehrere Stecklinge zusammen in ein Pflanzgefäß stecken, da dies zu einem dichten, buschigen Wuchs führt!

Speckbaum Vermehrung durch Aussaat

Alternativ kann der Speckbaum auch durch Aussaat vermehrt werden; entsprechendes Saatgut ist im Fachhandel erhältlich. Eine derartige Anzucht kann ganzjährig erfolgen, wobei das zeitige Frühjahr zu empfehlen ist:

  • Anzuchtschale mit Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Samen auf die Erde legen
  • Nicht abdecken (Lichtkeimer!)
  • Angießen
  • Gefäß mit Plastikfolie abdecken (täglich lüften!)
  • Anzuchtschale an einen hellen, warmen Ort stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Nach einigen Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Haben diese eine Größe von etwa 3 cm erreicht, müssen sie in größere Pflanzgefäße umgepflanzt werden. Es empfiehlt sich, mehrere junge Sukkulenten in ein Gefäß zu pflanzen.

Speckbaum Pflege Tipps

  • Gießen: Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein hat der Speckbaum einen hohen Wasserbedarf und muss daher regelmäßig und gründlich gegossen werden. Staunässe ist dabei unbedingt zu vermeiden. Während der Winterruhe wird das Gießen fast komplett eingestellt; der Portulacaria afra erhält nur noch so viel Wasser, dass sein Wurzelballen nicht austrocknet. Fangen die Blätter an zu schrumpeln, so ist dies ein Indiz dafür, dass die Sukkulente zu trocken steht.
  • Düngen:  Von April bis September Flüssigdünger alle zwei bis drei Wochen zusammen mit dem Gießwasser verabreichen. Optimal geeignet ist Kakteendünger.
Speckbaum, Jadebaum, Portulacaria afra
Speckbaum, Jadebaum, Portulacaria afra

Speckbaum schneiden?

Ein Portulacaria afra muss nicht geschnitten werden – außer, wenn er als Bonsai kultiviert wird. Dann sollte mindestens einmal, gegebenenfalls auch zweimal jährlich ein Schnitt erfolgen.

Verfaulte, kranke oder vertrocknete Pflanzenteile sollten zudem abgeschnitten werden.

Speckbaum überwintern

Der Speckbaum ist nicht winterhart und muss demzufolge ins Haus gebracht werden, bevor der erste Frost einsetzt. Das dortige Winterquartier sollte

  • hell und
  • kühl

sein; maximal 15°C sollten dort herrschen. Optimal zur Portulacaria afra Überwinterung sind jedoch Temperaturenzwischen 5°C und 10°C.

Sollte der Speckbaum ganzjährig im Hause kultiviert werden, so ist es empfehlenswert, ihn den Winter über in einen kühleren Raum zu stellen.

Im folgenden Jahr kann die Sukkulente nach den Eisheiligen (Mitte Mai) wieder ins Freie gebracht werden. Zunächst muss jedoch ein halbschattiger Standort gewählt werden, da direkte Sonneneinstrahlung die Blätter verbrennen könnte. Nach etwa zwei Wochen im Halbschatten kann die Sukkulente dann an ihren endgültigen Platz gestellt werden.

Speckbaum Krankheiten und Schädlinge

Portulacaria afra ist gegenüber Krankheiten sehr resistent. Lediglich eine zu intensive Wassergabe führt zur Wurzelfäule, welche den Tod der Pflanze bedeutet- zumindest, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird. Im Anfangsstadium hingegen kann der Jadebaum dadurch gerettet werden, dass sämtlicher verfaulten Wurzelteile zurückgeschnitten werden und er danach in frisches Substrat umgetopft wird.

Auch Schädlinge stellen für den Jadebaum keine wirkliche Bedrohung dar:

Spinnmilben siedeln sich gelegentlich an, sind aber mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel sehr gut zu bekämpfen.

 

 

Graphiken: © Roman Pyshchyk – Fotolia.com; sirikornt – Fotolia.com; Schwoab – Fotolia.com; Tamara Kulikova – Fotolia.com


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