Silberkerzenkaktus (Cleistocactus strausii) – Pflege & Blüte

Silberkerzenkaktus, Cleistocactus strausii
Silberkerzenkaktus, Cleistocactus strausii

Der Silberkerzenkaktus, Cleistocactus strausii, auch einfach als „Silberkerze“ bekannt, ist ein ausgesprochen dekorativer Kaktus, der zudem noch relativ pflegeleicht ist. Der „Kaktus des Jahres 2013“ wurde vor über 100 Jahren entdeckt und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit unter den kakteenfreunden. Werden einige Tipps bezüglich seiner Pflege beachtet, wird der Silberkerzenkaktus nicht nur lange leben, sondern zudem auch noch wunderschöne Blüten hervorbringen.

Silberkerzenkaktus, Cleistocactus strausii – Steckbrief von Gartenbista

Silberkerzenkaktus Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: vollsonnig
  • Substrat: durchlässig
  • Pflanzen: stabiles Pflanzgefäß; Drainage
  • Umtopfen: Frühjahr; junge Kakteen jährlich; ältere bei Bedarf
  • Vermehrung: Stecklinge; Aussaat
  • Gießen: April bis September regelmäßig; danach weniger; im Winter sehr sparsam
  • Düngen: April bis September monatlich mit Flüssigdünger
  • Besprühen: regelmäßig mit kalkarmen Wasser
  • Schneiden: kürzen, wenn er zu hoch wird
  • Überwintern: kühles Winterquartier
  • Krankheiten: Pilze
  • Schädlinge: Spinnmilben; Wollläuse; Wurzelläuse

360°-Video von der Silberkerze

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie ein Silberkerzenkaktus ausschaut.

360°-Video von der Silberkerze – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Oktober

Wissenswertes über den Silberkerzenkaktus

Der Silberkerzenkaktus, Cleistocactus strausii, stammt ursprünglich aus Mittelamerika, wo er in Höhen bis zu 2.600 m wächst. Er gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae) und innerhalb derer zur Gattung Cleistocactus, der etwa 15 verschiedene Arten angehören. Von diesen wird jedoch lediglich der Cleistocactus strausii hierzulande kultiviert.

Der Silberkerzenkaktus wächst strauchig mit mehreren Trieben, die aufrecht stehen und Wuchshöhen von bis zu drei Metern erreichen können. Zwar ist er eigentlich hellgrün, jedoch ist seine ursprüngliche Farbe kaum erkennbar, da er komplett mit dichten, silbrig-weißen Dornen überzogen ist.

Silberkerzenkaktus, Nahaufnahme
Silberkerzenkaktus, Nahaufnahme
Ab einer Höhe von etwa einem Meter bildet der Silberkerzenkaktus im Frühjahr 8-10 cm lange, dunkelrote Blüten aus, welche fast senkrecht von den Trieben abstehen. Sie werden sich niemals komplett öffnen, und nach etwa einer Woche sind sie verblüht. Aus ihnen entstehen runde, rote Früchte, in welchen sich Samen befinden. Je älter ein solcher Säulenkaktus wird, desto mehr Blüten bildet er.

Von Kakteenfreunden weltweit wird der Cleistocactus strausii aufgrund seiner Attraktivität sehr geschätzt. Aufgrund der Tatsache, dass seine Pflege nicht besonders schwierig ist, ist er auch für Anfänger geeignet, die sich mit der Anschaffung eines solchen Kaktus einen lebenslangen Begleiter ins Haus holen.

Silberkerzenkaktus Standort: Bitte sonnig!

Der Cleistocactus strausii ist ein wachechter Wüstenkaktus und benötigt extrem viel Sonne, um optimal gedeihen zu können. Ein Platz auf der Fensterbank eines Südfensters ist demzufolge optimal für ihn. Dort kann er während der Wachstumsphase verbleiben.

Den Sommer verbringt er allerdings sehr gerne im Freien, wobei auch hier ein vollsonniger Standort optimal ist. Allerdings muss die Silberkerze vor Frosteinbruch wieder ins Haus geholt werden, da sie nicht winterhart ist. Dort sollte sie unbedingt von November bis März in einem hellen Raum verbleiben, in dem Temperaturen zwischen 4° und 10°C herrschen. Diese sorgen nicht nur dafür, dass der Silberkerzenkaktus Blüten bilden kann, sondern auch für einen schönen Wuchs: steht der Cleistocactus strausii im Winter zu warm, so stellt er sein Wachstum nicht ein. Da ihm aber Sonne und Helligkeit fehlen, werden die Triebe vergeilen.

Neben der Helligkeit ist auch eine hohe Luftfeuchtigkeit von Bedeutung. Diese kann erreicht werden, indem der Kaktus regelmäßig besprüht werden. Auch kann es hilfreich sein, mit Wasser gefüllte Schalen aufzustellen.

Silberkerzenkaktus Substrat: durchlässig

Der Cleistocactus strausii benötigt ein durchlässiges Substrat; keinesfalls darf sich Staunässe bilden. Zwar ist handelsübliche Kakteenerde geeignet, jedoch ist es empfehlenswert, ein Substrat selbst herzustellen:

  • zwei Teile Komposterde und
  • einen Teil Sand

mit Perlite vermischen.

Junge Silberkerzenkakteen
Junge Silberkerzenkakteen

Silberkerzenkaktus richtig pflanzen

Da der Cleistocactus strausii sehr hoch werden kann, ist es empfehlenswert, ein stabiles, hohes Pflanzgefäß auszuwählen. In dieses wird unten eine Drainage aus Kies oder Blähton gelegt, um Staunässe zu vermeiden. Auf diese kommt eine Schicht Substrat. Danach wird der Kaktus senkrecht in das Pflanzgefäß gestellt; die Lücken werden nun mit erde aufgefüllt.

Substrat andrücken und gut wässern.

Gartenbista-Tipp: Da die Silberkerzen sehr scharfe Dornen haben, sollten beim Umgang mit ihnen Handschuhe getragen werden!

Silberkerzenkaktus bei Bedarf umtopfen

Als junger Kaktus wächst die Silberkerze sehr schnell, so dass ein jährliches Umtopfen in ein größeres Pflanzgefäß notwendig ist. Dies geschieht im Frühjahr:

  • Neues Pflanzgefäß mit Drainage versehen
  • Dünne Schicht Substrat einfüllen
  • Kaktus vorsichtig aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Wurzeln weitestgehend vom alten Substrat befreien
  • Wurzeln auf Beschädigungen hin kontrollieren, gegebenenfalls beschädigte Teile entfernen
  • Säulenkaktus vorsichtig senkrecht in das neue Gefäß stellen; Lücken mit Substrat auffüllen
  • Gut angießen.

Ältere Exemplare wachsen nicht mehr so schnell. Bei ihnen ist ein Umtopfen vollkommen ausreichend, wenn das bisherige Pflanzgefäß zu klein für das Wurzelwerk geworden ist.

Gartenbista-Tipp: Wenn der Cleistocactus strausii eine gewisse Höhe erreicht hat, ist es sinnvoll, ihn mit zwei Personen umzutopfen!

Silberkerzenkaktus Vermehrung durch Stecklinge

Da der Cleistocactus strausii viele Seitentriebe bildet, ist seine Vermehrung durch Stecklinge relativ einfach:

  • Im Frühjahr einen kleinen Seitentrieb von der Mutterpflanze abschneiden
  • Trieb ein bis zwei Tage trocknen lassen
  • Pflanzgefäß mit Kakteenerde füllen
  • Steckling in das Substrat stecken

Gefäß an einen hellen Ort stellen, an dem mindestens 20°C herrschen, aber keine volle Sonne gegeben ist. Es wird einige Wochen dauern, bis der Steckling neue Wurzeln gebildet hat. Wenn es soweit ist, wird er neue Triebe bilden, woran sich eine erfolgreiche Bewurzelung sehr gut erkennen lässt. Nun wird er so kultiviert wie erwachsene Exemplare.

Der Nachteil an dieser Methode der Vermehrung liegt darin, dass an der Mutterpflanze an jenen Stellen Narben zurückbleiben, an denen der kleine Steckling entfernt worden ist. Wer dies vermeiden möchte, sollte seinen Silberkerzenkaktus lieber mithilfe von Saatgut vermehren.

Gartenbista-Tipp: Junge Silberkerzen zu mehreren in einen Topf pflanzen!

Silberkerzenkaktus Blüte
Silberkerzenkaktus Blüte

Silberkerzen Vermehrung durch Aussaat

Alternativ kann die Silberkerze durch Aussaat vermehrt werden; entsprechendes Saatgut ist im Fachhandel erhältlich. Obwohl Kakteen ganzjährig ausgesät werden können, ist die beste Zeit hierfür der April:

  • Anzuchtschale mit Sand füllen
  • Samen auf das Substrat legen, nicht bedecken (Lichtkeimer!)
  • Sand leicht anfeuchten
  • Folie über die Anzuchtschale ziehen (täglich lüften!)
  • Gefäß an einen warmen, hellen Ort stellen (Temperaturen um 25°C sind optimal)
  • Gleichmäßig feucht halten

Es kann einige Wochen dauern, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Nach weiteren Wochen wird sich zwischen den Keimblättern eine kleine Spitze zeigen. Hat diese eine Größe von etwa 2 cm erreicht, können die jungen Kakteen einzeln oder in kleinen Gruppen in Pflanzgefäße mit Kakteensubstrat gepflanzt werden.

Silberkerzenkaktus Pflege Tipps

  • Gießen: Silberkerzen brauchen von April bis September regelmäßige, üppige Wassergaben. Wer seinem Kaktus etwas besonders Gutes tun möchte, verwendet abgestandenes Wasser oder Regenwasser. Gegossen wird jedoch grundsätzlich erst dann, wenn die Erde leicht angetrocknet ist. Ab September wird weniger Wassre gegeben; während der winterlichen Ruheperiode bekommt der Cleistocactus strausii noch so viel, dass sein Topfballen nicht komplett austrocknet.
  • Düngen: Von April bis September bekommt der Silberkerzenkaktus einmal im Monat Flüssigdünger. Während der Winterruhe wird nicht gedüngt.
  • Besprühen: Da Silberkerzen eine hohe Luftfeuchtigkeit schätzen, sollten sie ab und zu mit möglichst kalkarmen Wasser besprüht werden. Dies gilt insbesondere im Winter, wenn sein Quartier wärmer als 10°C ist.

Silberkerzenkaktus schneiden

In der Regel gibt es keine Notwendigkeit, den Cleistocactus strausii zu schneiden. Nun kann es aber gelegentlich vorkommen, dass der Kaktus so groß wird, dass er an die Zimmerdecke stößt, was selbst eingefleischtesten Kakteenliebhaber stören wird. Tritt ein solcher Fall ein, muss der Silberkerzenkaktus geschnitten werden:

  • Mit einer Eisensäge den Kaktus an der gewünschten Stelle absägen
  • Abgeschnittenen Teil für mindestens vier Wochen trocknen
  • Pflanzgefäß mit Kakteenerde füllen
  • „Steckling“ in das Substrat stecken
  • Nach einer Woche erstmalig gießen

Nach einigen Wochen wird der Steckling Wurzeln bilden. Dies zeigt er dadurch an, dass er anfängt, zu wachsen.

Silberkerzenkaktus, Cleistocactus strausii im Freiland
Silberkerzenkaktus, Cleistocactus strausii im Freiland

Silberkerzenkaktus überwintern

Der Cleistocactus strausii ist nicht winterhart und muss demzufolge im Herbst ins Haus geholt werden. Dort kann er zunächst in einem Wohnraum stehen, sollte aber spätestens im November in ein Winterquartier umziehen. Dieses sollte hell sein und Temperaturen von maximal 10°C aufweisen. Während der Winterruhe wird das Gießen auf ein Minimum beschränkt; gedüngt wird gar nicht.

Ab März werden die Wassergaben wieder langsam erhöht; im April erfolgt die erste Düngung.

Gartenbista-Tipp: Auch im Winter den Silberkerzenkaktus gelegentlich einsprühen!

Silberkerzenkaktus Krankheiten und Schädlinge

  • Pilze: Infolge von Pflegefehlern treten bei Kakteen gelegentlich Pilze auf. Meistens zeigen sich diesbezügliche Indizien erst im späten Stadium, so dass für die betroffenen Pflanzen jede Hilfe zu späte kommt. Sie werden zusammen mit ihrem Pflanzgefäß entsorgt.
  • Spinnmilben: Diese saugenden Schädlinge treten besonders in zu trockenen Räumen/Winterquartieren auf. Bemerkbar machen sie sich durch kleine helle Punkte, die den ganzen Kaktus überziehen. Der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels ist unabdingbar.
  • Wollläuse: Zu erkennen sind diese Schädlinge durch weiße, spinnwebenartige Gespinste auf dem Kaktus. Die Schäden entstehen nicht nur durch die Läuse an sich, sondern auch durch ihre honigartigen Ausscheidungen. Diese können wiederum Pilze verursachen. Da weder das eine noch das andere erwünscht ist, muss auch gegen sie ein spezielles Insektizid angewendet werden.
  • Wurzelläuse: Diese Läuse sind insofern besonders unangenehm, weil sie häufig gar nicht gesehen werden und sie somit ungestört die Wurzeln beschädigen können. Häufig wird ein derartiger Befall erst beim Umtopfen bemerkt, und dann kann es schon zu spät für die betroffene Pflanze sein. befinden sich im Wurzelbereich kleine weiße Gespinste, so kann dies auf einen Befall mit Wurzelläusen hindeuten. Ein spezielles Pflanzenschutzmittel sollte eingesetzt werden.

 

 

Graphiken: © hensor – Fotolia.com; nobelbunt – Fotolia.com; tang90246 – Fotolia.com; Stephan von Mikusch – Fotolia.com; namfonthon – Fotolia.com


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