Sansevieria cylindrica Standort, Pflege & Vermehrung

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Sansevieria cylindrica
Sansevieria cylindrica

Die beliebte Sukkulente ist ausgesprochen dekorativ und anspruchslos. Mit einem Minimum an Pflegeaufwand wird die Sansevieria cylindrica viele Jahre lang am Leben bleiben und ihre Umgebung verschönern können. Doch Vorsicht: leider ist der Bogenhanf giftig, so dass Tierhalter Abstand von seine Kultivierung nehmen sollten.

Sansevieria cylindrica, Bogenhanf – Steckbrief

  • Pflanzenhöhe/-größe: bis 1 m
  • Blütenfarbe: weiß, rosa (sehr selten!)
  • Standort: hell, warm
  • Substrat: durchlässig, beispielsweise Kakteenerde
  • Gießen: mäßig
  • Düngen: AprilJuli
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Vermehrung: Aussaat, Teilung, Stecklinge
  • Überwinterung: nicht winterhart
  • Giftig: ja
  • Heilwirkung: nein, aber luftreinigend
  • Krankheiten & Schädlinge: Pilze, Wollläuse, Spinnmilben

Allgemeine Informationen über diese Sukkulente

Die Sansevieria cylindrica ist eine Sukkulente der Gattung Sansevieria, die zur Familie der Spargelgewächse gehört. Ursprünglich ist sie in Afrika beheimatet, wo sie in freier Natur zu finden ist. Auch in Südeuropa ist sie im Freien zu finden. Hierzulande ist dies nicht möglich, da es ihr schlichtweg zu kalt ist. Sie wird deswegen als Zimmerpflanze kultiviert.

Selten, aber interessant anzusehen: die Blüte
Selten, aber interessant anzusehen: die Blüte

Die Blätter dieses Bogenhanfs sind dickfleischig, gestreift, schmal und oben zugespitzt. Sie wachsen säulenförmig aufrecht und erreichen in Kultur eine Länge von 1 m, während sie in ihrer Heimat über 2 m lang werden können. Gelegentlich werden sie sogar geflochten. Wer im Fachhandel eine solche Pflanze entdeckt, kann sich recht sicher sein, dass es sich um eine Sansevieria cylindrica handelt. Diese wird gerne liebevoll „Spaghetti“ genannt.

In freier Natur bildet die Sukkulente ährenförmige Blüten, die weiß mit einem Hauch von Rosa sind. Hierzulande ist dies leider sehr, sehr selten – unmöglich jedoch nicht…Aus ihnen entwickeln sich orangefarbene Beeren, welche Samen enthalten.

Ist sie giftig für Menschen?

Die dekorativen Blätter des Bogenhanf enthalten Saponine, welche giftig sind. werden sie verzehrt, kommt es zu Vergiftungserscheinungen:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Krämpfe
  • Übelkeit

Doch nicht nur das: die Saponine können auch das Blut zersetzen. Vorsicht ist also angesagt!

Gerät der Pflanzensaft auf die Haut, kann dies bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen führen. Vorsorglich sollten im Umgang mit der Pflanze – beispielsweise beim Umtopfen – Handschuhe getragen werden.

Für Tiere?

Für Tiere ist die Sansevieria giftig!
Für Tiere ist die Sansevieria giftig!

Noch vorsichtiger sollten jedoch Tierhalter sein, da die Sansevieria auch für Katzen, Hunde und Nager giftig ist. So giftig, dass der Verzehr von Pflanzenteilen nicht nur oben genannte Vergiftungserscheinungen hervorrufen wird, sondern sogar zum Tode führen kann.

Sollte ein Haustier versehentlich an der Sukkulente geknabbert haben, sollte es umgehend zum Tierarzt gebracht werden.

 

Neugierig geworden? Dann schauen Sie sich das kurze Video über die interessante Pflanze an:

Sansevieria cylindrica Pflege – Standort

In Erinnerung an seine warm Heimat bevorzugt der Bogenhanf ein sonniges Plätzchen, an dem möglichst ganzjährig Temperaturen zwischen 20° C und 28° C herrschen. Für einen kurzen Zeitraum toleriert er auch eine etwas kühlere Umgebung, allerdings darf es nicht kälter als 15° C ein.

Die wunderschöne Blattfärbung wird sich nur dann zeigen, wenn die Sukkulente hell steht. An einem sehr hellen Standort darf es auch gerne etwas schattiger sein. Darüber hinaus freut sich die Sansevieria cylindrica, wenn sie einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt wird. ein helles, warmes Badezimmer bietet sich demzufolge als optimaler Standort an. Alternativ können neben ihr mit Wasser und Steinen gefüllte Schalen aufgestellt werden, die ebenfalls die Luftfeuchtigkeit erhöhen.

Während er Sommermonate kann der Bogenhanf gerne ins Freie gestellt werden. Das dortige Plätzchen darf jedoch nicht vollsonnig sein; vor allem die Mittagssonne kann bleibende Schäden an der Pflanze hinterlassen.

Gartenbista-Tipp: Temperaturschwankungen sind zwingend zu vermeiden!

Substrat

Die Sukkulente ist sehr anspruchslos, verträgt jedoch keine Staunässe. Damit diese keine Chance hat, muss das Substrat unbedingt durchlässig sein. Optimal geeignet ist Kakteenerde aus dem Fachhandel, jedoch kann auch

  • Gartenboden mit
  • Sand

vermischt werden. Auch eine Mischung aus handelsüblicher Grünpflanzenerde und Sand hat sich bewährt.

Sansevieria cylindrica pflanzen und umtopfen

Das Pflanzgefäß sollte eher klein gewählt werden, da der Bogenhanf umso besser gedeiht, je enger er steht. Unten muss es Löcher besitzen, durch die überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Zudem sollte eine kleine Drainage aus Splitt, Kies oder Blähton in das Gefäß gegeben werden, damit Staunässe keine Chance hat.

Umgetopft wird nur dann, wenn das bisherige Pflanzgefäß zu klein geworden ist. Da die Pflanze sehr langsam wachsend ist, dauert es Jahre, bis es so weit ist. Wann es tatsächlich der Fall ist, bleibt nicht unbemerkt: die feinen Wurzeln wachsen entweder unten aus den Löchern heraus, oder aber sie schauen oben aus dem Substrat hervor. Das Umtopfen selbst kann ganzjährig geschehen, wobei der beste Zeitpunkt das Frühjahr ist.

Gartenbista-Tipp: Ältere Pflanzen können im Zuge des Umtopfens geteilt und somit verjüngt werden!

Gießen

Sansevieria cylindrica regelmäßig gießen!
Sansevieria cylindrica regelmäßig gießen!

Man denkt, dass Sukkulenten wochenlang ohne Wasser auskommen. Dies ist prinzipiell richtig, da sie in ihren fleischigen Blättern Feuchtigkeit speichern können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man einen Bogenhanf immer nur dann gießen sollte, wenn es einem gerade einfällt. Im Gegenteil: während der Vegetationsphase, die im März beginnt und im September endet, sollten regelmäßige Wassergaben verabreicht werden, und zwar immer erst dann, wenn die oberste Erdschicht etwas angetrocknet ist. Dies ist für gewöhnlich einmal in der Woche der Fall; in heißen Trockenperioden kann es jedoch notwendig sein, die Sansevieria cylindrica öfter zu gießen – aber bitte immer sparsam und mit Bedacht.

Düngen

Der Nährstoffbedarf ist sehr gering. Es ist vollkommen ausreichend, von April bis Juli alle sechs Wochen Kakteendünger zusammen mit dem Gießwasser zu verabreichen, allerdings nur die Hälfte der herstellerseits angegebenen Menge.

Wurde der Bogenhanf in frisches Substrat getopft, ist es in den folgenden zwei Jahren überhaupt nicht notwendig, ihn zu düngen.

Gehört Schneiden zur Sansevieria cylindrica Pflege?

Manch eine kleine Badezimmerfensterbank bietet nicht mehr ausreichend Platz für den hochwachsenden Bogenhanf – immerhin können seine Blätter bis zu einem Meter lang werden. bis es so weit ist, vergehen jedoch viele, viele Jahre, da sich die Pflanze mit ihrem Wachstum sehr viel Zeit lässt. Wenn der Tag gekommen ist, sollte man dennoch nicht zur Schere greife: abgesehen davon, dass geschnittene Sansevieria alles andere als schön aussehen, vertragen sie eine derartige Maßnahme auch nicht gut. Genauer gesagt, gar nicht. Im schlimmsten Fall gehen sie sogar ein, nachdem sie geschnitten worden sind.

Falls das eine oder andere Blatt vertrocknet ist, kann es jedoch unbesorgt abgeschnitten werden. Dies sollte bodennah geschehen.

Bogenhanf Spaghetti vermehren

Die Sukkulente ist derart beliebt, dass manch einer gar nicht genug von ihr haben kann. So liegt es nahe, bestehende Pflanzen zu vermehren. Hierfür stehen verschieden Methoden zur Auswahl, die alle erfolgsversprechend sind.

Aussaat

Bogenhanf mit Seitentrieben
Bogenhanf mit Seitentrieben

Für den Fall, dass der Bogenhanf Blüten und somit Samen gebildet hat, können diese sehr gut zur Aussaat verwendet werden. Zwar geschieht dies selten, aber es ist auch in unseren Breitengraden durchaus möglich. Wenn die orangefarbenen Beeren reif sind, werden sie abgepflückt und die Samen entnommen. Nachdem sie vom Fruchtfleisch befreit und kurz abgespült worden sind, werden sie einige Stunden getrocknet.

  • Anzuchtschale mit Bimskies oder einer Mischung aus Kakteenerde und Sand füllen
  • Samen auf das Substrat aufstreuen
  • Etwas Sand auf das Saatgut geben
  • Ein wenig Wasser in einen Gefrierbeutel füllen
  • Schale in den Beutel stellen
  • Etwa 15 Minuten stehenlassen, damit sich die Erde vollsaugen kann
  • Beutel danach verschließen
  • An einen halbschattigen Platz stellen, an dem Temperaturen um 25° C herrschen

Nach einigen Wochen werden sich erste Keimlinge zeigen. Wassergaben sind während er Keimphase für gewöhnlich nicht notwendig. Sind die kleinen Keimlinge etwa vier Wochen alt, werden sie in einzelne Pflanzgefäße umgetopft.

Teilung

Ist eine Sansevieria cylindrica zu breit geworden, kann sie sehr gut geteilt werden, idealerweise im Zuge des Umtopfens. Bei älteren Pflanzen dient diese Maßnahme zugleich der Verjüngung:

  • Bogenhanf austopfen
  • Substrat aus dem Wurzelballen herausschütteln
  • Mit einem sauberen, scharfen Messer die komplette Pflanze durchschneiden
  • Zwei Pflanzgefäße vorbereiten und die beiden Pflanzen einsetzen

Der Bogenhanf bildet zudem häufig kleine Seitentriebe, die sowohl Blätter als auch Wurzeln hervorbringen. Diese können sehr gut abgeschnitten und in eigene Pflanzgefäße eingetopft werden.

Stecklinge

Schon in jungen Jahren ist eine Sansevieria Vermehrung durch Stecklinge möglich. Hierfür werden einfach gesunde, kräftige Blätter abgeschnitten:

  • Zwei Tage lang trocknen lassen
  • Pflanzgefäße mit Kakteenerde oder Anzuchterde füllen
  • Blattstecklinge mindestens drei Zentimeter tief
  • in das Substrat stecken, wobei die Wuchsrichtung beibehalten werden muss
  • Gefäße an einen hellen Standort stellen, an dem mindestens 20° C, besser 25° C herrschen

In der Folgezeit muss das Substrat immer leicht feucht gehalten werden. Zeigen sich die ersten Triebe, sind sie ein Indiz für ein erfolgreiche Anwurzelung. Bis es so weit ist, können jedoch mehrere Monate vergehen. Geduld ist also gefragt…

Gartenbista-Tipp: Lange Blätter können in Teilstücke geschnitten werden, wobei jedes mindestens 10 cm lang sein sollte.

Was ist bei der Überwinterung zu beachten?

Die Sansevieria cylindrica kann ganzjährig am selben Standort kultiviert werden. Sollte die Sukkulente die Sommerfrische im Freien genossen haben, muss sie spätestens dann wieder ins Haus geholt werden, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 15° C gesunken sind. Dort wird sie eine kleine Vegetationsruhe einlegen, die sie am liebsten in einem hellen, nicht ganz so warmen Raum verbringen möchte. Die Wassergaben werden während der Überwinterung stark reduziert, allerdings darf die Pflanze nicht austrocknen. Damit dies nicht versehentlich geschieht, sollte sie keinesfalls über einer Heizung platziert werden. Ein Badezimmer hingegen ist insofern ideal, als dass dort eine angenehme Luftfeuchtigkeit herrscht. Alternativ sollte wiederum eine mit Wasser und Steinen gefüllte Schale in unmittelbarer Nähe platziert werden. Auch kann es nicht schaden, den Bogenhanf gelegentlich mit lauwarmem Wasser einzusprühen.

Krankheiten & Schädlinge

Wolllaus
Wolllaus

Sansevieria sind sehr robust und resistent gegenüber Krankheiten; es kann sehr selten zu Pilzerkrankungen wie der Blattfleckenkrankheit kommen. Gelegentlich siedeln sich jedoch Schädlinge an, bevorzugt in einem warmen und trockenen Winterquartier:

  • Wollläuse, die sehr stark und intensiv saugen und so zum Tod der Pflanze führen können. Sie lassen sich an rostbraunen Flecken sowie kleinen watteähnlichen Tupfen erkennen. Als erstes wird der Bogenhanf komplett abgewaschen; anschließend sollten die Wattegespinste mit einer Seife-Spiritus-Lösung abgetupft werden. in der Folgezeit ist es zwingend notwendig, die Pflanze immer wieder mit ebendiesem Gemisch einzusprühen; zudem sollte die Luftfeuchtigkeit erhöht werden.
  • Spinnmilben, deren Anwesenheit durch weiße Gespinste bemerkbar macht. Bei näherem Hinsehen kann man die kleinen Schädlinge genau auf diesen Gespinsten oder den Blattunterseiten sehen. Zur Bekämpfung werden die Blätter feucht abgewischt; auch kann die komplette Sukkulente eingesprüht und anschließend für einige Tage mit einer Plastiktüte überzogen werden. Da Milben keine Feuchtigkeit mögen, werden sie schnell eingehen.

Pflegefehler erkennen und beheben

Schadbild Ursache Hilfe
Blätter werden weich und verfärben sich Zu viel Wasser oder Dünger; zu nasser oder kalter Standort Faule Stellen herausschneiden; Standortwechsel
Blätter fallen um Stängelgrundfäule durch zu viel Wasser Betroffene Blätter abschneiden; umtopfen
Flecken an den Blättern Sonnenbrand Standortwechsel
Blätter wirken unter der Spitze eingeschnürt Kälteschaden Wärmeren Standort wählen

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Kann ich Sansevieria cylindrica in Hydrokultur kultivieren?

Hydrokultur ist hervorragend für die Bogenhanf Kultivierung geeignet. Sie speichert Feuchtigkeit, ohne dass dabei die Gefahr von Staunässe droht.

Wann blüht eine Sansevieria?

In der Regel bildet der Bogenhanf im Frühjahr seine Blüten. Leider sind sie in Zimmerkultur sehr selten, so dass man sich als Pflanzenfreund sehr glücklich schätzen kann, wenn sie erscheinen.

Kann man Bogenhanf kürzen?

Kann man, sollte man aber tunlichst vermeiden. Der Bogenhanf verträgt Schnittmaßnahmen überhaupt nicht und wird im schlimmsten Fall danach sogar eingehen.

 

Symbolgraphiken: © aledesun – stock.adobe.com; Sheryl Chapman – stock.adobe.com; Irina – stock.adobe.com; mootun – stock.adobe.com; tanoochai – stock.adobe.com; boedefeld1969 – stock.adobe.com

 


• 15. Februar 2021 • Kategorie: Zimmerpflanzen

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