Livistona Pflege: alles über Standort, Vermehrung & Überwinterung der Schirmpalme

Lesezeit: 8 Min.
Livistona
Livistona

Die Livistona erfreut sich großer Beliebtheit – sei es in privaten Räumen oder in Büros. Dies liegt nicht nur an ihrem dekorativen Äu0eren, sondern auch an ihrer Pflegeleichtigkeit. Damit die Schirmpalme sich unbeschwert entwickeln kann, ist ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung zwingend notwendig.

Livistona – Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista

  • Standort: hell, keine Mittagssonne
  • Substrat: durchlässig
  • Pflanzenhöhe/-größe: 30 m; in Zimmerkultur artenabhängig bis 7 m
  • Blütezeit: mehrfach im Jahr
  • Blütenfarbe: cremefarben
  • Gießen: nach Bedarf
  • Düngen: während der Vegetationsphase alle 2-4 Wochen
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Überwintern: bei ca. 13° C
  • Vermehrung: Aussaat
  • Giftig: nein
  • Heilwirkung: keine bekannt
  • Krankheiten & Schädlinge: Thripse, Schildläuse

Allgemeine Informationen oder diese Palme

Bei der Livistona handelt es sich um eine Pflanzengattung aus der Familie der Palmengewächse, Arecaceae. Ihre Heimat liegt in Australien sowie Südostasien, wo sie entweder als Zierpflanzen kultiviert oder für kommerzielle Zwecke verwendet werden: Regenschirme, Dächer, Seile, Stoffe sowie Holz. Sie können bis zu 30 m hoch werden.

Livistona als Zimmerpflanze
Livistona als Zimmerpflanze

Hierzulande können die Schirmpalmen ausschließlich in Zimmerkultur gehalten werden, da sie mit Kälte und Frost nicht zurechtkommen. Auch in Wohnräumen können sie stattliche Höhen erreichen: 2 m sind durchaus möglich…Es gibt jedoch auch kleinwüchsige Exemplare, so dass für jeden die passende Pflanze vorhanden ist. Während die Livistona in Freilandkultur als einstämmige Palmen wachsen, sind sie als Zimmerpflanze meistens strauchförmig vertreten.

Die dekorativen Blätter gliedern sich in Blattspreiten, die bis zu 60 cm lang sein können. Sie hängen entweder leicht hinab oder stehen steif herum. Interessant sind die Blätter mancher Sorten auch nach dem Verwelken: sie fallen nicht etwa ab, sondern wickeln sich um den Stamm, der dadurch eingehüllt wird.

Aus den Blattachseln wachsen dicht gedrängt kleine, cremefarbene Blüten. In freier Natur geschieht dies mehrfach im Jahr, in Zimmerkultur eher selten. Aus ihnen entwickeln sich kugelige kleine Früchte, die verschiedene Farben haben können: rot, blau, grün, braun oder schwarz mit allen möglichen farblichen Nuancen.

Übrigens: Schirmpalmen wirken luftreinigend und sind deswegen ideale Gewächse für Schlafzimmer.

Giftig für Menschen oder Tiere?

Die Livistona ist weder für Menschen noch für Tiere giftig. Dennoch sollten Katzenhalter etwas vorsichtig sein und von einer Kultivierung Abstand nehmen: die Blätter sind sehr scharfkantig und können böse Verletzungen in Mund, Speiseröhre, Magen und Darm verursachen. Gerade Katzen neigen dazu, Grünpflanzen anzuknabbern, und sind demzufolge einer großen gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt. Dasselbe gilt natürlich auch für jene Hunde, die ebenfalls gerne an Pflanzen nagen…

Gartenbista-Tipp: Die größte Verletzungsgefahr geht von der Australis aus!

Livistona Arten

Die dekorative Schirmpalme wird in drei verschiedene Arten eingeteilt:

  • Rotundifolia, die eher runde Blätter bildet und selbst in Kübelkultur imposante Wuchshöhen erreicht
  • Australis mit dunkleren und schlanken Blättern, die an bis zu 45 cm langen, stacheligen Stielen sitzen
  • Chinensis mit einem sehr hellen Blattwerk

Schirmpalme – richtiger Standort

Die Livistona benötigt viel Licht, um sich optimal entwickeln zu können. Direkte Sonneneinstrahlung sollte dabei jedoch vermieden werden – zumindest von der Mittagssonne. Morgen- und Abendsonne hingegen wird sehr gut vertragen und trägt sogar zum Wohlbefinden der Palme bei. An dunklen Standorten wird die Livistona nicht eingehen, jedoch ihr Wachstum stark einschränken.

Die Temperaturen sollten zwischen 18° C und 25° C liegen.

Substrat

Schirmpalmen brauchen durchlässiges Substrat
Schirmpalmen brauchen durchlässiges Substrat

Ein lockeres, durchlässiges Substrat ist unerlässlich für die Kultivierung der Schirmpalme. Eine reine Humuserde ist ungeeignet, da sie nach einiger Zeit in sich zusammensackt und somit keine ausreichende Durchlässigkeit mehr besitzt; dasselbe gilt für torfhaltige Substrate.

Eine Mischung aus

  • Blumenerde,
  • Kompost und
  • Sand

ist hingegen ideal. Eine Beigabe von Blähton oder Kies fördert die Durchlässigkeit.

Welches Pflanzgefäß ist geeignet?

Das Pflanzgefäß muss ausreichend groß und stabil sein und zudem unten Löcher besitzen, durch die überschüssiges Gießwasser ablaufen kann. Unten sollte eine Drainage aus Kies oder Blähton gelegt werden. bei sehr großen Gefäßen können alternativ Steine auf den Topfboden gelegt werden. Diese sorgen nicht nur dafür, dass sich keine Staunässe bildet, sondern schaffen auch dank der Verdunstung des Wassers ein angenehm feuchtes Microklima.

Gartenbista-Tipp: Möglichst ein Pflanzgefäß aus Ton oder Terrakotta wählen!

Umtopfen?

Je nach Größe und Wuchsgeschwindigkeit muss eine Livistona alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Dies sollte vor Beginn der Vegetationsperiode stattfinden, also im März oder April.

Beim Umtopfen wird das gesamte Substrat gegen frisches ausgetauscht; zudem wird ein Pflanzgefäß gewählt, welches etwas größer als das bisherige ist.

Freilandkultur möglich?

Die hiesigen Temperaturen sind nicht dafür geeignet, die wärmeliebende Schirmpalme ganzjährig im Freien zu kultivieren. Dennoch freut sie sich, wenn sie den Sommer über an einem geschützten Plätzchen auf dem Balkon oder der Terrasse stehen darf. „Geschützt“ bedeutet, dass keine permanente starke Sonneneinstrahlung gegeben sein darf, da diese zwangsläufig zu Verbrennungen an den Trieben führen würde.

Damit sich die Schirmpalme an ihren sommerlichen Standort gewöhnt, wird sie zunächst einmal in den Schatten gestellt und abends wieder eingeräumt, falls die Temperaturen unter 10° C fallen. Erst, wenn auch nachts Temperaturen im zweistelligen Bereich herrschen, darf die Livistona permanent im Freien bleiben. Nach etwa vierzehn Tagen Akklimatisierung darf die Palme dann an ihren endgültigen Standort – bis zum Spätsommer.

Livistona Pflege Tipps

Im Vergleich zu anderen Gewächsen ist die Schirmpalme sehr pflegeleicht. Sie dankt einem ein Minimum an Aufmerksamkeit mit einem üppigen Wuchs und wunderschönem Blattwerk.

Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % wird sehr gerne angenommen. Um diese zu erreichen, sollte in den Wintermonaten eine mit Wasser und Steinen gefüllte Schale neben die Pflanze zu stellen.

Gießen

Falsche Wassergaben führen zu braunen Blattspitzen
Falsche Wassergaben führen zu braunen Blattspitzen

Der Wasserbedarf ist mäßig. In der Vegetationszeit zwischen Frühjahr und Herbst sollte die Livistona regelmäßig gegossen werden, so dass ihr Wurzelballen niemals austrocknet. Es darf sich jedoch keinesfalls Staunässe bilden.

In langen Hitzeperioden kann es notwendig sein, alle zwei bis drei Tage zu gie0en. Vor einer erneuten Wassergabe sollte jedoch das Substrat überprüft werden: ist es leicht angetrocknet, ist eine Flüssigkeitszufuhr fällig.

Ein gelegentliches Abduschen versorgt nicht nur die Palme mit Feuchtigkeit, sondern erhöht zugleich die Luftfeuchtigkeit. Ideal ist kalkfreies Wasser.

Gartenbista-Tipp: Wer seiner Schirmpalme etwas besonders Gutes tun möchte, gießt sie mit abgestandenem Regenwasser.

Düngung

Während der Vegetationsphase wollte die Livistona regelmäßig Nährstoffe zugeführt bekommen. Alle zwei bis vier Wochen wird ihr spezieller Palmendünger zusammen mit dem Gießwasser verabreicht. Doch Vorsicht: Nährstoffgaben sollten nicht im Jahr des Kaufes sowie des Umtopfens gegeben werden. Das frische Substrat ist für gewöhnlich nährstoffreich genug, so dass eine Gefahr der Überdüngung gegeben sein könnte.

Gehört Schneiden zur Livistona Pflege?

Ein Schnitt im eigentlichen Sinne ist nicht notwendig. Im Gegenteil: er würde nur dazu führen, dass die Palme nachhaltig Schaden nimmt. Abgestorbene Blätter hingegen können entfernt werden, sofern sie sich nicht um den Stamm wickeln. Hierbei wartet man so lange, bis sie tatsächlich komplett eingetrocknet sind. dann erfolgt der Schnitt zwar recht nahe am Stamm, jedoch so weit entfernt, dass ein kleines Stückchen des Blattstiels stehenbleibt. Diese Maßnahme führt dazu, dass sich ein ebenmäßiges Bild des Stammes ergibt.

Vermehrung möglich?

Schirmpalmen werden über Samen vermehrt, die sich aus den ausgereiften Fruchtständen bilden. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dies in Kübelkultur geschehen wird, so dass die Samen im Fachhandel gekauft werden müssen.

Aussaat

Früchte, die sich zu Samen entwickeln
Früchte, die sich zu Samen entwickeln

Theoretisch kann die Aussaat ganzjährig durchgeführt werden. da jedoch bis zur Keimung Temperaturen von 25° C erforderlich sind, ist es ratsam, das Procedere in der warmen Jahreszeit durchzuführen:

  • Saatgut für 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen
  • Anzuchtgefäße mit Anzuchterde füllen
  • Saatgut in das Substrat stecken
  • Töpfchen an einen warmen Standort stellen

Wie lange die Samen benötigen, um zu keimen, lässt sich nicht vorhersagen. Bei manchen geht es recht zügig, andere wiederum benötigen vier Monate bis zur Keimung.

Ist die Schirmpalme winterhart?

Die wunderschöne Palme ist nicht winterhart. Sie mag bereits keine Temperaturen unter 10° C und sollte demzufolge spätestens dann aus der Sommerfrische ins Haus geholt werden, wenn das Thermometer in diese Richtung tendiert. Das Winterquartier sollte unbeheizt und hell sein und Temperaturen um 13° C aufweisen.

So überwintere ich sie richtig

Im Oktober beginnt die Vegetationsruhe der Livistona. Dies bedeutet, dass sie so gut wie gar nicht mehr wächst. Demzufolge ist auch ihr Wasser- und Nährstoffbedarf sehr gering: gedüngt wird während der Überwinterung gar nicht; erst im Februar/März werden wieder erste Düngegaben verabreicht.

Gegossen wird nur so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Wenn sich die Vegetationsruhe im Februar dem Ende zuneigt, werden die Wassergaben wieder erhöht.

Schädlinge und Krankheiten

Gegenüber Krankheiten ist die Livistona weitestgehend resistent. Unter falschen Standortbedingungen kann es jedoch gelegentlich zu Schädlingsbefall kommen:

Thripse treten überwiegend dann auf, wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist. Ihr Befall zeigt sich zunächst an silbrig weißen Flecken auf den Blättern, die später komplett absterben. Da sich die Schädlinge überall auf der Palme aufhalten können, sollte ein spezielles Pflanzenschutzmittel aus dem Fachhandel eingesetzt werden. Zudem ist zukünftig auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu achten.

Schildläuse sind zunächst kaum zusehen. Erst im Laufe ihres Lebens machen sie sich bemerkbar, und zwar zum einen durch Verkümmern der Blätter, zum anderen sieht man auch die Schädlinge selbst: sie sitzen grundsätzlich an ein und derselben Stelle und geben dort Absonderungen ab, aus welchen sich ein harter Schild entwickelt. Auch gegen dies Schädlinge sollte ein chemisches Mittel eingesetzt werden, da sie nur sehr schwer nachhaltig zu bekämpfen sind.

Pflegefehler

Viel häufiger als Schädlinge sind jedoch Pflegefehler für ein kränkliches Aussehen der Schirmpalme:

Schadbild Ursache Abhilfe
Braune Blattspitzen Substrat zu nass

Oder zu trocken

Weniger gießen

Wassergaben erhöhen

Blätter bekommen braune Flecken Sonneneinstrahlung auf feuchten Blättern Nach dem Abduschen nicht in die Sonne stellen
Wiederkehrender Schädlingsbefall Luftfeuchtigkeit zu gering Palme abduschen, mit Wasser gefüllte Schalen aufstellen; Heizungsluft vermeiden

Video-Tipp der Redaktion: Livistona chinensis Steckbrief

Die wunderschöne Chinesische Fächerpalme wird in folgendem Video sehr schön porträtiert:

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wie groß wird eine Schirmpalme?

In freier Natur erreichen die dekorativen Palmen Wuchshöhen bis zu 30 m. Dies ist in Zimmerkultur nicht der Fall: etwa zwei Meter hoch kann die Livistona werden; es gibt jedoch auch wesentlich kleinere, strauchförmig wachsende Exemplare.

Was tun, wenn Palmenblätter braun werden?

Sehr häufig bekommen Palmen braune Spitzen, wenn sie zu viel oder zu wenig gegossen werden. Die Wassergaben sollten deswegen zwingend an den individuellen Bedarf an Flüssigkeit angepasst werden. Auch eine zu geringe Luftfeuchtigkeit kann zu einer Verfärbung der Blattspitzen führen.

Welches Wasser ist für die Livistona ideal?

Die Schirmpalme bevorzugt Regenwasser. Steht solches nicht zur Verfügung, kann sie auch sehr gut mit abgestandenem, weichen Wasser gegossen werden.

 

Symbolgraphiken: © 3J Clicks – stock.adobe.com (1 & 3); Africa Studio – stock.adobe.com; nicemyphoto -stock.adobe.com; linjerry – stock.adobe.com


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