Kolbenfaden, Aglaonema commutatum Maria Christina Pflanzen

Kolbenfaden, Aglaonema commutatum
Kolbenfaden, Aglaonema commutatum

Kaum eine andere Zimmerpflanze ist derart dekorativ wie der Kolbenfaden, Aglaonema commutatum Maria Christina. Die Blattschmuckpflanze besticht nicht nur durch die wunderschöne Färbung ihrer Blätter, sondern auch durch eine dezente Blüte, welche sich im Spätsommer oder Herbst zeigt. Werden einige Tipps bezüglich der Pflege beachtet, so wird der Kolbenfaden jahrelang seinen Betrachter mit seinem Anblick erfreuen. Allerdings ist es ratsam, es bei Betrachtungen zu belassen und Berührungen möglichst zu vermeiden: der Kolbenfaden ist giftig, und kann sowohl innere als auch äußere Gesundheitsstörungen hervorrufen.

Kolbenfaden, Aglaonema commutatum Maria Christina Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista

Kolbenfaden Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: warm; hell; hohe Luftfeuchtigkeit
  • Substrat: handelsübliche Blumenerde
  • Hydrokultur: sehr gut möglich
  • Pflanzen/Umtopfen: im Frühling, wenn Pflanzgefäß zu klein geworden ist
  • Vermehrung: Teilung; Stecklinge; Tochterpflanzen
  • Gießen: regelmäßig mit kalkarmem Wasser
  • Düngen: März bis Oktober alle vier Wochen mit Flüssigdünger
  • Besprühen: möglichst täglich mit kalkarmem Wasser
  • Pflegefehler: falscher Standort; falsche Wassermenge; kalkhaltiges Wasser
  • Schneiden: nicht notwendig; lediglich als Formschnitt
  • Überwintern: Dezember bis Februar in einem kühlen Winterquartier
  • Krankheiten: Wurzelfäule
  • Schädlinge: Woll- und Schmierläuse; Spinnmilben
  • Giftig: ja, sowohl für Menschen als auch für Tiere
Schön gezeichneter Kolbenfaden
Schön gezeichneter Kolbenfaden

Wissenswertes über den Kolbenfaden

Der Kolbenfaden, Aglaonema commutatum Maria Christina, gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae), innerhalb derer er mit 23 Arten und diversen Hybriden vertreten ist. Ursprünglich ist er in den Wäldern Südostasiens Zuhause, wird aber seit Jahrzehnten  weltweit als Zimmerpflanze kultiviert.

Die Blattschmuckpflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 50 cm und einem Meter. Sie besitzt lange, schmale Blätter, die hellgrün oder silberfarben gefleckt sind. Im Spätsommer bis Herbst bildet der Kolbenfaden aus einem cremefarbenen Hochblatt eine zarte weiße Blüte, aus der sich im späteren Verlauf orangefarbene oder rote Beeren entwickeln.

Aufgrund seiner wunderschönen Optik wird der Kolbenfaden sehr gerne als Zimmerpflanze gehalten. Doch seine Beliebtheit rührt noch aus einem weiteren Grund: sein ausladendes Blattwerk liefert einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Raumklimas, da es Staub und Schall schluckt und zudem die Luftfeuchtigkeit erhöht. Wer einen Kolbenfaden Zuhause kultiviert, tut also nicht nur etwas für das psychische, sondern auch für das physische Wohlbefinden.

360°-Video von dem Kolbenfaden, Aglaonema commutatum

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Kolbenfaden, Aglaonema commutatum aussieht.

360°-Video von dem Kolbenfaden, Aglaonema commutatum – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Februar

Kolbenfaden braucht warmen Standort

Um sich wichtig wohl zu fühlen, braucht die Zierpflanze einen warmen Standort, an dem tagsüber Temperaturen von mindestens 23°C herrschen. Auch nachts sollte es kuschelig bleiben: Temperaturen unter 16°C werden nicht gerne gesehen.

Neben der Wärme ist Helligkeit unabdingbar, jedoch sollte diese nicht durch starke Sonneneinstrahlung entstehen: Mittagssonne wird von dem Kolbenfaden nicht vertragen.

Aufgrund seiner tropischen Herkunft benötigt die Pflanze eine hohe Luftfeuchtigkeit. Per se ist diese in der Regel in heimischen Räumen nicht vorhanden, also muss sie mit Hilfe des Pflanzenfreundes erzeugt werden. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen:

  • Aufstellen einer mit Wasser gefüllten Schale
  • Regelmäßiges Besprühen der Pflanzenteile

Gartenbista-Tipp: Der Kolbenfaden gedeiht besser, wenn er inmitten anderer Zimmerpflanzen kultiviert wird!

Kolbenfaden gedeiht in jedem Substrat

Bezüglich des Pflanzsubstrats ist der Kolbenfaden sehr bescheiden: er gedeiht selbst in handelsüblicher Blumenerde. Wer seiner Zierpflanze jedoch etwas besonders Gutes tun möchte, mischt

  • Gartenerde
  • Blähton
  • Kompost

zu gleichen Teilen zusammen. So erhält er ein Substrat, welches nährstoffreich und durchlässig ist und somit eine sehr gute Grundlage zum Gedeihen jeglicher Pflanzen bildet.

Aglaomena commutatum
Aglaomena commutatum

Kolbenfaden in Hydrokultur

Die Aglaonema ist sehr gut dazu geeignet, in Hydrokultur gehalten zu werden. Zu beachten ist, dass eine Umstellung auf eine derartige Kultivierungsmethode zwar grundsätzlich in jedem Alter möglich ist, jedoch nach Möglichkeit bei sehr jungen Pflanzen durchgeführt werden sollte: je jünger ein Kolbenfaden ist, desto leichter fällt ihm eine derartige Umstellung.

  • Im zeitigen Frühjahr die Pflanze austopfen
  • Wurzelwerk komplett von der Erde befreien
  • Beschädigte sowie verfaulte Wurzeleile entfernen
  • Wurzeln für einige Stunden an einem luftigen Platz trocknen lassen

Sind sie angetrocknet, kann mit dem Einsetzen in Hydrokultur begonnen werden. Hierfür wird zunächst eine etwa 4 cm hohe Schicht Blähton oder Perlite in den Hydro-Topf eingefüllt, auf welche die Pflanze gesetzt wird. Danach wird das Gefäß mit dem Hydrosubstrat aufgefüllt und in den Übertopf gestellt. Nun müssen nur noch Wasser sowie die Nährstofflösung eingefüllt werden.

Gartenbista-Tipp: Nach dem Einfüllen des Substrats das Gefäß schütteln, um eine gleichmäßige Verteilung des Blähtons zu erzielen!

Kolbenfaden pflanzen und umtopfen

Wie bereits erwähnt, gedeiht die dekorative Zierpflanze in handelsüblicher Blumenerde. Das Pflanzgefäß sollte unten Löcher besitzen, durch welche überflüssiges Wasser abfließen kann.

Da die Aglaonema recht schnellwüchsig ist, ist ein regelmäßiges Umtopfen in ein größeres Gefäß vonnöten. Dies sollte – je nach Wachstumszuwachs – alle zwei bis drei Jahre geschehen; der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr:

  • Pflanzgefäß auswählen, welches etwas größer als das bisherige ist
  • Kolbenfaden aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Wurzelwerk vom alten Substrat befreien
  • Drainage aus Blähton oder Tonscherben legen
  • Etwas Substrat in das Gefäß füllen
  • Pflanze einsetzen
  • Pflanzgefäß mit Erde auffüllen (Gießrand lassen!)
  • Angießen
  • Gefäß auf einen Untersetzer stellen

Gartenbista-Tipp: Untersetzer mit Wasser und Kieselsteinen füllen, um Staunässe zu vermeiden!

Kolbenfaden Vermehrung durch Teilung

Sehr leicht kann eine Aglaonema commutatum durch Teilung vermehrt werden; dies geschieht im zeitigen Frühjahr, vorzugsweise im Zuge des Umtopfens:

  • Pflanze aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Wurzelballen mit einem scharfen Messer in mehrere Teile zerschneiden
  • Achtung: Wichtig bei der Teilung ist, dass jedes Einzelteil mindestens drei Blätter sowie eine Knospe besitzt.
  • Neu gewonnene Pflanzen in Einzeltöpfe setzen
  • Angießen

Die so entstandenen Kolbenfäden werden genauso behandelt wie erwachsene Pflanzen.

Gartenbista-Tipp: Die Teilung eignet sich nicht nur zum Gewinnen weiterer Pflanzen, sondern auch zur Verjüngung bestehender!

Junger Kolbenfaden, aus Steckling gezogen
Junger Kolbenfaden, aus Steckling gezogen

Kolbenfaden Vermehrung durch Stecklinge

Eine Aglaonema commutatum Maria Christina bildet jede Menge Seitentriebe, welche sehr gut zur Vermehrung verwendet werden können:

  • Im Frühsommer Seitentriebe abschneiden, die zwischen 10 und 15 cm groß sind
  • Stecklinge vom Laub befreien; oberstes Blatt belassen
  • Pflanzgefäße mit nährstoffarmer Erde füllen
  • Stecklinge in das Substrat stecken
  • Gefäße an einen hellen, warmen Platz stellen, an dem keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht
  • Substrat gleichmäßig feucht halten; Staunässe zwingend vermeiden

Nach einigen Wochen bilden die Stecklinge neue Blätter, die ein Indiz für eine erfolgreiche Bewurzelung sind.

Kolbenfaden Vermehrung aus Tochterpflanzen

Die Aglaonema neigt dazu, Tochterpflanzen zu bilden, welche sich an der Basis befinden. Diese entstehen meistens im Sommer, werden jedoch erst im folgenden Frühjahr von der Mutterpflanze abgetrennt, und zwar mitsamt ihren Wurzeln. Ist das Wurzelwerk bereits gut ausgebildet, können die jungen Pflanzen umgehend in Einzeltöpfe gepflanzt werden. Ist dies jedoch nicht der Fall, verbringen sie zunächst einige Zeit in einem Wasserglas und werden erst dann eingetopft, wenn sie ausreichend Wurzeln besitzen.

Kolbenfaden Pflegetipps

  • Gießen: Der Kolbenfaden sollte so regelmäßig gegossen werden, dass sein Substrat niemals austrocknet. Staunässe darf sich jedoch keinesfalls bilden. Optimal geeignet ist kalkarmes Wasser.
  • Düngen: Sollte aus irgendeinem Grund der Kolbenfaden jährlich umgetopft werden, entfällt jegliche Düngergabe. Ansonsten bekommt er in der Zeit von März bis Oktober alle vier Wochen eine Gabe Flüssigdünger zusammen mit seinem Gießwasser.
  • Besprühen: Zur Erhöhung der notwendigen Luftfeuchtigkeit sollte die Zimmerpflanze regelmäßig, nach Möglichkeit täglich eingesprüht werden. Optimal ist kalkfreies Wasser.

Gartenbista-Tipp: Blätter regelmäßig mit Algensaft reinigen oder der Innenseite einer Bananenschale abreiben, um einen schönen Glanz zu erhalten. Keinesfalls Blattglanzsprays verwenden!

Kolbenfaden Pflegefehler erkennen

Fühlt sich die Blattschmuckpflanze nicht gut behandelt, so zeigt sie dies relativ schnell an:

  • Blätter werden welk -> zu viel oder zu wenig Wasser
  • Blattränder werden braun -> zu kalt; direkte Sonneneinstrahlung; kalkhaltiges Wasser
  • Blätter rollen sich ein -> Temperaturen zu niedrig; Wasser zu kalkhaltig; zu viel Sonne
Wuchernder Kolbenfaden
Wuchernder Kolbenfaden

Kolbenfaden schneiden?

Ein regelmäßiger Schnitt ist zwar nicht notwendig, trägt aber dazu bei, die Pflanze in einer kompakten Form zu halten. Bei diesem Schnitt gibt es nur wenige Kriterien zu beachten:

  • Der beste Zeitpunkt zum Kolbenfaden Schneiden ist das Frühjahr
  • Blattstiele über dem untersten Auge einkürzen
  • Größere Schnittstellen mit Holzkohlepulver versiegeln

Aufgrund der Tatsache, dass die Zimmerpflanze in sämtlichen Teilen giftig ist, sollten unbedingt Handschuhe getragen werden, wenn sie geschnitten wird!

Kolbenfaden überwintern

Besondere Maßnahmen während der kalten Jahreszeit sind nicht unbedingt notwendig. Sie helfen der dekorativen Zimmerpflanze jedoch, neue Kräfte zu sammeln, um im Folgejahr wieder kräftig wachsen zu können. Um dies zu bewerkstelligen, wird der Kolbenfaden von Dezember bis Februar in ein Winterquartier gebracht. Dieses sollte hell sein und Temperaturen zwischen 16°C und 18°C aufweisen. Die Wassergaben werden reduziert, das Düngen wird komplett eingestellt.

Kolbenfaden Krankheiten und Schädlinge

Wurzelfäule: Wird die Aglaonema zu viel und/oder zu häufig gegossen, bildet sich Staunässe. Diese führt leicht zur Wurzelfäule, welche wiederum in den allermeisten Fällen den Tod der Pflanze bedeutet. Im Anfangsstadium kann der Kolbenfaden ausgetopft und in frisches, trockenes Substrat gesetzt werden; schreitet die Fäulnis voran, kommt jede Hilfe zu spät.

Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, siedeln sich häufig Schädlinge auf dem Kolbenfaden an; speziell Woll- und Schmierläuse sowie Spinnmilben. Aufgrund des dichten Blattwerkes werden diese jedoch oft erst sehr spät gesehen, so dass Hausmittel zu deren Bekämpfung nicht mehr ausreichen. Der Einsatz spezieller Pflanzenschutzmittel ist unumgänglich.

Kolbenfaden ist giftig!

Wie viele Mitglieder der Familie der Aronstabgewächse ist auch der Kolbenfaden giftig, und zwar nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Die Vergiftungserscheinungen können sowohl bei Berührung der Pflanzenteile als auch bei deren Verzehr auftreten:

  • Entzündungen der Haut
  • Hautrötungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Innere Blutungen
  • Schwellungen des Mundraums

Achtung: Treten derartige Vergiftungserscheinungen auf, so ist umgehend ein Arzt beziehungsweise Tierarzt aufzusuchen!

Beim Umgang mit der dekorativen Zimmerpflanze sollten demzufolge Handschuhe getragen werden; vom Verzehr ist zwingend abzuraten. Wer Haustiere wie Katzen, Vögel oder Nager besitzt, ist gut damit beraten, auf diese Zimmerpflanze zu verzichten.

 

Graphiken: © Pixelmixel – Fotolia.com (2); suksao – Fotolia.com; ekarin – Fotolia.com; AnirutKhattirat – Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Der Kolbenfaden ist sicherlich eine interessante Pflanze. Aber ich finde es etwas fraglich sie als Zimmerpflanze zu nutzen, wenn sie giftig ist. Ich denke es gibt schöne Alternativen:)

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