Hylocerus undata richtig pflegen, umtopfen und zum Blühen bringen

Drachenfrucht, Hylocerus undata
Drachenfrucht, Hylocerus undata

Kaum eine Kakteenart ist derart pflegeleicht wie der Hylocerus undata. Mit wenig Aufwand kann er viele Jahre lang überleben und gedeihen. Lediglich bei seiner Überwinterung ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt: der auch als Drachenfrucht oder Pitahaya bekannte Kaktus benötigt eine winterliche Ruhephase.

Hylocerus undata – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: JuniSeptember
  • Standort: im Sommer sonnig und windgeschützt, im Winter kühl
  • Substrat: durchlässig
  • Umtopfen: im Frühling, wenn das Pflanzgefäß zu klein geworden ist
  • Vermehrung: Samen, Stecklinge
  • Aussaatzeit: ganzjährig
  • Gießen: sparsam
  • Düngen: dreimalig in der Zeit von April bis August
  • Schneiden: wenn Triebe zu lang werden
  • Überwinterung: hell, bei 10 – 15°C
  • Pflanzenhöhe/-größe: Triebe können bis 6 m lang werden
  • Wachstum: schnellwachsend
  • Giftig: nein
  • Essbar: ja, die Drachenfrüchte
  • Krankheiten und Schädlinge: Blattfleckenkrankheit, Wurzelfäule, Schnecken, Trauermücken, gelegentlich Läuse

Allgemeine Informationen über den Hylocerus undata

Der Hylocerus undata gehört zur Familie der Kakteengewächse und ist auch unter den Bezeichnungen „Drachenfrucht“ oder „Pitahaya“ bekannt. Ursprünglich stammt er aus Mittelamerika, wo er an anderen Pflanzen mithilfe seiner Haftwurzeln einfach emporklettert. Hierzulande wird er in Kübeln kultiviert, da er den Winter über zwar kühler stehen muss, jedoch keinen Frost verträgt.

Die Drachenfrucht kann bis zu sechs Meter lange Triebe bilden. Diese können zwar auch hinabhängen, jedoch sind sie dafür geschaffen, zu klettern. Damit ihnen dies gelingt, sollte dem Kaktus eine Kletterhilfe gegeben werden. Der Umgang mit ihm stellt seinen Besitzer vor keine Herausforderungen: der Hylocerus undata ist weder giftig noch besitzt er Stacheln. Einige Arten bringen kleine Härchen oder Scheindornen hervor, doch auch von diesen geht kein Verletzungsrisiko aus.

Wenn der Pitaya etwa 20 Jahre alt ist, wird er unter optimalen Bedingungen erstmalig eine Blüte hervorbringen. Diese ist weiß-gelb und zählt mit ihren 25 – 30 cm Durchmessern zu den größten Blüten der Welt. Doch sie ist nicht nur schön, sondern verströmt zudem einen intensiven, ausgesprochen angenehmen, fruchtigen Duft. Einziges Manko: ähnlich wie die Königin der Nacht bleibt sie nur eine einzige Nacht am Leben und ist am folgenden Morgen verblüht; lediglich ihr Duft verbleibt noch einige Tage. Glücklicherweise gilt die Drachenfrucht als sehr blühfreudig, so dass sich das nächtliche Schauspiel immer und immer wiederholen wird.

Aus den selbstbestäubenden Blüten entwickeln sich die bekannten Drachenfrüchte. Diese sind außen pink-rot und haben innen ein creme-weißes Fruchtfleisch mit schwarzen Samen darin. Die Früchte können bis zu 15 cm lang und 500 g schwer werden. Sie besitzen nicht nur einen aromatischen, frischen Geschmack, sondern sind zudem noch sehr vitaminreich.

Standort

Um sich rundherum wohl zu fühlen, braucht der Hylocerus undata im Sommer einen warmen, sonnigen Standort. Dieser sollte allerdings möglichst windgeschützt sein, damit die langen Triebe aufgrund von Sturmböen nicht abbrechen. Auch Schutz von Regen sollte gegeben sein: steht der Kaktus zu nass, droht Gefahr von Wurzelfäule, welche wiederum das Leben der Pitahaya beenden kann. Temperaturen zwischen 25 und 28°C sind optimal.

Den Winter wiederum muss die Drachenfrucht im Haus verbringen, da sie keine Minusgrade verträgt. Der dortige Standort darf jedoch nicht zu warm sein: kühlere Temperaturen sind zwingend notwendig für die Blütenbildung:

  • 10 – 15°C
  • Hell
  • Geringe Luftfeuchtigkeit

Substrat

Wie alle Kakteen braucht auch der Hylocerus undata ein durchlässiges Substrat. Geeignet ist spezielle Kakteenerde aus dem Fachhandel. Alternativ kann auch

  • Blumenerde mit
  • Sand

im Verhältnis 1:1 vermischt werden. Wichtig bei der Herstellung des Substrates ist, dass es weder Torf noch Kompost enthält. Unten in das Pflanzgefäß wird eine Drainage aus Kies oder kleinen Steinen gelegt.

Gartenbista-Tipp: Der dekorative Kletterkaktus kann auch sehr gut in Pflanzgranulat kultiviert werden!

Pflanzen und Umtopfen

Grundsätzlich sollte der Hylocerus undata in Pflanzgefäßen gehalten werden, da dies das Ein- und Ausräumen wesentlich erleichtert. Das Gefäß sollte groß genug sein, um ausreichend Platz für die Wurzeln zu bieten, und vor allem stabil: die langen Triebe erreichen ein enormes Gewicht, welches leichte Töpfe schnell zum Umkippen bringt.

Zudem sollte zwingend mittig eine Kletterhilfe installiert werden, an der die Triebe emporklettern können. Ohne diese kann es leicht passieren, dass der Kaktus Nachbarpflanzen sowie Balkongeländer oder -möbel als Klettergerüst missbraucht. Als Kletterhilfe eignet sich zum einen ein spezielles Gerüst, zum anderen ein einfacher Pfahl. Wichtig ist, dass beim Installieren die Wurzeln nicht beschädigt werden.

Umgetopft wird immer dann, wenn das bisherige Pflanzgefäß zu klein geworden ist. Dies geschieht im Frühling nach der Winterruhe:

  • Neues Pflanzgefäß vorbereiten: Drainage legen und etwas Substrat einfüllen
  • Hylocerus undata vorsichtig aus dem bisherigen Gefäß herausnehmen
  • Wurzelwerk bestmöglich vom alten Substrat befreien
  • Kaktus in das neue Pflanzgefäß setzen
  • Gefäß mit Substrat auffüllen
  • Leicht angießen

Achtung: Nach dem Umtopfen darf die Drachenfrucht einige Monate lang keinen Dünger bekommen!

Pflege

  • Gießen: Nach der Winterruhe einmalig kräftig gießen. Danach erst dann neue Wassergaben verabreichen, wenn das Substrat bereits angetrocknet ist. Im Winter wird noch weniger gegossen.
  • Düngen: Der Hylocerus undata benötigt nicht viele Nährstoffe. Es ist vollkommen ausreichend, ihm während der Zeit von April bis August drei Mal eine Gabe Kakteendünger zu geben.
  • Schneiden: Wenn die Triebe zu lang geworden sind, können sie mit einem sauberen, scharfen Schnittwerkzeug entfernt werden. Besser ist es jedoch, die überflüssigen Glieder einfach abzudrehen, da dies zu weniger Verletzungen führt.

Vermehrung

Der Pitahaya kann auf zweierlei Arten vermehrt werden:

  • Aussaat
  • Ableger

Die Aussaat erfolgt ganzjährig mithilfe der Samen, die in Form von kleinen schwarzen Körnern in den Früchten enthalten sind. Es ist sinnvoll, sie einer vorhandenen Drachenfrucht zu entnehmen, da sie im Fachhandel nur selten erhältlich sind:

  • Fruchtfleisch von den Samen entfernen
  • Samen auf Küchenkrepp legen und über Nacht trocknen lassen
  • Anzuchttöpfe mit Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Samen auf das Substrat legen
  • Regelmäßig die Samen besprühen, so dass sie feucht, aber nicht nass sind
  • Töpfe mit Klarsichtfolie überziehen
  • Gefäße an einen hellen Standort bei 20-25°C stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Sobald sich ein Haupttrieb und zwei Keimblätter gebildet haben, werden die Wassergaben reduziert. Wenn die Jungpflanzen zu dicht stehen, müssen sie in Einzeltöpfe umgesetzt werden. Die Kultivierung erfolgt ebenso wie bei adulten Exemplaren.

Als Ableger können sehr gut abgeschnittene Glieder verwendet werden. Alternativ eignet sich jedoch auch jedes andere Blattglied:

  • Pflanzgefäß mit Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Blattglied senkrecht in das Substrat setzen, wobei die Trennstelle einige Zentimeter tief in die Erde muss
  • Hellen, warmen Standort wählen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Nach nicht allzu langer Zeit wird das Glied Wurzeln bilden. Dass dieser Vorgang erfolgreich gewesen ist, lässt sich leicht daran erkennen, dass Seitentriebe entstanden sind.

Gartenbista-Tipp: Immer nur so viele Pflanzen ziehen, wie auch tatsächlich gebraucht werden. Da der Hylocerus undata sehr ausladend und groß wird, ist es für gewöhnlich eher unwahrscheinlich, dass man mehr als einen dieser Kakteen besitzen möchte.

Überwinterung

Die Drachenfrucht ist nicht winterhart. Dies bedeutet, dass sie ins Haus geholt werden muss, sobald sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt nähern. Der dortige Standort sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Hell
  • Niedrige Luftfeuchtigkeit
  • Temperaturen zwischen 10 und 15°C

Steht kein solches Winterquartier zur Verfügung, kann die Drachenfrucht notfalls auch wärmer überwintert werden. Dies geschieht jedoch zu Lasten der Blütenbildung: je wärmer ein Hylocerus undata überwintert wird, desto weniger Blüten wird er im Folgejahr hervorbringen.

Während des Winters wird nur sparsam gegossen; keinesfalls sollte Dünger verabreicht werden.

Im folgenden Frühjahr wird im April umgetopft, falls dies notwendig sein sollte. Auch die Wassergaben werden wieder erhöht und es wird erstmalig gedüngt. Zudem darf die Drachenfrucht wieder ins Freie, sobald keine Spätfröste mehr zu erwarten sind.

Krankheiten und Schädlinge

Der Kletterkaktus ist sehr robust und äußerst widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Dennoch kann es auch ihm passieren, dass er von ihnen heimgesucht wird.

  • Blattfleckenkrankheit: Diese Pilzerkrankung tritt überwiegend bei kühlem Wetter auf sowie dann, wenn die Pflanze zu nass steht oder zu hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Ein spezielles Pflanzenschutzmittel ist die einzige Möglichkeit, den Pilz in den Griff zu bekommen. Vorbeugend ist ein regengeschützter Standort ratsam.
  • Wurzelfäule: Die Wurzelfäule entsteht durch Staunässe sowie zu großzügige Wassergaben. Wird sie nicht oder zu spät bemerkt, führt sie unweigerlich zum Eingehen der Pflanze. Um dies zu verhindern, sollten eine Drainage in das Pflanzgefäß gelegt sowie durchlässiges Substrat verwendet werden. Sparsames Gießen ist zudem oberstes Gebot bei der Sukkulenten Pflege.
  • Trauermücken: Die kleinen Insekten ähneln Fruchtfliegen und treten ebenso wie diese scharenweise auf. Sie stellen keine Gefahr dar, jedoch ihre Larven. Diese entwickeln sich in der Erde und fressen die Wurzeln, was zu großen Schäden bis hin zum Eingehen des Kaktusses führen kann. Da die Trauermücken feuchtes Substrat bevorzugen, ist darauf zu achten, dass die Erde möglichst trocken ist. Auch das Aufstellen von Gelbtafeln hat sich bewährt.
  • Schnecken: Wenn der Hylocerus undata im Sommer im Freien steht, fressen Schnecken gerne die Triebe an. Für gewöhnlich ist es jedoch ausreichend, die Weichtiere einfach aufzusammeln.
  • Läuse: Schmier- und Wollläuse treten gelegentlich während der Überwinterung auf. Dies ist jedoch ausgesprochen selten. Bei Befall sollten die betroffenen Pflanzen mit einer Schmierseifelösung eingesprüht werden.

Hylocerus undata giftig oder essbar?

Der Pitahaya ist absolut ungiftig. Seine Früchte sind essbar, vitaminreich und zudem noch kalorienarm. Doch nicht nur das: im gekühlten Zustand verzehrt, sagt man der Drachenfrucht eine belebende Wirkung nach. Generell wird sie roh verzehrt:

  • Frucht halbieren
  • Fruchtinnere auslöffeln, wobei die Kerne mitgegessen werden
  • Enden abschneiden
  • Schale abziehen
  • Fruchtfleisch in Streifen oder Würfel schneiden und als Snack oder als Beilage zu Eis oder anderen Süßspeisen verzehren

Einzige Ausnahme bezüglich der Essbarkeit: die Schale. Diese sollte keinesfalls mitgegessen werden, da sie für den Menschen als leicht giftig eingestuft wird. Da sie jedoch ohnehin hart und schuppig und demzufolge wenig verlockend ist, besteht für gewöhnlich keinerlei Gefahr, dass jemand versehentlich in die Schale beißt.

 

Symbolgraphiken: © Engdao – Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Hallo, ich habe einen Hylocerus undata, der fast 25 Jahre alt ist. Leider hat er noch nie geblüht. Woran kann das liegen? Ich gebe mir die größte Mühe bei seiner Pflege….

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