Glückskastanie, Pachira aquatice: Pflege & Schneiden

Glückskastanie, Pachira aquatica
Glückskastanie, Pachira aquatica

Kastanienbäume im Freien sind majestätisch und stehen für Kraft und Ausdauer. Nicht zuletzt erfreuen sie sich großer Beliebtheit aufgrund ihrer großen, dekorativen Blätter. Wer keinen Garten sein Eigen nennen kann, muss dennoch nicht auf den Anblick einer Kastanie verzichten: die Glückskastanie, Pachira aquatica, wird als Zimmerpflanze kultiviert. Sie ist nicht minder dekorativ. Bezüglich der Pflege ist sie ein wenig anspruchsvoll, doch unter Berücksichtigung einiger Pflegetipps kann eine Glückskastanie sehr alt werden und ihrem Besitzer viele Jahre lang Freude bereiten.

Glückskastanie, Pachira aquatica – Steckbrief von Gartenbista

Glückskastanie, Pachira aquatica – Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: hell; Temperaturen ganzjährig zwischen 12°C und 24°C; keine direkte Sonne
  • Substrat: durchlässig; nährstoffreich; locker; auch Hydrokultur
  • Pflanzen/Umtopfen: wenn Gefäß zu klein; alle drei Jahre im Frühjahr umtopfen
  • Vermehrung: Stecklinge; Samen
  • Gießen: selten, aber gründlich
  • Düngen: Frühjahr bis Herbst alle 14 Tage mit Grünpflanzendünger
  • Besprühen: möglichst täglich mit kalkarmem Wasser
  • Pflegefehler: zu dunkler Standort; zu kalter Standort; zu häufige Standortwechsel; zu viel Wasser; Zugluft; Staunässe; zu geringe Luftfeuchtigkeit
  • Schneiden: nicht notwendig; nur, wenn Pflanze zu groß geworden ist
  • Überwintern: im Haus; mindestens 12°C; selten gießen; nicht düngen; Schädlingskontrolle
  • Krankheiten: Wurzelfäule; Schimmel
  • Schädlinge: Blattläuse; Schmierläuse

Wissenswertes über die Glückskastanie

Glueckskastanie Bluete
Glueckskastanie Bluete

Die Glückskastanie, Pachira aquatica, gehört zur Familie der Malvengewächse und stammt ursprünglich aus Mexiko. Dort gedeiht sie im Freien, wo sie Wuchshöhen zwischen 4 und 20 m erreichen kann.

Neben den großen, fiedrigen, leicht bizarren Blättern ist ihr verdickter Stammfuß ein optisches Highlight. Diese Verdickung dient aber nicht nur als Augenschmaus, sondern vor allem als Wasserspeicher. Im Frühjahr bildet die Glückskastanie cremefarbene oder grüngelbe Blüten aus, welche wie Pinsel aussehen und rote Staubblätter besitzen. Aus diesen Blüten entwickeln sich bis zu 30 cm lange und 15 cm dicke, braune Früchte, die im Inneren Samen tragen. Diese können geröstet und verzehrt werden; geschmacklich erinnern sie ein wenig an Kakaoschoten, weswegen die Glückskastanie im Volksmund auch „Wilder Kakaobaum“ genannt wird.

Ihre gewöhnliche Bezeichnung „Glückskastanie“ verdankt sie der Tatsache, dass im asiatischen Raum die Annahme besteht, dass dieses Gewächs Wohlstand und Glück verspricht. Um dieses festzuhalten, werden sowohl die Früchte als auch die Blüten und Blätter in der asiatischen Küche verzehrt.

Während die Pachira aquatica in ihrer Heimat als großer Baum im Freien wächst, wird sie hierzulande als Zimmerpflanze kultiviert und erreicht eine maximale Wuchshöhe von etwa 1,50 m. Ihr graubrauner Stamm ist sowohl in gerader als auch in geflochtener Form erhältlich. Obwohl gerade der geflochtene Stamm eine echte Augenweide ist, ist die normale Form zu empfehlen: durch das flechten können sich Stämme nicht so gut und stabil ausbilden und sind demzufolge anfälliger für Schädlingsbefall.

360°-Video von der Glückskastanie

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Glückskastanie aussieht.

360°-Video von der Glückskastanie – Gartenbista-Videostudio, gedreht im September

Glückskastanie Standort: Hell und warm

Um optimal wachsen zu können, braucht die Pachira aquatica einen hellen Standort, an dem Temperaturen zwischen 12° und 24°c herrschen sollten – keinesfalls darf es kälter sein. Etwas Sonne wäre durchaus angenehm für die Zimmerpflanze, jedoch sollte sie keinesfalls direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Eine simple Gardine bietet bereits ausreichenden Schutz vor den starken Strahlen. Da die Glückskastanie eine hohe Luftfeuchtigkeit sehr schätzt, sollten gegebenenfalls Schalen mit Wasser in ihrer Umgebung aufgestellt werden.

Während der Sommers kann die Glückskastanie gerne ins Freie gestellt werden, wobei auch dort folgende Kriterien zu beachten sind:

  • Keine zu kalten oder zu heißen Temperaturen
  • Halbschattiger Standort; keine direkte Sonne
  • Möglichst windgeschützt

Bei der Wahl des Standorts ist zudem zu beachten, dass Glückskastanien einen häufigen Standortwechsel überhaupt nicht mögen. Ist einmal ein Plätzchen für den Sommeraufenthalt gefunden, so sollte die Pflanze dort so lange blieben, bis sie zurück ins Haus geholt wird.

 

Glückskastanie braucht durchlässiges Pflanzsubstrat

Bezüglich des Substrats ist die Glückskastanie ein wenig anspruchsvoll. Es sollte

  • durchlässig,
  • nährstoffreich und
  • locker

sein. Sehr gut geeignet ist Kakteenerde aus dem Fachhandel; wird gewöhnliche Pflanzerde verwendet, so sollte diese mit Sand oder Blähton vermischt werden.

Alternativ kann die Pachira aquatica in Hydrokultur gehalten werden.

Glueckskastanie umtopfen
Glueckskastanie umtopfen

Glückskastanie pflanzen und umtopfen

Aufgrund ihrer Wuchsform wirkt die Glückskastanie in hohen Pflanzgefäßen optisch besonders schön; dies ist jedoch kein Muss.

Zu enge Pflanzgefäße sind jedoch nicht besonders angenehm für die Zimmerpflanze; meistens werden sie allerdings in derartigen Behausungen im Handel angeboten. Demzufolge bietet es sich an, sie sofort nach dem Kauf in ein größeres Gefäß umzutopfen.

Generell ist ein Umtopfen alle drei Jahre sinnvoll; dies geschieht im Frühjahr.

Gartenbista-Tipp: Nach dem Kaufen kontrollieren, ob geflochtene Stämme mit Gummibändern versehen sind. Da diese stark in den Stamm einschneiden, sollten sie umgehend entfernt werden!

Glückskastanie Vermehrung durch Stecklinge oder Samen

Wer bereits eine Glückskastanie besitzt, kann diese leicht vermehren; dies geschieht durch

  • Stecklinge oder
  • Samen.

Für die Stecklingsvermehrung wird wie folgt vorgegangen:

  • Vorzugsweise im späten Frühjahr durchführen
  • Einen möglichst verholzten Steckling abschneiden
  • Steckling in ein Pflanzgefäß mit Blumenerde stecken
  • Gefäß an einen Ort stellen, an dem Temperaturen um 20°C herrschen
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Nun dauert es mehrere Wochen, bis der Steckling Wurzeln bildet. Währenddessen kann es durchaus passieren, dass er seine Blätter abwirft, was jedoch kein Grund zur Beunruhigung ist. Bildet der Steckling neue Blätter aus, so ist dies ein Indiz dafür, dass die Bewurzelung erfolgreich war.

Alternativ kann die Bewurzelung auch in einem Wasserglas erfolgen:

  • Einen möglichst verholzten Steckling abschneiden
  • Steckling so in ein Wasserglas stecken, dass mindestens 2 cm unter Wasser sind
  • Glas bei Temperaturen um 20° C hell stellen
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Haben sich genügend Wurzeln gebildet, kann der Steckling in ein Pflanzgefäß mit Blumenerde eingetopft werden.

Achtung: Die jungen Wurzeln sind noch sehr zart und instabil und können leicht verletzt werden. Beim Eintopfen ist also größte Vorsicht geboten!

Die Vermehrung durch Samen erfolgt im Frühjahr:

  • Samen von bestehenden Pflanzen gewinnen oder im Fachhandel kaufen
  • Einen Tag vor der Aussaat wässern
  • Anzuchtgefäß mit einem Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Samen einen Zentimeter tief in das Substrat stecken
  • Gründlich gießen
  • Gefäß an einen hellen Ort stellen
  • Temperaturen um 22°C sind optimal
  • Substrat gleichmäßig feucht halten; Staunässe verhindern
Pachira aquatica, geflochtener Stamm
Pachira aquatica, geflochtener Stamm

Glückskastanie Pflege Tipps

  • Gießen: Die Pachira aquatica hat keinen besonders hohen Wasserbedarf. Während der Vegetationszeit im Sommer ist eine wöchentliche Wassergabe vollkommen ausreichend, allerdings sollte diese sehr intensiv ausfallen, damit sich der Ballen vollsaugen kann. Im Winter wird noch seltener gegossen.
  • Düngen: Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein wird alle 14 Tage eine Gabe Grünpflanzendünger verabreicht, allerdings nur in der Hälfte der seitens des Herstellers empfohlenen Dosis. Während ihres ersten Lebensjahres wird die Glückskastanie überhaupt nicht gedüngt.
  • Besprühen: Ein tägliches Besprühen mit kalkarmen Wasser sorgt für die benötigte hohe Luftfeuchtigkeit.

Gartenbista-Tipp: Die Glückskastanie mitsamt ihrem Pflanzgefäß gelegentlich drehen, da sie sich nach dem Licht richtet und demzufolge ansonsten schief wächst.

Glückskastanie Pflegefehler erkennen und vermeiden

Viele Arten von Pflegefehlern zeigt die Pachira aquatica durch Blattabwurf an:

  • Zu dunkler Standort
  • Zu kalter Standort
  • Zu häufige Standortwechsel
  • Zugluft
  • Zu viel Wasser; Staunässe

Bildet die Glückskastanie hingegen gelbe Blätter, so kann dies ein Indiz für eine zu geringe Luftfeuchtigkeit sein.

Achtung: Erfolgt der Blattabwurf nur im unteren Bereich der Pflanze, so handelt es sich dabei um einen natürlichen Vorgang!

Glückskastanie schneiden?

Ein regelmäßiger Schnitt ist bei der dekorativen Zimmerpflanze nicht notwendig. Ausnahmen bestehen lediglich in jenen Fällen, in denen die Pachira aquatica zu groß geworden ist:

  • Schnitt kann ganzjährig erfolgen
  • Beste Zeit zum Schneiden ist das Frühjahr
  • Sämtliche zu langen Triebe werden zurückgeschnitten

Achtung: Es kann durchaus passieren, dass die Glückskastanie nach dem Schneiden ihre gleichmäßige Form verliert und nicht mehr zurückbekommt!

Blaetter der Glueckskastanie
Blaetter der Glueckskastanie

Glückskastanie richtig überwintern

Die Glückskastanie überwintert grundsätzlich im Haus; unerheblich, ob sie den Sommer über im Freien verbracht hat oder nicht. Bei der Überwinterung ist folgendes zu beachten:

  • Heller Standort
  • Temperaturen dürfen 12°C nicht unterschreiten
  • Nur so viel gießen, dass der Ballen nicht austrocknet
  • Nicht düngen
  • Regelmäßige Schädlingskontrolle

Glückskastanie Krankheiten und Schädlinge

Glückskastanien, welche einen geflochtenen Stamm haben, sind viel anfälliger für Krankheiten und Schädlinge als andere. Damit auch diese Pflanzen eine Chance auf ein langes Leben haben, sollten die Stämme sofort nach dem Kauf vorsichtig getrennt werden. Danach werden sie so in ein Pflanzgefäß gesetzt, dass sie sich nicht gegenseitig in ihrer Entwicklung behindern; alternativ kann auch jeder dieser zarten Stämme in ein eigenes Gefäß gepflanzt werden.

Ansonsten leiden die Glückskastanien eher unter den oben erwähnten Pflegefehlern als unter Krankheiten.

  • Wurzelfäule: Die Wurzelfäule tritt in der Regel als Folge falscher Pflege, nämlich zu starken wassergaben, auf. Es kann versucht werden, die betroffene Pflanze durch Umtopfen zu retten, jedoch ist sie in den allermeisten Fällen dem Tode geweiht.
  • Schimmel: Schimmel zeigt sich in einem grauweißen Belag auf dem Pflanzsubstrat. ist dies der Fall, muss die Erde gegen neue ausgetauscht werden; alternativ kann die oberste Erdschicht abgetragen und durch eine neu ersetzt werden.
  • Blattläuse: Steht die Glückskastanie im Freien, wird sie häufig von Blattläusen befallen. Bei einem leichten Befall kann es ausreichend sein, die Pflanze mit einem Wasserstrahl abzuspritzen beziehungsweise die Pflanzenteile mit Schmierseife abzuwaschen. Sind jedoch sehr viele Blattläuse vorhanden, sollte ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
  • Spinnmilben: Insbesondere dann, wenn eine zu geringe Luftfeuchtigkeit gegeben ist, siedeln sich gerne Spinnmilben an der Pflanze an. Ein derartiger Befall ist leicht an einem spinnwebenartigen Überzug auf den Pflanzenteilen zu erkennen. Dieser kann abgewaschen werden; nützt dies nichts, muss ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
  • Schmierläuse: Schmierlausbefall zeigt sich durch klebrigen Belag auf den Pflanzenteilen. Da diese Schädlinge sehr renitent sind und zudem noch auf andere Pflanzen übergehen, sollte ein chemisches Mittel zur Bekämpfung eingesetzt werden.

 

Graphiken: © Adamus – Fotolia.com; Ana – Fotolia.com; Andre Bonn – Fotolia.com; Edenwithin – Fotolia.com; Stefan Balk – Fotolia.com


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