Ficus Ginseng als Bonsai – Pflege, Schneiden & Gießen

Bonsai Ficus Ginseng
Bonsai Ficus Ginseng

Der Ficus Ginseng ist einer der beliebtesten Bonsai-Bäumchen, die hierzulande kultiviert werden. Kein Wunder: er ist relativ pflegeleicht, so dass er auch für Anfänger in Bereich der Bonsaihaltung geeignet ist. Darüber hinaus sind die kleinen Feigenbäumchen in der Anschaffung im Vergleich zu anderen Arten nicht besonders teuer. Das Wichtigste ist jedoch die Tatsache, dass der kleine Bonsai ausgesprochen dekorativ ist, so dass er in jeder Wohnung zu einem echten Eyecatcher wird. Werden einige Tipps bezüglich der Ficus Ginseng Pflege beachtet, wird sein Besitzer über viele Jahre lang Freude an dem interessanten und optisch wirkungsvollen Gewächs haben.

Ficus Ginseng Bonsai – Steckbrief von Gartenbista

Ficus Ginseng Bonsai – Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: hell; keine direkte Sonne; 18-22°C; keine Zugluft; hohe Luftfeuchtigkeit
  • Substrat: Bonsaierde; Lehm mit Sand und Pikiererde mischen; Akadama, Humus und Lavasplitt mischen
  • Pflanzgefäß: der Wuchsform angepasst; zwei Drittel so lang wie Pflanze hoch
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Werkzeuge: Astsäge; Blattschneider; Erdschaufeln; Bonsaibesen; Scheren; Sichelmesser; Wurzelhaken; Wurzelzange
  • Umtopfen: im Frühling alle 2-3 Jahre; Wurzeln schneiden
  • Gießen: bei Bedarf; Erde darf nicht austrocknen; Staunässe vermeiden
  • Düngen: März bis September 14-tägig mit Flüssigdünger für Grünpflanzen oder Bonsaidünger
  • Besprühen: regelmäßig mit zimmerwarmem, kalkfreien Wasser
  • Moos: getrocknetes Moos auf Substrat verteilen; anfeuchten
  • Schneiden: Mai bis September alle sechs Wochen
  • Drahten: zeitiges Frühjahr; Kupfer- oder Aluminiumdraht; nach vier Wochen entfernen
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: keine bekannt
  • Pflegefehler: Lichtmangel; Nährstoffmangel; kalte Temperaturen; Staunässe; trockener Wurzelballen; Zugluft; trockene Luft
Ficus Ginseng Bonsai
Ficus Ginseng Bonsai

Wissenswertes über den Ficus Ginseng

Beim Ficus Ginseng handelt es sich um eine Unterart des Ficus, der feige, welche ursprünglich aus den Subtropen stammt. Dort kann er Wuchshöhen bis zu 30 m erreichen. Dies ist natürlich bei einem Bonsai nicht der Fall; die genetischen Veranlagungen sind jedoch auch in dem kleinen Feigenbaum vorhanden. Seine kleine Wuchsform erhält er ausschließlich durch die Schneidetechiken der Bonsaikultur.

Der knorrig wirkende, leicht gedrehte Stamm hat eine graue Borke; aus ihm wächst eine breite Krone, welche aus vielen immergrünen, ovalen Blättern besteht.

In gemäßigten Breitengraden ist der Ficus Ginseng nicht winterhart. Den Sommer über kann er im Freien kultiviert werden, sobald die Temperaturen kühler werden, muss er jedoch ins Haus geholt werden. Alternativ kann der kleine Bonsai auch ganzjährig in Zimmerkultur gehalten werden. Dadurch unterscheidet er sich von vielen Bonsai-Arten, die in China und Japan ausschließlich im Freien kultiviert werden.

360°-Video vom Ficus Ginseng Bonsai

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie ein Ficus Ginseng Bonsai aussieht.

360°-Video vom Ficus Ginseng Bonsai – Gartenbista-Videostudio, gedreht im September

Ficus Ginseng braucht hellen Standort

Um optimal gedeihen zu können, benötigt der Ficus Ginseng einen sehr hellen Standort, an dem so viele Stunden Tageslicht wie möglich einfallen. Je heller der kleine Bonsai stehen darf, desto mehr Blätter wird er bilden. Wichtig ist, dass er keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Auch Zugluft verträgt der Ficus Ginseng nicht.

Die Temperaturen sollten zwischen 18°C und 22°C liegen, zudem sollte eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit bestehen. Diese kann dadurch erreicht werden, dass mit Wasser gefüllte Schalen in die Nähe des Bonsais gestellt werden.

Den Sommer über kann der Bonsai gerne im Freien verbringen. Dabei sind folgende Tipps zu beherzigen:

  • Ficus Ginseng schrittweise an die neue Umgebung gewöhnen
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung
  • Ins Haus holen, sobald die Temperaturen auf 15°C fallen

Gartenbista-Tipp: Ficus Ginseng nicht in der Nähe eines Heizkörpers aufstellen!

Ficus Ginseng Substrat

Da ein Bonsai nur sehr wenig Pflanzsubstrat in sein Pflanzgefäß bekommt, muss dieses sehr gehaltvoll sein; handelsübliche Blumenerde erfüllt diese Ansprüche nicht. Sehr gut kann spezielle Bonsaierde verwendet werden, welche im Fachhandel erhältlich ist. Alternativ kann ein passendes Substrat auch selbst zusammengestellt werden:

  • Lehm,
  • Sand und
  • Pikiererde

zu gleichen Teilen vermengen. Experten mischen zudem noch etwas Akadama unter das Substrat; ein mineralisches Granulat, welches sowohl wasserspeichernd als auch luftdurchlässig ist.

Auch kann ein Gemisch aus

  • Akadama,
  • Humus und
  • Lavasplitt

erstellt werden.

 

Ficus Ginseng
Ficus Ginseng

Ficus Ginseng Pflanzgefäß sorgfältig auswählen

Das passende Pflanzgefäß für den Ficus Ginseng sollte mit äußerster Sorgfalt ausgesucht werden, denn es dient nicht nur als reiner Blumentopf, sondern stellt ein wichtiges Element in der Bonsai Kultivierung dar. Es sollte optische gesehen eins sein mit dem Bonsai. Dies wird dadurch erreicht, dass es

  • von der Form her der Wuchsform des Bäumchens angepasst ist,
  • etwa zwei Drittel so lang ist, wie der Bonsai hoch.

Des Weiteren sollte beim Erwerb einer Bonsai Schale darauf geachtet werden, dass sie in Grau oder Braun gehalten ist, damit das Auge des Betrachters nicht von dem Bäumchen abgelenkt wird. Zudem sollte sie einen passenden Untersetzer besitzen.

Gartenbista-Tipp: Den Ficus Ginseng in eine rechteckige Schale pflanzen, da diese der Wuchsform des Bäumchens gerecht wird.

Ficus Ginseng Vermehrung

Wer seinen kleinen Feigenbaum vermehren möchte, kann dies leicht mithilfe von Stecklingen tun:

  • Jungen, kräftigen Steckling abschneiden
  • Sämtliche Blattpaare bis auf die beiden obersten entfernen
  • Blätter um die Hälfte einkürzen
  • Pflanzgefäß mit nährstoffarmen Substrat füllen
  • Steckling in das Substrat stecken
  • Folie über das Pflanzgefäß ziehen und mit Löchern versehen
  • Gefäß an einen warmen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Hat der Steckling eingewurzelt, was sich an der Bildung neuer Blätter zeigt, wird er in ein größeres Pflanzgefäß mit Bonsaierde umgetopft und so kultiviert wie eine erwachsene Pflanze.

Werkzeug zur Ficus Ginseng Bonsai Pflege

Das A und O bei der Bonsai Kultivierung ist das richtige Werkzeug:

  • Astsäge zum Entfernen dickerer zweige
  • Blattschneider zum Schneiden der Blätter
  • Bonsaibesen, um das Substrat ordentlich zu halten
  • Erdschaufeln
  • Kleine Schere zum Schneiden der Triebe im Inneren der Blattkrone
  • Sichelmesser, um den erdballen beim Umtopfen aus der Schale zu lösen
  • Wurzelhaken zum Lockern der Wurzeln
  • Wurzelzange, um die Wurzeln beim Umtopfen zu kürzen

Auch kann ein Holzstab sinnvoll sein, der dazu dient, nach dem Umtopfen das Pflanzsubstrat zu verdichten.

Ficus Ginseng umtopfen

Wenn das bestehende Pflanzgefäß zu eng geworden ist – was etwa alle zwei bis drei Jahre der Fall ist -, muss der Bonsai umgetopft werden; die beste Zeit hierfür ist das Frühjahr.

Ist die passende Bonsaischale gefunden, kann das eigentliche Umtopfen durchgeführt werden:

  • Erbballen vom Schalenrand lösen (Sichelmesser)
  • Wurzelballen auseinanderziehen (Wurzelhaken)
  • Wurzeln so kürzen (Schere und Wurzelzange), dass sie im richtigen Größenverhältnis zu der Krone stehen
  • Zwei Drittel der bestehenden Erde gegen neues Substrat austauschen
  • Bäumchen einsetzen
  • Mit Holzstab Substrat verdichten

Umtopfen bedeutet grundsätzlich Stress für Pflanzen; dies ist auch bei dem Ficus Ginseng der Fall. Damit er sich davon erholen kann, sollte er vier Wochen nach diesem Procedere weder gedüngt noch geschnitten oder gedrahtet werden.

Gartenbista-Tipp: Einige Wurzelspitzen stehenlassen, da diese der Wasseraufnahme dienen!

Blatt eines Ficus Ginseng
Blatt eines Ficus Ginseng

Ficus Ginseng Pflege Tipps

  • Gießen: Grundsätzlich wird immer erst dann gegossen, wenn die Oberfläche des Substrats angetrocknet ist, was im Sommer alle zwei Tage der Fall sein kann. Die Erde selbst darf niemals austrocknen, es darf sich jedoch auch keine Staunässe bilden. Optimal ist die Verwendung von kalkfreiem Wasser, beispielsweise Regenwasser.
  • Düngen: Von März bis September alle 14 Tage mit handelsüblichem Flüssigdünger für Grünpflanzen oder einem Spezialdünger für Bonsais.
  • Besprühen: Um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, sollte der Ficus Ginseng regelmäßig mit zimmerwarmem, kalkfreien Wasser besprüht werden.
  • Moos: Um eine schöne, natürliche Optik zu erhalten, getrocknetes Moos auf der Oberseite des Pflanzsubstrates ausstreuen und anfeuchten. Nach einiger Zeit wird sich ein Moosteppich bilden.

Ficus Ginseng schneiden

Keine andere Maßnahme ist bei der Bonsai Kultivierung so wichtig wie das Schneiden, welches in der Zeit von Mai bis September im 6-Wochen-Rhythmus durchgeführt werden sollte. Die Regelmäßigkeit ist insofern wichtig, als dass sie eine filigrane Verzeigung des Bonsais fördert. Wird zu selten geschnitten, kenn der Ficus Ginseng aus dem alten Holz nicht mehr austreiben.

Beim Schnitt ist folgendes zu beachten:

  • Schnitt grundsätzlich 3 mm über einem nach außen gerichteten Auge durchführen
  • Unerwünschte Triebe entfernen
  • Äste und Zweige, welche die Wuchsform des Bäumchens stören, entfernen
  • Keine dicken Äste über dünneren stehen lassen
  • Beim Schneiden dürfen keinesfalls sämtliche neuen Triebe gleichzeitig abgeschnitten werden!

Auch beim Blattschnitt sind einige Kriterien zu berücksichtigen:

  • Wenn 5-7 neue Blätter vorhanden sind, werden sie auf 2-3 dezimiert
  • Den Stiel stehen lassen, da dieser dem Schutz der Knospe dient

Gartenbista-Tipp: Nicht sofort jeden unerwünschten Trieb oder unerwünschtes Blatt entfernen, sondern den Bonsai auch mal in Ruhe lassen.

Ficus Ginseng als Bonsai
Ficus Ginseng als Bonsai

Ficus Ginseng als Bonsai drahten

Feigenbäume sind dahingehend veranlagt, dass sie emporwachsen möchten; bei Bonsais ist dieser Drang in die Höhe nicht erwünscht. Um ihn im Zaum zu halten, werden regelmäßige Schnitte absolviert, und zwar werden sowohl die Triebe als auch die Blätter geschnitten.

Eine weitere Methode, den Bonsai in die gewünschte Form zu bringen, ist das Drahten. Dabei wird nach dem Motto der Bonsailiebhaber agiert: „Erkenne das Große im Kleinen“. Der Ficus Ginseng als Bonsai soll also dieselbe Form erhalten, wie er sie als frei wachsender Baum in seiner Heimat per se bekommen hätte. Als Draht eignen sich Kupfer- oder Aluminiumdrähte, die ein Dritte so stark sind wie der Zweig.

Das Drahten selbst wird im zeitigen Frühjahr durchgeführt:

  • Biegsame Äste und Zweige auswählen
  • In einem 45°-Winkel den Draht locker vom dicken zum dünnen Ende wickeln
  • Vorsichtig arbeiten, um Knospen und Blätter nicht zu verletzen

Nun wird dieser Draht etwa vier Wochen an dem Bonsai gelassen, bevor er vorsichtig entfernt wird. Eine regelmäßige Kontrolle ist jedoch notwendig: sollte der Draht in die Rinde einwachsen, muss er umgehend entfernt werden.

Ficus Ginseng Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Von Krankheiten und Schädlingen bleibt der kleine Bonsai weitestgehend verschont; viel mehr machen ihm Pflegefehler zu schaffen:

  • Lichtmangel: Steht der Bonsai zu dunkel, bilden sich häufig außen an der Blattkrone große Blätter, während die Krone innerlich verkahlt. In derartigen Fällen sollte der Ficus Ginseng umgehend an einen hellen Standort umgesetzt werden.
  • Nährstoffmangel: Auch bei Nährstoffmangel macht der kleine Bonsai auf sich aufmerksam: er wirft seine Blätter ab.
  • Kalter Standort: Wirft der kleine Feigenbaum seine Blätter ab, so ist dies grundsätzlich ein Indiz dafür, dass er unzufrieden ist. Meistens sind zu kalte Temperaturen der Grund für diese Missstimmung. Eine Umgebungstemperatur von mindestens 15°C ist zwingend notwendig.
  • Staunässe: Blattabwurf kann auch ein Zeichen für ein zu nasses Pflanzsubstrat sein. Der Bonsai muss umgehend in neue Erde umgetopft werden.
  • Trockener Wurzelballen: Sollte der Blattabwurf hingegen aufgrund der Tatsache erfolgen, das der Wurzelballen zu trocken ist, so sollte der Ficus Ginseng sofort gegossen werden.
  • Zugluft: Zugluft verträgt der Ficus Ginseng überhaupt nicht. Ist er dieser ausgesetzt, so wirft er seine Blätter ab.
  • Trockene Luft: Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering oder zu trocken (Heizungsluft), wirft der Feigenbaum ebenfalls seine Blätter ab.

Da der Ficus Ginseng sämtliche Pflegefehler mit Blattabwurf quittiert, ist es für seinen Besitzer recht schwierig, die wahre Ursache zu erkennen. Es erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, um diese zu finden und zu beheben.

 

 

Graphiken: © aarstudio – Fotolia.com; Andrea77 – Fotolia.com; Sergey Yarochkin – Fotolia.com; adamwesolowski – Fotolia.com; Mike Richter – Fotolia.com


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