Falterorchidee – Pflege-Tipps und Wissenswertes über die Phalaenopsis

Falterorchidee, Phalaenopsis
Falterorchidee, Phalaenopsis

Keine andere Orchidee ist häufiger in heimischen Wohnräumen zu finden als die Falterorchidee (Phalaenopsis). Kein Wunder: sie bringt große, lange haltbare Blüten hervor und ist gar nicht so pflegeintensiv, wie man vermuten mag. Einige Pflege-Tipps sollten dennoch beherzigt werden.

Falterorchidee – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: Januar bis Februar; Oktober bis Dezember; manche nahezu ganzjährig
  • Standort: hell, keine direkte Sonne, hohe Luftfeuchtigkeit, 18-25°C
  • Substrat: Baumrinde, Holzstückchen oder spezielle Orchideenerde
  • Umtopfen: in blütenloser Zeit und wenn Pflanzgefäß durchwurzelt ist
  • Vermehrung: Ableger
  • Gießen: wenn Substrat angetrocknet ist
  • Düngen: alle zwei Wochen mit Orchideendünger
  • Blütenpflege: Stützstab installieren
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Überwinterung: mindestens 16°C, hell
  • Pflanzenhöhe/-größe: abhängig von Zuchtform zwischen 10 cm und 1 m
  • Giftig: nicht eindeutig erwiesen; Haustiere sollten Pflanzenteile nicht verzehren
  • Heilwirkung: keine
  • Krankheiten und Schädlinge: Pilze, Bakterien, Viren, Schildläuse

Allgemeines über die Falterorchidee

Die Falterorchidee (Phalaenopsis) gehört zur Familie der Orchideen, innerhalb derer sie mit etwa 60 Arten vertreten ist. Beheimatet ist sie in den Regenwäldern Australiens sowie im tropischen Asien, wo sie meistens als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen zu finden sind. Die benötigten Nährstoffe und Wasser nehmen sie dort mithilfe ihrer vielen Luftwurzeln auf.

Falterorchideen besitzen längliche, fleischige Blätter, die einer Sprossachse entspringen und von dort aus nach oben wachsen. An einem hochwachsenden Blütenstängel zeigen sich immer mehrere Blüten gleichzeitig, die von ihrer Optik her stark an exotische Nachtfalter erinnern. Dieser Tatsache verdankt die dekorative Zierpflanze ihren Namen.

Bei den hierzulande erhältlichen Exemplaren handelt es sich überwiegend um Hybriden, die weiß, gelb, rosafarben, violett, blau oder mehrfarbig blühen. Die Blütenstängel können eine Höhe von 1 m erreichen, dasselbe gilt für die Blätter. Es gibt jedoch auch Züchtungen, die maximal 10 cm hoch werden.

Standort für die Phalaenopsis

Die Falterorchidee benötigt einen hellen Standort, an dem sie keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Sehr gut geeignet ist eine Fensterbank eines Ostfensters. Auf einen Platz auf einer südlich gelegenen Fensterbank braucht sie dennoch nicht zu verzichten, sofern andere Pflanzen oder Jalousien vorhanden sind, um ihr Schatten zu spenden.

Ist ihr der Standort nicht genehm, zeigt die Phalaenopsis dies schnell:

  • Rötlich verfärbte Blätter: zu sonniger Standort
  • Dunkelgrüne Blätter: zu dunkler Standort

Des Weiteren sollte das Plätzchen folgende Kriterien erfüllen:

  • Keine Zugluft
  • Hohe Luftfeuchtigkeit
  • Temperaturen zwischen 18 und 25°C

Gartenbista-Tipp: Die Falterorchidee eignet sich hervorragend dazu, auf einer Badezimmerfensterbank kultiviert zu werden.

Substrat

Die Phalaenopsis nimmt Wasser über ihre Luftwurzeln auf. Damit diese immer gleichmäßig feucht gehalten werden können, ist ein grobes Substrat notwendig, welches Feuchtigkeit speichern kann:

  • Moos,
  • Baumrinde sowie
  • Holzstückchen

erfüllen diese Voraussetzung. Alternativ kann auch spezielle Orchideenerde verwendet werden.

Eine Falterorchidee sollte keinesfalls in handelsüblicher Blumenerde kultiviert werden, da diese zum Verfaulen der Wurzeln führen kann.

Gartenbista-Tipp: Je größer die betreffende Pflanze ist, desto gröber muss ihr Substrat sein!

Falterorchidee – Pflege

Gießen: Sobald die Oberfläche des Substrats trocken ist, sollte die Phalaenopsis Wasser bekommen. Wie oft dies individuell geschieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen vom Substrat: in einem mooshaltigen Substrat wird Wasser länger gespeichert als in einem Rindensubstrat. Zum anderen vom Standort: je heller und wärmer eine Falterorchidee platziert ist, umso höher ist ihr Wasserbedarf. Als Faustregel gilt, im Sommer einmal wöchentlich gießen, im Winter alle zwei Wochen.

Optimal ist es, die Orchidee zu tauchen. Hierbei wird sie zusammen mit ihrem Topf so lange in zimmerwarmes Wasser getaucht, bis Blasen aufsteigen. Danach muss überschüssiges Wasser gut abtropfen, um Staunässe zu vermeiden.

Düngen: Die Falterorchidee bekommt im zweiwöchigen Rhythmus Orchideendünger, allerdings ist es vollkommen ausreichend, ihr die Hälfte der herstellerseits empfohlenen Menge zu verabreichen. Gedüngt wird auch im Winter, da die Zierpflanze keine Ruhephase einlegt. Von November bis Februar reicht jedoch eine Düngung alle vier Wochen aus.

Umtopfen: Es dauert etwa zwei bis drei Jahre, bis die Luftwurzeln das Substrat vollkommen durchwachsen haben. Ist dies geschehen, muss die Phalaenopsis in frisches Substrat umgetopft werden. Gegebenenfalls ist auch ein etwas größeres Pflanzgefäß notwendig. Das Umtopfen erfolgt in der Zeit, in der die Orchidee keine Blüten trägt:

  • Phalaenopsis vorsichtig aus ihrem bisherigen Pflanzgefäß entnehmen
  • Substrat aus den Wurzeln schütteln
  • Orchidee in das neue Gefäß einsetzen, wobei die Luftwurzeln leicht nach unten gebogen werden
  • Seitlich Substrat einfüllen
  • So lange das Gefäß auf einen festen Untergrund aufklopfen, bis sich das Substrat komplett gesetzt hat

Blütenpflege: Die Blüten der Falterorchidee sind relativ schwer. So schwer, dass der Stängel gelegentlich etwas Unterstützung benötigt. Diese erfolgt in Form eines Stützstabes, der bereits dann installiert wird, wenn der Blütentrieb anfängt zu wachsen. Zum Befestigen des Triebes eignet sich ein Draht, welcher mit Schaumstoff umwickelt ist. Alternativ können auch spezielle Klammern verwendet werden.

Phalaenopsis schneiden

Die Phalaenopsis benötigt keinen Schnitt. Im Gegenteil: jegliche Schnittmaßnahmen führen zu Wunden, durch die Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger ins Innere der Pflanze eindringen können. Nach einiger Zeit verwelken die unteren Blätter der Orchidee. Wenn dies geschehen ist, können sie einfach manuell abgezupft werden.

Des Weiteren ist es möglich, den Blütenstängel nach der Blüte zurückzuschneiden. Ob man dies tatsächlich möchte, bleibt jedem selbst überlassen, denn häufig treiben die Falterorchideen aus demselben Stängel noch einmal aus. Falls doch, so wird der Stängel bei jungen Pflanzen bis hin zum Blattansatz zurückgeschnitten. Bei älteren Exemplaren hingegen erfolgt der Schnitt etwa 3 cm über dem zweiten Auge.

Das Schneiden kann sowohl mit einem Messer als auch mit einer Rasierklinge erfolgen. Wichtig ist, nur sauberes und scharfes Schnittwerkzeug zu verwenden.

Falterorchidee überwintern

Im Gegensatz zu manch anderen Zierpflanzen legt die Phalaenopsis während der Wintermonate keine Vegetationsphase ein. Dies hat zur Folge, dass sie – mit ein paar wenigen Einschränkungen – ebenso kultiviert werden sollte wie im Rest des Jahres.

Die größte Gefahr, die einer Falterorchidee im Winter droht, ist zu starke Dunkelheit. Bekommt sie nicht genügend Licht, trocknen ihre Knospen ein. Manch ein Pflanzenfreund deutet dies als ein Indiz für zu wenig Wasser und gießt fleißig, was die Sache jedoch auch nicht besser macht. Nicht selten führen derartige Maßnahmen dazu, dass die betreffende Pflanze weiterhin zu dunkel steht und zudem noch Staunässe ausgesetzt wird.

Grundsätzlich muss die Phalaenopsis auch im Winter hell stehen. Optimal ist die Fensterbank eines Südfensters, an dem erfahrungsgemäß die meiste Sonneneinstrahlung herrscht. Die dortigen Temperaturen dürfen 16°C nicht unterschreiten.

Ein weiteres Problem, welches Orchideen in den Wintermonaten haben, ist eine zu geringe Luftfeuchtigkeit aufgrund von Heizungsluft. Um diese zu erhöhen, sollte die Pflanze ab und zu mit lauwarmem Wasser besprüht werden. Auch das Aufstellen von mit Wasser gefüllten Schalen hat sich bewährt.

Von November bis Februar benötigt die Falterorchidee weniger Gießwasser; eine Düngung erfolgt nur noch in vierwöchigem Abstand.

Vermehren

Eine Falterorchidee zu vermehren ist ein schwieriges Unterfangen, da nur wenige Pflanzen die hierfür benötigten Ableger hervorbringt. Im günstigsten Fall zeigen sich bei älteren Orchideen kleine Blätter und Wurzeln an einer Blüte. Aus diesen kann – mit etwas Geschick und viel Geduld – eine neue Pflanze herangezogen werden. Wer es versuchen möchte, lässt die Ableger für einige Monate an der Mutterpflanze. Dort werden mit den notwendigen Nährstoffen versorgt und wachsen heran. Haben sie mindestens 3 Blätter und ebenso viele Luftwurzeln gebildet, können sie alleine überleben:

  • Mit einem scharfen Schnittwerkzeug von der Mutterpflanze trennen
  • Pflanzgefäß mit durchlässigem, jedoch feinem Substrat füllen
  • Ableger in das Substrat setzen
  • Einen hellen Standort wählen, an dem keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht

Die jungen Orchideen werden nun täglich mit lauwarmem, möglichst kalkfreiem Wasser besprüht. Es dauert einige Wochen, bis sie eingewurzelt sind. Dies lässt sich sehr leicht an der Bildung neuer Blätter und Luftwurzeln erkennen. Ist das der Fall, werden sie ebenso kultiviert wie erwachsene Exemplare.

Übrigens: Nicht verzagen, wenn sich zunächst keine Blüten zeigen. Oft dauert es Jahre, bis eine selbst gezogene Phalaenopsis zum ersten Mal blüht.

Krankheiten und Schädlinge

Falterorchideen können ebenso wie andere Pflanzen unter Schädlingsbefall und Krankheiten leiden. Dies kommt glücklicherweise nicht allzu oft vor. Häufig wird ein Befall erst sehr spät bemerkt, nämlich dann, wenn die Blühkraft nachlässt. Wenn dies der Fall ist, sollte man sich als Pflanzenfreund seine Phalaenopsis genauer ansehen.

  • Pilze, Bakterien und Viren: Entstehen an der Phalaenopsis Verletzungen, so dienen diese als Eintrittspforten für alle möglichen Krankheitserreger. Sie machen sich bemerkbar durch gelbe, braune oder schwarze Punkte. Treten derartige Erscheinungen auf, müssen die betroffenen Pflanzenteile großzügig weggeschnitten werden. Häufig bedeutet dies jedoch das Ende der Orchidee, da durch die neu entstandenen Schnittwunden wiederum Erreger ins Innere gelangen können. Dennoch sollte ein Rettungsversuch gestartet werden, da derartige Punkte auch ein Indiz für eine unzureichende Luftzufuhr sein können.
  • Schildläuse: Die kleinen Schädlinge siedeln sich gerne auf den dekorativen Zimmerpflanzen an. Meist ist ihre Anwesenheit nur an ihren Ausscheidungen zu erkennen: honigartige Flecken auf den Pflanzenteilen. Die Bekämpfung sollte zunächst durch Einsprühen der betreffenden Pflanze mit einer Schmierseifelösung erfolgen. Auch ist es ratsam, sie von anderen Pflanzen zu isolieren, damit die Schädlinge nicht auf diese übergehen. Sollten die Maßnahmen jedoch keinen Erfolg zeigen, muss ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Die Falterorchidee ist eine der pflegeleichtesten Orchideen überhaupt. Dennoch ist es durchaus möglich, bei ihrer Kultivierung Fehler zu machen, welche die Pflanze umgehend anzeigt:

  • Weißliche Flecken mit dunklerem Rand auf den Blättern -> Sonnenbrand -> Phalaenopsis beschatten
  • Knospen fallen ab -> Lichtmangel -> helleren Standort wählen
  • Blätter zu hell -> zu viel Licht -> dunkler stellen
  • Blattwerk zu dunkel -> Lichtmangel -> heller stellen
  • Blätter zu rot -> zu viel Sonne -> beschatten
  • Wurzeln verfaulen -> Wurzelfäule durch zu viel Wasser und/oder Staunässe -> umtopfen und weniger gießen

 

Symbolgraphiken: © New Africa – Fotolia.com


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