Wissenswertes über die Euphorbia lactea „Cristata“

Euphorbia lactea „Cristata“
Euphorbia lactea „Cristata“

Eine der ungewöhnlichsten Zimmerpflanzen ist die Euphorbia lactea „Cristata“: ihre Optik erinnert an ein Kohlblatt mit bunt gefärbten Kanten. Das interessante Gewächs ist zudem noch pflegeleicht: werden einige diesbezügliche Tipps beachtet, macht sie ihrem Besitzer viele Jahre lang Freude. Wie sagen Ihnen, was zu beachten ist.

  • Standort: hell, keine Mittagssonne, 15-30°C
  • Substrat: durchlässig, nährstoffarm
  • Vermehrung: Samen, Ableger, Aufpfropfen
  • Gießen: wenn Substrat fast trocken ist
  • Düngen: Frühjahr und Sommer Kakteendünger in halber Dosis
  • Überwinterung: im Haus bei mindestens 12°C
  • Pflanzenhöhe/-größe: 25 cm
  • Giftig: ja, für Tiere und Menschen (Wolfsmilchgewächs)
  • Krankheiten und Schädlinge: Pilze, Schmierläuse, Schildläuse, Spinnmilben

Allgemeine Informationen über Euphorbia lactea „Cristata“

Bei der Euphorbia lactea „Cristata“ handelt es sich um eine natürliche Mutation der Euphorbia lactea. Sie stammt ursprünglich aus Sri Lanka und Indien, ist inzwischen jedoch weltweit auch in anderen tropischen und subtropischen Regionen zu finden. Hierzulande wird sie ausschließlich als Zimmerpflanze kultiviert. Aufgrund ihrer Optik, die stark an eine Koralle erinnert, wird sie auch als Korallenkaktus bezeichnet.

Die kleine Sukkulente besitzt fast gar keine Blätter, da sich diese zu sehr feinen Stacheln umgewandelt haben. Dies tut ihrer Schönheit jedoch keinen Abbruch, zumal sie ganzjährig viele kleine Blüten zwischen den Stacheln hervorbringt. Sie wirkt zudem, als ob sie aus zwei verschiedenen Pflanzen bestehen würde. Dies ist in der Tat so: der meistens silberfarbene Kamm mit weißen, gelben, rosafarbenen oder violetten Rändern ist auf eine andere, artverwandte Pflanze aufgepfropft, da die Cristata nur sehr schwer mithilfe ihrer eigenen Wurzeln zu kultivieren ist.

Standort

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt die Euphorbia lactea „Cristata“ einen hellen Standort. Dieser kann zwar sonnig sein, jedoch sollte keine Mittagssonne auf die Pflanze treffen.

Während der Vegetationsphase im Frühjahr und Sommer kann es der kleinen Sukkulente nicht warm genug sein: Temperaturen bis 30°C genießt sie nahezu. Es sollte jedoch keinesfalls wärmer sein, da dann genau das Gegenteil vom erhofften Ziel eintrifft: die Cristata wird das Wachstum einstellen. Dasselbe gilt auch, wenn es am gewählten Standort kälter als 15°C ist.

Gartenbista-Tipp: Um einen schiefen Wuchs zu vermeiden, sollte das Pflanzgefäß regelmäßig etwas gedreht werden.

Substrat

Die Wahl des richtigen Substrates kann sich etwas schwierig gestalten: zum einen muss es Wasser speichern können, zum anderen muss es so durchlässig sein, dass sich keine Staunässe bilden kann. Keinesfalls darf es Torf enthalten.

Sehr gut geeignet ist

  • Anzuchterde, die mit
  • einem Teil Sand sowie
  • Kies oder Blähton

vermischt wird. Alternativ kann auch ein Gemisch aus

  • Humus und
  • Kies

verwendet werden.

Umtopfen

Wenn möglich, sollte die Sukkulente so selten wie möglich umgetopft werden. Dieses Procedere ist nur in jenen Fällen notwendig, wenn das Pflanzgefäß zu klein geworden ist oder das Substrat verbraucht ist. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im sehr zeitigen Frühjahr vor Beginn der Vegetationsphase:

  • Neues Pflanzgefäß mit etwas Substrat füllen
  • Euphorbia lactea „Cristata“ vorsichtig austopfen
  • Sukkulente auf das neue Substrat setzen
  • Gefäß mit Erde auffüllen

Wichtig ist, dass die Pflanze nur so tief in die Erde gesetzt wird, wie sie zuvor gestanden hat. Wird sie zu tief eingepflanzt, führt dies schnell zu einem Verfaulen des Stammes.

Auch sollte kein Übertopf verwendet werden, um Staunässe zu vermeiden. Ein Untersetzer, auf den das Pflanzgefäß gestellt wird, ist die weitaus bessere Alternative.

Gartenbista-Tipp: Da das Wolfsmilchgewächs giftig ist, sollten im Umgang mit der Pflanze Handschuhe getragen werden.

Pflege

Grundsätzlich ist die Euphorbia lactea „Cristata“ sehr pflegeleicht und somit auch für Anfänger geeignet. Die meisten Fehler bei ihrer Kultivierung entstehen bei falsch dosiertem Gießwasser. Dessen Menge muss an die jeweilige Lebensphase der Sukkulente angepasst werden:

  • Im Winter ruht die Cristata und hat demzufolge einen geringen Wasserbedarf
  • Im Sommer benötigt die Sukkulente verhältnismäßig viel Wasser, um nicht auszutrocknen

Als Faustregel gilt also: je niedriger die Temperaturen, umso geringer der Wasserbedarf. So können zwischen den einzelnen Wassergaben drei Tage bis drei Wochen Abstand liegen.

Wird Wasser verabreicht, so sollte dies keinesfalls sparsam geschehen. Im Gegenteil: ein gründliches Durchfeuchten ist sinnvoll, damit die Pflanze genügend Wasser speichern kann:

  • Ausgiebig gießen, bis das Wasser unten aus den Abflusslöchern herausläuft
  • Herausgelaufenes Wasser unbedingt aus dem Untersetzer entfernen

Alternativ kann der Korallenkaktus auch für einige Minuten in ein Wasserbad gestellt werden. Dabei darf sich jedoch sein Pflanzgefäß nur maximal zu 75% im Wasser befinden. Nach dem Bad muss der Wurzelballen mindestens 10 Minuten gut abtropfen, bevor der Topf wieder auf den Untersetzer gestellt werden darf. Auch hierbei ist eventuell nachlaufendes Wasser zu entfernen.

Nach dem Gießen wird solange kein weiteres Wasser verabreicht, bis das Substrat fast komplett eingetrocknet ist. Um dies festzustellen, kann eine Fingerprobe gemacht werden, bei der der Finger tief in das Substrat gesteckt wird.

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen hat die Euphorbia lactea „Cristata“ nur einen geringen Nährstoffbedarf. Wird sie zu viel gedüngt, führt dies nicht zu einem verbesserten Wachstum, sondern eher zu dessen Einstellung. Grundsätzlich ist es vollkommen ausreichend, der Sukkulente im Frühjahr und im Sommer jeweils eine Gabe Kakteendünger zu verabreichen. Die Hälfte der empfohlenen Dosis reicht aus.

Vermehrung

Wenn die Euphorbia lactea „Cristata“ optimal kultiviert wird, bilden sich aus ihren kleinen Blüten Früchte. Diese enthalten zwar keimfähige Samen, jedoch ist die Chance, dass sich tatsächlich kleine Sämlinge zeigen, sehr gering. Wenn diese jedoch gekommen sind, sollten sie zeitnah auf eine Euphorbia aufgepfropft werden.

Generell ist das Aufpfropfen eine sehr empfehlenswerte Methode. Sie ist zwar aufwändig und eher nichts für Anfänger, jedoch sehr erfolgsversprechend. Als Aufsitzpflanze eignet sich eine Euphorbia neriifolia, die in etwa 10 bis 15 cm gekappt wird:

  • Die Cristata unten v-förmig zurechtschneiden
  • Schnitt in den Stamm der neriifolia setzen, in den das V passt
  • Cristata auf neriifolia setzen
  • Baumwachs auf die Wunde auftragen
  • Wunde mit einem Baumwollband umwickeln

Dieses Band verbleibt solange an der Pflanze, bis beide Teile miteinander verwachsen ist. Das Procedere dauert einige Wochen. Stellt man nach dem Entfernen fest, dass sich die Wunde noch nicht ganz geschlossen sind, wird erneut Baumwachs aufgetragen. Dann werden die beiden Teile mit einem neuen band umwickelt.

Eine erfolgreiche Verwachsung zeigt sich spätestens im Folgejahr, wenn die Euphorbia lactea „Cristata“ neue Blüten hervorbringt.

Gelegentlich kommt es vor, dass eine Euphorbia kleine Ableger hervorbringt. Diese können vorsichtig abgeschnitten werden. Danach werden sie für einige Wochen zum Trocknen auf Küchenkrepp ausgelegt. Während dieser Zeit bilden sie kleine Wurzeln. Wenn diese lang genug sind, können die Pflänzchen in eigene Pflanzgefäße eingetopft werden. sie sind zwar ebenfalls sehr dekorativ, werden aber für gewöhnlich keine Kämme bilden.

Wer keine Vermehrung durch Ableger wünscht, sollte diese dennoch abschneiden: sie rauben der Pflanze sehr viel Kraft.

Achtung: Da Wolfsmilch giftig ist, ist es ratsam, beim Aufpfropfen sowie Ableger Entfernen eine Schutzbrille zu tragen.

Überwinterung

Im November beginnt die Vegetationsruhe der Sukkulente. Die Überwinterung der Euphorbia lactea „Cristata“ kann an demselben Standort erfolgen, an dem sie den Sommer über kultiviert wurde. Alternativ kann auch ein kühleres Plätzchen gewählt werden. An diesem sollten die Temperaturen jedoch 12°C nicht unterschreiten, da die Sukkulente sehr unter Kälte leidet. Sollte ein Standortwechsel im Winter erfolgt sein, so muss die Sukkulente im folgenden Frühjahr langsam wieder an die Sonne gewöhnt werden. Dies bedeutet, dass sie zunächst nur stundenweise auf eine sonnendurchflutete Fensterbank gestellt werden sollten.

Während des Winters wird kein Dünger verabreicht; gegossen wird erst, wenn das Substrat fast trocken ist. Die Abstände zwischen den einzelnen Wassergaben können aufgrund der niedrigen Temperaturen durchaus drei Wochen betragen.

Krankheiten und Schädlinge

Zeigen sich Schadstellen an einer Euphorbia lactea „Cristata“, so sind diese überwiegend auf Pflegefehler zurückzuführen. Besonders falsch dosierte Wassergaben, die zur Wurzelfäule führen können, sowie starke Sonneneinstrahlung führen zu Schädigungen. Von Krankheiten und Schädlingen bleibt die Sukkulente hingegen weitestgehend verschont. Dennoch ist sie auch davor nicht komplett gefeit:

  • Pilze: Pilzerkrankungen zeigen sich für gewöhnlich durch Verwelken oder Verfärben der Pflanze. Es ist nicht möglich, eine betroffene Euphorbia zu retten. Demzufolge muss sie entsorgt werden.
  • Schmierläuse: Die Schädlinge zeigen sich durch wachsartige Fäden auf den Pflanzenteilen. Zudem bildet sich Honigtau. Um gegen die Läuse vorzugehen, kann die Sukkulente mit einer Schmierseifelösung besprüht werden. Alternativ wird ein spezielles Pflanzenschutzmittel angewendet.
  • Schildläuse: Auch diese Schädlinge zeigen sich durch Honigtau auf allen Pflanzenteilen. Die Behandlung erfolgt mithilfe eines Wattestäbchens. Dieses wird in Alkohol getaucht, danach werden die betroffenen Sukkulenten damit abgetupft. Alternativ kann die Euphorbia lactea „Cristata“ auch mit Kieselgur bestäubt werden.
  • Spinnmilben: Spinnmilben lassen sich per se schlecht erkennen. Ihre Anwesenheit zeigt sich jedoch durch feine, weiße Gespinste, die sich auf den Pflanzenteilen befinden. Die Bekämpfung kann durch Besprühen mit einer Schmierseifelösung erfolgen.

Braune Flecken

Leider kommt es immer wieder vor, dass sich an der Euphorbia lactea „Cristata“ braune Flecken zeigen. Diese können zwar auch von Krankheiten oder Schädlingen herrühren, meistens sind jedoch Pflegefehler ursächlich dafür:

  • Staunässe: Werden Sukkulenten zu starker Nässe ausgesetzt, so zeigen sie ihr Missfallen darüber häufig zunächst durch Blattflecken. Wird die Staunässe nicht behoben, entstehen weitere Schadbilder: später gehen die betroffenen Pflanzen ein.
  • Sonnenbrand: Die Cristata mag es zwar hell und sonnig, verträgt jedoch keine Mittagssonne. Wird sie dennoch starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, entsteht Sonnenbrand, der sich in Form von braunen Flecken zeigt.
  • Saugende Schädlinge: Die oben erwähnten saugenden Schädlinge sind ebenfalls ursächlich für die unschönen Flecken. Sie sollten mit Hausmitteln bekämpft werden. Alternativ wird die Euphorbia lactea „Cristata“ in eine Plastiktüte gesteckt, die luftdicht verschlossen wird. Dort verbleibt die Sukkulente für maximal fünf Tage. Während diese zeit sterben sämtliche Schädlinge ab.

 

Symbolgraphiken: © Punkbarby – Fotola.com


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