Bleistiftstrauch – so pflege ich die Zimmerpflanze richtig

Bleistiftstrauch, Euphorbia tirucalli
Bleistiftstrauch, Euphorbia tirucalli

Der Bleistiftstrauch ist nicht nur außergewöhnlich in seinem Aussehen, sondern zudem noch pflegeleicht. Doch Vorsicht: die dekorative Zimmerpflanze ist giftig, und zwar nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Haustierhalter sollten demzufolge besser auf die Kultivierung des Gewächses verzichten.

Allgemeine Informationen über den Bleistiftstrauch

Der Bleistiftstrauch, Euphorbia tirucalli, ist auch als Gummihecke bekannt und gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse. Ursprünglich stammt er aus den afrikanischen Tropen, ist aber inzwischen vielerorts auf der Welt zu finden. In seiner Heimat wächst er als Baum oder Strauch und kann bis zu 7 m hoch werden. Auffällig sind seine dünnen, sukkulenten Äste, die mit einem weißen Milchsaft gefüllt sind. An ihren Enden bilden sich unscheinbare grün-gelbe Blüten, aus denen sich kleine Kapselfrüchte entwickeln.

In afrikanischen Ländern wird der Bleistiftstrauch nicht nur aus optischen Gründen kultiviert: aus seinem Saft kann mit wenigen Handgriffen eine Art Treibstoff hergestellt werden. des Weiteren wird er in der Naturheilkunde gegen verschiedene Erkrankungen angewendet.

Hierzulande wird er als Zimmerpflanze kultiviert, da die hiesigen Witterungsbedingungen im Freien ihm nicht behagen. In Zimmerkultur kann er maximal drei Meter hoch werden.

Bleistiftstrauch pflegen

Der Euphorbia tirucalli ist sehr pflegeleicht und deshalb auch für Anfänger im Bereich der Pflanzenkultivierung gedacht. Selbst kleinere Pflegefehler verzeiht er.

Standort

Zarte Triebe des Bleistiftstrauchs
Zarte Triebe des Bleistiftstrauchs

Der Bleistiftstrauch brauch einen sehr hellen Standort, an dem Temperaturen von mindestens 12°C herrschen. Wichtig ist, dass sein Plätzchen auch sehr sonnig ist, denn im Gegensatz zu anderen Pflanzen verträgt er nicht nur pralle Sonne, sondern benötigt sie sogar für seine Entwicklung.

Den Sommer verbringt er gerne an einem sonnigen Plätzchen im Freien. Bevor er an dieses gestellt wird, sollt er jedoch zunächst an starke direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt werden. Dies geschieht, indem er zunächst für etwa zwei Wochen einen halbschattigen Platz im Freien zugewiesen bekommt. Danach darf er an seinen endgültigen Sommerstandort.

Achtung: Euphorbia tirucalli verträgt keine kalten Temperaturen und muss deswegen rechtzeitig wieder ins Haus geholt werden!

Im Winter?

Wenn der Euphorbia tirucalli ganzjährig in der Wohnung kultiviert wird, kann er auch den Winter dort verbleiben. Wichtig dabei ist, dass er auch in der kalten Jahreszeit viel Helligkeit abbekommt.

Alternativ kann er in ein Winterquartier gebracht werden. Dieses muss ebenfalls sehr hell sein und sollte Temperaturen zwischen 14°C und 18°C aufweisen.

Substrat

Das Substrat sollte

  • nährstoffarm sowie
  • wasserdurchlässig

sein. Handelsübliche Kakteenerde ist bestens geeignet; alternativ kann auch ein Gemisch selbst hergestellt werden:

  • 2 Teile Torf
  • 2 Teile tonhaltige Ackererde
  • 3 Teile Lavagranulat
  • 3 Teile Quarzsand

Gartenbista-Tipp: Unten in das Pflanzgefäß unbedingt eine Drainage aus Kies oder Blähton legen!

Gießen

Eine wöchentliche Wassergabe bei starker Hitze ist vollkommen ausreichend; bei kühleren Temperaturen reicht sogar ein zweiwöchiger Turnus aus. Der Euphorbia tirucalli mag und verträgt keine Nässe, so dass mit Wasser lieber sparsam umgegangen werden sollte. Dies bezieht sich auch auf die Menge: das Substrat wird lediglich angefeuchtet, niemals durchnässt. Im Winter wird die ohnehin schon geringe Wassermenge nochmals reduziert.

Düngen

Zwischen April und August wird einmal im Monat eine Gabe Kakteendünger zusammen mit dem Gießwasser verabreicht.

Umtopfen

Junge Gummihecke
Junge Gummihecke

In seinen ersten Lebensjahren wächst der Bleistiftstrauch schnell und muss deswegen oft in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden. Die beste Zeit hierfür ist von April bis Juni. Ist das Gewächs älter, so sollte es zwar alle 2-3 Jahre frisches Substrat bekommen, jedoch ist nicht zwangsläufig ein größerer Kübel vonnöten. Ob dies der Fall ist oder nicht, lässt sich leicht erkennen, wenn man den Wurzelballen vorsichtig aus dem Gefäß zieht. Wenn bereits feine Wurzeln am Topfboden oder am Wurzelballen zu sehen, benötigt der Euphorbia tirucalli ein größeres Behältnis.

Muss ich den Bleistiftstrauch schneiden?

Da der dekorative Bleistiftstrauch bis zu drei Meter hoch und zudem recht breit werden kann, ist ein gelegentlicher Rückschnitt sinnvoll. Notwendig ist er jedoch nicht, da das Gewächs eine sehr schöne Wuchsform hat.

Gartenbista-Tipp: Abgeschnittene Triebe können sehr gut für eine Stecklingsvermehrung verwendet werden. Sie werden zunächst für eine Woche auf Zeitungspapier getrocknet und anschließend in Pflanzgefäße mit nährstoffarmer Erde gesteckt.

Ist der Bleistiftstrauch giftig für Menschen?

Der dekorative Euphorbia tirucalli ist in allen Pflanzenteilen giftig. Kontakt mit dem Milchsaft führt zu Haut- und Schleimhautreizungen sowie allergischen Reaktionen. Wird versehentlich etwas davon verzehrt, kann es zu Durchfall, Erbrechen, Kreislaufproblemen bis hin zum Kollaps kommen.

Gartenbista-Tipp: Im Umgang mit der Pflanze Handschuhe tragen!

Für Tiere?

Auch für Tiere ist der Bleistiftstrauch giftig. Wie alle Wolfsmilchgewächse sollte er nicht in einem Haushalt kultiviert werden, in dem sich Haustiere befinden. Besonders Katzen sind stark gefährdet, da sie ganz gerne an Pflanzen knabbern. Dies sollten sie jedoch tunlichst vermeiden, da es zu schweren Vergiftungen kommen kann, die im schlimmsten Fall zum Tode führen. Hat ein Tier etwas von der Pflanze gegessen, so ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen!

 

Symbolgraphiken: © Isabel – stock.adobe.com; noppharat – stock.adobe.com; inueng – stock.adobe.com


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