Amaryllis überwintern – das sollte ich beachten

Amaryllis, Ritterstern
Amaryllis, Ritterstern

Der Ritterstern ist eine der schönsten und dekorativsten Zimmerpflanzen und erfreut durch den Anblick seiner großen Blüten. Damit dies auch in den folgenden Jahren der Fall sein kann, sind einige Kriterien beim Amaryllis Überwintern zu beachten. Hier erfahren Sie, welche.

Allgemeine Informationen über die Amaryllis

Die Amaryllis gehört zur Familie der Amaryllisgewächse, innerhalb derer sie mit etwa 80 verschiedenen Arten vertreten ist. Diese gedeihen in freier Natur überwiegend in Südamerika; hierzulande werden meistens Hybriden für die Zimmerkultur angeboten.

Die auch als Ritterstern bekannte Pflanze wird zwischen 50 und 80 cm hoch und bildet eine große Zwiebel als Überdauerungsorgan. Aus dieser wachsen einige einfache Laubblätter hervor sowie ein dicker, hohler Blütenschaft. An dessen Ende bilden sich Blüten, die einen Durchmesser von 20 cm erreichen können und glockenförmig sind. Die Blütenfarbe variiert je nach Sorte: es gibt sowohl weiße als auch rosafarbene, rote und violette Blüten; auch können sie zweifarbig, gestreift oder gesprenkelt sein sowie eine andere Randfärbung aufweisen. Aus ihnen entwickeln sich Samenkapseln.

Lebenszyklen

Um dem Ritterstern die optimale Pflege zukommen lassen zu können, muss man seine Lebenszyklen kennen. Im Gegensatz zu vielen anderen Zierpflanzen zählt er nämlich zu den Winterblühern und hat demzufolge andere Ansprüche als sommerblühende Gewächse. Grob unterteilt besteht das Leben einer Amaryllis aus drei verschiedenen Zyklen:

Was ist eine Gartenamaryllis?

Gartenamaryllis, Hakenlilie
Gartenamaryllis, Hakenlilie

Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, handelt es sich bei der Gartenamaryllis nur um einen entfernten Verwandten des Rittersterns. Ähnliche Wuchsform sowie die Tatsache, dass es sich ebenfalls um eine Zwiebelpflanze handelt, sind weitere Gemeinsamkeiten, ansonsten ist die Gartenamaryllis einer Lilie nicht unähnlich, weswegen sie auch als Hakenlilie bezeichnet werden kann. Im Gegensatz zu den nicht winterharten Rittersternen kann sie – mit einem leichten Winterschutz – ganzjährig im Freien verbleiben.

Wann hat Amaryllis Blütezeit?

Bei optimaler Kultur beginnt die Amaryllis Blütezeit im Dezember.

Bis wann?

Für gewöhnlich endet die Blütezeit im Februar. Sie lässt sich individuell ein wenig verlängern, wenn der Ritterstern in einem kühlen Raum kultiviert wird. Allerdings ist dies aus zweierlei Gründen nicht besonders sinnvoll. Zum einen möchte man seine blühende Amaryllis sehen, was bedeutet, dass sie in einem stark frequentierten Zimmer stehen sollte. Derartige Räumlichkeiten sind während der Wintermonate jedoch nicht kühl. Zum anderen kann eine Verlängerung der Blütezeit zu einer Verschiebung der Lebenszyklen führen, was wiederum nicht gut für den Biorhythmus der Pflanze wäre.

Amaryllis Pflege nach der Blüte

Verblühte Amaryllis
Verblühte Amaryllis

Sind die Blüten verblüht, geht der Ritterstern in die Wachstumsphase über. Dies bedeutet für den Pflanzenfreund, dass er nun die Pflege intensivieren muss:

  • Vertrockneten Blütenstiel oberhalb der Zwiebel abschneiden
  • Amaryllis an einem warmen und hellen Standort platzieren
  • Wen keine Spätfröste mehr drohen, kann der Ritterstern ins Freie gebracht werden
  • Gießmenge erhöhen
  • Alle 7 – 14 Tage Flüssigdünger verabreichen

Ab August werden sowohl das Gießen als auch die Düngung eingestellt als Vorbereitung auf die Ruhephase.

Gartenbista-Tipp: Wer möchte, kann die Amaryllis nach den Eisheiligen auch ins Beet auspflanzen.

Amaryllis überwintern oder übersommern?

Es ist tatsächlich so, dass eine Amaryllis übersommert und nicht überwintert wird, da sie während der Wintermonate ihre Blütezeit hat.

Ruheperiode

Die oben erwähnte Ruheperiode ist der Zeitraum der Übersommerung. Sie wird im August dadurch eingeläutet, dass keine Wasser- und Nährstoffgeben mehr verabreicht werden. die Ruhephase ist absolut notwendig zur Blütenbildung. Wird der Ritterstern ganzjährig gegossen und gedüngt, wird es mit Sicherheit nicht dazu führen, dass er Blüten hervorbringt.

Amaryllis überwintern – Vorbereitung

Aufgrund der Tatsache, dass die Amaryllis kein Wasser mehr bekommt, wird es dazu kommen, dass die Blätter vertrocknen. Ist dies geschehen, werden sie abgeschnitten.

Richtiger Zeitpunkt

Ab August wird die Überwinterung eingeläutet; die Einlagerung selbst erfolgt etwa im September.

Standort

Rittersterne
Rittersterne

Die Zwiebel wird mitsamt ihrem Pflanzgefäß an einen kühlen Standort gebracht. Alternativ kann die Zwiebel auch aus dem Substrat herausgenommen und in einer Holzkiste oder einem Karton gelagert werden. Wichtig ist auch dabei ein kühler Lagerplatz.

Temperaturen

In dem Überwinterungsquartier darf es keinesfalls wärmer als 15° C sein, da ansonsten die Zwiebel nicht zur Ruhe kommt. Ideal ist ein Kellerraum.

Amaryllis im Freien überwintern?

Theoretisch könnte der Ritterstern seine Ruhezeit auch im Freien verbringen. Es besteht dort jedoch die Gefahr von Frost, der durchaus schon im Oktober oder November erstmalig auftreten kann. Da die Amaryllis nicht winterhart ist, sollte man sie nicht diesem Risiko aussetzen und sie lieber im Haus übersommern.

Amaryllis überwintern – Anleitung

Nun ist die Ruhephase in vollem Gange: der Ritterstern muss weder gedüngt, gegossen noch sonst irgendwie betüddelt werden. Erst nach 10 – 12 Wochen benötigt er wieder Unterstützung: die Zwiebel wird so in frisches Substrat eingetopft, dass sie oben etwa zu einem Drittel hervorschaut. Eventuell haben sich währen der Überwinterung kleine Brutzwiebeln gebildet. Diese können abgenommen und in eigene Pflanzgefäße eingesetzt werden, sofern sie mindestens 3 cm groß sind. Ideal ist ein Substrat aus handelsüblicher Blumen- und Kakteenerde.

Alle Zwiebeln werden nun an einen hellen und mäßig warmen Platz innerhalb des Hauses gestellt. Erst nach frühestens einer Woche werden sie erstmalig etwas gegossen. Etwas Geduld ist noch gefragt, doch in den folgenden Wochen werden sich die wunderschönen Blüten zeigen.

Gartenbista-Tipp: Das Gefäß muss so groß sein, dass die Zwiebel in alle Richtungen zwei Zentimeter Platz hat.

Amaryllis Pflege nach der Überwinterung

Zwiebel nach dem Amaryllis Überwintern
Zwiebel nach dem Amaryllis Überwintern

Wenn die Zwiebeln in das neue Substrat eingetopft worden sind, beginnt die Blütephase. Während dieser hat der Ritterstern wiederum eigene Ansprüche an seine Pflege.

Standort

Bezüglich des Standortes ist die Amaryllis nicht besonders wählerisch. Sie kann sowohl an hellen Plätzen als auch an weniger lichtdurchfluteten Stellen kultiviert werden. wesentlich wichtiger ist die Raumtemperatur: diese sollte möglichst um 20° C liegen.

Gartenbista-Tipp: Beim Lüften darauf achten, dass die Pflanze keinen Zug abbekommt!

Gießen

Wenn der Ritterstern seine prachtvollen Blüten bildet beziehungsweise hervorgebracht hat, benötigt er nicht viel Wasser. Gegossen wird erst, wenn das Substrat bereits angetrocknet ist, und dann auch nur sparsam. Eine zu hohe Wassergabe führt zur Schimmelbildung sowie zur Fäulnis der Zwiebel.

Gartenbista-Tipp: Gießwasser nur in den Untersetzer geben!

Düngen

Da die Zwiebel selbst Nährstoffe gespeichert hat, zehrt sie von diesen. So sind während der Blütezeit keine weiteren Düngegaben notwendig. Erst, wenn sich die Amaryllis in die Wachstumsphase begibt, müssen sowohl die Wasser- als auch die Nährstoffgaben erhöht werden.

Tipps & Tricks

Alternative Pflanzgefäße
Alternative Pflanzgefäße

Sehr dekorativ wirken Amaryllis, wenn sie in einem hohen Glas kultiviert werden. dieses sollte möglichst durchsichtig sein, um einen Blick auf die Zwiebeln zu gewähren.

 

Symbolgraphiken: © akuptsova (1 + 5) – stock.adobe.com; Stephan von Mikusch – stock.adobe.com; wjarek – stock.adobe.com;  IURII – stock.adobe.com; Yurii – stock.adobe.com

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.