Aasblume Pflege, Standort, Vermehrung & Krankheiten

Aasblume (Stapelia)
Aasblume (Stapelia)

Die Aasblume ist – trotz ihres eher abstoßenden Namens – eine der schönsten Sukkulenten überhaupt. Eigentlich heißt sie „Stapelia“, jedoch ist sie unter ihrem Trivialnamen weitaus bekannter. Sie ist ausgesprochen pflegeleicht und deswegen auch für Anfänger bestens geeignet.

Aasblume, Stapelia – Steckbrief von Gartenbista

Aasblume Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: hell; warm
  • Substrat: durchlässig; pH-Wert 6 -7,2
  • Pflanzen/umtopfen: breite, flache Pflanzgefäße; Frühjahr
  • Vermehrung: Samen; Stecklinge
  • Gießen: mäßig; vorzugsweise tauchen
  • Düngen: Frühjahr bis Herbst alle vierzehn Tage mit Flüssigdünger
  • Überwintern: helles Winterquartier im Haus
  • Schneiden: Formschnitt nicht notwendig; überhängende Triebe gegebenenfalls entfernen
  • Krankheiten: Pilze; Stängelfäule
  • Schädlinge: Woll- und Schmierläuse
Blühende Aasblume
Blühende Aasblume

Wissenswertes über die Aasblume

Die Aasblume, Stapelia, gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) und innerhalb derer zur Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae). Ursprünglich ist sie in den Trockengebieten Afrikas beheimatet, wo sie in freier Wildbahn wächst. Hierzulande ist dies nicht möglich, da die hiesigen winterlichen Temperaturen zu niedrig sind und zwangsläufig den Tod der Sukkulente bedeuten würden. Von den etwa 45 weltweit verbreiteten Arten werden zwei Drittel als Zimmerpflanzen kultiviert.

Die Aasblume ist relativ klein und besitzt fleischige Triebe, an deren Rändern sich kleine Blätter bilden. Diese sind so diskret, dass die Sukkulente scheinbar blattlos ist. Stapelias erreichen Wuchshöhen zwischen 30 und 50 cm.

Das eigentlich Besondere an der Aasblume sind ihre Blüten, die – je nach Art – zwischen 5 und 40 cm breit werden, zwischen Frühjahr und Herbst erscheinen und an kurzen Stielen aus der Basis der Stämme wachsen. Die Blüten selbst bestehen aus fünf Blütenblättern, die wie Sterne aussehen und in den Farben Braun, Gelb, Rot erstrahlen. Sie können auch gefleckt oder gestreift sein. So schön die Blüten auch aussehen, sie haben doch einen Nachteil: sie stinken sehr nach Aas, wodurch die kleine Sukkulente ihren Trivialnamen bekam. Doch dieser Gestank hält nur mehrere Tage an, denn bereits nach kurzer Zeit verblühen die Blüten wieder und bilden eine Frucht, in der sich Samen befinden.

Sowohl die Optik der Blüten, die ein wenig an einen Fleischklumpen erinnern, als auch der Geruch dienen dem Zweck, Insekten zum Bestäuben anzulocken. Dies klappt im Allgemeinen sehr gut, so dass für den Fortbestand der Pflanze gesorgt ist.

 

360°-Video von der Aasblume

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie eine Aasblume (Stapelia variegata) aussieht.

360°-Video der Aasblume (Stapelia variegata) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Dezember

Aasblume Standort: hell

Die Stapelia braucht einen Standort, der so hell wie möglich ist. Da er zudem noch warm sein sollte, ist ein Plätzchen auf der Fensterbank optimal – eigentlich. Eigentlich deshalb, weil zwei Kriterien bei der Wahl des Standorts zudem bedacht werden müssen:

  • Durch die Fensterscheibe durchdringende Mittagssonnenstrahlen sind zu stark für die Sukkulente
  • Der Aasgeruch der Blüten ist nicht unbedingt ein Geruch, den man als normaler Mensch um sich herumhaben möchte

Somit gilt es, zu überlegen, ob man tatsächlich eine Aasblume im Wohnzimmer oder gar in der Küche kultivieren möchte.

Den Sommer verbringt die dekorative Sukkulente gerne im Freien, wobei auch dieser Standort zwar

  • warm und
  • sonnig

sein sollte, jedoch keinesfalls so gelegen sein darf, dass die Pflanze der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist. Wichtig ist, dass sie nicht sofort an einen sonnigen Platz gestellt wird, sondern zunächst für etwa 14 Tage an einen schattigen beziehungsweise halbschattigen Platz. So kann sie sich an die Bedingungen im Freien gewöhnen.

Grundsätzlich bevorzugen die Sukkulenten trockene Standorte, an denen es nicht kälter als 15°C ist.

Aasblume, Stapelia
Aasblume, Stapelia

Aasblume bevorzugt durchlässiges Substrat

Bezüglich des Pflanzsubstrats ist die Stapelia eher anspruchslos: sie gedeiht in handelsüblicher Blumenerde, solange diese auf Kompostbasis hergestellt worden ist. Optimal hingegen ist ein Substrat, welche die Ansprüche der Sukkulente bezüglich Nährstoffen, Wasserregulierung sowie Durchlässigkeit bestmöglich erfüllt. Dieses kann ganz einfach selbst hergestellt werden:

  • Drei Teile Torfsubstrat
  • 2,5 Teile Quarzsand
  • 1,5 Teile Lavagranulat
  • 1,5 Teile Ackererde mit Tonanteil

Zu beachten ist, dass der pH-Wert der Erde zwischen 6 und 7,2 liegen sollte.

Gartenbista-Tipp: Wem die Herstellung zu aufwändig ist, kann alternativ handelsübliche Kakteenerde verwenden!

Aasblume pflanzen und umtopfen

Optimal zur Aasblumen Kultivierung sind breite, flache Pflanzgefäße. In diese sollte eine Drainage aus Lavagranulat oder Kies gelegt werden, um Staunässe zu vermeiden.

Die Stapelia bildet regelmäßig neue Triebe, so dass das bisherige Pflanzgefäß schnell zu klein wird. Wenn die Stämme zu nahe an den Topfrand kommen, muss die Aasblume umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Wurzeln zu richten, da diese sehr zart sind:

  • Neues Pflanzgefäß mit einer Drainage aus Lavagranulat oder Kiesversehen und etwas Substrat füllen
  • Aasblume vorsichtig aus dem bisherigen Gefäß nehmen
  • So in die neue Schale setzen, dass an den Rändern ein etwa 4 cm breiter Gießrand verbleibt
  • Gefäß mit Erde auffüllen
  • Angießen

Aufgrund der Wuchsfreudigkeit der Stapelia kann es durchaus notwendig sein, sie im Sommer beziehungsweise Herbst ein zweites Mal umzutopfen.

Knospe einer Aasblume
Knospe einer Aasblume

Aasblume Vermehrung durch Samen

Die Vermehrung durch Samen ist sehr einfach. Entsprechendes Saatgut kann entweder aus den Früchten bestehender Pflanzen gewonnen oder aber im Fachhandel käuflich erworben werden.

  • Anzuchtschalen mit Anzuchterde füllen
  • Samen hineinlegen und leicht mit Erde bedecken
  • Leicht angießen
  • Schalen bei Temperaturen um 22°C aufstellen

Nach etwa einer Woche beginnen die Samen zu keimen. Haben die jungen Sukkulenten eine Höhe von etwa 8-10 cm erreicht, sollten sie in Einzeltöpfe umgesetzt und so wie adulte Exemplare behandelt werden. Je nach Sorte werden sie nach 3-5 Jahren erste Blüten hervorbringen.

Aasblume Vermehrung durch Stecklinge

Auch über Stecklinge lassen sich die Aasblumen leicht vermehren:

  • Im Frühling einen Kopfsteckling oder Triebsteckling abschneiden
  • Schnittstelle zwei Tage lang antrocknen lassen
  • Pflanzgefäß mit einem Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Steckling in das Substrat stecken
  • Angießen

Nun wird es nur wenige Wochen dauern, bis der Steckling Wurzeln gebildet hat. Dass die Bewurzelung erfolgreich verlaufen ist, zeigt sich an der Bildung neuer Triebe.

Einzelne Stämme der Mutterpflanze lassen sich mitsamt ihren Wurzeln aus der Erde ziehen; sie können umgehend in ein neues Pflanzgefäß eingepflanzt werden. In Fällen, in denen das Wurzelwerk abreißt, ist dennoch nicht alles verloren: der Stamm wird neue bilden. Um dies zu erreichen, muss er etwa fünf Tage lang getrocknet werden, bevor er eingepflanzt wird.

Gartenbista-Tipp: Durch Stecklinge vermehrte Aasblumen werden sofort nach dem Einpflanzen wie adulte Pflanzen behandelt!

Aasblume Pflege Tipps

  • Gießen: Die Aasblume hat einen mäßigen Wasserbedarf und darf weder zu trocken noch zu nass stehen: Ist sie zu trocken, verschrumpeln ihre Triebe und sterben ab. Seht sie jedoch zu nass, verfault die Pflanze. Optimal ist es, den Wasserbedarf der Aasblume durch Tauchen zu stillen: der Topf der Aasblume wird so lange in eine Wasserschale gesteckt, bis die Erde durchgehend feucht ist. Dies ist leicht dran zu erkennen, dass die Erdoberfläche feucht wird. Während der Winterruhe ist es vollkommen ausreihend, wenn die Aasblume alle 14 Tage einmal getaucht wird, und zwar nur kurz (es wird also nicht gewartet, bis die Oberfläche der Erde feucht wird).
  • Düngen: Vom Frühjahr bis in den Herbst kann die Aasblume alle 14 Tage gedüngt werden; hierfür sollte der Flüssigdünger dem Tauchbad beziehungsweise dem Gießwasser beigefügt werden.

Gartenbista-Tipp: Zum Bewässern abgestandenes Wasser verwenden!

Aasblume Blüte
Aasblume Blüte

Aasblume richtig überwintern

Während die Stapelia in ihrer afrikanischen Heimat ganzjährig im Freien verbleibt, ist dies hierzulande nicht möglich. Sukkulenten, die den Sommer über im Freien verbracht haben, sollten ins Haus geholt werden, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 15°C fallen. Dort können sie an ihren gewohnten Platz gestellt werden. Zu beachten ist allerdings, dass durchkultivierte Pflanzen immer schwächer werden, was wiederum dazu führt, dass sie im Folgejahr kaum oder sogar gar keine Blüten bilden werden.

Sinnvoller ist es deswegen, ihnen die Möglichkeit einer Winterruhe zu gönnen: von Oktober bis Februar legen Aasblumen gerne eine Ruhephase ein, um Kraft für das kommende Jahr zu sammeln. Dabei kann man sie als Pflanzenfreund unterstützen:

  • Hellen Raum als Winterquartier wählen, in dem Temperaturen zwischen 1°C und 15°C herrschen
  • Sollte keine ausreichende Helligkeit vorhanden sein, müssen gegebenenfalls Pflanzenlampen installiert werden
  • Gießen so weit reduzieren, dass der Wurzelballen nicht eintrocknet
  • Nicht düngen

Ab Ende Februar werden die Wassergaben wieder erhöht; ab März kann mit dem Düngen begonnen werden. Nun kann auch ein wärmerer Standort gewählt werden; ins Freiland sollten die Stapelias jedoch erst dann gebracht werden, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind.

Aasblume schneiden?

Einen Schnitt im eigentlichen Sinne benötigt die Aasblume nicht. Gelegentlich kann es jedoch vorkommen, dass einige Triebe über den Rand des Pflanzgefäßes hängen, was nicht nur unschön aussieht, sondern auch zu einer Instabilität führt. Derartige Pflanzenteile sollten abgeschnitten werden, wobei folgendes zu beachten ist:

  • Stängel beim Schneiden keinesfalls quetschen
  • Schnittstellen nicht mit Wasser in Berührung kommen lassen, da es schnell zur Stängelfäule kommen kann
  • Nur saubere, scharfe Schnittwerkzeuge verwenden

Aasblume Krankheiten und Schädlinge

Die Aasblume ist gegenüber Krankheiten und Schädlingen weitestgehend resistent; die meisten ihrer Unpässlichkeiten entstehen aufgrund von Pflegefehlern.

  • Pilze: Bilden sich schwarze Flecken auf der Aasblume, handelt es sich um einen Pilzbefall. Hierbei ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels unabdingbar.
  • Stängelfäule: werden Stecklinge von einer Mutterpflanze abgeschnitten oder Triebe entfernt, dürfen die entstandenen Schnittstellen mindestens einen Monat lang nicht mit Wasser in Berührung kommen. Geschieht dies doch, kann es schnell zur Stängelfäule kommen. Durch diese verfault die ganze Pflanze und stirbt schließlich ab.
  • Woll- und Schmierläuse: Diese saugenden Schädlinge zeigen sich durch weiße, watteartigen Gespinste an den Pflanzenteilen. Im Frühstadium kann ein Abspülen der betroffenen Sukkulente mit Schmierseife Abhilfe schaffen. Später sowie bei starkem Befall jedoch ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels unumgänglich.

 

 

Graphiken: © garteneidechse – Fotolia.com; Inna_G – Fotolia.com; abet – Fotolia.com; alessandrozocc – Fotolia.com; mar111 – Fotolia.com


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