Zecken im Garten – die besten Mittel und Tipps zur Vorbeugung und Bekämpfung

Zecken im Garten
Zecken im Garten

Wenn sich Zecken im Garten aufhalten, so stellen sie eine latente Gefahr für Mensch und Haustier da. Ein Biss der kleinen Blutsauger ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch erhebliche gesundheitliche Schäden mit sich bringen. Wie sich die Schädlinge aus Gärten fernhalten beziehungsweise vernichten lassen, erfahren Sie hier.

Leben Zecken im Garten?

Gemeinhin wird angenommen, dass Zecken im Wald leben, eventuell noch auf Wiesen. Dies ist leider nicht so. Zwar haben sie dort durchaus auch ihre Lebensräume, jedoch können sie genauso gut in heimischen Gärten wohnen. Besonders nach milden Wintern kann es passieren, dass die dortige Population derart groß ist, dass sie eine Bedrohung für Menschen und Haustiere darstellt. Die kleinen Spinnentiere können durch ihren Biss nämlich Krankheiten übertragen, die nicht ungefährlich sind. Am häufigsten treten nach einem Zeckenbiss Borreliose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auf.

Wo halten sie sich auf?

Bevorzugt leben Zecken an schattigen und möglichst feuchten Plätzen. Dort sitzen sie an Gräsern und Sträuchern bis etwa 80 cm Höhe – weiter können sie nicht krabbeln. Der Mythos, dass sich Zecken in Wäldern von Bäumen hinab auf ihre Opfer stützen, ist somit widerlegt.

Mit einfachem Trick Zecken im Garten identifizieren

Entwicklungsstadien einer Zecke
Entwicklungsstadien einer Zecke

Böse Zungen behaupten, man brauche nur sein Haustier für einige Stunden im Garen zu lassen und es anschließend zu kontrollieren. Befinden sich Zecken auf dem Grundstück, würden die Tiere die Blutsauger mitbringen. Solch brachiale Methoden sind nicht notwendig; ein einfacher Trick schafft Klarheit: ein weißes Tuch über Rasenfläche, Beete und Sträucher ziehen. Anschließend – gegebenenfalls mit der Lupe – überprüfen.

Zecken im Garten bekämpfen?

Nun stellt sich die Frage, ob man Zecken im Garten bekämpfen soll oder nicht. Manch ein Gartenbesitzer wird eher davor zurückschrecken und der Natur ihren Lauf lassen. Andere hingegen haben Angst vor den Krankheiten, welche durch die Spinnentiere hervorgerufen werden können, und möchten die Schädlinge demzufolge loswerden. Hierfür stehen einige Methoden zur Auswahl.

Hausmittel und natürliche Mittel gegen Zecken im eigenen Garten

Zitronendüfte sowie ätherische Öle, besonders Thymian, Lavendel und Eukalyptus, wirken abschreckend auf Zecken.

Natürliches Mittel gegen Zecken
Natürliches Mittel gegen Zecken

Demzufolge bietet es sich an, ein natürliches Mittel genau aus diesen Zutaten herzustellen:

  • Einen Liter Wasser aufkochen
  • 2-3 Zitronen und Organgen in Scheiben schneiden und eine Minute mitkochen
  • Ätherische Öle und Pfefferminzblätter hinzugeben
  • Etwa eine Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen
  • Abkühlen lassen

Das Mittel wird anschließend in eine Sprühflasche gefüllt und in all jenen Bereichen aufgesprüht, in denen man keine Zecken haben möchte. Die Anwendung muss von April bis September regelmäßig wiederholt werden; besonders nach Regenschauern hat die Mischung ihre Wirkung verloren.

Des Weiteren ist es sinnvoll, Wirtstiere zu vergrämen. Hierfür gibt es im Fachhandel spezielle Mittel, meistens auf Basis von Lavadinöl, die im Garten ausgebracht werden können.

Zecken mit chemischen Mitteln / Spritzmitteln bekämpfen

Chemische Mittel wirken gegen Zecken, jedoch nicht nur gegen diese, sondern auch gegen Nützlinge. So kann es passieren, dass man zwar keine Zecken im Garten hat, jedoch auch Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten getötet hat. Demzufolge sollte man als naturbewusster Gartenbesitzer jeglichen Gedanken an eine derartige Vernichtung gar nicht erst aufkommen lassen. Natürlich ist es nicht schön, wenn man Zecken im Garten hat, jedoch besteht keinerlei Grund, die ganze andere Insektenpopulation mit zu vernichten.

Zeckenrollen

Zeckenrollen
Zeckenrollen

Seit einigen Jahren erfreuen sich sogenannte Zeckenrollen immer größerer Beliebtheit. Bei diesen handelt es sich um kleine, biologisch abbaubare Röhrchen, die an verschiedenen Stellen im Garten ausgelegt werden. Sie sind mit Baumwolle gefüllt, welche wiederum mit einem Wirkstoff getränkt ist, der Zecken tötet. Mit etwas Glück geht die eine oder andere Zecke von sich aus in diese Rolle, der Plan ist jedoch ein anderer: die Baumwolle ist optimales Nistmaterial für Mäuse. Diese sind nun einmal dafür bekannt, beliebte Wirtstiere zu sein. Sie schleppen also die Baumwollflocken in ihren Bau, wo diese zwangsläufig früher oder später auf Zecken treffen. Der große Vorteil: das enthaltene Mittel ist bis zu einem Jahr wirksam, so dass keine regelmäßigen Anwendungen notwendig sind.

Pflanzen gegen Zecken im Garten

Einige Pflanzen wirken sehr abschreckend auf Zecken, beispielsweise

  • Katzenminze
  • Lavendel
  • Rainfarn
  • Rosmarin

Andere Gewächse hingegen bieten gerade Mäusen fantastische Versteckmöglichkeiten und sollten deswegen möglichst nur in Maßen beziehungsweise weit entfernt von jenen Bereichen gepflanzt werden, in denen sich Menschen aufhalten. Zu diesen zählen Bodendecker.

Garten für Zecken uninteressant gestalten

Gartengestaltung als Prävention
Gartengestaltung als Prävention

Bezüglich der Gartengestaltung und -pflege gibt es einige Methoden, welche Zecken daran hindern können, sich anzusiedeln. Man muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass bei einigen dieser Maßnahmen nicht nur Lebensräume für die unerwünschten Blutsauger entfallen, sondern auch für Nützlinge. Laub wird in naturnahen Gärten im Herbst möglichst liegengelassen, da sich viele Käfer und andere nützliche Insekten den Winter über darin verstecken. Auch für Igel ist liegengelassenes Laub ein wichtiger Baustein für ein Winterquartier; zudem stellt es einen Winterschutz für die Pflanzen dar.

Des Weiteren wird es niemals gelingen, einen Garten komplett zeckenfrei zu bekommen. Da die kleinen Spinnentiere mithilfe von Wirtstieren wie Mardern, Mäusen oder Vögeln durch die Gegend transportiert werden, wird es immer wieder passieren, dass sie sich auf einem Grundstück ansiedeln.

Gartenbista-Tipp: Vogelhäuser sowie Holzstapel in ausreichender Entfernung vom Haus aufstellen, da diese bevorzugt von Mäusen aufgesucht werden, welche wiederum die Zecken mitbringen!

Rasenpflege

Regelmäßiges Rasenmähen sorgt dafür, dass das Gras schön niedrig bleibt und somit Zecken weder Schatten noch Feuchtigkeit spenden kann. Neigt sich das Gartenjahr dem Ende zu, sollte noch einmal Rasen gemäht werden. Diese Tätigkeit wird von den meisten Gartenbesitzern ohnehin im Herbst durchgeführt, sollte hier jedoch erwähnt werden.

Laub entfernen

Wenn es kühler wird, verkriechen sich Zecken gerne unter Laub. Wird dieses im Herbst entfernt, so wird den Spinnentierchen dieser Unterschlupf verwehrt.

Gartenbista-Tipp: Unkraut sowie Gestrüpp entfernen, um sowohl Mäusen als auch Zecken bevorzugte Versteckmöglichkeiten zu nehmen.

Wege als Barriere

Zwischen Rasenflächen und Sträuchern sowie Wänden können natürliche Barrieren aus Kies oder Mulch gelegt werden. diese sollten mindestens einen Meter breit sein. Sie verhindern zwar nicht die Ansiedlung von Zecken, jedoch schaffen sie eine Grenze zwischen menschlichen Bereichen und jenen Zonen, in denen sich die Spinnentiere aufhalten.

Strauchpflege

Grundsätzlich sollten Bäume, Sträucher und Büsche in unmittelbarer Nähe von Rasenflächen derart ausgelichtet werden, dass es Zecken zu warm wird.

Wildtiere fernhalten

Kleinere Wildtiere wie Mäuse oder Igel werden immer eine Möglichkeit finden, aufs Grundstück zu schlüpfen. Es gibt jedoch auch Tiere, die größer sind und ebenfalls gerne von Zecken als Wirtstiere benutzt werden: Füchse, Dachse, Kaninchen und Rehe schleppen häufig weibliche Zecken mit sich herum. Diese lassen sich dann im Garten fallen und legen dort ihre Eier ab. Mit entsprechenden Einfriedungen kann diesen Wildtieren der Zutritt verweigert werden. diese sollten 50 cm tief in den Boden hineinragen, sehr engmaschig sein und möglichst eine Höhe von zwei Metern haben.

Tipps & Tricks

  • Freude am zeckenfreien Garten
    Freude am zeckenfreien Garten

    In Risikogebieten ist es sinnvoll, sich gegen FSME impfen zu lassen.

  • Bei Aufenthalt im Freien kann es von Vorteil sein, eine lange Hose zu tragen, da es dadurch für die Zecken schwieriger wird, an die Haut zu gelangen.
  • Falls man sich vor dem Hinausgehen mit einem Insektenschutzspray einsprühen möchte, ist darauf zu achten, dass dieses auch tatsächlich gegen Zecken wirkt.
  • Nach jedem Aufenthalt draußen den Körper gründlich nach den kleinen Blutsaugern absuchen!
  • Hundebesitzer sollten zudem regelmäßig den Gaumen ihres Vierbeiners kontrollieren. Wenn Hunde in lange Gräser hineinbeißen, nehmen sie somit oft unbemerkt Zecken mit auf. Diese bohren sich nicht selten in die Mundschleimhaut, bevorzugt am Gaumen, fest.
  • Katzenhalter sollten nach jedem Freigang auch den After ihres Stubentigers auf unerwünschte Parasiten hin kontrollieren. Da Katzen gerne im Gras sitzen, kann es durchaus passieren, dass sich die Zecken in die zarte Haut ihres Afters bohren, was sehr schmerzhaft ist. Zudem ist es nicht gerade einfach, die Spinnentiere dort wieder herauszuholen.

 

Symbolgraphiken: © Marco2811– stock.adobe.com; lom12 – stock.adobe.com; JE; Pixxs – stock.adobe.com; oksix – stock.adobe.com


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