Fliegen in Blumenerde mit Hausmitteln bekämpfen

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Wenn schwarze Fliegen in Blumenerde herumkrabbeln und von dort aus in andere Bereiche der Wohnung starten, freut sich niemand besonders stark. Diese kleinen Insekten sind Trauermücken und leben bedauerlicherweise nicht nur draußen, sondern auch drinnen in Blumentöpfen. Die besten Tipps zur Bekämpfung und Vorbeugung der Invasion haben wir für Sie zusammengefasst.

Was sind das für Fliegen in der Blumenerde?

Wenn sich kleine schwarze Fliegen in Blumenerde tummeln, dann handelt es sich für gewöhnlich um Trauermücken. Diese kleinen Insekten leben sehr gerne in feuchtem Microklima, wie es für gewöhnlich in Blumentöpfen gegeben ist. Ihre Anwesenheit bleibt nicht lange verborgen: wenn man versehentlich an einen Blumentopf stößt oder die Pflanze gießen möchte, sieht man viele kleine schwarze Mücken umherschwirren. Ist der Befall bereits weiter fortgeschritten, verkümmert die Pflanze oder wächst nicht, wird schlapp und kraftlos.

Wo kommen sie her?

Für gewöhnlich bringt man als Pflanzenfreund die Trauermücken beziehungsweise ihre Eier und Larven bereits beim Pflanzenkauf mit nach Hause. Sie bleiben zunächst unbemerkt und fallen erst dann so richtig auf, wenn sie in Massen von der Pflanze losfliegen.

Gibt es noch andere Arten von Fliegen in Blumenerde?

Befinden sich Fliegen in Blumenerde, so handelt es sich grundsätzlich um die Trauermücken. Obstfliegen, Stuben- und Schmeißfliegen haben weder einen Grund noch Interesse daran, im Substrat eines Pflanzgefäßes zu leben – ihre Lebensräume sind woanders zu finden.

Trauermücken Steckbrief

Be den Trauermücken, Sciaridae, handelt es sich um eine etwa 1.800 Arten umfassende Zweiflügler-Familie der Unterordnung Mücken. Sie sind weltweit vertreten und sowohl in eisigen als auch in tropischen Regionen anzutreffen, bevorzugt jedoch in eher feuchten Habitaten. Kein Wunder also, dass sie sehr häufig in Blumentöpfen anzutreffen sind…

Aussehen & Merkmale

Trauermücken können bis zu sieben Millimeter lang werden. Ihr schlanker, dunkler Körper wird von langen Beinchen getragen. Auch die Flügel sind dunkel mit einer glockenförmig geteilten Mittelader, wobei es einige Arten gibt, bei denen nur die Männchen Flügel ausbilden, die Weibchen hingegen flugunfähig sind. Betrachtet man eine solche Mücke genauer, wird man neben ihren Facettenaugen auch Punktaugen bemerken.

Lebensweise

In freier Natur leben Trauermücken gerne in Wäldern, Mooren oder auf Feuchtwiesen unter Laub sowie auf Pflanzen. Auch in Gärten sind sie anzutreffen, wo sie sehr gerne in Pflanzgefäßen leben – sofern diese gut durchfeuchtet sind. Dasselbe gilt in Blumentöpfen von Zimmerpflanzen sowie von Gewächsen, die zur Überwinterung eingeräumt worden sind: die kleinen Insekten entwickeln sich dort und leben ihr kurzes Leben, welches maximal fünf Tage andauert. Während dieser Zeit trinken sie nur ein wenig, ansonsten paaren sie sich und legen Eier auf die Blumenerde. Aus diesen schlüpfen nach 5-8 Tagen grau-weiße, schlanke Larven, die polarisieren: in freier Natur werden sie als Nützlinge angesehen. In Wäldern gibt es keine wichtigeren Laubzersetzer; außerdem sind sie in der Nahrungskette ein wichtiges Glied. Im Haus hingegen werden sie nicht so gerne gesehen, da sie dort an Zimmerpflanzen beziehungsweise deren Wurzeln knabbern und die Gewächse so nachhaltig schädigen können. So ist es verständlich, dass man sich als Pflanzenfreund Gedanken darüber macht, wie man die ungebetenen Gäste wieder loswerden kann.

In ihrer etwa 14-tägigen Zeit machen die Larven eigentlich nichts anderes als Fressen. Danach verpuppen sie sich für etwa eine Woche, um dann als adulte Trauermücke zu schlüpfen.

Gartenbista-Tipp: Die Trauermücken Larven sind oft sehr vielzählig und bilden lange Prozessionen, weswegen sie auch als Heerwurm bezeichnet werden.

Unterschied zu Obstfliegen

Treten die ersten Trauermücken auf, werden sie häufig mit Taufliegen, besser bekannt als Obstfliegen, verwechselt. Eine genauere Betrachtung lohnt sich, denn die beiden Spezies weisen einige Unterschiede auf:

Trauermücke Obstfliege (Taufliege)
Wissenschaftlicher Name Sciaridae Drosophilidae
Familie Trauermücken Taufliegen
Größe 4-7 mm 2-3 mm
Farbe dunkel weiß-gelblich
Besonderheiten Facettenaugen häufig rote Augen
Vorkommen (feuchte) Blumenerde Obst, verfaulte Früchte

Fliegen in Blumenerde bekämpfen

Ob Trauermücken bekämpft werden sollen oder nicht, hängt von der vorhandenen Anzahl ab. Sind nur wenige Insekten vorhanden, so sollte sich niemand an ihnen stören; auch die von den Laven verursachten Schäden sind gering und bedeuten keine Gefahr für die Pflanzen. So muss es allerdings nicht bleiben: durch ihren Drang zur Vermehrung und die kurze Entwicklungsphase kann es schnell passieren, dass auch wenigen Mücken ein großer Schwarm wird. Dessen Larven wiederum verursachen logischerweise größere Schäden an den Wurzeln. Je größer diese Schädigungen sind, desto höher auch die Gefahr, dass die Pflanze eingeht: jede Bissstelle ist eine Eintrittspforte für Pilze, gegen die manch ein Gewächs machtlos ist…

Gelbtafeln sinnvoll?

Gegen adulte Trauermücken sind Gelbtafeln nützlich: sie bleiben an ihnen kleben und verenden dort. Dies kann man von den Larven jedoch nicht behaupten, da sie im Substrat leben und gar keine Berührung mit solchen Klebefallen haben. Werden diese eingesetzt, so muss zusätzlich eine weitere Behandlung direkt im beziehungsweise auf der Blumenerde mit einem anderen Mittel erfolgen.

Chemie?

Insektizide sollten möglichst gar nicht eingesetzt werden, weder gegen Trauermücken noch gegen andere Insekten. Demzufolge ist eine solche Methode irrelevant und wird nicht näher beschrieben.

Hausmittel

Im Gegensatz zu chemischen Mitteln sind Hausmittel völlig bedenkenlos einsetzbar – und zudem auch in jedem Haushalt vorhanden. Eine derartige Bekämpfung ist grundsätzlich immer ratsam, da sie weder Schäden an den Pflanzen noch an der Umwelt verursacht.

Kaffeesatz

Es gibt so viele Einsatzmöglichkeiten für Kaffeesatz – auch zum Trauermücken Bekämpfen eignet er sich hervorragend. Er wird ebenso angewendet wie der Sand, nämlich auf die Blumenerde gestreut, um dort eine Eiablage zu unterbinden. Wichtig ist, dass er zuvor gut getrocknet sein muss. Feuchtes Kaffeeepulver würde den Mückendamen eher ein angenehmes Ambiente schaffen, als sie abzuschrecken.

Der Kaffeesatz hat zudem noch den Vorteil, dass er Nährstoffe an die Blumenerde und somit die Pflanze abgibt. Dadurch wird sie gestärkt und kann sich den Angriffen der hungrigen Larven besser widersetzen.

Essig

Während erwachsene Trauermücken kein Interesse an Essig haben, ist diese bei ihren Larven durchaus vorhanden. Einfach kleine, mit Essig gefüllte Schalen neben die Blumentöpfe stellen – die kleinen Larven werden von selbst kommen. Negativ kann jedoch der Geruch empfunden werden, der nicht jedermanns Sache ist.

Streichhölzer

Das Köpfchen eines Streichholzes enthält Schwefel, welcher weder von den Larven noch von den adulten Mücken vertragen wird. Einfach einige Streichhölzer abbrennen und dann mit dem Kopf nach unten in die Blumenerde stecken. Hierfür ist es ganz wichtig, auf die Qualität des Hölzchens zu achten: viele preisgünstige Varianten enthalten kein Schwefel mehr und sind somit nutzlos.

Gartenbista-Tipp: Streichhölzer alle zwei Wochen gegen neue austauschen!

Backpulver

Der Einsatz von Backpulver ist besonders dann sinnvoll, wenn sich bereits einige Larven in der Blumenerde befinden: sie vertragen diese Substanz gar nicht und sterben, wenn sie das Backpulver aufgenommen haben. Dies geht ganz einfach: etwas Pulver auf das Substrat streuen, leicht anfeuchten und abwarten. Dieses Procedere sollte nach einiger Zeit wiederholt werden.

Feinstrumpf verwenden!

Eine etwas ungewöhnliche, jedoch sinnvolle Methode zur Trauermücken Bekämpfung ist die Verwendung eines Feinstrumpfes. Dieser wird einfach von unten über den Blumentopf gezogen; die Enden werden um den Stängel der Pflanze gebunden, so dass das gesamte Substrat mit diesem Strumpf überdeckt ist. Die Weibchen haben so zum einen kein Areal mehr für ihre Eiablage, zum anderen können im Blumentopf geschlüpfte Trauermücken diesen nicht zur Paarung verlassen, da sie nicht durch das engmaschige Netz kommen.

Fliegen in Blumenerde mit Kräutern bekämpfen

Es gibt einige Kräuter sowie Gewürze, welche von den Trauermücken nicht gemocht oder vertragen werden und die somit gut gegen die unerwünschten Besucher eingesetzt werden können:

  • Knoblauch: Zehen in kleine Stücke schneiden und diese auf der Blumenerde verteilen; effektiv, jedoch riecht die Umgebung sehr
  • Lavendel: einige Triebe in die Gefäße der betroffenen Pflanzen stecken oder diese mit einem Lavendelöl-Wasser-Gemisch (10 Tropfen auf 500 ml Wasser) gießen
  • Muskatnuss: Pulver auf das Substrat streuen und leicht anfeuchten
  • Petersilie: kleinhacken und auf dem Substrat verteilen

Was kann man noch gegen Trauermücken tun?

Einige Pflanzenfreunde schören auf die Verwendung von Neemöl. Von diesem werden 10 ml mit einem Liter Wasser vermischt und zum Gießen der betroffenen Pflanzen verwendet. Eine Gefahr für Haustiere besteht nicht, allerdings sollte das Neemöl nur im Haus verwendet werden. Bei der Anwendung im Freien kann es passieren, dass auch Nützlinge wie Florfliegen dem Öl zum Opfer fallen, was natürlich überhaupt nicht gewünscht ist. Abgesehen davon setzen sich immer Reste von Öl an den Wurzeln der Pflanzen ab und führen dort zu Schäden. Wenn sie aufgrund des Befalls ohnehin schon angegriffen sind, kann dies das endgültige Ende der Pflanze bedeuten.

Erde austauschen

Grundsätzlich ist es sinnvoll, das bisherige Substrat bei einem Trauermückenbefall gegen frisches auszutauschen. Dies muss jedoch komplett geschehen, da in jedem Erdklümpchen noch Larven sein könnten:

  • Pflanze austopfen
  • Substrat abschütteln
  • Wurzeln unter fließendem Wasser abspülen
  • Neues Pflanzgefäß mit frischem Substrat füllen
  • Gewächs eintopfen

Sand verwenden

Die weiblichen Trauermücken legen die Eier auf der Blumenerde ab – bevorzugt, wenn dies feucht ist. Streut man ein wenig Sand auf das Substrat, wird das den Mücken nicht gefallen. Sie können auf einer sandigen Oberfläche keine Eiablage durchführen, wodurch das Problem mit dem Nachwuchs etwas eingedämmt werden kann.

Gartenbista-Tipp: Quarzsand verwenden!

Nützlinge einsetzen

Im Fachhandel sind Fadenwürmer erhältlich, die winzig klein und für Mensch und Haustier vollkommen ungefährlich sind. Für die Larven der Trauermücke hingegen bedeuten sie den Tod: sie stürzen sich auf sie, was zu deren Ableben führt. Ist dies geschehen, streben auch die Nematoden.

Gartenbista-Tipp: Bei starkem Befall ist der Einsatz von Raubmilben empfehlenswert!

Nachbarpflanzen mit Bedacht auswählen

Sehr dekorative Pflanzen wie das Gemeine Fettkraut haben gelegentlich noch einen weiteren Vorteil: sie locken fliegende Insekten an. Diese kleben dann auf ihren Blättern fest und können – ähnlich wie bei Gelbtafeln – nicht mehr entkommen. Werden solche Gewächse zwischen andere Zimmerpflanzen gestellt, bekommt man ein natürliches Mittel zur Schädlingsbekämpfung.

Richtig gießen

Bereits die Verwendung von Pflanzenuntersetzern kann das Problem mit Trauermücken ein wenig eindämmen. Ganz beheben jedoch nicht. Ebenso wichtig ist ein ausgewogenes Gießen: anstatt mehrmals wöchentlich wenig Wasser zu verabreichen, sollte man einmal in der Woche kräftig gießen oder die Pflanzen tauchen.

Video-Tipp der Redaktion: Trauermücken bekämpfen und loswerden

In folgendem Video können Sie sehr schön sehen, wie man Trauermücken bekämpfen kann:

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Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wie viele Streichhölzer gegen Fliegen in Blumenerde?

Die individuelle Anzahl ist abhängig von der Größe des Pflanzgefäßes. Für ein Töpfchen mit 10 cm Durchmesser reichen zwei vollkommen aus. Ist es jedoch größer, so müssen entsprechend mehr Hölzchen verwendet werden.

Warum sind kleine Fliegen in der Blumenerde?

Ein warmes, feuchtes Substrat ist das ideale Habitat für Trauermücken. Sie legen auf diese Erde ihre Eier, die Larven kriechen dann in den Wurzelbereich und kommen erst nach dem Schlüpfen aus ihrer Verpuppung heraus.

Welche Nematoden töten Trauermücken?

Gut bewährt hat sich der Einsatz von Steinernema feltiae aus dem Fachhandel.

 

Symbolgrafik: Ingo Bartussek – stock.adobe.com

 


• 17. Dezember 2021 • Kategorie: Schädlinge

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