Brombeeren Krankheiten richtig erkennen und behandeln

Brombeeren Krankheiten und Schädlinge.
Brombeeren Krankheiten und Schädlinge.

Es ist nicht schwer Brombeeren Krankheiten und Schädlinge zu erkennen und mit der richtigen Behandlung und ein paar Tipps wird die Waldpflanze bald wieder herrlich leckere Früchte tragen. Die Früchte der zu den Rosengewächsen zählenden Beerenpflanze werden nicht nur als Obst verwendet.

Brombeeren Krankheiten – richtig erkennen und bekämpfen

Umgangssprachlich werden Brombeeren auch als Kratzbeeren oder Kroatzbeeren bezeichnet. Die ausdauernden Sträucher, die sich häufig zu Kletterpflanzen entwickeln, blühen von Mai bis August. Die blauschwarzen Früchte sind saftig und wohlschmeckend.

Die Blätter der aus Europa, Nordafrika, Vorderasien oder Nordamerika stammenden Echten Brombeere werden zu Tees oder Arzneimitteln verarbeitet. Die Pflege ist aufwendiger, besonders im Hinblick auf die unterschiedlichen Schadbilder, die am Brombeerstrauch entstehen können.

Grauschimmel

Während der Blütezeit kann sich auf alternden Beeren Grauschimmel (Botrytis cinerea) bilden. Der Pilz überwintert auf den Ruten und zeigt sich in einem grauen, stäubenden Belag. Befallene Pflanzenteile müssen sofort entfernt und die Pflanze bei starkem Befall großzügig zurückgeschnitten werden. Vorbeugend kann regelmäßiges Auslichten und eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen wirken. Diese Krankheit ist die bedeutendste Fruchtfäule des Beerenobstes und ihre Sporen sind in jedem Garten zu finden.

Rubusstauche

Eine auffällige Deformation der Früchte und Blüten sowie Kümmerwuchs mit dünnen, kleinen Ruten können Anzeichen für die Rubusstauche sein. Sie wird auch Hexenbesen oder Verzweigungskrankheit genannt und von Zikaden übertragen. Bei Befall muss die Pflanze sofort entfernt werden. Eine Bekämpfung ist nicht möglich.

Brombeeren Krankheiten – Rankenkrankheit

Gegen Mehltau hilft Magermilch.
Gegen Mehltau hilft Magermilch.

Zu den typischen Brombeeren Krankheiten gehört auch die Rankenkrankheit (Rhabdospora ramealis), die bei starkem Befall zum Absterben der Pflanze führen kann. Typisch sind violette Flecken auf den Ranken, die rötlich umrandet sind. Der Pilz hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet und befällt diesjährige Ranken.

Durch langanhaltende Niederschläge wird die Erkrankung gefördert. Die Infektion erfolgt hauptsächlich von April bis Mitte Juni. Infizierte Ranken müssen schnellstmöglich entfernt werden. Die Sorte „Thornless Evergreen“ ist in befallsgefährdeten Gebieten vorteilhat.

Echter und falscher Mehltau

Mehltau zeigt sich durch einen grauen und schmierigen Belag auf Pflanzenteilen. Hier hilft das Einsprühen der Pflanze mit Brennnesseljauche.

Gartenbista-Tipp: Gegen Mehltau hilft auch Magermilch. Milch mit Wasser 1:6 verdünnen und die Brombeeren damit besprühen.

Colletotrichum-Fruchtfäule

In feucht-warmer Witterung kann es zum Befall mit Colletotrichum-Fruchtfäule kommen, die Ertragsausfälle bis zu 30% verursachen kann. Der Pilz breitet sich bei idealen Bedingungen sehr schnell aus und äußert sich durch Verkrüppelungen, eingetrocknete Beeren oder Reifeverzögerungen. Im Winter vor dem Schnitt alle verbliebenen Fruchtstände entfernen.

Brombeerrost

Violette bis rote Flecken auf den Blattoberseiten und orangerote Sporenlager auf den Blattunterseiten deuten auf Brombeerrost hin. Der Pilz (phragmidium violaceum) infiziert die jungen Blätter im April und wird Ende Juni sichtbar. Seine Sporen sitzen ganzjährig auf Falllaub und an den Blättern, die an den Ranken verblieben sind. Befallene Blätter entfernen und einen stickstoffhaltigen Dünger verabreichen. Vor allem dornenlose Sorten werden befallen.

Welche Schädlinge gibt es?

In Europa gibt es mehr als 2000 Sorten Brombeeren, die teilweise ohne Stacheln gezüchtet wurden. Das Wort Brombeere stammt aus dem althochdeutschen Wort „brämberi“ für Dorngebüschbeere. Obwohl der beliebte Dornenbusch ziemlich resistent gegen Schädlinge ist, kommt es gelegentlich zu einem Befall.

Brombeergallmilbe

Blattläuse schränken das Wachstum der Pflanze ein.

Die Milbe Acalitus essigi saugt die Früchte aus, wodurch sie nicht mehr vollständig ausreifen und rot bleiben. Es fehlt ihnen die natürliche Süße, da der Schädling einen Giftstoff injiziert. Zum Erntezeitpunkt können ganze Büsche rot bleiben. Eine Vorsorge ist kaum möglich, zur Behandlung Pflanze kräftig zurückschneiden, auslichten und alle Fruchtmumien entfernen.

Blattläuse

Läuse saugen an den Triebspitzen, wodurch ihr Wachstum stark eingeschränkt wird. Helfen kann hier das Besprühen mit Brennnesselsud (nicht Jauche!) und eine Lösung aus Schmierseife und Wasser. Die Läuse sind mit dem bloßen Auge gut zu erkennen und zu einem starken Befall kommt es nur, wenn das natürliche Gleichgewicht im Garten nicht stimmt. Normalerweise sorgen die Fressfeine wie:

  • Marienkäfer
  • Vögel
  • Spinnen
  • Glühwürmchenlarven

und verschiedene Käfer für die Entfernung.

Gallmücke

Die Himbeergallmücke befällt junge Triebe, an denen sich die Larven einbohren und auffällige Wucherungen (Gallen) entstehen lassen. Das Insekt tritt vorwiegend an wilden Brombeersträuchern auf und seine Larven werden von Erzwespen als Fressfeinde verspeist. Befallene Triebe vor April, wenn die Larven schlüpfen, entfernen und vernichten.

Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege macht sich verstärkt an Brombeeren zu schaffen. Ihre Maden fressen sich in die reifen Brombeeren und zerstören das Fruchtfleisch. Milde Winter und feucht-warme Sommer begünstigen den Befall. Eine Bekämpfung ist fast unmöglich, auch die natürlichen Feinde wie Gallwespen oder Zehrwespen können den Bestand nur dezimieren. Schattige Bereiche und altes Holz an den Beerensträuchern können den Befall fördern. Weitere Maßnahmen zur Verringerung bzw. Vorbeugung eines Befalls sind:

  • 5 Liter Kompost pro Strauch im Frühjahr in den Boden einarbeiten
  • Engmaschiges Einnetzen der Büsche
  • Fangflüssigkeit Apfelessig als Lockmittel einsetzen
  • Bodenabdeckung mit Grasschnitt, Stroh oder anderes organisches Mittel
  • Natürliche Fressfeinde wie Brack-, Erz-, Gall- und Zehrwespen einsetzen

Blütenstecher

Der kleine Rüsselkäfer legt seine Eier in die Blütenknospen der Brombeere und nach der Larvenbildung erfolgt die Verpuppung. Ab Juni/Juli fressen sich die Jungkäfer dann an den Blättern entlang. Die erwachsenen Käfer überwintern in der abgestorbenen Knospe in der Erde. Der Atnhonomus rubi kann nicht wirklich bekämpft werden. Bei warmer Witterung die Käfer aus den Knospen ausklopfen kann helfen.

Steigerung der Vitalität durch Pflege und Dünger

Brombeersträucher können sich durch die richtige Pflege und eine passend dosierte Düngergabe gegen zahlreiche Krankheiten und Schädlinge natürlich wehren. Die regelmäßige Auslichtung und ein trockener Standort in einem leicht sauren Humus sind wichtige Ausgangsbedingungen. Eine Rankhilfe und ein spezieller kaliumhaltiger Beerendünger sorgen für eine gute Vitalität der Pflanzen. Mehrmals im Jahr kann auch Tiermist oder Kompost gegeben werden.

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Gartenbista-Tipp: Wichtig ist für eine gesunde Pflanze in optimaler Umgebung zu stehen, damit Krankheiten und Schädlingen die Lebensgrundlage entzogen wird.

Symbolgrafiken: © Rachel, Kiraja, 5ph – Fotolia.com


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