Zwergmispeln (Cotoneaster) als Bodendecker/ Teppich

Zwergmispeln (Cotoneaster)  – Zu jeder Jahreszeit ein farbenfroher Bodendecker

Zwergmispeln (Cotoneaster) als Bodendecker/ Teppich
Zwergmispeln (Cotoneaster) als Bodendecker/ Teppich

Leuchtend grüne Blätter, viele kleine, meist weiße Blüten im Mai und Juni und leuchtend rote Beeren im Spätsommer, Herbst und bis in den Winter hinein – die Rede ist von Zwergmispeln (Cotoneaster), einem der beliebtesten Bodendecker.

Die pflegeleichten und genügsamen Pflanzen unterdrücken das Wachstum von Unkräutern und bilden einen robusten Teppich auf Böschungen, unter Sträuchern und Gehölzen, in Steingärten und auf Mauerkronen. Einige Arten sind immergrün und sorgen auch im Winter für etwas Farbe im Garten.

Wissenswertes über Zwergmispeln (Cotoneaster) auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Cotoneaster
  • Ordnung: Rosales (rosenartige Gewächse)
  • Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
  • Unterfamilie: Spiraeoideae
  • Gattung: die Zwergmispel gehört zur Gattung der Kernobstgewächse (Pyrinae).
  • Verwandtschaft: sie ist unter anderem mit Äpfeln, Quitten und Birnen verwandt.
  • Verbreitung: ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Europa, Asien und Nordafrika. Besonders häufig kommt sie in China und im Himalaya vor.
  • Arten: insgesamt gibt es über 90 Arten der Zwergmispel.
  • Andere Namen: die bodendeckenden Arten werden umgangssprachlich auch als Teppichmispel oder Kriechmispel bezeichnet.
  • Sommergrün / Immergrün: je nach Art ist die Zwergmispel sommergrün oder immergrün.
  • Pflanzung: die Zwergmispel kommt als Bodendecker oder als Strauchmispel vor. Als robuster und pflegeleichter Bodendecker wird die Zwergmispel oft zur Stadtbegrünung eingesetzt.
  • Blätter: die bodendeckenden Arten haben kleine, ledrige, ovale Blätter, deren Farbe je nach Art von leuchtend grün zu bläulich variiert.
  • Blüte: die Blütenfarbe ist meist weiß, einige Arten blühen auch cremefarben, rosa, violett oder rot.
  • Blütezeit: Spätfrühling bis Hochsommer.
  • Giftigkeit: die Beeren der Zwergmispel sind leicht giftig.

Bodendeckende Arten der Zwergmispel

Nicht alle Zwergmispeln sind Bodendecker, einige Arten wachsen auch buschig und aufrecht als Strauchmispeln.

Zu den bekanntesten und beliebtesten Bodendeckern der Gattung Cotoneaster gehören:

  • Cotoneaster dammeri
    Die kriechende Cotoneaster dammeri erreicht eine Wuchshöhe von maximal 30 Zentimetern und kann sich bis zu 150 Zentimeter in die Breite ausdehnen. Sie ist halbgrün bis immergrün und fällt besonders durch ihre bläulich gefärbten Blätter auf, die in einem attraktiven Kontrast zu den weißen Blüten und den roten Beeren stehen.
  • Cotoneaster adpressus
    Die auch als Kissenmispel bezeichnete Cotoneaster adpressus begeistert vor allem im Herbst durch ihre spektakuläre Laubfärbung. Die Blätter dieser sommergrünen Zwergmispel verfärben sich im Spätsommer und Herbst zu einem leuchtenden Weinrot und sorgen für einen absoluten Blickfang im Garten. Die Kissenmispel bildet allerdings kaum Früchte, sodass sie im Winter eher unscheinbar ist.
  • Cotoneaster horizontalis
    Ebenfalls sehr auffällig präsentiert sich die sommergrüne Fächermispel Cotoneaster horizontalis. Ihr Laub verfärbt sich im Herbst zu einem strahlenden Orange und sie bildet sehr viele rote Beerenfrüchte, die auch im sonst eher farblosen Winter für bunte Farbtupfer sorgen.
  • Cotoneaster radicans
    Diese auch als Teppichmispel bekannte Unterart der Cotoneaster dammeri stammt aus den chinesischen Gebirgsregionen. Sie gedeiht auch im Schatten anderer Sträucher und Gehölze und ist sehr genügsam und widerstandsfähig. Sie ist bis -30° C frosthart und immergrün.

360°-Video von der Teppich-Zwergmispel (Cotoneaster dammeri)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Teppich-Zwergmispel (Cotoneaster dammeri) aussieht.

360°-Video von die Teppich-Zwergmispel (Cotoneaster dammeri) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im April

Der ideale Standort und Boden für Zwergmispeln als Bodendecker

  • Zwermispeln: bester Standort

Zwergmispeln sind sehr robust, widerstandsfähig und stellen nur sehr wenig Ansprüche an ihren Standort und den Boden. Sie bevorzugen zwar einen sonnigen Standort, gedeihen aber auch an schattigeren Plätzen, wo sie unter Umständen weniger Blüten und Beeren ausbilden können.

  • Zwergmispeln: idealer Boden

Der Boden sollte möglichst durchlässig, feucht und humushaltig sein, doch zur Not gibt sich die Zwergmispel auch mit weniger idealen Bodenbeschaffenheiten zufrieden. Auch an Hängen und Böschungen wachsen die bodendeckenden Zwergmispeln sehr gut und brauchen keinerlei Rankhilfen oder ähnliches.

Pflege der bodendeckenden Zwergmispeln (Cotoneaster)

  • Zwergmispeln gießen
Zwergmispeln (Cotoneaster) sind winterhart, pflegeleicht und robust. Sie eignen sich daher ideal als Bodendecker.
Zwergmispeln (Cotoneaster) sind winterhart, pflegeleicht und robust. Sie eignen sich daher ideal als Bodendecker.

In der Pflege sind die bodendeckenden Zwergmispeln relativ anspruchslos.

Während der Wachstumsphase brauchen sie regelmäßig Wasser und bei längeren Trockenperioden ohne Niederschlag sollten sie gegossen werden, wenn die oberste Schicht des Bodens angetrocknet ist.

Eine gelegentliche, kurze Austrocknungsphase vertragen die Zwergmispeln jedoch besser als Staunässe, die schnell zu einer Wurzelfäule führen kann.

Gartenbista-Tipp: Das Austrocknen kann man ganz einfach verhindern, indem man im Frühjahr eine Mulchschicht aus Rasenschnitt und Herbstlaub ausbringt.

Im Winter sollte die Zwergmispel ebenfalls hin und wieder gegossen werden, wenn es längere Zeit nicht geregnet hat. Gegossen werden darf allerdings nur an frostfreien Tagen.

  • Zwergmispeln düngen

Dünger brauchen die bodendeckenden Zwergmispeln in den Monaten von April bis September. Gut geeignet ist ein organischer Flüssigdünger, der einmal monatlich verabreicht werden sollte. Alternativ kann auch mit Düngestäbchen gearbeitet werden.

  • Zwergmispeln schneiden

Einmal jährlich können die bodendeckenden Zwergmispeln geschnitten werden.

Beim Schnitt sollte folgendes beachtet werden:

  • Wann schneiden? Immergrüne Arten werden im Frühjahr geschnitten, sommergrüne Arten im Winter.
  • Wetter: Zum Zeitpunkt des Schneidens sollte es immer frostfrei und nicht zu sonnig sein.
  • Wo schneiden? Der Schnitt sollte immer kurz über einem nach außen zeigenden Auge erfolgen und schräg vom Auge weg verlaufen.
  • Entfernen/ Auslichten: Aus der Form wachsende, zu dichte oder zu stark überkreuzende Triebe sollten entfernt oder ausgelichtet werden.
  • Richtiges Werkzeug: Zum Schneiden darf immer nur ein scharfes Schneidwerkzeug verwendet werden, das die Zweige nicht quetscht und beschädigt.

Während bei den sommergrünen Zwergmispeln ein Schnitt nur dann notwendig ist, wenn sich die Pflanze zu stark ausgedehnt hat und sie aus Platzgründen zurückgeschnitten werden soll, ist der Schnitt bei den immergrünen Arten empfehlenswert, um die Pflanzen bei einem starken und gesunden Wachstum und der Ausbildung von Blüten und Früchten zu unterstützen.

Gartenbista-Tipp: Ein Schnitt wirkt gerade für die immergrünen Arten wie eine Verjüngungskur und regt die Zwergmispel zu neuem Wachstum an.

Zwergmispeln (Cotoneaster) Vermehrung

Die Vermehrung der Zwergmispeln kann über Stecklinge, Absenker oder Aussaat erfolgen.

Vermehrung über Stecklinge

  • Im Spätsommer werden etwa 10 Zentimeter lange Triebe geschnitten und am unteren Drittel von Laub und Beeren befreit.
  • Die Stecklinge werden in Anzuchtgefäße mit nährstoffarmer Anzuchterde gesteckt, optional können sie vorher in Bewurzelungspulver getaucht werden.
  • Die Gefäße sollten mit einer Folie oder Klarsichttüte überzogen an einem warmen Ort aufgestellt werden.
  • Das Substrat sollte immer leicht feucht gehalten werden und alle zwei Tage muss das Gefäß kurz gelüftet werden, um eine Schimmelbildung zu vermeiden.

Auf diese Weise sollten die Stecklinge den Winter über behandelt werden, im Frühjahr haben sich dann genügend Wurzeln gebildet, sodass die Jungpflanze ins Freiland gepflanzt werden kann.

Vermehrung über Absenker

  • Der passende Zeitpunkt für einen Absenker ist im Juni oder Juli.
  • Ein kräftiger Trieb sollte in der Mitte auf einer Länge von 10 bis 15 Zentimetern von Laub und Blüten befreit werden.
  • Das kahle Stück wird dann in eine kleine Rinne gelegt und mit Erde bedeckt. Bleibt der Trieb nicht in der Erde, kann er vorsichtig mit Steinen beschwert und fixiert werden.
  • Die Triebspitze sollte aufrecht stehen und dazu mit einem kleinen Hölzchen oder Stöckchen fixiert werden.
  • Die Erde sollte gleichmäßig feucht gehalten werden und im Winter sollte der Absenker mit Laub oder Mulch bedeckt werden.

Bis zum nächsten Frühjahr hat sich aus dem Absenker eine eigenständige Pflanze mit Wurzeln gebildet, die von der Mutterpflanze getrennt und an ihren neuen Standort gepflanzt werden kann.

Vermehrung über Aussaat

Die Vermehrung über Aussaat ist etwas komplizierter und funktioniert nur bei sortenreinen Arten der Zwergmispel.

  • Im Herbst müssen dazu reife Beeren geerntet werden, denen dann die Samen entnommen werden.
  • Die sorgfältig gereinigten Samen werden in Töpfe mit Anzuchterde gepflanzt und etwa 3 Wochen bei einer Temperatur von 18° C bis 20° C im Haus gehalten.
  • Das Substrat muss dabei leicht feucht gehalten werden.
  • Anschließend werden die Anzuchttöpfe draußen im Beet versenkt, wo sie, zugedeckt mit etwas Laub oder Stroh, die Zeit bis zum Februar oder März verbringen.
  • Dann werden sie ausgegraben, ins Haus geholt und an einen hellen und warmen Platz am Fenster gestellt. Hier beginnen die Samen nun sehr schnell zu keimen und können im späten Frühjahr ausgepflanzt werden.

Ist die Zwergmispel winterhart?

Die schwach giftigen Beeren der Zwermispel (Cotoneaster) sind gerade im Winter ein Blickfang
Die schwach giftigen Beeren der Zwermispel (Cotoneaster) sind gerade im Winter ein Blickfang

Die Zwergmispel ist winterhart und verträgt je nach Art Frost bis -30°C. Dennoch kann ihr der Kahlfrost zusetzen, weshalb sie sich durchaus über ein schützendes Vlies oder eine ordentliche Schicht Mulch im Winter freut.

Ist die Zwergmispel giftig?

Die Beeren der Zwergmispel sind schwach giftig und nicht zum Verzehr geeignet. Vor allem, wenn kleine Kinder im Garten spielen, sollte man gut aufpassen, dass sie nicht in Versuchung kommen, die bunten Beeren in den Mund zu stecken.

Krankheiten und Schädlinge der Zwergmispel (Cotoneaster)

Zwergmispeln können von Blattläusen, Sternrußtau oder Pilzkrankheiten befallen werden. Da die Pflanzen sehr robust sind, kommt es jedoch nur selten zu einem Befall.

Ungeachtet ihrer robusten Natur sind die Zwergmispeln jedoch anfällig für den gefürchteten Feuerbrand. Diese Krankheit, die auch Obstbäume befällt, mit denen die Zwergmispel als Kernobstgewächs verwandt ist, ist in Deutschland bereits beim Verdacht meldepflichtig.

Feuerbrand äußert sich durch folgende Symptome:

  • vertrocknete Blätter
  • braun bis schwarz verfärbte Blüten und Blätter, die wie verbrannt aussehen
  • verkümmerte, gekrümmte Triebe, die ebenfalls vertrocknen, bis die ganze Pflanze aussieht, als sei sie verbrannt.

Der Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora ausgelöst, die Krankheit ist sehr ansteckend und nicht heilbar. Sie befällt alle Kernobstarten.

Besteht der Verdacht, dass eine Zwergmispel von Feuerbrand befallen ist, muss dieser Umstand umgehend an die zuständige Kreisverwaltung gemeldet werden.

Dort wird entschieden, in welchem Ausmaß und mit welchen Mitteln die befallenen Pflanzen gerodet und vernichtet werden. Anschließend muss der Boden mit einem speziellen Dünger aufbereitet werden.

Für Menschen ist das Bakterium und der Feuerbrand völlig ungefährlich, doch die Krankheit kann in kurzer Zeit ganze Obstplantagen ausrotten.

Die Zwergmispel: ein unkomplizierter, attraktiver Bodendecker

Die bodendeckenden Zwergmispeln sind anspruchslose und pflegeleichte Bodendecker, die auch mit widrigen Boden- und Lichtverhältnissen gut klarkommen. Diese gehen dann allerdings zu Lasten der Blüten- und Beerenbildung.

Die hübschen kleinen, weiß, rosa oder rot gefärbten Blüten zeigen deutlich die Verwandtschaft zu anderen Kernobstgewächsen und erinnern unter anderem an Apfelblüten. Genau in deren Nähe, ebenso wie in der Nähe anderer Obstbäume, sollte die Zwergmispel jedoch nicht gepflanzt werden, da sie zu dem gefährlichen Feuerbrand neigt.

Außerdem ist Vorsicht geboten, wenn kleine Kinder im Garten spielen, da die Pflanze leicht giftig ist und Kinder schnell in Versuchung kommen können, die leuchtend roten Beeren in den Mund zu stecken.

Fotos: © M. Schuppich, agneskantaruk, Douglas Freer – Fotolia.com

 


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