Zauberglöckchen (Calibrachoa) – Pflanzen, Pflege & winterhart

Zauberglöckchen
Zauberglöckchen sind relativ pflegeleicht.

Gärtner, die von reichlich blühenden Blumen in wunderschönen bunten Farben träumen, sind mit dem Zauberglöckchen gut beraten. Die Pflanze kann sowohl auf Balkon und Terrasse wie auch im Garten in Kübeln angepflanzt werden. Die vielen kleinen in den unterschiedlichsten Farben blühenden Blumen sorgen für ein traumhaft buntes Blütenmeer. Da die Pflanze auch relativ pflegeleicht ist, gibt es nicht allzu viel zu beachten.

Zauberglöckchen (Calibrachoa) – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: den ganzen Sommer hindurch
  • Standort: sonnig, warm
  • Boden: leicht feucht, durchlässig
  • Pflanzzeit: Frühjahr
  • Boden/ Erde: leicht sauer
  • Pflanzabstand: 25 bis 30 cm
  • Kübelhaltung: geeignet
  • Vermehrung: Stecklinge und Aussaat
  • Aussaatzeit: Frühjahr
  • Gießen: immer feucht halten ohne Staunässe
  • Düngen: wöchentlich
  • Schneiden: einmal monatlich leichter Rückschnitt
  • Überwinterung: möglich
  • Pflanzenhöhe/-größe: bis zu 60 cm
  • Wachstum: wächst schnell
  • Giftig: ungiftig
  • Krankheiten: Eisenmangel (Chlorose)
  • Schädlinge: Blattläuse, Weiße Fliegen

Wissenswertes

Das Zauberglöckchen gehört zu den beliebtesten Balkon- und Gartenpflanzen. Die Pflanze treibt schnell sehr viele Blüten aus, die auch immer wieder neu nachwachsen. Die Blüten ähneln denen der Petunie und sind in allen nur erdenklichen Farben, wie Rot, Violett, Orange, Weiß, Gelb und sogar Blau erhältlich.

Die Zauberglöckchen wachsen sowohl in großen Blumentöpfen als auch in Blumenampeln und Balkonkästen. Somit können sie auf dem Balkon, auf der Terrasse und im Garten gepflanzt werden. Da die Pflanze außerdem recht pflegeleicht ist und den ganzen Sommer hindurch blüht, bereitet sie die ganze Gartensaison hindurch Freude.

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Brasilien und ist unter anderen Namen, wie Mini-Petunie oder Millionbells bekannt. Die Namen gehen auf eine Verwandtschaft mit den Petunien zurück und auf das Blütenaussehen, das an kleine Glöckchen erinnert.

360°- Video

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie das Zauberglöckchen (Calibrachoa) aussieht.

360°-Video von dem Zauberglöckchen (Calibrachoa) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Juni

Standort

Zauberglöckchen benötigen viel Wärme.
Zauberglöckchen benötigen viel Wärme.

Der Standort für das Zauberglöckchen sollte sonnig und warm sein. Auch ein ganztägig sonniges Plätzchen bekommt der Pflanze sehr gut. Ebenfalls benötigt sie viel Wärme, dennoch sollte sie nie zu heiß stehen. Ein Platz im Freien ist ideal, da dem Zauberglöckchen auch Regen und Wind nichts anhaben können.

Das Zauberglöckchen kann auch hervorragend in eine Blumenampel gepflanzt werden oder im Balkonkasten stehen. Selbst im großen Pflanzkübeln oder großen Blumentöpfen wächst es schnell und blüht dauerhaft.

Boden

Der ideale Boden für das Zauberglöckchen sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • durchlässig
  • nährstoffreich
  • leicht sauer mit pH-Wert von etwa 5,5

Bei dem Boden ist das Zauberglöckchen nicht besonders anspruchsvoll. Ideal ist eine leicht saure Erde, welche einen pH-Wert von etwa 5,5 aufweist. So kann auch problemlos eine normale Blumenerde verwendet werden, allerdings sollte hier regelmäßig gedüngt werden. Gut geeignet ist außerdem spezielle Petunienerde.

Gartenbista-Tipp: Das Zauberglöckchen kommt mit normaler Blumenerde gut zurecht, benötigt aber regelmäßig Dünger, um eine gute Nährstoffzufuhr zu gewährleisten.

Pflanzen

Die Zauberglöckchen sollen im Frühjahr gepflanzt werden. Der beste Zeitpunkt ist nach dem letzten Frost, also etwa ab Mai. Ab diesem Zeitpunkt können die Pflanzen problemlos ins Freie.

Der ideale Pflanzabstand beträgt 25 bis 30 cm. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Pflanzen mit ihrem starken und schnellen Wachstum genügend Platz haben, um sich zu entfalten.

Sollen die Zauberglöckchen mit anderen Pflanzen gemeinsam in einen Balkonkasten oder Pflanzkübel gesetzt werden, ist darauf zu achten, dass es sich ebenfalls um dominante Pflanzen handelt. So sind beispielsweise Hängepetunien, Lakritzkraut, Verbenen oder Wandelröschen gute Partner.

Pflegen

Das regelmäßige Geißen ist wichtig.
Das regelmäßige Gießen ist wichtig.

Bei einem geeigneten Standort mit viel Sonne wächst das Zauberglöckchen praktisch von allein. Auch verwelkte Blüten müssen nicht entfernt werden, da sie einerseits so gut wie überhaupt nicht auffallen und andererseits von der Pflanze allein abfallen und schnell wieder neue Blüten nach treiben.

Sehr wichtig für ein gutes Wachstum ist das regelmäßige Gießen. Die Erde um die Zauberglöckchen herum muss immer feucht gehalten werden. Besonders an heißen Sommertagen nimmt der Wasserbedarf der Zauberglöckchen stark zu. Hier muss oft täglich gegossen werden. Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten, denn Staunässe gilt es zu vermeiden. Trockenheit verträgt die Pflanze aber auch nicht. Daher muss hier das richtige Mittelmaß gefunden werden.

Tipps zum Gießen:

  • Staunässe vermeiden
  • immer feucht halten
  • an heißen Tagen täglich gießen
  • nie austrocknen lassen
  • kein kalkhaltiges Wasser verwenden

Wichtig ist auch das zum Gießen verwendete Wasser. Zu kalkhaltiges Wasser darf nicht verwendet werden, da es sonst zu Eisenmangel kommen kann. Ideal ist das Gießen mit kalkarmen Regenwasser. Ebenfalls ist es empfehlenswert eine Drainage im Pflanzgefäß zu haben. So kann beispielsweise Regenwasser problemlos ablaufen und Staunässe wird vermieten.

Da für das Zauberglöckchen die Nährstoffzufuhr sehr wichtig ist, sollte die Pflanze regelmäßig gedüngt werden. Dafür empfiehlt sich entweder ein handelsüblicher Eisendünger oder ein spezieller Petuniendünger, der besonders eisenreich ist. Der Dünger kann ganz einfach wöchentlich ins Gießwasser gemischt werden. So lässt es sich Mangelerscheinungen vorbeugen.

Schneiden

Das Zauberglöckchen muss nicht unbedingt geschnitten werden. Für besonders viele Blüten empfiehlt sich aber ein leichter Rückschnitt, der etwa einmal im Monat durchgeführt werden sollte. Dieser regt die Pflanze dazu an, sich etwas mehr zu verzweigen und somit noch mehr Knospen anzusetzen.

Bilder-Galerie

Vermehrung

Zauberglöckchen lassen sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren.

Stecklinge

Wer die Vermehrung mit Stecklingen bevorzugt, sollte damit im Frühjahr beginnen. Die Stecklinge sollten am besten in einer Petunienerde angezogen und immer leicht feucht gehalten werden. So wurzeln sie schneller an. Nach dem Frost können sie dann ganz einfach ins Freie gesetzt werden.

Calibrachoa durch Aussaat vermehren

Auch die Aussaat von Zauberglöckchen ist möglich. Die Samen können im Handel erworben werden oder man sammelt sie im Herbst aus verblühten Blüten. Wenn die Kapseln eine grünliche bis bräunliche Farbe angenommen haben, ist dafür der ideale Zeitpunkt. Den Winter über sollten sie warm und trocken lagern. Wenn sie reif sind, öffnen sie sich von allein und dann können die Samen einfach herausgeschüttelt werden.

Die Aussaat kann ab Januar beginnen, wofür sich auch hier wieder Petunienerde eignet. Sie sollte durchlässig sein und die Samen werden damit nur leicht bedeckt. Die Aussaatschale sollte stets feucht sein und an einem hellen Platz stehen. Sie kann außerdem mit einer Frischhaltefolie abgedeckt werden, um ein gutes Klima zu gewährleisten. Sobald die Pflanzen groß genug sind, können sie vereinzelt werden und nach dem Frost ins Freie kommen.

Gartenbista-Tipp: Auch für die Aussaat der Zauberglöckchen eignet sich spezielle Petunienerde sehr gut.

Überwintern

Obwohl es möglich ist die Pflanze zu überwintern, lohnt es sich meist nicht. Da die Pflanze nicht winterhart ist, muss sie sowieso im Haus überwintern. Dies ist allerdings meist schwierig und gelingt selten. Daher ist es besser im Frühjahr neue Blumen zu kaufen oder im Herbst die Samen zu sammeln und diese im Frühling auszusäen.

Tipps zur Pflege

Zauberglöckchen - Ideal ist Petunienerde.
Zauberglöckchen – Ideal ist Petunienerde.

Obwohl das Zauberglöckchen nur wenig Pflege benötigt, gibt es einige Dinge, die man beachten sollte. Die Pflanze treibt sehr viele Blüten. Sobald diese verblüht sind, werden sie welk und fallen von alleine ab. Sehr schnell entwickeln sich wieder neue Blüten. Daher muss Verwelktes nicht abgezupft werden und man spart sich viel Arbeit.

Die Pflanze übersteht auch Regen und Wind problemlos im Freien. Bei schlechtem Wetter schließen sich die Blüten einfach. Auch morgens sind die Blüten oft noch geschlossen. Erst mit zunehmender Sonne öffnen sie sich.

Wem das regelmäßige Düngen zu anstrengend ist, der sollte zu speziellem Langzeitdünger greifen. So können die Düngerabschnitte verlängert werden. Die im Dünger enthalten Nährstoffe sind für das Zauberglöckchen jedoch sehr wichtig, da es viele benötigt.

Zu dunkle Pflanzgefäße sind nicht besonders gut für das Zauberglöckchen geeignet. Wenn diese in der Sonne stehen, erhitzen sie sich stark und die zarten kleinen Wurzeln der Pflanze können beschädigt werden. Daher sollten beim Zauberglöckchen besser Blumenkästen, Blumentöpfe oder Ampeln in Weiß oder anderen hellen Farben verwendet werden.

Ideal ist Petunienerde. Aber auch Rhododendronerde kann gut verwendet werden. Ist beides nicht zur Hand, kann selbstverständlich auch normale Blumenerde genutzt werden.

Schädlinge und Krankheiten

Weiße Fliegen sind eine Gefahr für das Zauberglöckchen.
Weiße Fliegen sind eine Gefahr für das Zauberglöckchen.

Obwohl das Zauberglöckchen Witterungsbedingungen gegenüber sehr robust ist, ist es doch nicht unempfindlich gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Wird es beispielsweise mit zu kalkhaltigem Wasser gegossen, sammelt sich Kalk in der Erde. Dadurch können sich die Blätter aufhellen und die Wurzeln schließlich nicht mehr genügend Eisen aufnehmen.

Die Folge ist eine Chlorose, also starker Eisenmangel. Dagegen hilft nur regelmäßiges Düngen und Gießwasser mit wenig Kalk. Sollten sich dennoch einmal helle Blätter bilden kann mit einem speziellen Petuniendünger, der reichhaltig an Eisen ist, vorgebeugt werden.

Welke Blüten müssen kein Anzeichen von Krankheit sein, sie können auch einfach nur auf Wassermangel hindeuten. Allerdings können sie auch von zu viel Wasser und Staunässe verursacht werden. Daher sollten die Pflanzgefäße immer eine Drainage und einen Ablauf haben.

Ab und zu kann das Zauberglöckchen auch von Blattläusen befallen werden. Die Folge ist oft ein langsames Absterben der Pflanze. Ein Mittel gegen Blattläuse ist Lecithin. 500 ml Milch werden mit einem Liter Wasser gemischt und die betroffenen Pflanzen sollten täglich eine zeit lang damit besprüht werden. Auch im Handel erhältliche natürliche Insektizide können Abhilfe schaffen.

Weiße Fliegen sind ebenfalls eine Gefahr für das Zauberglöckchen und können ihm sehr schaden. Meist setzen Sie sich an den Blattunterseiten fest und saugen von dort den Pflanzensaft heraus. Erste Anzeichen für den Befall mit weißen Fliegen sind gelbe Stellen auf den Blättern und schließlich das Verwelken und Abfallen der Blätter. Auch hier können natürliche Insektizide helfen.

Zauberglöckchen- eine Pflanze, die ihrem Namen alle Ehre macht

Das Zauberglöckchen ist eine relativ pflegeleichte und anspruchslose Pflanze. Einzig bei der Nährstoffzufuhr ist sie wählerisch und sollte wöchentlich mit eisenhaltigem Dünger gedüngt werden. Auch einen sonnigen Platz weiß sie zu schätzen. Bei der Pflege gibt es ebenfalls nicht viel zu beachten, da verwelkte Blüten nicht einmal entfernt werden müssen.

Wichtig ist auch das regelmäßige Gießen. Am besten eignet sich dafür kalkarmes Regenwasser. Die Pflanze sollte immer feucht sein, darf aber keine Staunässe haben. Werden alle diese Faktoren beachtet, entfaltet das Zauberglöckchen eine wahre Blütenpracht und wird zur Augenweide in jedem Garten.

Unser Buch-Tipp: Gartenblumen (GU Große Pflanzenratgeber)

Symbolgrafiken: © womue, Mathias Karner, milmed, Henrik Larsson, Elisabeth – Fotolia.com


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.