Wendeltreppenfarn (Athyrium filix-femina) – Pflanzen, Pflege und Wirkung

Wendeltreppenfarn richtig pflanzen.

Der Wendeltreppenfarn (Athyrium filix-femina) aus der Familie der Woodsiaceae stellt mit seiner geringen Wuchshöhe von nur 30-50 cm eine kleine Rarität dar. Das aus Mittel-, Südamerika oder Mitteleuropa stammende Gewächs, welches am besten an schattigen Orten gedeiht, ist vielen Gärtnern noch unbekannt. Jedoch erobert er die Herzen wahrer Pflanzenliebhaber im Nu. Dabei begeistert der Wendeltreppenfarn nicht nur mit seiner extravaganten Optik, sondern ist zudem pflegeleicht, anspruchslos und ausgesprochen winterhart

Wendeltreppenfarn (Athyrium filix-femina) – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: sommergrün
  • Standort: schattig-halbschattig an Gehölzen bzw. Gehölzrändern
  • Boden: feucht bis nass, humos, kalkarm
  • Pflanzzeit: Frühjahrspflanzung ist ratsam aber nicht zwingend
  • Boden/ Erde: organische Anreicherung, beispielsweise mit Mulch, optimiert die Ansprüche an den Boden
  • Pflanzabstand: 50 cm, entspricht etwa vier Pflanzen pro m²
  • Kübelhaltung: ja
  • Vermehrung: samt sich durch Sporen alleine aus, Teilung im Frühsommer möglich
  • Aussaatzeit: Frühjahr oder Herbst
  • Gießen: hoher Wasserbedarf, Erde stets feucht halten
  • Düngen: mit organsicher Substanz, um die humose Eigenschaft des Bodens zu erhöhen
  • Schneiden: kein Rückschnitt erforderlich
  • Überwinterung: winterhart
  • Pflanzenhöhe/-größe: etwa 30 cm
  • Wachstum: erreicht erst spät seine volle Größe
  • Giftig: ja
  • Krankheiten: keine, sehr robust
  • Gelbe/ braune Blätter- was tun?: ausreichende Wasserzufuhr prüfen
  • Schädlinge: keine

Wissenswertes

Leider kursiert noch immer der schlechte Ruf der Farne, es handele sich um wuchernde Stauden, die noch dazu nur wenig ästhetischen Wert besitzen. Jedoch hegt manch ein Gärtner eine besondere Passion zu den blütenlosen Sporenpflanzen. Man bedenke, dass die Gattung der Filicinophyta bereits existierte, als die Dinosaurier noch die Erde besiedelten.

360°-Video

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Wendeltreppenfarn (Athyrium filix-femina) aussieht.

360°-Video von dem Wendeltreppenfarn (Athyrium filix-femina)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im August

Der Wendeltreppenfarn stellt in dieser Familie eine ganz besondere Unterart dar. Seine geringe Wuchshöhe macht ihn für Gärten jeglicher Art beliebt. Darüber hinaus besitzt er eine Aufmerksamkeitserregende Erscheinung. In den Niederlanden erzählt man sich sogar, er behüte mystische Wesen. Einem Märchen zufolge sollen nachts Elfen aus der Erde kommen, die Wendeltreppen artigen Stängel empor klettern und den Farn mit kleinen Gießkannen bewässern.

Herkunft und Verbreitung

Der Wendeltreppenfarn ist in Mitteleuropa sowie auf dem amerikanischen Kontinent zu Hause. Auf Garten- und Pflanzenaustellungen wird er häufig als Kostbarkeit deklariert. Bei seinem Anblick reagieren viele Menschen erstaunt, da Athyrium filix-femina eine eher unbekannte Pflanze darstellt. Im Handel trägt er leider oft eine falsche Bezeichnung. Die Verwechslung kann einer unachtsamen Züchtung zu Grunde liegen, bei der der Wendeltreppenfarn sein typisches Aussehen verliert.

Erscheinung und Wuchsform

Die Wuchsform des Wendeltreppenfarns ist namensgebend. Wie kleine Stufen ranken die hellgrünen, gefiederten Blätter an den Stängeln empor. Blüten bildet Athyrium filix-femina nicht. Er zählt zu den horstbildenen Gewächsen mit aufrechtem Wuchs, die im Kübel überhängt. Im Gegensatz zu seinen Verwandten wird Athyrium filix-femina lediglich 30 cm hoch. Man ordnet ihn der Unterart der Frauenfarne zu.

Gartenbista-Info: Botaniker unterscheiden zwischen Männer- und Frauenfarnen. Erstere weisen große, grobe Blätter auf, während die Frauenfarne eher grazil erscheinen.

Standort

Wie alle Farne liebt auch Athyrium filix-femina schattige Orte. Direkte Sonneneinstrahlung lässt die Pflanze eingehen. Besonders wohl fühlt er sich daher in der Nähe von Gehölzen. Ratsam ist die Pflanzung unter Schatten spendenden Baumkronen.

Bilder – Galerie

Boden

Wenn es etwas gibt, das der Wendeltreppenfarn gar nicht mag, ist das Trockenheit. Ein gesundes Wachstum bedarf ausreichend feuchten, ja fast schon nassen Boden. Aus diesem Grund bevorzugt er sonnenabgewandte Standorte, da die Erde nur hier genügend Wasser bereithält. Ebenso wichtig ist jedoch auch die Luftfeuchtigkeit.
Überdies sollte der Boden kalkarm und sauer sein.

Den Wendeltreppenfarn nahe Nadelbäumen zu pflanzen, ist eine geeignete Methode, zwei seiner Ansprüche in einem zu erfüllen. Zum einen halten sie direkte Sonneneinstrahlung fern. Grundsätzlich senken Nadelgewächse zudem den pH-Wert des Bodens in ihrer Umgebung. Andernfalls muss die Erde organisch angereichert werden.

Gartenbista-Anleitung: Den pH-Wert des Bodens auf natürliche Weise senken

  • Zu allererst sei von dem oft verwendeten Torf abzuraten. Dieses Material tut weder der Umwelt noch dem Garten auf Dauer gut.
  • Wie bereits erwähnt können Tannennadeln sowie die umliegende Erde der Nadelgewächse als Dünger dienen. Gleichermaßen können Eichenblätter behilflich sein.
  • Bestenfalls wird dazu ein eigener Kompost angelegt. Des Weiteren hat sich alter Kaffeesatz bewährt.
  • Optisch ansprechend ist darüber hinaus eine Mulchschicht, die stets mit Stickstoffdünger kombiniert werden sollte.

Pflanzung

Farne gehören zu den Stauden und werden deshalb am besten im Herbst oder im Frühjahr in die Erde gesetzt. Obgleich zur Pflanzung in dieser Zeit geraten wird, entwickelt sich Athyrium filix-femina mit gewissenhafter Pflege und den richtigen Bodenverhältnissen auch im Sommer gut. In kleinen Grüppchen gepflanzt entfacht der Wendeltreppenfarn einen ganz besonderen optischen Reiz. Dabei ist der minimale Abstand von 50 cm zur benachbarten Pflanze einzuhalten. Diese Empfehlung erlaubt circa vier Farne auf pro Quadratmeter.

Wendeltreppenfarn im Kübel

Unbedingt muss in die Planung einbezogen werden, dass der Wendeltreppenfarn im Oberboden stark durchwurzelt ist. Allerdings reichen die Wuzeln nicht besonders tief in die Erde. Somit eignet sich Athyrium filix-femina auch wunderbar für die Kübelhaltung. In diesem Fall sollte der Blumentopf etwa 9×9 cm messen. Das entspricht einem Volumen eines halben Liters.

Begleitpflanzen

Wendeltreppenfarn auch wunderbar für die Kübelhaltung.

Wie bereits erwähnt fühlt sich der Wendeltreppenfarn in der Nähe von Gehölzen wohl. Besonders geeignet sind Nadelbäume, da sie als Schattenspender dienen und dem Boden die nötige Säure verleihen.

Eine weitere eher ästhetische Möglichkeit, den Wendeltreppenfarn in Gesellschaft zu halten, ist die Kombination mit anderen Farnen. Hier besteht der große Vorteil der Pflegeleichtigkeit, da sich die Ansprüche an die Umwelt sehr ähneln. Mit seiner geringen Wuchshöhe und der außergewöhnlichen Blattanordnung wird Athyrium filix-femina inmitten einer Farnkolonie zum exotischen Blickfang.

Darüber hinaus passt das Gewächs in jedes Staudenbeet. Als Partner passt dann zum Beispiel die weiß blühende Etagen Primel (Primula japonica ‚Alba‘), die sich ebenfalls an schattigen Orten wohlfühlt und den Wendeltreppenfarn in ihrer Wuchshöhe nur knapp überragt.

Eine Kombination mit dem Aronstab bringt das ganze Jahr über Farbe ins Beet. Diese giftige Pflanze zieht nämlich im Sommer, wenn der Wendeltreppenfarn strahlend grün leuchtet, ihre Blätter ein, begeistert aber im Frühjahr mit ihrer Blüte sowie im Herbst mit feuerroten Fruchtständen.

Gartenbista-Info: Der Wendeltreppenfarn behindert auch kleine Pflanzen, welche im Sommer ihre Blüte tragen nicht, da er erst spät seine volle Größe erreicht.

Pflege

Athyrium filix-femina ist nicht sehr anspruchsvoll. Bei artgerechter Standortwahl und durchgehender Feuchtigkeit entwickelt er sich fast ohne jegliches Zutun. Hat sich der Wendeltreppenfarn erstmal an seine Umgebung gewöhnt, übersteht er in der Regel auch kurze Trockenperioden. Jungpflanzen bedürfen allerdings einer steten Wasserzufuhr.

Treibt der Farn im Frühjahr allerdings nur spärlich aus, ist davon auszugehen, dass ihm Wasser fehlt. Dann sollte er ruhig stark gegossen werden. Ebenfalls ist dann die Zugabe von etwas Dünger, etwa Bentonit oder Holzspäne, sinnvoll.

Gartenbista-Hinweis: Ist der Wendeltreppenfarn einmal in die Erde gepflanzt, sollte der Standort möglichst nicht gewechselt werden. Ständiges Umsetzen macht dem Gewächs zu schaffen. Lediglich alle 3-4 Jahre darf er aus der Erde genommen werden.

Schneiden

Bei dem Wendeltreppenfarn entfällt der bei zahlreichen Stauden übliche Rückschnitt im Herbst. Aufgrund seiner geringen Wuchshöhe muss sein Wachstum generell nicht eingedämmt werden. Athyrium filix-femina tritt nur in der warmen Jahreszeit in Erscheinung. Im Winter zieht er seine Stängel ein.

Athyrium filix-femina vermehren

Wenn es um die Ausbreitung geht, sind Farne unberechenbar. Somit vermehrt sich auch der Wendeltreppenfarn ganz von alleine durch Sporenbildung. Diesen Vorgang gezielt zu steuern, ist eine Kunst für sich, mit der sich selbst erfahrene Gärtner schwer tun. Oftmals entstehen dann Kreuzungen, die äußerlich nichts mit der bizarren Erscheinung des Wendeltreppenfarns zu tun haben. Mit ein wenig Übung gelingt die Vermehrung aber auch mittels der Wurzelteilung.

Gartenbista-Tipp: Die beste Jahreszeit für dieses Unterfangen ist der Frühling.

Überwinterung

Die Überwinterung der Wendeltreppenfarn.
Die Überwinterung der Wendeltreppenfarn.

Athyrium filix-femina ist ein sehr robustes, wiederkehrendes Gewächs. Da es sich hierbei um eine sommergrüne Pflanze handelt, bedarf es im Winter keinem Frostschutz. Mit sinkenden Temperaturen im Herbst zieht er seine kleinen Wendeltreppen ein und lässt sie erst wieder im Frühjahr aus der Erde ranken. Somit ist der Wendeltreppenfarn absolut winterhart.

Krankheiten und Schädlinge

Farne gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde. Ihre erstaunliche Überlebensdauer kommt nicht von ungefähr. Vorzugsweise sind sie ausgesprochen robust und anspruchslos. Es existieren so gut wie keine Schädlinge oder Krankheiten, die diese Pflanzengattung befallen. Auch für Schneckenfraß ist der Wendeltreppenfarn nicht anfällig. Lediglich die falsche Standortwahl im direkten Sonnenlicht oder zu geringe Bodennässe hindern Athyrium filix-femina an der Entfaltung seiner sehenswerten Stängel.

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Symbolgrafiken: © cascoly2 (2), sandymoments – Fotolia.com


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