Weißklee: Unkraut oder Heilpflanze? Das sollten Sie wissen

Lesezeit: 6 Min.
Weißklee
Weißklee

Die kleine Pflanze ist bei vielen Hobbygärtnern als Unkraut verschrien. Ob in Beeten, Rabatten oder gar im Rasen: Weißklee wird für gewöhnlich gnadenlos vernichtet. Einerseits verständlich, da er sich ungeniert ausbreitet, andererseits jedoch auch schade, da er in der Naturheilkunde gut gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt werden kann. Die Wirkung von Trifolium repens ist nicht zu unterschätzen, was man vielleicht beim nächsten Angriff gegen ihn bedenken sollte…

Weißklee, Trifolium repens – Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista

  • Pflanzenhöhe/-größe: 5 – 20 cm
  • Blütezeit: MaiOktober
  • Blütenfarbe: weiß
  • Vorkommen: Europa, Asien, Nordafrika
  • Verbreitung: Wiesen, Weiden, Wegesränder
  • Verwendung: Futterpflanze, Bienenweide, Gründüngung, Heilpflanze
  • Vermehrung: Kriechtriebe, die einwurzeln; Samen
  • Giftig: nein
  • Heilwirkung: blutreinigend
  • Winterhart: ja
  • Schädlinge & Krankheiten: Pilze

Weißklee – Rotklee: so unterscheiden sich die beiden Arten

Rotklee
Rotklee

Sie gehören zwar zur selben Familie, weisen jedoch einige Unterschiede auf: Weißklee und Rotklee. Am auffälligten ist wohl die Blütenfarbe, jedoch gibt es auch außerhalb der Blütezeit verschiedene Merkmale, die nicht identisch sind. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Heilwirkung kann es durchaus von Bedeutung sein, zu wissen, um welchen Klee es sich genau handelt. Wird er hingegen als Futterpflanze verwendet, so spielt dies keine Rolle.

Weißklee, Trifolium repens Rotklee, Trifolium pratense
Alternative Bezeichnung Kriechklee Wiesenklee
Größe 5 – 20 cm 15 – 80 cm
Blütenfarbe weiß rot, rot-violett
Blütezeit Mai – Oktober April – Oktober
Vorkommen Europa, Asien, Nordafrika Europa, Asien
Heilwirkung Fördert Lebertätigkeit & Verdauung; blutreinigend lindert Wechseljahresbeschwerden
Verwendung Heilpflanze, Gründüngung, Viehfutter Heilpflanze, Futterpflanze, Küche

Weißklee bekämpfen

Die kleine Pflanze sieht recht niedlich aus; ihre Blüten sind eine sehr beliebte Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Dennoch sind die meisten Gartenbesitzer alles andere als erfreut, wenn sie Weißklee in ihren Beeten oder gar auf ihrem Rasen vorfinden. Allzu häufig greifen sie zu brachialen Mitteln, um den Klee loszuwerden. Im Fachhandel werden diverse Pflanzenschutzmittel angeboten, welche den unerwünschten Pflanzen den Garaus machen sollen. Leider handelt es sich dabei für gewöhnlich um Chemiekeulen. Ein echter Naturfreund möchte solche Substanzen nicht in seinem Garten haben; abgesehen davon wird nicht nur der Klee vernichtet, sondern auch Zier- und Nutzpflanzen.

In Rabatten

Wenn Klee in Beeten oder Rabatten wächst, so handelt es sich dabei meistens um den Sauerklee. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich nicht auch der eine oder andere Weiß- oder Rotklee dort verirren kann. Unerheblich, um welche Art es sich handelt: in ein Zier- oder Nutzbeet gehört er nicht hin. Die Entfernung ist jedoch nicht so kompliziert: mit einer Grabegabel wird die Pflanze vorsichtig herausgehoben, wobei es wichtig ist, dass die gesamten Wurzeln mit herausgezogen werden.

Meistens kommt jedoch der Klee wieder, wenn er einmal dagewesen ist. Konsequentes Handeln ist nun gefragt: sobald sich eine neue Pflanze zeigt, muss sie herausgezogen werden. Dieses Jäten kann zwar recht arbeitsintensiv sein, jedoch ist es erfolgversprechend.

Weißklee im Rasen bekämpfen

Trifolium repens im Rasen
Trifolium repens im Rasen

Für manche Gartenbesitzer stellt Klee im Rasen eine optische Störung dar. Andere wiederum haben Angst, barfuß zu laufen, da sie von den Bienen gestochen werden könnten, die sich an dem Nektar der Kleeblüten laben. So kommt es, dass vielerorts eine Bekämpfung auf der Grünfläche angesagt ist.

  • Auch, wenn es mühsam ist: das Ausstechen der Kleepflanzen ist tatsächlich die effektivste Methode, um die Pflanzen dauerhaft loszuwerden. Damit sollte man bereits beginnen, sobald sich kleine Pflänzchen zeigen. Je größer und breiter diese Ansiedlungen werden, desto tiefer befindet sich das Wurzelwerk in der Erde.
  • Regelmäßiges Vertikutieren hilft auch gegen Klee im Rasen, jedoch leider nicht bei alten und demzufolge tief eingewurzelten Gewächsen.
  • Düngegaben stärken die Rasenpflanzen. Dadurch können sie sich besser gegen Klee und andere unerwünschte Gewächse durchsetzen.

Gartenbista-Tipp: Vorbeugung ist sinnvoll. Wird der Rasen regelmäßig gekalkt, kann dies der Ansiedelung von Klee vorbeugen.

In folgendem Video wird sehr schön anschaulich erklärt, wie man Klee im Rasen bekämpfen kann. Reinschauen lohnt sich!

 

Trifolium repens in der Naturheilkunde

Nicht jeder möchte Weißklee bekämpfen: in der Naturheilkunde wird er gerne unterstützend bei einigen Beschwerden eingesetzt. Er enthält unter anderem

  • ätherische Öle,
  • Gerbstoffe,
  • Glykoside,
  • Isoflavone und
  • phenolische Substanzen

Wirkung

Sowohl Weiß- als auch Rotklee wirken blutreinigend und erweichend.

Anwendungsgebiete

Tee aus Kleeblüten - wohlschmeckend und heilsam
Tee aus Kleeblüten – wohlschmeckend und heilsam

In Form von Tee wird der Klee gerne bei Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen eingesetzt; besonders der Rotklee ist aufgrund des hohen Gehaltes an Isoflavonen hierfür besonders geeignet. Doch auch bei

  • Appetitlosigkeit,
  • Leberschwäche,
  • Verdauungsbeschwerden sowie
  • Verstopfung

kann ein solcher Kräutertee getrunken werden. Äußerlich wird er in Form von Umschlägen gegen Rheuma und Gicht eingesetzt.

Für einen Tee werden folgende Zutaten benötigt:

1 Esslöffel getrocknete Kleeblüten und -blätter
250 ml Wasser

Und so geht´s:

  • Klee in eine Tasse füllen
  • Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergießen
  • Tasse abdecken
  • 10 Minuten ziehen lassen
  • Abseihen

Pro Tag sollten nicht mehr als drei Tassen dieses Aufgussgetränkes getrunken werden. Eine optimale Wirkung wird kurativ erzielt; hierfür erfolgt die Einnahme über sechs Wochen.

Gartenbista-Tipp: Anstelle des getrockneten Klees frisch geerntete Blätter und Blüten verwenden!

Weißklee nutzen – Tipps

Weißklee ist bei Kühen sehr beliebt
Weißklee ist bei Kühen sehr beliebt

Als Gründüngung ist Weißklee hervorragend geeignet. Seine langen Wurzeln haben an ihren Enden kleine Stickstoffblasen. Werden die oberirdischen Pflanzenteile vor der Blüte geschnitten, geben die Wurzeln den Stickstoff an den Boden ab. Allerdings funktioniert diese Methode nicht bei Klee, der sich selbst irgendwo im Garten angesiedelt hat und schon gar nicht bei Pflanzen, die bereits geblüht haben (Selbstaussaat!). Vielmehr muss er im Herbst des Vorjahres extra für diesen Zweck ausgesät werden.

Frische Blütenköpfe können auch in der Küche vielseitig verwendet werden: eingelegt, zu Likör oder Wein verarbeitet, als Dekoration über Salate, Suppen oder Desserts gestreut oder zu Dips oder Saucen verarbeitet. Sie schmecken ein wenig nach Erbsen, allerdings mit einer leicht süßlichen Note.

Die Blätter hingegen können als Gemüse verzehrt werden; dies ist sowohl in rohem als auch in gekochtem Zustand möglich.

Als Futter für Weidetiere ist Weißklee allgemein bekannt. Doch auch für kleine Haustiere wie Kaninchen und Meerschweinchen ist diese Pflanze ein beliebter Snack. Wer solche Tiere hält, sollte ein kleines, abgetrenntes Beet (möglichst mit Rhizomsperre) für seine vierbeinigen Freunde kultivieren.

Neben den vielen Verwendungsmöglichkeiten kann es auch sein, dass der Weißklee ein Glücksbringer ist. Gelegentlich bringt er ein vierblättriges Kleeblatt hervor, welches bekanntermaßen dem Finder zu Glück verhelfen soll.

Gartenbista-Tipp: Kleeblüten in Eiswürfeln sind in Longdrinks und Erfrischungsgetränken ein echter Hingucker!

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Ist Weißklee winterhart?

Hierzulande kann der Weißklee – ebenso wie der Rotklee – problemlos überwintern. Seine Wurzeln verbleiben auch dann in der Erde, wenn oberirdische Pflanzenteile absterben sollten, und treiben immer wieder neu aus. Auch in Trockenzeiten überleben die Wurzeln.

Wie tief wurzelt Weißklee?

Die Wurzeln der kleinen Pflanzen können bis zu 70 cm lang werden und wurzeln dementsprechend tief. Es geht jedoch noch schlimmer: die Wurzeln des Rotklees können bis zu 2,10 m lang werden.

Wo findet man Weißklee?

Stellt man diese Frage Hobbygärtnern, so würde ein Großteil von ihnen antworten, dass sich dieser Klee bei ihnen im Rasen befindet. Doch er wächst nicht nur in heimischen Gärten, sondern auch auf Wiesen und Weiden sowie an Wegesrändern.

 

Symbolgraphiken: © Andrey Zyk – stock.adobe.com; Jaqueline Geisel – stock.adobe.com; LFRabanedo – stock.adobe.com; chamillew – stock.adobe.com; Availaisu – stock.adobe.com


• 27. Juli 2021 • Kategorie: Pflanzen

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