Echte Vanille – Pflanze züchten, anbauen und pflegen

Vanilla aphylla RolfeEchte Vanille ist eine wahre Geschmacksexplosion für viele Speisen. Leider ist sie zum einen nicht besonders einfach zu erwerben, zum anderen ist die Vanille auch nicht gerade günstig. Wer ein Gewächshaus besitzt, kann diese Probleme ganz leicht umgehen, indem er selbst Vanille züchtet. Dies ist gar nicht schwer – bei guter Pflege kann eine Vanillepflanze sogar sechs Jahre lang ihre Schoten produzieren…

Echte Vanille Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista:

Vanillepflanzen kaufen

Echte Vanille kann ausschließlich über Stecklinge angebaut werden. Das Problem mit den Stecklingen liegt darin, dass sie nur äußerst selten irgendwo erworben werden können. Ein guter Fachhandel oder Orchideenzüchter kann da häufig behilflich sein.

Ansonsten besteht die Möglichkeit, fertige kleine Vanillepflanzen zukaufen, beispielsweise hier.

Vanille aus Stecklingen selber züchten

So können Sie mittels einer Vanillestaude selber Vanille – Pflanzen anbauen:

  1. Kopftrieb entnehmen: Ist bereits eine Vanillestaude vorhanden, steht einer Zucht nichts mehr im Wege: ein circa 40 cm langer Kopftrieb wird dieser entnommen, dem die Blätter der unteren Hälfte entfernt werden.
  2. Pflanzerde/-topf: Dann wird der Steckling in einen mit Erde gefüllten Topf gesteckt, in den eine Kletterhilfe für das beblätterte Stück gegeben wird. Diese ist wichtig, da es sich bei der Vanillestaude um eine Rankpflanze handelt.
  3. Angießen: Die Erde wird leicht angegossen, der Topf in einen Plastikbeutel gesteckt.
  4. Standort: Dann wird dieser an einen schattigen Platz gestellt, an dem Temperaturen um 25°C herrschen müssen.
  5. Austriebszeit: Wenn sich nach circa vier Wochen ein neuer Austrieb zeigt, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass der Steckling gewurzelt hat. Nun kann die Plastiktüte entfernt werden.

 Vanille Standort: Halbschatten

Wichtig für die echte Vanillestaude ist, dass sie immer hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Halbschatten ist ebenfalls vonnöten. Darüber hinaus benötigt die Vanille eine hohe Luftfeuchtigkeit, so dass ein Gewächshaus der optimale Platz für sie ist. Von einer Zimmerhaltung ist hingegen abzuraten.

Vanille – Pflanzen Pflege

  • Erde: Die Vanillestauden gedeihen am besten in spezieller Orchideen-Erde.
  • Gießen: Vanille mit entkalktem, lauwarmem Wasser gießen; optimal geeignet ist Regenwasser. Vor einem Gießvorgang sollte die Erde immer antrocknen, da die Vanillestaude es nicht sehr gerne hat, wenn sie zu nass steht.
  • Besprühen: Die Blätter der Vanillestaude regelmäßig besprühen; auch hierfür eignet sich am besten Regenwasser.
  • Düngen: Im Frühjahr und Sommer einmal monatlich düngen; ein gewöhnlicher Orchideendünger ist hierfür perfekt.
  • Rankhilfe: Vanillestauden wachsen bis zu einem Meter pro Jahr. Sie sollten unbedingt durch Rankhilfen gestützt werden.
  • Überwintern: Im Winter darf der Wurzelballen der Vanillestaude nur leicht feucht gehalten werden. Umgebungstemperaturen um 18°C reichen vollkommen aus, um die Pflanze gut durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit muss dennoch gegeben sein.

Vanille ernten ab dem dritten Lebensjahr

Im dritten Jahr ihres Lebens bildet die Vanillestaude in der Regel erstmalig Blüten, welche sich zur Frucht entwickeln. Es ist zwingend notwendig, die Vanilleschoten zu ernten, bevor sie völlig reif sind, da ansonsten die Gefahr zu groß ist, dass sie aufplatzen. Der optimale Erntezeitpunkt ist gegeben, wenn die Schoten eine gelb-grüne Farbe haben.

Nach der Ernte müssen die Vanilleschoten unbedingt getrocknet werden, damit sie ihren typischen Geschmack bilden können. Dies geschieht in einer feuchtwarmen Umgebung und dauert in der Regel circa vier Monate. Wenn die Vanille ihre typische schwarze Färbung angenommen hat, ist sie zur Verarbeitung bereit.

Graphik: © sitkrai55 – Fotolia.com


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