Taubenkropf-Leimkraut Steckbrief, Standort, Vermehrung & Überwinterung

Lesezeit: 7 Min.
Taubenkropf-Leimkraut, Silene vulgaris
Taubenkropf-Leimkraut, Silene vulgaris

Das Taubenkropf-Leimkraut ist ein Wiesenkraut, jedoch ein ausgesprochen dekoratives. So dekorativ, dass es in manch einem heimischen Garten als Zierpflanze gehalten wird. Im Gegensatz zu anderem Leimkräutern ist diese Pflanze nicht klebrig, so dass im Umgang mit ihr keine besonderen Maßnahmen notwendig sind. doch nicht nur das: sie ist sehr pflegeleicht, was das Herz manch eines Hobbygärtners höherschlagen lässt…

Taubenkropf-Leimkraut, Silene vulgaris- Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista

  • Standort: sonnig – halbschattig
  • Boden: trocken, nährstoffarm
  • Pflanzenhöhe/-größe: 20 – 60 cm
    Blütezeit: MaiSeptember
  • Gießen: nur bei Hitze
  • Düngen: nein
  • Schneiden: nein
  • Überwintern: winterhart
  • Vermehrung: Aussaat
  • Giftig: nein
  • Essbar: ja
  • Heilwirkung: erweichend, stoffwechselanregend
  • Krankheiten und Schädlinge: keine bekannt

Allgemeine Informationen über Taubenkropf-Leimkraut

Bein dem Traubenkropf-Leimkraut handelt es sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse. Sie ist auch unter den Bezeichnungen Klatschnelke, Knirrkohl, Gewöhnliches Leimkraut sowie Blasen-Leimkraut bekannt. Sie lediglich als Taubenkropf zu bezeichnen, wäre falsch: dieser ist eine eigenständige Pflanze, die überwiegend im eurasischen Raum zu finden ist. Das Taubenkropf-Leimkraut hingegen ist in Europa, Nordafrika und Westasien beheimatet; in die USA sowie nach Australien wurde sie eingeschleppt und ist dort demzufolge ein Neophyt.

Bevorzugt wächst die Pflanze auf Magerwiesen, an Wegrändern, Bahnböschungen sowie anderen trockenen Bereichen; auf kultivierten Flächen fühlt sie sich für gewöhnlich nicht wohl. Dennoch wird sie ganz gerne als Zierpflanze in heimischen Gärten kultiviert. Immer mehr Hobbygärtner wissen die dekorative Pflanze zu schätzen, die – im Gegensatz zu anderen Leimkraut-Arten – nicht klebrig ist.

Taubenkropf-Leimkraut in seinem natürlichen Habitus
Taubenkropf-Leimkraut in seinem natürlichen Habitus

Die Beliebtheit resultiert in erster Linie aus den wunderschönen Blüten, die sich von Mai bis September zeigen. Sie sind weiß oder hellrosafarben und haben eine Kelchröhre, die aufgeblasen ist und somit an den Kropf einer Taube erinnert. Auch darin unterscheiden sie sich von anderen Leimkraut-Arten, deren Kelchröhren zylindrisch geformt sind. die Blüten verströmen einen angenehmen, frischen Duft – allerdings nur nachts. Er dient dazu, Nachtfalter und andere Insekten anzulocken und sie mit Nektar zu versorgen. Hierfür benötigen diese jedoch einen langen Rüssel, da er sich tief im Inneren des Kelches befindet.

Aus den Blüten entwickeln sich kugelförmige Kapselfrüchte, welche Samen enthalten. Sie springen bei Reife auf, so dass das Saatgut davonfliegen kann, und sorgen so für einen Fortbestand der Pflanze

Übrigens: Die Blüten schauen immer in dieselbe Richtung!

Ist diese Pflanze giftig für Menschen oder Tiere?

Das Taubenkropf-Leimkraut ist weder für Menschen noch für Tiere giftig. Falls ein Hund oder eine Katze aus welchen Gründen auch immer ein Pflanzenteil verzehrt, besteht keinerlei gesundheitliche Gefahr.

Oder essbar?

Junge Triebe können gegessen werden. Sie haben einen frischen, salatähnlichen Geschmack und werden deswegen gerne als Salatbeilage verwendet. Alternativ können sie auch gegart werden.

Heilwirkung?

Junge Triebe lassen sich zum Essen oder als Heilkraut verwenden
Junge Triebe lassen sich zum Essen oder als Heilkraut verwenden

Die Triebe, Wuzeln sowie das Kraut enthalten wertvolle Inhaltsstoffe:

  • Bitterstoffe
  • Mineralstoffe
  • Saponine
  • Vitamine

Heutzutage ist das Taubenkropf-Leimkraut in der Naturheilkunde nahezu bedeutungslos. Dies war jedoch nicht immer so: es hat eine erweichende sowie eine stoffwechselanregende Wirkung und wurde deswegen unterstützend gegen verschiedene Beschwerden eingenommen.

Anwendung von Taubenkropf-Leimkraut

Bei Augen- oder Hautentzündungen wurde aus den Wurzeln eine Seifenlauge hergestellt, mit der die betroffenen Stellen behandelt wurden. Um dien Stoffwechsel anzuregen, aß man die jungen Triebe als Gemüse oder Suppeneinlage, was im Übrigen auch heutzutage noch gerne gemacht wird, jedoch eher aus kulinarischen Gründen.

Gartenbista-Tipp: Für die Natur ist der Knirrkohl eine wichtige Futterquelle!

Unterschied zum Taubenkropf

Während Das Taubenkropf-Leimkraut sowie die ihm stark ähnelnde Weiße Lichtnelke nicht giftig sind, ist dies beim Taubenkropf, Silene baccifera, Taubenkropf, durchaus der Fall. Wer mit dem Gedanken spielt, die Wiesenpflanze zu verzehren, sollte sich wirklich ganz sicher sein, dass er nicht versehentlich ihren Namensvetter auf dem Teller liegen hat.

Taubenkropf-Leimkraut Taubenkropf, Hühnerbiss
Pflanzenhöhe 20 – 60 cm 40 – 150 cm
Besonderheiten Pflanzenteile sind kahl sämtliche Pflanzenteile sind mit Flaum überzogen
Blütezeit Mai – September Juli -September
Blütenfarbe weiß, rosafarben grünlich-weiß
Form der Blüten aufgeblasen, länglich schüsselartiger Kelch, Blütenblätter ausgebreitet
Giftig nein ja

 

Taubenkropf-Leimkraut Pflege: Standort

Damit sich die Staude richtig wohl fühlt, benötigt sie einen vollsonnigen Standort. Notfalls nimmt sie auch mit einem Plätzchen im Halbschatten vorlieb, jedoch wird sie sich dort nicht so gut entwickeln können.

Boden

Der Boden sollte trocken und nährstoffarm sein. Überdüngte Substrate mag das Gewöhnliche Leimkraut ebenso wenig wie nasse oder schwere Böden. Aufgrund der Anspruchslosigkeit kann die Staude auch auf Sand- oder Steinhaufen gedeihen, so dass sie eine ideale Pflanze für Steingärten und ähnliche Areale ist.

Gartenbista-Tipp: Um eine perfekte optische Wirkung zu erzielen, immer mehrere Pflanzen in Gruppen setzen!

Kübelhaltung möglich?

Auch in Pflanzgefäßen können die beliebten Pflanzen kultiviert werden. Allerdings muss an sich darüber im Klaren sein, dass das Taubenkropf-Leimkraut eine Wiesenpflanze ist und somit eine Kübelkultur nicht seine natürliche Umgebung widerspiegeln kann.

Was ist dabei zu beachten?

  • Pflanzgefäß muss ausreichend groß sein
  • Unten ist zwingend eine Drainage aus Kies oder Blähton zu legen
  • Das Substrat muss trocken und durchlässig sein
  • Nur sparsam gießen
  • Nicht düngen

Pflege Tipps

Dekorativ & pflegeleicht
Dekorativ & pflegeleicht

Die Pflege des Knirrkohls ist denkbar einfach. Eigentlich könnte die Staude sich selbst überlassen werden. Solange der Standort sowie der Boden ideal sind, sind so gut wie keine Maßnahmen seitens des Pflanzenfreundes notwendig. Kein Wunder: die dekorative Pflanze ist es seit jeher gewöhnt, alleine in freier Natur zurecht zu kommen. Sie hat ohne menschliches Zutun Jahrhunderte überdauert und wird dies auch weiterhin tun.

Zu viel Pflege ist nicht nur unnötig, sondern kann dem Taubenkropf-Leimkraut sogar schaden. Besteht beispielswiese ein zu hoher Nährstoffanteil im Boden, so wird dieser nicht zu einem verstärkten Wachstum sowie einer noch üppigeren Blütenpracht führen. Das Gegenteil wird eher der Fall sein. Von daher sollte man als Hobbygärtner nie vergessen, dass man es mit einer Wiesenpflanze zu tun hat, die zwar domestiziert wurde, im Grunde ihres Herzens jedoch immer noch frei und unabhängig ist.

Gießen

Eine Pflanze, die trockene Böden zum Leben braucht, wird nicht gegossen – zumindest nicht regelmäßig. Nur an sehr heißen Tagen sowie in langen Trockenperioden bekommt sie ein wenig Wasser. Keinesfalls darf sich Staunässe bilden; im Zweifelsfall also lieber etwas weniger gießen.

Düngung

Es ist nicht notwendig, ein Taubenkropf-Leimkraut zu düngen. Im Gegenteil: es bevorzugt karge Substrate und könnte durch zu viele Nährstoffe Schäden annehmen.

Gehört Schneiden zur Taubenkropf-Leimkraut Pflege?

Es gibt keinen Grund, die Klatschnelke zu schneiden. Etwas Aufmerksamkeit sollte jedoch auf die Blüten beziehungsweise die sich daraus bildenden Samenkapseln gelegt werden: in jeder dieser Kapseln befinden sich sehr viele Samen, welche zur Aussaat verwendet werden können. Werden sie an der Pflanze gelassen, so kommt es zwangsläufig zur Selbstaussaat, und das nicht zu knapp. Wer in den folgenden Jahren keine Invasion von Taubenkropf-Leimkraut wünscht, sollte zwingend die verblühten Blütenköpfchen entfernen.

Vermehrung möglich?

Aus den Blüten entwickeln sich Samen
Aus den Blüten entwickeln sich Samen

Die dekorativen Pflanzen vermehren sich von ganz alleine durch Selbstaussaat. Nun kann man entweder die so entstandenen jungen Pflänzchen aus- du am gewünschten Standort wieder eingraben, oder aber man vermehrt das Taubenkropf-Leimkraut durch Aussaat. Hierfür werden die Blüten so lange an der Pflanze gelassen, bis die Samenkapseln ausgereift sind.

Aussaat

Genau so einfach wie die Knirrkohl Pflege ist auch dessen Aussaat: sie kann zu jeder Jahreszeit stattfinden; theoretisch auch im Winter. Die Samen sind resistent gegenüber Kälte und werden erst zu keimen beginnen, wenn die Bodentemperatur bei 18° C liegt.

Der Samen wird einfach breitwürfig am gewünschten Standort ausgebracht. Ein wenig einharken – fertig.

Ist diese Pflanze winterhart?

Das Taubenkropf-Leimkraut ist komplett winterhart. Es hat eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren. Wenn es irgendwann einmal nicht mehr austreibt, so hat dies nichts damit zu tun, dass es erfroren ist. Es handelt sich vielmehr um einen natürlichen Prozess.

Tipps zur Überwinterung

Wird die Staude in einem Pflanzgefäß kultiviert, so kann dieses mit einem Frostschutzvlies umwickelt werden. Ein etwas geschützterer Standort ist zudem sinnvoll, jedoch nicht zwingend notwendig.

Video-Tipp der Redaktion: Taubenkropf-Leimkraut Steckbrief

In folgendem Video wird die dekorative Wiesenpflanze visuell dargestellt und beschrieben. Anschauen lohnt sich!

▶️

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wo kann man Taubenkropf-Leimkraut Samen kaufen?

Wer keine eigene Pflanze hat, braucht dennoch nicht auf den Spaß der Aussaat zu verzichten: im Fachhandel ist das Saatgut für die dekorative Wiesenpflanze erhältlich.

Wie stelle ich eine Seifenlauge aus Taubenkropf-Leimkraut her?

Die Wurzeln werden ausgegraben und gründlich gereinigt. Anschließend an einem luftigen und warmen Ort getrocknet. Zur Herstellung der Seifenlauge werden sie mit Wasser aufgekocht; größere beziehungsweise dickere Wurzeln sollten vorher in Stücke geschnitten werden.

Eignet sich der Knirrkohl für Smoothies?

Für grüne Smoothies ist die Wiesenpflanze bestens geeignet. Die jungen Triebe sollten möglichst geerntet werden, bevor sie 5 cm lang sind.

 

Symbolgraphiken: © Robert Biedermann – stock.adobe.com; Ilhan Balta – stock.adobe.com; Comugnero Silvana – stock.adobe.com; float – stock.adobe.com; ok-foto – stock.adobe.com


• 1. Juli 2021 • Kategorie: Pflanzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.