Sumpfschachtelhalm erkennen und von Ackerschachtelhalm unterscheiden

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Schachtelhalme
Schachtelhalme

Man sollte sich von seinem filigranen Äußeren nicht täuschen lassen: der Sumpfschachtelhalm ist giftig. Somit ist im Umgang mit ihm äußerste Vorsicht angesagt. An welchen Merkmalen man ihn erkennt und welche Unterschiede es zum Ackerschachtelhalm gibt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Allgemeine Informationen über Sumpfschachtelhalm

Beim Sumpfschachtelhalm, Equisetum palustre, handelt es sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze, die in sumpfigen Gegenden zu finden ist. Sie wir nur etwa 60 cm hoch, bildet dafür unterirdische Rhizome von fast doppelter Länge aus. Siedelt sie sich an Standorten an, an denen sie nicht so gerne gesehen ist, gestaltet sich eine Bekämpfung recht schwierig…

Aus dem gerippten Stängel wachsen quirlig viele kräftige Seitentriebe; Blüten bildet der Schachtelhalm nicht. Die Vermehrung erfolgt nicht über Samen, sondern über Sporen, welche in Sporangien heranreifen.

Aussehen

Sumpfschachtelhalme erinnern ein wenig an einen umgedrehten Quirl oder an einen nadellosen Tannenbaum – haben also eine recht interessante Optik. Dennoch sollte man sich nicht unbedingt dazu verleiten lassen, die Pflanzen anzufassen oder gar zu essen: sie ist giftig, und zwar nicht nur für Menschen, sondern auch Tiere.

Gartenbista-Tipp: Giftig in allen Pflanzenteilen!

Sumpfschachtelhalm Giftstoffe und Symptome

Besonders in Gefahr sind Weidetiere wie Kühe und Pferde, da sie den Sumpfschachtelhalm zusammen mit Gras oder Heu aufnehmen. Tatsächlich bleiben die Giftstoffe auch noch in getrocknetem Zustand erhalten, so dass kontaminiertes Heu ebenfalls Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Zu diesen gehören:

  • Durchfall
  • Magen-Darm-Entzündung
  • Muskelzittern
  • Schwäche

Es sind zwei verschiedene Inhaltsstoffe, welche den Sumpfschachtelhalm so giftig machen:

  • Equisetin
  • Palustrin

Zudem ist das Enzym Thiaminase von Bedeutung: es zerstört das Vitamin B1, wodurch es zu Stoffwechselstörungen kommt. Diese wiederum lösen bei Weidetieren Lähmungen und Krämpfe aus. Bei kontinuierlicher Fütterung werden die Weidetiere nach einigen Wochen sterben – und zwar elendig.

Dies kann auch Menschen passieren, jedoch wären hierfür schon große Mengen verzehrte Sumpfschachtelhalm notwendig. Die anderen Symptome einer Vergiftung sind jedoch in jedem Fall gegeben – also Finger weg von diesem Kraut! Auch Haustiere sollten nicht davon essen.

Unterschiede Sumpfschachtelhalm – Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm kann leicht mit Sumpfschachtelhalm verwechselt werden
Ackerschachtelhalm kann leicht mit Sumpfschachtelhalm verwechselt werden

Währen der Sumpfschachtelhalm giftig ist, kann man dies vom Ackerschachtelhalm nicht behaupten. Im Gegenteil: er ist sogar essbar. Nun darf man beim Sammeln der Pflanzen keinen Fehler machen; dieser könnte tödlich enden. Grundsätzlich gilt: wer sich unsicher ist, sollte vorsorglich die Finger vom Pflanzensuchen lassen! Wie beim Pilze Sammeln erfordert es Sachverstand und gute Kenntnisse…

Wer sich nicht sicher ist, um welche Pflanze es sich tatsächlich handelt, sollte zwingend die Finger von ihr lassen. Die gesundheitlichen Gefahren, die beim Verzehr eines giftigen Gewächses lauern, sind keinesfalls zu unterschätzen.

Es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen beiden Pflanzen, welche eine Bestimmung vereinfachen:

Sumpfschachtelhalm Ackerschachtelhalm
Pflanzenhöhe 10 – 60 cm 10 – 50 cm
Standort Sumpfgebiete Wiesen, Äcker, Feldrand, Rasenflächen, Bahngleise
Blattscheiden bis acht Zacken mehr als 8 Zacken
Stängel gerippt, 3 mm Durchmesser > 4 mm Durchmesser
Farbe der Sporenähren grüne Sprossen braune Sprossen
Giftig ja nein

Ein untrügliches Indiz dafür, um welchen Schachtelhalm es sich individuell handelt, ist der Abstand zwischen zwei Blattaustrieben im Vergleich zur Länge der Seitentriebe. Sind diese Länger als der Abstand, so handelt es sich um einen Ackerschachtelhalm; wenn sie jedoch gleich lang oder kürzer sind, so kann man davon ausgehen, dass es sich um einen Sumpfschachtelhalm handelt.

In folgendem Video werden die Unterschiede zwischen den beiden Schachtelhalmen visuell dargestellt:

Ackerschachtelhalm Verwendung

Der Ackerschachtelhalm ist auch als Zinnkraut bekannt, was daher rührt, dass er in früheren Zeiten gerne zum Polieren von Zinngeschirr verwendet wurde. Er wird als der bedeutendste Vertreter der Schachtelhalme angesehen, da er sowohl in der Küche als auch in der Heilkunde sowie Kosmetik Verwendung findet.

In der Naturheilkunde

Vielseitig verwendbar...
Vielseitig verwendbar…

Bereits in der Antike wurde der Ackerschachtelhalm als Heilpflanze eingesetzt. Ob gegen

  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Blasenprobleme,
  • Husten,
  • Gicht,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Menstruationsstörungen oder
  • Nierenleiden:

das herbe Kraut konnte gegen viele Erkrankungen angewendet werden. Im Übrigen nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, beispielsweise gegen Nasenbluten.

Auch heute noch wird die Wirkung der Pflanze geschätzt, von der sowohl Wurzeln als auch Sprossen und Triebe verwendet werden können:

  • adstringierend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • schleimlösend

Küche

In der asiatischen Küche wird der Ackerschachtelhalm als Würzkraut verwendet. Durch seinen herben, bitteren Geschmack verleiht er Speisen ein ganz besonderes Aroma. Auch werden dort seine Triebe in heißem Öl frittiert und als Beilage zu Gerichten verzehrt. Hierzulande hingegen spielt er kaum eine Rolle als Speise. Dies liegt weniger an seinem Geschmack als an der Tatsache, dass er dem Sumpfschachtelhalm so stark ähnelt und dadurch die Gefahr einer Verwechslung gegeben ist.

Kosmetische Zwecke

In diversen Kosmetikprodukten wie Gesichtscremes und Bodylotions ist ebenfalls Ackerschachtelhalm zu finden. Dank seines hohen Gehalts an Kieselsäure wirken solche Produkte glättend und wundheilend. Haarspülungen sorgen dafür, dass das Haar weich und glänzend wird und stärken zudem die Kopfhaut.

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wann Ackerschachtelhalm sammeln?

Das frische Kraut der Pflanze wird von Mai bis Juli gesammelt. Danach ist dies theoretisch zwar auch noch möglich, jedoch ist dies nicht besonders sinnvoll: je später das Jahr vorangeschritten ist, desto mehr verholzen die Triebe. In diesem Zustand sind sie nicht mehr in der Lage, viel Kieselsäure abzugeben.

Wie werde ich Schachtelhalm los?

Wachsen Schachtelhalme im Garten, so sind sie dort nicht immer gerne gesehen. Sie zu entfernen, ist sehr mühsam und zeitaufwändig, da die Rhizome tief in die Erde hineinwachsen. Wie eine Entfernung möglich ist, zeigt folgendes Video:

Kann ich Ackerschachtelhalm züchten?

Für gewöhnlich siedelt sich das Wildkraut von ganz alleine an. Wer ihm jedoch ein Beet zur Verfügung stellen möchte, kann dies tun, aber Vorsicht: es wird sch schneller ausbreiten, als einem lieb ist…

 

Symbolgraphiken: © Cezanne-Fotografie – stock.adobe.com; Ruckszio – stock.adobe.com; behewa – stock.adobe.com


• 2. April 2021 • Kategorie: Pflanzen

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