Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten Pflege & überwintern

Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten (solanum jasminoides)
Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten (solanum jasminoides)

Üppige weiße Blüten und schnelles Wachstum zeichnen den Sommerjasmin aus.

Entgegen seinem Namen handelt es sich bei der hübschen Zierpflanze jedoch weder um echten noch um falschen Jasmin, sondern vielmehr ist der Sommerjasmin ein Nachtschattengewächs, das mit der Speisekartoffel verwandt ist.

Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum jasminoides) – Steckbrief von Gartenbista

Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten Pflegetipps für Schnellleser

  • Blütezeit: April bis Oktober
  • Standort: warm und sonnig bis halbschattig
  • Boden: durchlässig, feucht und nährstoffreich
  • Pflanzzeit: Spätfrühling und Frühsommer
  • Pflanzen: Rankhilfe zur Verfügung stellen
  • Kübelhaltung: sehr gut geeignet
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Aussaatzeit: Ende Februar bis März
  • Gießen: häufig, am besten mit Regenwasser
  • Düngen: regelmäßig
  • Blütenpflege: welke Blüten entfernen
  • Schneiden: im Herbst zurückschneiden
  • Überwinterung: im Winterquartier bei 5° bis 12° C
  • Schädlinge: Blattläuse, Spinnmilben

Allgemeine Informationen zum Sommerjasmin

Sommerjasmin in voller Blüte
Sommerjasmin in voller Blüte

Der Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten ist eine kletternde Zierpflanze, die in Brasilien, Uruguay und Paraguay beheimatet ist. Er ist auch unter dem deutschen Trivialnamen Kartoffelstrauch bekannt, da er tatsächlich mit der Speisekartoffel verwandt ist und nicht mit dem echten oder falschen Jasmin. Anders als die Speisekartoffel ist der Sommerjasmin jedoch in allen Teilen stark giftig.

Der Sommerjasmin wächst mit langen Ranken, die sich mit Vorliebe an den verschiedensten Rankhilfen in die Höhe winden. Ohne entsprechende Rankhilfe bleiben die Triebe am Boden liegen. Auch als Ampelpflanze macht der Sommerjasmin eine sehr gute Figur und er ist generell sehr gut zur Kübelhaltung geeignet.

Sommerjasmin  Standort

Der Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten bevorzugt einen warmen und geschützten Standort mit viel Licht. Am besten gedeiht er in der Sonne, doch auch ein heller, halbschattiger Standort ist geeignet. Da der Sommerjasmin jedoch ursprünglich aus äquatorialen Gegenden stammt, ist ein vollsonniger Standort immer besser geeignet.

Dabei verträgt der Sommerjasmin auch die volle Mittagssonne gut und die intensive Sonneneinstrahlung macht sich in der Anzahl und Größe der Blüten durchaus bemerkbar: je mehr Sonnenlicht die Pflanze bekommt, desto üppiger blüht sie.

Der ideale Standort sollte dem Sommerjasmin außerdem eine Rankhilfe bieten, an der sich die langen Triebe mit den weißen Blüten entlangranken können, denn ohne Rankhilfe wächst die Zierpflanze kriechend auf dem Boden.

Jasminblütiger Nachtschatten, Sommerjasmin Boden

An den Boden stellt der Sommerjasmin nur wenig Ansprüche. Damit die Pflanze gut gedeihen kann, sollte der Boden folgende Eigenschaften aufweisen:

  • feucht
  • gut durchlässig
  • nicht zu schwer
  • humos und nährstoffreich
  • keine Staunässe
  • bei Kübelpflanzung ist herkömmliche Blumenerde gut geeignet

360°-Video von dem Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum laxum)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum laxum) aussieht.

360°-Video von dem Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum laxum)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im April

Sommerjasmin pflanzen

Beim Pflanzen des Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten sollte vor allem der Boden gut vorbereitet werden. Der ideale Zeitpunkt, um den Sommerjasmin zu pflanzen, liegt im Mai, wenn keine späten Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

  • Mit dem Pflanzen bis nach den Eisheiligen warten
  • Boden gut auflockern
  • Steine, Wurzeln und Unkraut entfernen
  • schwere Böden mit Kies oder Sand auflockern
  • gegebenenfalls eine Drainage aus Kies oder Tonscherben anlegen
  • Boden und Aushub mit Kompost, Hornspänen oder Mist anreichern
  • den Wurzelballen gut wässern, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • das Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  • den Sommerjasmin einpflanzen und dabei bis unter das erste Blattpaar in die Erde geben
  • gründlich angießen

Ist der Sommerjasmin gepflanzt, sollten die Triebe an der bereitgestellten Rankhilfe befestigt werden, um dem Wuchs eine Richtung zu geben.

Beim Pflanzen im Kübel ist folgendes zu beachten:

  • Drainage anlegen und auf guten Ablauf des Wassers achten
  • keine Übertöpfe oder Untersetzer nutzen, aus denen Regenwasser nicht ablaufen kann

Da der Jasminblütige Nachtschatten in Deutschland nicht winterhart ist, kann er auch in einem geeigneten Pflanzgefäß in die Erde gepflanzt werden, das erleichtert im Herbst den Umzug ins Winterquartier.

Jasminblütiger Nachtschatten, Sommerjasmin Pflege

Der Jasminblütige Nachtschatten bedarf keiner komplizierten Pflege, doch ganz ohne gärtnerische Aufmerksamkeit kommt die attraktive Kletterpflanze nicht aus. Das liegt in erster Linie an ihrem hohen Bedarf an Wasser und Nährstoffen.

Beim Gießen gibt es einiges zu beachten:

  • Im Beet und im Kübel den Boden immer feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • Im Sommer täglich gießen
  • zum Gießen die frühen Morgenstunden und den Abend nutzen
  • kein kaltes Leitungswasser, sondern Regenwasser oder Teichwasser zum Gießen nutzen
  • nur mit kalkarmem Wasser Gießen

Der Nährstoffbedarf des Sommerjasmins ist recht hoch und beim Düngen sollte folgendes beachtet werden:

  • Kübelpflanzen während der Vegetationsperiode von März bis September einmal wöchentlich mit Flüssigdünger düngen
  • die Pflanzen vor dem Düngen immer erst gießen
  • im Bett kann ebenfalls Flüssigdünger verwendet werden, alternativ ein Langzeitdünger für Blühpflanzen
  • wer organischen Dünger vorzieht, kann den Sommerjasmin im Beet gut mit Kompost und Hornspänen düngen

Ganz ohne Pflege kommt der Jasminblütige Nachtschatten also nicht aus, doch bekommt er genügend Wasser und wird regelmäßig gedüngt, ist er ansonsten pflegeleicht und wächst fast von allein.

Wer die Blüte zusätzlich anregen möchte, der kann sich die Arbeit machen und die verwelkten Blütenteile regelmäßig ausputzen. Solanum jasminoides wird so zu einer stärkeren und längeren Blüte angeregt. Wer sich diese Arbeit sparen möchte, kann der Natur aber auch freien Lauf lassen.

Gartenbista-Tipp: Wird der Sommerjasmin im Kübel gehalten, ist ein Umtopfen nicht regelmäßig erforderlich, es sollte vielmehr nach Bedarf erfolgen, wenn die Wurzeln das Pflanzgefäß sichtbar ausfüllen.

Sommerjasmin schneiden

Blütenzweig des Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten (solanum jasminoides)
Blütenzweig des Sommerjasmin, Jasminblütiger Nachtschatten (solanum jasminoides)

Bis auf das regelmäßige Ausputzen der verwelkten Blüten, das nicht unbedingt erforderlich ist, fällt bei dem Sommerjasmin nur einmal im Jahr Arbeit mit dem Schneiden an. Im Herbst, bevor Solanum jasminoides ins Winterquartier umzieht, sollten die Triebe um etwa ein Drittel eingekürzt werden. Wird die Pflanze nicht draußen, sondern ganzjährig im Wintergarten gehalten, ist der Frühling besser für den Rückschnitt geeignet. Lichtmangeltriebe, die im Winter oft schnell wuchern können, sollten regelmäßig abgeschnitten werden.

Sommerjasmin vermehren

Vermehren lässt sich der Sommerjasmin gut über Stecklinge.

  • Der richtige Zeitpunkt für die Vermehrung ist das frühe Frühjahr
  • Als Stecklinge eignen sich habverholzte Triebe in einer Länge von etwa 20 Zentimetern
  • bis auf 3 bis 4 Blattpaare an der Spitze alle Blätter entfernen
  • Stecklinge in einem Mindestabstand von 10 Zentimetern in ein Gefäß mit nährstoffarmer Erde stecken
  • feucht halten
  • die Stecklinge sollten nicht dem direkten Sonnenlicht oder trockener Heizungsluft ausgesetzt sein
  • wenn sich neue Blätter bilden, ist der Steckling angewachsen

Wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, können die jungen Pflanzen ins Freiland umziehen. Dabei sollten sie jedoch langsam an die Sonne gewöhnt und in der ersten Zeit nicht der brennenden Mittagssonne ausgesetzt werden.

Jasminblütiger Nachtschatten, Sommerjasmin überwintern

Der Sommerjasmin ist nicht frosthart und kann daher in Deutschland nicht im Freien überwintern. Er benötigt ein geeignetes Winterquartier und es sind zwei verschiedene Arten der Überwinterung möglich.

Warme und helle Überwinterung

  • Überwinterung in einem hellen Raum
  • gut geeignet ist der Wintergarten oder ein helles, zugluftfreies Treppenhaus
  • die Temperaturen sollten zwischen 10° und 12 ° liegen
  • bei der warmen Überwinterung behält der Sommerjasmin in der Regel seine Blätter und verfällt nicht in eine Winterruhe
  • die Pflanze sollte selten mäßig gegossen werden, so dass sie nicht austrocknet
  • auf Düngergaben während der Überwinterung wird verzichtet

Kühle und dunkle Überwinterung

  • steht kein geeigneter heller Raum zur Verfügung, kann die Pflanze auch im Dunkeln, zum Beispiel im Keller, überwintert werden
  • die Temperaturen sollten bei 5° C liegen, die Umgebung muss auf jeden Fall frostfrei sein
  • Der Sommerjasmin wird bei dieser Überwinterung seine Blätter abwerfen und in eine echte Winterruhe verfallen
  • nicht düngen und nur sehr wenig gießen
  • ab März an einen wärmeren und helleren Standort verbringen und wieder gießen
  • zeigen sich die ersten Austriebe, sollte wieder gedüngt werden
  • langsam wird der Sommerjasmin wieder an die Sonne gewöhnt und kann ab Mai wieder ins Freiland umsiedeln

Da die meisten Pflanzen heute in Westeuropa gezüchtet werden, hat sich der Jasminblütige Nachtschatten bereits etwas angepasst und mit einem warmen Winterschutz und in milden Wintern können die Pflanzen auch auf der Terrasse oder dem Balkon überleben, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Jasminblütige Nachtschatten: Vorsicht, giftig!

Sommerjasmin im Garten (Solanum jasminoides)
Sommerjasmin im Garten (Solanum jasminoides)

Wer den Sommerjasmin im Garten, auf der Terrasse, dem Balkon oder im Wintergarten kultivieren möchte, der sollte dabei immer beachten, dass Solanum jasminoides in allen Teilen stark giftig ist.

Leben kleine Kinder und Haustiere in der Familie, ist der Jasminblütige Nachtschatten ebenso wie alle anderen giftigen Pflanzen daher nicht unbedingt die erste Wahl, denn es gibt zahlreiche attraktive Blühpflanzen, die ungiftig sind und Kinder und Tiere keinem Risiko aussetzen.

Krankheiten und Schädlinge des Sommerjasmin

Der Sommerjasmin ist leider sehr anfällig für Blattläuse. Er sollte daher regelmäßig auf einen Befall kontrolliert werden, damit man der Plage rechtzeitig Einhalt gebieten kann. Ein Abspritzen mit einem scharfen Wasserstrahl entfernt die lästigen Plagegeister zuverlässig.

Doe Pflanze kann außerdem von folgenden Schädlingen befallen werden:

Auch gegen Krankheiten ist die Kletterpflanze nicht gefeit, besonders häufig treten auf:

  • Mehltau
  • Pilzerkrankungen
  • Wurzelfäule

Gartenbista-Tipp:  Eine gute Vorbeugung ist, darauf zu achten, dass die Pflanze genügend Platz hat, nicht zu eng steht und dass es nicht zur Bildung von Staunässe kommt.

Der Sommerjasmin ist eine attraktive und schnellwachsende Blühpflanze

Sommerjasmin ist giftig!
Sommerjasmin ist giftig!

Der Jasminblütige Nachtschatten ist sehr gut geeignet, Terrassen, Balkone und Hausmauern mit seinem üppigen Grün und den hübschen weißen Blüten zu verschönern. Besonders gut geeignet ist er dank seiner geruchlosen Blüten für alle, die den Anblick von Jasmin mögen, aber den intensiven Duft scheuen.

Dabei ist er jedoch nicht ganz pflegeleicht, denn er muss regelmäßig gegossen und gedüngt werden, damit er gut gedeiht. Auch für eine angemessene Überwinterung muss gesorgt werden, denn im Freiland übersteht die Pflanze einen deutschen Winter in der Regel nicht.

Nicht außer Acht gelassen werden darf auch die Giftigkeit der Pflanze. Blätter, Blüten, Ranken und Wurzeln, der Sommerjasmin ist in allen Teilen giftig und daher nicht unbedingt für Haushalte mit kleinen Kindern oder knabberfreudigen Haustieren geeignet.

 

Graphiken: © UlrikeAdam – Fotolia.com, Angelika Alber – Fotolia.com, M. Schuppich – Fotolia.com,  randyherring – Fotolia.com

 

 


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