Senfpflanze – Aussehen, Merkmale und Unterschied zu Raps

Senfpflanzen
Senfpflanzen

Wenn im Spätsommer die Felder in einem leuchtend gelben Blütenmeer erstrahlen, liegt die Vermutung nahe, dass es sich dabei um Raps handelt – trotz der unpassenden Blütezeit. Dies ist jedoch ein Irrtum. Vielmehr wird zu diesem Zeitpunkt die Senfpflanze angebaut.

Allgemeine Informationen über die Senfpflanze

Die Senfpflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler. Es handelt sich dabei um eine einjährige, krautig wachsende Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 30 cm und 1,80 m erreichen kann. Am auffälligsten sind jedoch ihre Blüten: diese stehen in Gruppen zusammen und haben eine leuchtend gelbe Farbe. Aus ihnen entwickeln sich Schoten. Diese enthalten Samen: die begehrten Senfkörner.

Bei den Senfpflanzen handelt es sich um sehr alte Gewächse. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christi wurden sie von den Griechen, ein wenig später auch von den Römern angebaut. Ihre Körner wurden nicht nur zum Würzen und Konservieren von Speisen verwendet, sondern auch in der Heilkunde.

Hierzulande wird die Senfpflanze aus verschiedenen Gründen angebaut:

  • Essbare Blätter
  • Senfkörner
  • Gründüngung

Dabei ist die Fruchtfolge von Bedeutung: im Wechsel mit Getreide sorgen die Senfpflanzen dafür, dass der Boden nicht an Nährstoffen und somit Qualität verliert.

Merkmale

So sieht eine Senfpflanze aus!
So sieht eine Senfpflanze aus!

Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Arten der Senfpflanze unterscheiden:

  • Schwarzer Senf (Brassica nigra) mit behaarten, gelappten Blättern, der schwarze Senfkörner bildet
  • Brauner Senf (Brassica juncea), der besonders kräftig wächst und auch ebensolche Körner hervorbringt
  • Weißer Senf (Sinapis alba), der schnabelförmige Schoten mit blassgelben Senfkörnern bildet

Ihnen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie alle sehr schnellwüchsig sind. Nur wenige Monate nach der Aussaat sind die Schoten reif und können geerntet werden.

Gartenbista-Tipp: Im Übrigen gibt es auch den Acker-Senf (Sinapis arvensis). Dieser ist jedoch ein Wildgewächs und wird demzufolge nicht kultiviert.

Senfpflanze Blütezeit

Je nach Aussaatzeitpunkt blüht die Senfpflanze zwischen Juni und September.

Unterschied zwischen Senfpflanze und Raps

Raps
Raps

Auf den ersten Blick sehen sich Senf- und Rapspflanzen zum Verwechseln ähnlich. Für einen Laien ist kaum erkennbar, um welche Pflanze es sich tatsächlich handelt. Betrachtet man jedoch die Blätter etwas genauer, so wird ein Unterschied erkennbar: während Senf gefiederte, am Rand gezackte Blätter besitzt, sind die Zacken beim Raps weniger ausgeprägt. Diese Kleinigkeit ist zwar nur im direkten Vergleich zu erkennen, jedoch wird sie einem geschulten Auge nicht unverborgen bleiben. Ein weiterer Blick sollte auf die Stängel geworfen werden: während die bei der Senfpflanze leicht behaart sind, haben die des Raps bestenfalls einen leichten Flaum, meistens sind sie jedoch kahl.

Ein gravierender Unterschied hingegen ist die Blütezeit. Raps bildet bereits im April/Mai sein leuchtend gelbes Blütenmeer aus. Wenn er verblüht ist, kommen die Senfpflanzen zum Zuge. Ihre Blütezeit beginnt erst im Juni, streckt sich dann aber bis in den September hinein. Zu dieser Zeit würde niemals Raps angebaut werden. Wenn man also im Sommer oder Frühherbst gelbe Felder sieht, so kann man sich sehr sicher sein, dass dort Senfpflanzen kultiviert werden. um sicherzugehen, sollte man an den Blüten schnuppern. Raps verströmt einen sehr intensiven Duft, während die Senfblüten absolut geruchsneutral sind.

Last not least werden Senfpflanzen ein klein wenig höher. Sie können Wuchshöhen bis zu 1,80 m erreichen, während Raps in der Regel nicht höher als 1,50 m wird. Allerdings ist es nahezu unmöglich, zu erkennen, ob es sich bei der betreffenden Pflanze um einen kleinen Senf oder einen großen Raps handelt, darüber sollte man sich im Klaren sein.

Gibt es auch Gemeinsamkeiten?

  • Beide Pflanzen gehören zur Familie der Kreuzblütler.
  • Ihre Blüten sind identisch. Sie sind hellgelb und besitzen jeweils vier Blütenblätter.
  • Die Pflanzen selbst haben einen aufrechten Wuchs mit fast identischen Wuchshöhen.

Eine weitere Gemeinsamkeit, die beide Pflanzen miteinander verbindet, ist die Tatsache, dass sie zwar einerseits angebaut, andererseits auch als Unkraut angesehen werden. Auf bestellten Äckern werden sie nicht gerne gesehen. Diese Unbeliebtheit geht so weit, dass nach einer regulären Raps- oder senfernte die betreffenden Felder mit einem Unkrautvernichtungsmittel behandelt werden, um eine Selbstaussaat der Pflanzen zu verhindern.

Senfpflanze Verwendung

Es ist tatsächlich so, dass die Blätter der Senfpflanze essbar sind. Sie besitzen einen milden Senfgeschmack und werden deswegen gerne als Salatbeilage oder zum Würzen von Suppen, Eintöpfen oder anderen Gerichten verwendet. Grundsätzlich sollten jedoch nur ungespritzte Pflanzen verzehrt werden – egal, ob Roh oder gekocht.

Gartenbista-Tipp: Die Blütenknospen lassen sich ebenfalls kochen und erinnern geschmacklich an Brokkoli.

Als Gewürz

Für gewöhnlich werden Senfpflanzen kultiviert, um an ihre Samen, die Senfkörner, zu gelangen. Diese können im Ganzen verwendet werden. Besonders geeignet sind sie zum Würzen von Einlegegurken, Wurst oder zum Kochen im Allgemeinen. Es ist jedoch auch möglich, sie zu zermahlen und zu Senf zu verarbeiten. Dies geschieht auf industriellem Wege.

Als Dünger

Senfsaat als Gründünger
Senfsaat als Gründünger

Sehr gerne werden Senfpflanzen als Gründüngung verwendet – im Übrigen auch in Hausgärten. Entsprechendes Saatgut ist im Fachhandel erhältlich. Die Beliebtheit zu diesem Zwecke rührt von den Pfahlwurzeln dieser Pflanzen her. Sie bohren sich tief in den Boden und nehmen von dort Nährstoffe auf. Werden die Pflanzen zu einem späteren Zeitpunkt abgeschnitten, geben sie diese Nährstoffe wieder an den Boden zurück.

Gartenbista-Tipp: Senfpflanzen sind auch gut gegen Unkraut einsetzbar, denn wo sie gedeihen, kommen keine Wildgewächse durch.

Senfpflanze in der Naturheilkunde

Der ansonsten eher verschmähte Acker-Senf ist eine wertvolle Pflanze in der Naturheilkunde. Er wird unter anderem unterstützend eingesetzt bei

  • Appetitlosigkeit,
  • Bronchitis,
  • Halsschmerzen,
  • Rheuma,
  • Stoffwechselstörungen sowie
  • Verdauungsstörungen.

Die Anwendung erfolgt sowohl innerlich als auch äußerlich.

Seine heilenden Kräfte werden im Übrigen seit Jahrtausenden genutzt – es handelt sich also nicht um eine Modeerscheinung.

Raps Verwendung

Die Rapskörner werden zur Herstellung von Öl benötigt, dem bekannten und beliebten Rapsöl. Es ist jedoch so, dass auch die Blätter der Rapspflanzen essbar sind. sie besitzen ebenfalls einen leicht aromatischen Geschmack und können sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden. Zwei Kriterien sollten dabei jedoch beachtet werden:

  • Ausschließlich ungespritzte Blätter verwenden
  • Die Pflanzenteile vor der Blüte ernten

 

Symbolgraphiken: © zorgens – stock.adobe.com; Scisetti Alfio – stock.adobe.com; cl_stock – stock.adobe.com; Sunny_Smile – stock.adobe.com


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