Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa) – Pflanzen & Steckbrief

Schöne Leycesterie richtig pflanzen.
Schöne Leycesterie richtig pflanzen.

Die Schöne Leycesterie ist ein Zierstrauch aus der Familie der Geißblatt-Gewächse mit weißen bis rosafarbenen Blüten und roten Beeren. In deutschen Gärten ist sie bisher nur wenig vertreten. Beheimatet ist sie vor allem im Himalaya und Südwest-China. Der bei uns noch wenig bekannte Zierstrauch wächst breit, ist sommergrün und reich blühend. Dabei sind die ährenförmigen Blütenstände von Juni bis September einzigartig süß duftend.

Schöne Leycesterie (Leycesteria formosa) – Steckbrief von Gartenbista

  • Standort: sonnig-heiß bis halbschattig
  • Boden: durchlässiger humoser Gartenboden,
  • Kübelhaltung: Ja
  • Pflanzenhöhe: 1,50 bis 2 Meter
  • Wuchsform: aufrecht strauchförmig
  • Aussaatzeit: ganzjährig, Frühjahr & Herbst bevorzugt
  • Pflanzabstand: 80 bis 120 cm
  • Pflegen: Winterruhe beachten
  • Schneiden: Im Frühling
  • Blüten: 3 bis 10 cm lange, hängende Ähren
  • Blütenfarbe: Weiß
  • Sorten: 3 Stück, ‚Elegance‘ – mit Blüten in weiß/creme und hellgrün – dunkelgrün panaschiertem Laub; ‚Golden Lanterns‘ – mit gelbgrünem Laub; ‚Purple Rain‘ – mit dunkel weinroten Hüllblättern an den Blütenständen und größeren Blüten und Früchten als bei der klassischen Variante
  • Blütezeit: Juni bis September, auch bis November möglich
  • Wachsen: 20 bis 40 cm pro Jahr möglich im Freien
  • Vermehrung: Durch Aussaat oder Grünstecklinge
  • Giftig: Die Beeren der Schönen Leycesterie können gegessen werden
  • Überwintern: mäßig frostfrei +/- 8 °C
  • Krankheiten und Schädlinge: sehr wenig Affinität, während Überwinterung selten Läuse, Mottenschildläuse

Wissenswertes

Die dunkelroten Beeren sind essbar.

Der Halbstrauch Leycesteria formosa wirkt exotisch mit seinen attraktiven Blüten und den dunkelroten Früchten. Die dunkelroten Beeren sind essbar und schmecken bitter mit leichter Karamellnote. Der deutsche Begriff für die unkomplizierte Pflanze ist Karamellbeere, Lakritzpflanze oder Buntdachpflanze.

In Deutschland findet man die von Nathaniel Wallich (1785-1854), einem dänischen Botaniker, erstmals im Jahr 1824 beschriebene Zierpflanze auch unter den Bezeichnungen Karamellbeere, Lakritzpflanze und Buntdachblume. Der Gattungsname Leycesteria soll an den britischen Oberrichter und Förderer der Botanik William Leycester (1775-1831) erinnern.

Es gibt ca. 8 bis 11 Arten der Gattung Leycesteria, die zwischen 80 und 150 cm hoch werden können. Im Winter bleiben sie grün und können an geschützten Standorten auch bis zu 5 Meter hoch werden. Dabei wachsen sie bis zu 3 Meter in die Breite. Als Kübelpflanze erreichen sie solche Ausmaße allerdings nur sehr selten.

Im Himalaya wächst die Leycesterie formosa in Wäldern, an Waldrändern und an sonnig-heißen Standorten. Natürliche Vorkommen finden sich zudem in China, auf dem Indischen Subkontinent und in Indochina, genauer gesagt in Nepal, Bhutan, im Nordosten Pakistans, im Norden von Myanmar und im Süden Tibets. Weiterhin wurde die anspruchslose Pflanze auf den Azoren, in Australien, in Neuseeland, Großbritannien und im Süden Europas eingebürgert. Der englische Name „Himalayan Honeysuckle“ bedeutet Himalaja-Geißblatt und zeugt von der ursprünglichen Herkunft der Leycesteria formosa.

Gartenbista-Tipp: Die Früchte sind essbar und schmecken am besten frisch vom Strauch.

Leycesteria formosa – ein richtiger Blickfang

Neben Fuchsia magellanica oder Liriope muscari kann die Karamellbeere vor allem in kleinen Gruppen zu Sträuchern gepflanzt werden. Dabei liegt der empfohlene Abstand zum Pflanzen bei 80 cm. Sie ist aber auch als Solitär, im Gehölzgarten, am Heidegarten, im Steingarten oder auch im Kübel zu pflanzen.

Drei Sorten sind erhältlich, dabei hat die Sorte „Elegance“ weiß/cremefarbenes und hell-/dunkelgrünes Laub, die Sorte „Gold Lanterns“ ein gelbgrünes Laub und die Sorte „Purple Rain“ sticht vor allem durch ihre dunkel weinroten Hüllblättern an den Blütenständen hervor. Im Herbst verfärbt sich besonders das Dach der Leycesteria formosa je nach UV- Intensität dunkelrot. Da hat die Leycesteria formosa auch ihren Namen Buntdachpflanze her.

Die auffallend dunklen bis schwarzen Beeren der Leycesteria formosa sind essbar, schmecken leicht nach Karamell, aber eigentlich vorwiegend bitter. In der Reife wechseln sie die Farbe zu Schokoladenbraun. Die Blütezeit der Leycesteria formosa zieht sich bis in den November und so stehen Blüten und Früchte gleichzeitig am Strauch. Besonders im Herbst ist das ein richtiger Blickfang.

360°-Video

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die schöne Leycesterie (Leycesteria formosa) aussieht.

360°-Video von der schönen Leycesterie (Leycesteria formosa)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im August

Standort

An einem sonnig-heißen bis halb-schattigen Standort mit einem frischen bis feuchten Boden und in sandigem Lehm- oder Tonboden fühlt sich die Lakritzpflanze besonders wohl. Generell ist die Standortvarianz der Schönen Leycesterie sehr hoch und der Lichtanspruch im Winter eher gering. Die Leycesterie liebt zwar vor allem die Sonne, kann aber durchaus mit mild-feuchtem Klima zurechtkommen.

Boden

Ein sandiger Boden mit nicht zu hohem Lehmanteil ist ideal für die Leycesteria formosa. Sie kommt eigentlich mit jedem durchlässigen Gartenboden zurecht, der durchschnittliche Nährstoffwerte aufweisen kann. Dabei sollte der Boden schwach sauer bis schwach alkalisch sein. Wenn die Leycesteria formosa gut mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt ist, erreicht sie innerhalb weniger Jahre auch mal eine Höhe von bis zu 2 Metern.

Reine Sandböden sind zwar generell gut geeignet, aber Nährstoffe und Wasser können nicht gut gespeichert werden. Ein schwerer Lehmboden muss vor dem Pflanzen mit Sand oder Kies durchlässiger gemacht werden.

Gartenbista-Tipp: Torf oder Kompost sowie das Beimischen von hochwertiger Pflanzerde dankt der üppig blühende Strauch mit einem kräftigen und gesunden Wuchs.

Pflanzen

Bei einer Topfkultur können Sie ganzjährig auspflanzen. Generell sind diese Pflanzen auch kräftiger als wurzelnackte Ware. Außerdem müssen sie nach der Pflanzung nicht eingekürzt oder beschnitten werden. Stellen Sie den Wurzelballen der Leycesteria formosa vor dem Pflanzen für 10 Minuten in ein Wasserbad, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann heben Sie ein Loch aus, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Er muss gut gelockert sein und es darf sich keine Staunässe bilden, denn Bodenverdichtung oder Staunässe führen bei der Leycesteria zu Wachstumsdepressionen.

Die Leycesteria formosa jetzt einsetzen und die Gartenerde um die Pflanze gut andrücken. Ein Gießwall erleichtert das Gießen in den nächsten Wochen.

Schlemmen Sie direkt nach dem Pflanzen der Leycesteria formosa den Boden gut ein und wässern Sie reichlich. In den Wochen nach der Pflanzung müssen Sie sehr auf ein witterungsorientiertes Gießen achten. Auch im Winter benötigen die immergrünen Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit. Der Pflanzabstand zu anderen Büschen oder Sträuchern sollte bei der Leycesteria formosa mindestens 80 cm betragen. Besser noch 1 bis 1,20 Meter, da die Pflanze bei guten Bodenverhältnissen ordentlich wachsen wird.

Als Kübelpflanze müssen Sie die Schöne Leycesterie nach 3 Jahren umtopfen oder ein Wurzelverjüngung durchführen. Je nach Lage, Standort und Größe des Kübels muss ein Winterschutz angelegt werden.

Gartenbista-Tipp: Verwenden Sie beim Umpflanzen hochwertige Kübelpflanzerde mit einem Anteil an Kalksteinbruch, Kies, Blähton-Bruch, Splitt oder grober Sand.

Bilder – Galerie

Schöne Leycesterie Pflege

Im Sommer konstant feucht halten, aber ohne Staunässe. Düngen können Sie Kübelpflanzen von März/April bis September mit Volldünger. Ausgepflanzte Exemplare freuen sich über eine Nährstoffzufuhr in Form von Kompost im März/April und im Juni/Juli. Auch organische und mineralische Langzeitdünger aus dem Handel können für die blühenden Ziersträucher verwendet werden. Im Winter beachten Sie bei Kübelpflanzen die Winterruhe und passen Gießmenge und – Häufigkeit an. Dabei muss der Boden aber gleichmäßig feucht bleiben.

Schnitt

Die Höhe und Verzweigung von schnell wachsenden Leycesterie lassen sich mit einem dementsprechenden Schnitt regulieren. Im Herbst bzw. vor dem Überwintern können Sie die Pflanze großzügig zurückschneiden. Dabei sollten Sie relativ viele Verzweigungen stehen lassen, so erhalten Sie im nächsten Frühjahr eine gut verzweigte Pflanze.

Die abgeblühten Triebe des Vorjahres können nach der Blüte auf kräftige Knospen oder junge Triebe zurück geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt der Leycesteria formosa ist der Frühling, kurz bevor der frische Austrieb erscheint. Dann können die zurückgetrockneten Zweige gekürzt werden. Die Pflanze wird sie dann durch neue Bodenschosse ersetzen.

Gartenbista-Tipp: Wichtig vor jedem Schnitt:

  • Achten Sie bitte besonders im Frühsommer und Sommer beim Rückschnitt auf brütende Vogelarten in den Sträuchern.
  • Kontrollieren Sie vor dem Schnitt auf eventuell besetzte Nester oder Brutstätten und verschieben Sie notfalls die anfallenden Arbeiten auf einen späteren Zeitpunkt.

Vermehrung

Die Vermehrung der Leycesteria formosa kann durch Aussaat in Töpfen im Frühbeet stattfinden oder durch Grünstecklinge im Herbst.

Überwintern

Schöne Leycesterie richtig überwintern.

In milden Gegenden kann die Leycesterie als Topfpflanze im Freien grün überwintern. Bei starken Frösten ist aber ein leichter Winterschutz empfehlenswert. Ihr Lichtanspruch ist im Winter gering und die Blätter wirft sie ab Herbst ab. Generell ist die Überwinterung unproblematisch und auf Grund der guten Frosttoleranz kann sie auch dauerhaft im Garten ausgepflanzt werden.

Als Kübelpflanze kann sie alternativ zum Frostschutz auch im Haus überwintern. Ein ganzjähriger Standort in wenig beheizten oder ungeheizten Wintergärten ist ebenfalls für die Leycesteria formosa möglich. Als Winterschutz bieten sich zum Beispiel trockener Mulch, Laub oder Reisig an. Im Garten friert der Zierstrauch meist zurück und treibt im Frühjahr wieder zuverlässig aus.

Krankheiten und Schädlinge

Für die Schöne Leycesterie sind keine Anfälligkeiten für Schädlinge oder bestimmte Krankheiten bekannt. Allerdings können Überwinterungspflanzen im Winterquartier von Läusen als auch von Mottenschildläusen, bekannt als Weiße Fliegen, befallen werden. Besonders unter Glas kommt es zum Befall von Spinnläusen.

Symbolgrafiken: © Alison Bowden, ChrWeiss (2) – Fotolia.com


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