Schneeballhortensie Annabelle – Pflege & Schneiden

Blühende Schneeballhortensie (Hydrangea)
Blühende Schneeballhortensie (Hydrangea)

Es gibt kaum einen heimischen Garten, in dem nicht die eine oder andere Hortensie zu finden ist: seit Ewigkeiten zählen sie hierzulande zu den beliebtesten Zierpflanzen. Wen wundert es? Hortensien sind nicht nur ausgesprochen dekorativ, sondern auch in vielen verschiedenen Farben und Sorten erhältlich. Zudem sind sie sehr langlebig – vorausgesetzt, es werden einige Tipps bezüglich ihrer Pflege berücksichtigt. Zu den interessantesten Hortensiensorten zählt die Schneeballhortensie Annabelle, die ihrem Namen alle Ehre macht: sie bildet große, nahezu runde Blütenbälle und ist zudem noch extrem winterhart.

Schneeball-Hortensie Annabelle – Steckbrief von Gartenbista

  • Standort: lichter Schatten; Unterpflanzung
  • Boden: humusreich
  • Kübelhaltung: sehr gut möglich
  • Pflanzen: ganzjährig möglich; optimal im zeitigen Frühjahr; Pflanzabstand einhalten
  • Vermehrung: Absenker im Sommer; Stecklinge im Frühjahr
  • Gießen: regelmäßig; Erde darf nicht austrocknen; Staunässe vermeiden
  • Düngen: alle vier Wochen mit Spezialdünger, Kompost oder Hornspänen
  • Umtopfen: im Frühjahr, wenn das Pflanzgefäß zu klein geworden ist.
  • Pflegefehler: zu viel Sonne; zu schattiger Standort; zu trockene Erde
  • Schneiden: kurz vor dem Austrieb 15 cm über dem Boden
  • Überwintern: winterhart; junge Pflanzen brauchen Winterschutz; Kübelpflanzen schützen oder ins Winterquartier bringen
  • Schädlinge: Blattläuse
  • Krankheiten: Mehltau
  • Giftig: enthält Glykoside; Kontaktallergien möglich; Schwindel beim Verzehr; giftig für Tiere

Wissenswertes

Hortensien gehören innerhalb der Familie der Hortensiengewächse der Gattung „Hydrangea“ an, welche zwischen 70 und 80 Arten umfasst.

Von diesen werden einige in heimischen Gärten kultiviert:

Die Schneeballhortensie gehört zu den Waldhortensien (Hydrangea arborescens), und trotz ihrer dekorativen Optik wird sie hierzulande seltener angepflanzt als andere Arten wie beispielsweise die Bauernhortensie. Ursprünglich

Blühende Schneeballhortensie (Hydrangea)
Blühende Schneeballhortensie (Hydrangea)

stammt sie aus dem Osten der USA, wo sie überwiegend in Waldgebieten wächst. Von dort aus kam sie im Laufe der Jahrhunderte in viele andere Teile der Welt. Aufgrund der Tatsache, dass die Schneeballhortensie große, weiße Blütenbälle bildet, welche an Schneebälle erinnern, bekam sie ihre Bezeichnung. Die Annabelle ist eine spezielle Zuchtform, welche dafür bekannt ist, dass sie besonders lange (Juli bis Oktober) und reichhaltig blüht und zudem sehr winterhart ist.

Die nahezu herzförmigen Blätter dieser Hortensie haben eine satte, dunkelgrüne Farbe und schimmern leicht bläulich, wodurch sie einen besonders guten Kontrast zu den weißen Blüten bilden. Annabelle kann eine Wuchshöhe sowie –breite zwischen 80 cm und 1,20 m erreichen; im Vergleich zu manch anderen Sorten ist sie also wesentlich kleiner. Demzufolge eignet sich diese Schneeballhortensie auch bestens dafür, in kleineren Gärten angepflanzt zu werden.

Standort

In Anlehnung an ihre Heimat, in der die Waldhortensie im Wald unter Bäumen wächst, bevorzugt die Annabelle auch in heimischen Gärten einen Standort im lichten Schatten. Demzufolge eignet sie sich hervorragend zur Unterpflanzung höherer Gewächse. Optimal ist es, wenn sie morgens und abends etwas Sonne abbekommt; ein vollsonniger Standort hingegen ist nicht geeignet.

Im absoluten Schatten hingegen darf die Schneeballhortensie wiederum auch nicht gepflanzt werden: bekommt sie gar keine Sonne ab, wird sie ihr Missfallen darüber durch eine sehr eingeschränkte Blütenbildung äußern. Bei der Wahl des Standorts muss zudem noch bedacht werden, dass es sich bei Hortensien um Tiefwurzler handelt. Dies bedeutet, dass sie ihre Wurzeln tief in die Erde bohren, um dort an Wasser sowie Nährstoffe zu gelangen. Wird die Annabelle an einen Ort gepflanzt, der bereits sehr durchwurzelt ist, kann es passieren, dass sie ihre Bedürfnisse nicht stillen kann.

Boden

Die für eine Hortensie optimalen Voraussetzungen bezüglich der Bodenbeschaffenheit sind im Waldboden zu

Blüte einer Schneeballhortensie
Blüte einer Schneeballhortensie

finden: ein Humusgehalt von etwa 20% sowie fast 50% mineralische Bodenteilchen. Demzufolge benötigen die Schneeballhortensien einen Boden, welcher ähnliche Bedingungen liefert wie ein Waldboden. Dieser kann zunächst bereits dadurch geschaffen werden, indem die Pflanzen unter andere Gewächse gepflanzt werden; dies erfüllt nicht nur ihre Ansprüche bezüglich des Bodens, sondern zugleich auch ihr Bedürfnis nach lichtem Schatten.Ist dies nicht möglich, sollten Humus oder Torf unter die Erde gemischt werden. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 6 liegen.

Kübelhaltung

Annabelle ist bestens dafür geeignet, im Kübel gehalten zu werden. Hierfür sind jedoch einige Bedingungen zu erfüllen:

  • Pflanzgefäß muss ausreichend groß sein und unten über Löcher verfügen
  • Unten im Kübel eine Schicht aus Kies legen, um Staunässe zu vermeiden
  • Erde sollte mit Humus gemischt werden; optimal ist eine Mischung aus Rhododendronerde und Humus

Pflanzen

Im Gegensatz zu vielen anderen Zierpflanzen kann die Annabelle ganzjährig gepflanzt werden; der beste Zeitpunkt ist jedoch das zeitige Frühjahr: wird die Schneeballhortensie bereits früh im Jahr gepflanzt, so wird sie bereits im selben Jahr Blüten bilden.

Beim Pflanzen ist folgendes zu beachten:

  • Ausreichend großes Pflanzloch graben
  • Aushub gegebenenfalls mit Torf oder Humus mischen
  • Annabelle einsetzen
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen; gut festtreten
  • Gründlich wässern

Gartenbista-Tipp: Sollen mehrere Schneeballhortensien nebeneinander gepflanzt werden, so sollte zwischen ihnen ein Abstand zwischen 80 cm und einem Meter gelassen werden.

Vermehrung durch Absenker

Wer seine Ballhortensie einfach und unkompliziert vermehren möchte, sollte dies im Sommer durch Absenker tun:

  • Einen nur wenig verholzten Trieb auswählen
  • Unter dem Trieb eine Rinne in den Boden ziehen
  • Trieb zweimal mit einer Rasierklinge anritzen
  • Trieb in die Rinne herunterziehen und so mit Erde bedecken, dass die Spitze noch hervorschaut
  • Mit Steinen beschweren, damit der Trieb nicht emporschnellt

Wenn sich an dem Absenker neue Blätter gebildet haben, ist dies ein Zeichen dafür, dass er angewurzelt ist. nun kann er von der Mutterpflanze abgetrennt und an den gewünschten Standort umgepflanzt werden.

Vermehrung durch Stecklinge

Alternativ können Schneeballhortensien auch durch Stecklinge vermehrt werden; dies geschieht im zeitigen Frühjahr:

  • 15 – 20 cm lange Stecklinge auswählen
  • Steckling muss sowohl im oberen als auch im unteren Teil jeweils zwei Augen besitzen
  • Unteres Ende anschrägen
  • Oberes Ende gerade abschneiden
  • Steckling zur Hälfte in ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde stecken
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Nun dauert es nur wenige Tage, bis der Steckling Wurzeln gebildet hat. Verfügt er über ein ausreichendes Wurzelwerk, was sich an Neubildung von Blättern erkennen lässt, kann er an seinen gewünschten Strandort umgepflanzt werden.

Gartenbista-Tipp: Beim jährlichen Rückschnitt anfallende Stecklinge zur Vermehrung verwenden!

Pflege – Tipps

  • Gießen: Annabelle braucht genau wie ihre Artgenossen viel Wasser; ihre Erde sollte immer leicht feucht gehalten werden. Dabei ist jedoch Staunässe unbedingt zu vermeiden. Sinnvoll ist es, ihr die nächste
    Schneeballhortensie
    Schneeballhortensie

    Wassergabe bereits dann zu verabreichen, wenn ihr Pflanzsubstrat noch nicht angetrocknet ist; so kann man sich sicher sein, dass der hohe Wasserbedarf auch tatsächlich gedeckt wird.

  • Düngen: Auch beim Düngen darf man als Gartenbesitzer nicht sparsam sein. Schneeballhortensien haben einen hohen Nährstoffbedarf und sollten einmal monatlich eine Gabe Dünger bekommen. Diese kann in Form eines speziellen Hortensiendüngers erfolgen; es ist jedoch auch möglich, Kompost oder Hornspäne zu verwenden.
  • Umtopfen: Hortensien, die im Kübel gehalten werden, müssen umgetopft werden, wenn ihr Pflanzgefäß zu klein geworden ist. der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr. Das neue Pflanzgefäß sollte mindestens 5 cm im Durchmesser sein als das vorherige.

Pflegefehler

  • Blätter wirken verbrannt: zu sonniger Standort
  • Keine oder nur spärliche Blütenbildung: zu schattiger Standort
  • Blattabwurf: Erde zu trocken

Schneiden

Da Annabelle nur Blüten am einjährigen Holz bilden, benötigen sie einen jährlichen Rückschnitt, welcher im zeitigen Frühjahr kurz vor dem Austrieb erfolgt. Dabei werden alle Triebe bis auf 15 über dem Boden abgeschnitten. Während des Sommers werden lediglich zu lange sowie zu dünne Triebe entfernt.

Gartenbista-Tipp: Blüten den Winter über an der Pflanze lassen. Dies sieht nicht nur ausgesprochen dekorativ aus, sondern schützt die Hortensie zusätzlich vor kalten Temperaturen.

Vasenblume oder Trockenblume

Nicht nur im Garten bieten Schneeballhortensien einen wunderschönen Anblick: auch in Blumenvasen erfreuen sie das Auge. Dabei ist es unerheblich, ob sie frisch geschnitten oder bereits getrocknet sind.

Ballhortensie
Ballhortensie

Der Prozess des Trocknens ist simpel:

  • Voll erblühte Blütenstängel abschneiden
  • Zusammenbinden
  • Kopfüber so an einen luftigen, trockenen Ort aufhängen, dass sich die Blüten nicht berühren

Nun dauert es je nach Umgebung zwei bis drei Monate bis die Hortensien komplett getrocknet sind. Ist dies der Fall, sollten sie mit Haarspray eingesprüht werden; dies verlängert ihre Lebenszeit und verhindert, dass die Blüten brüchig werden.

Überwintern

Die Annabelle ist winterhart und benötigt keinen speziellen Frostschutz, wenn sie im Freien ausgepflanzt ist. Lediglich junge Hortensien sollten in ihrem ersten Jahr eine Abdeckung aus Stroh oder Reisig bekommen; weitere Maßnahmen sind nicht notwendig. Wird die Ballhortensie hingegen in Kübelhaltung kultiviert, so muss dafür gesorgt werden, dass ihre Erde und somit ihr Wurzelballen nicht komplett durchfrieren:

  • Jutesack oder spezielles Frostschutzvlies über die Pflanze stülpen
  • Pflanzgefäß auf Holz- oder Styropurblock stellen
  • Annabelle an einen windgeschützten Platz stellen

Alternativ können Schneeballhortensien auch in einem Winterquartier überwintern. Dieses sollte Temperaturen zwischen 16° und 18°C besitzen und hell sein.

Gartenbista-Tipp: Auch im Winter das Gießen nicht vergessen – auch im Freien stehende Hortensien brauchen Wasser, jedoch nur an frostfreien Tagen.

Schädlinge und Krankheiten

Schneeballhortensie sind ausgesprochen robuste und widerstandsfähige Pflanzen, die nur sehr selten Probleme mit Schädlingen und Krankheiten haben. Viel mehr machen ihnen Pflegefehler zu schaffen.

Dennoch können auch sie unter Parasiten sowie Krankheiten leiden:

  • Blattläuse: Die Annabelle wirkt sehr anziehend auf Blattläuse, was in der Regel kein größeres Problem darstellt. Wird der Befall jedoch so strak, dass das Leben der Hortensie in Gefahr ist, muss seitens des Gartenbesitzers eingegriffen werden: zunächst sollte er versuchen, mit Hausmitteln wie Brennnesseljauche gegen die saugenden Schädlinge vorzugehen. Hilft dies nichts, muss ein spezielles Pflanzenschutzmitteleingesetzt werden.
  • Mehltau: Dieser Pilz setzt sich insbesondere an Pflanzen fest, die nicht genug Widerstandkraft besitzen oder zu eng gepflanzt sind. Vorbeugend sind demzufolge eine regelmäßige Düngung sowie ein ausreichender Pflanzabstand zu empfehlen. Ist der Befall erst einmal da, werden die betroffenen Pflanzenteile abgeschnitten und entsorgt (nicht auf dem Kompost!); danach wird ein spezielles Pflanzenschutzmittel angewendet.

Ist die Schneeballhortensie giftig?

Manche Menschen reagieren auf die in Hortensien enthaltenen Glykoside mit Kontaktallergien; empfindliche Personen sollten demzufolge Handschuhe tragen, wenn sie die Pflanzen berühren. Werden Pflanzenteile verzehrt, so kann dies zu Schwindel führen. Die Annabelle ist auch für Tiere giftig, und zwar sowohl für Hunde und Katzen als auch für Nager. Dabei ist es unerheblich, ob die Pflanzenteile frisch oder getrocknet sind – sie rufen Magen-Darm-Störungen sowie Kreislaufbeschwerden hervor.

Symbolgrafiken: © Harald Biebel – Fotolia.com (2); Brilt – Fotolia.com; fotoknips – Fotolia.com; photocall – Fotolia.com


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