Schlingknöterich richtig pflegen: So werden Sie Herr über die Kletterpflanze!

fachwerkfensterOb zur Verdeckung unschöner Fassaden, alter Mauern, als Sichtschutz oder zur Berankung von Zäunen: der Schlingknöterich ist einer der am meisten wuchernden Kletterpflanzen. Aufgrund seines schnellen Wuchses und seiner starken Laubentwicklung schafft er es innerhalb kürzester Zeit, jede nach so karge und triste Fläche zu begrünen und durch seine zarten weißen Blütenrispen zu verschönern. Anspruchslos ist er dabei auch noch, so dass er die ideale Kletterpflanze zu sein scheint. Scheint, denn es kann leider passieren, dass sich der Knöterich bei falscher Pflege zu einer wahren Invasion entwickelt, die große Schäden verursachen kann. Deshalb ist es wichtig, einige Tipps bei der Schlingknöterich Pflege zu berücksichtigen…

Schlingknöterich- Steckbrief Gartenbista.de

Schlingknöterich Standort

Der Schlingknöterich stellt weder besondere Ansprüche an seinen Standort noch an die dortigen Bodenverhältnisse. Er wächst sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten oder Schatten.

Ein nährstoffreicher Boden sorgt dafür, dass diese Kletterpflanze noch schneller wuchert.

Knöterich Pflege Tipps

  • Der Schlingknöterich ist sehr pflegeleicht und braucht weder gegossen noch gedüngt zu werden.
  • Wichtig ist es jedoch, der Kletterpflanze Rankhilfen zu bauen, an denen sie sich hochziehen kann.
  • Wenn der Knöterich verkahlt, sorgt ein Rückschnitt dafür, dass er wieder neu austreibt und Blüten bildet.
  • Die Vermehrung erfolgt über Stecklinge beziehungsweise Ableger. Hierfür werden im Februar verholzte Stecklinge beziehungsweise im Sommer Ableger von bestehenden Pflanzen abgenommen und in die Erde gesteckt.

Knöterich schneiden

Der Schlingknöterich beschäftigt sich damit, ständig weiter zu wachsen – und dies bis zu 30 cm täglich. Leicht auszurechnen, welche Dimensionen eine solche Wuchsfreudigkeit erreichen kann, wenn man ihr nicht Einhalt gebietet. Dies geschieht am besten im Februar/März, und zwar in Form eines radikalen Rückschnitts.

Worin liegt die Gefahr beim Schlingknöterich?

Der Schlingknöterich ist eine sehr dominante Pflanze, die andere Kletterpflanzen einfach verdrängt. Demzufolge ist er nicht unbedingt für Mischbegrünungen geeignet.

Darüber hinaus bildet er einen sehr dicken, starken Stamm, der Bäume, Fallrohre, Blitzableiter, Dachrinnen und andere Bauteile umschlingt und zum Einsturz bringen kann. Deshalb ist es dringend notwendig, ein Umschlingen dieser Art bereits im Keim zu erstricken, sprich: den Schlingenknöterich zu kappen. Auch sollten die Rankhilfen, die ihm gebaut werden, einen Abstand von mindestens 1,5 m zu derartigen Bauteilen haben.

Schlingknöterich vernichten?

Wenn sich der Schlingknöterich zu einem dominanten Problemfall entwickelt hat und auch durch einen massiven Rückschnitt nicht mehr zu bändigen ist, hilft nur eines: Vernichtung der Pflanze. Diese gestaltet sich jedoch schwieriger, als angenommen, da der Knöterich ein Tiefwurzler ist, dessen Wurzeln bis zu 2 m tief in die Erde reichen können. Ein Entfernen der kompletten Wurzel ist somit nur möglich, wenn der gesamte Garten umgegraben wird…

Alternativen gibt es leider nicht. Zwar empfehlen einige Experten, dem Knöterich mit speziellen Chemikalien oder mit heißem Wasserdampf zu Leibe zu rücken, jedoch ist zum einen nicht sicher, ob dies tatsächlich sein gesamtes Wurzelwerk zerstören würde. Zum anderen werden sämtliche Lebewesen, die in dessen Umkreis leben, getötet und ihr Lebensraum zerstört.

Mit Schlingknöterich den Balkon beranken: Was ist zu beachten?

modernes EinfamilienhausKletterpflanzen eignen sich nicht nur dafür, Zäune, Mauern und Gebäude zu beranken, sondern auch Balkone. Besonders geeignet scheint hierfür der Schlingknöterich zu sein, da dieser als besonders wuchsfreudig und pflegeleicht gilt und zudem noch einen guten Sichtschutz darstellt. Doch ist das wirklich so? Ist der Knöterich die perfekte Pflanze, um einen Balkon zu beranken? Oder eignet er sich eher für den Garten?

a) Vorteile

Der größte Vorteil des Knöterichs ist die Tatsache, dass er ausgesprochen schnell wächst und mit jeglichen Standortgegebenheiten zurechtkommt. Demzufolge eignet er sich auch dafür, Balkone zu begrünen, auf denen aufgrund ihrer Lage ansonsten kaum etwas gedeihen kann.

Darüber hinaus ist der Schlingknöterich sehr anspruchslos und pflegeleicht und bedarf keiner besonderen Aufmerksamkeit seitens seines Besitzers.

b) Nachteile

Der größte Vorteil des Knöterichs ist zugleich dessen größter Nachteil. Durch seine Wuchsfreudigkeit und die starke Astentwicklung stellt er eine Gefahr für Bauteile wie Regenrohre und Dachrinnen dar. Auch kann es passieren, dass er andere Kletterpflanzen, die ebenfalls den Balkon begrünen sollen, einfach verdrängt.

Tipps und Tricks für den Balkon

  • Wichtig ist zunächst die Wahl des richtigen Pflanzgefäßes. Schlingknöterich ist ein Tiefwurzler, dessen Wurzeln in der freien Natur eine Länge von 2 m erreichen können. Demzufolge sollte das Gefäß relativ groß und unten mit einer Drainage versehen sein. Diese dient dazu, Staunässe zu verhindern. Beonders geeignet sind große Kübel, die zudem die nötige Stabilität besitzen, diese Pflanzen zu halten.
  • In das Pflanzgefäß sollte nährstoffreiches Pflanzsubstrat gefüllt werden, welches den Sommer über feucht gehalten werden muss. Staunässe ist zu vermeiden!
  • Eine Kletterhilfe ist unabdingbar, damit der Knöterich sich an dieser hochziehen kann. Beim Anbringen ist darauf zu achten, dass diese Rankhilfe in ausreichendem Abstand zum Mauerwerk, Regenrohren und anderen Bauteilen angebracht wird.
  • Keinesfalls darf der Knöterich gedüngt werden! Geschieht dies, so wird er noch mehr wuchern und noch weniger zu kontrollieren sein.
  • Vor Wintereinbruch sollte der Knöterich radikal gekürzt werden. Dies ist insofern wichtig, als dass die Triebe der Kletterpflanze immer stärker werden und somit eine Gefahr für die bauliche Umgebung darstellen können.

Fazit: Knöterich eignet sich zur Berankung von Balkonen, allerdings sollte auf seine starke Wuchsfreudigkeit geachtet und diese durch regelmäßige kräftige Rückschnitte eingedämmt werden.

Graphik: © Bianka Hagge – Fotolia.com; © Maria Eleftheria – Fotolia.com


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