Rotdorn, Crataegus laevigata: Schneiden & Pflege

Rotdorn, Crataegus laevigata
Rotdorn, Crataegus laevigata

Kaum ein Zierstrauch ist derart blühfreudig wie der Rotdorn, Crataegus laevigata; die Rotdorn Pflege selbst ist derart einfach, dass sie auch für Anfänger im Bereich der Gartengestaltung keine Schwierigkeiten offenbart. Werden einige Tipps bezüglich Schneiden und Pflegen beachtet, hat man als Gartenbesitzer über viele Jahre lang Freude an diesem dekorativen Ziergehölz.

Rotdorn, Crataegus laevigata – Steckbrief von Gartenbista

Rotdorn, Crataegus laevigata Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; gleichmäßiger Lichteinfall; ausreichend Platz
  • Boden: nährstoffreich; frisch; feucht; kalkhaltig
  • Pflanzen: Frühjahr oder Herbst
  • Hecke: 3 Pflanzen pro laufendem Meter
  • Umpflanzen: nicht empfehlenswert; nur bei sehr jungen Pflanzen
  • Kübelhaltung: möglich
  • Vermehrung: Samen; Veredelung; Wurzelausläufer
  • Gießen: in Trockenperioden und beim Düngen; in Kübelhaltung regelmäßig
  • Düngen: im Frühjahr und Sommer mit Rosendünger
  • Schneiden: jährlich im Sommer
  • Überwintern: winterhart; in Kübelhaltung in einen hellen, frostfreien Raum stellen; sparsam gießen
  • Krankheiten: Pilze; Feuerbrand
  • Schädlinge: Blattläuse; Gespinstmotte
  • Giftig: nein
Rotdorn als Baum kultiviert
Rotdorn als Baum kultiviert

Wissenswertes über den Rotdorn

Der Rotdorn, Crataegus laevigata, ist ein Kultivat des Zweigriffeligen, gelegentlich auch des Eingriffeligen Weißdorns. Er ist in Europa und Nordafrika beheimatet und wird dort nicht nur in Gärten kultiviert, sondern auch zur Begrünung von Straßenrändern verwendet. Abgase machen dem dornigen, robusten Gehölz nichts aus, so dass er im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen problemlos an stark befahrenen Straßenzügen gepflanzt werden kann.

Der Crataegus laevigata kann eine Wuchshöhe von 5 m sowie eine Breite von 2 m und mehr erreichen. Er wird sowohl als Strauch als auch als Baum kultiviert, wobei er in heimischen Gärten ehr als Strauch zu finden ist. An seinen Trieben sitzen lange, kräftige Dornen, die eine erhebliche Verletzungsgefahr mit sich bringen. Bei der Rotdorn Pflege ist demzufolge äußerste Vorsicht walten zu lassen; auch ist es sinnvoll, Handschuhe zu tragen. Für Gartenvögel hingegen bieten diese dichten, dornigen Triebe perfekte Nist- und Versteckmöglichkeiten.

Im Mai/Juni bildet der Crataegus laevigata karmintote, gefüllte Blüten, die von ihrer Optik her stark an kleine Rosen erinnern. Obwohl deren Blühzeit nur etwa drei Wochen beträgt, ist es diese kurze Zeit wert, einen Rotdorn zu kultivieren: kaum ein anderer Zierstrauch bringt eine derartige Fülle von Blüten hervor, welche – im Gegensatz zu Weißdornblüten – keinen unangenehmen Geruch verbreiten. Für Bienen sind sie zudem eine wichtige Nahrungsquelle.

Da diese Blüten steril sind, bilden sich aus ihnen nur sehr selten Früchte, in welchen Samen enthalten sind.

Rotdorn bevorzugt sonnigen Standort

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt der Rotdorn einen möglichst sonnigen Standort. Notfalls kann er auch im Halbschatten gepflanzt werden, jedoch wird er sich dort nicht so gut entwickeln können. Bei der Wahl des richtigen Standorts ist zudem darauf zu achten, dass ein gleichmäßiger Lichteinfall gegeben ist. Ist dies nicht der Fall, wird sich das Gehölz ungleichmäßig entwickeln, was seiner Optik mächtig schadet.

Auch ist zu bedenken, dass ein Crataegus laevigata sowohl breit als auch hoch wird; ausreichend Platz muss ihm demzufolge zur Verfügung gestellt werden.

Rotdornblüte
Rotdornblüte

Rotdorn braucht nährstoffhaltigen Boden

Obwohl ein Rotdorn ein sehr genügsames Gewächs ist, hat er bezüglich der Beschaffenheit seines Substrats einige Ansprüche. Es sollte

  • nährstoffreich,
  • frisch,
  • feucht und
  • kalthaltig

sein.

Zu leichte Böden werden ebenso wenig vertragen wie Staunässe. Sinnvoll ist es, gewöhnliche Gartenerde vor dem Pflanzen mit Kompost anzureichern.

Rotdorn im Frühjahr oder Herbst pflanzen

Obwohl der Rotdorn ganzjährig an frostfreien Tagen gepflanzt werden kann, ist es empfehlenswert, dies im Frühjahr oder Herbst zu tun:

  • Vor dem Pflanzen Wurzelballen über Nacht in einen Wassereimer stellen
  • Pflanzloch ausheben, welches etwa 1,5-mal so groß ist wie der Wurzelballen
  • Rotdorn einsetzen
  • Aushub mit Kompost vermischen
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Erde fest andrücken
  • Gründlich angießen

Achtung: Erde nicht festtreten, da der Crataegus laevigata viele oberirdische Wurzeln hat, welche durch ein Festtreten leicht beschädigt werden könnten!

Rotdorn als Hecken pflanzen

Der Rotdorn eignet sich aufgrund seines dichten Wuchses sehr gut als Heckenpflanze. Soll er derart kultiviert werden, ist folgendes zu beachten:

  • Pflanzen sollten mindestens 1 m hoch sein
  • Pro laufenden Meter werden drei Rotdornpflanzen benötigt

Rotdorn umpflanzen?

Manch ein Gartenbesitzer stellt nach einigen Jahren fest, dass der von ihm gewählte Standort für seinen Rotdorn doch nicht so optimal ist, wie anfangs gedacht, und möchte ihn nun umpflanzen. Von einem derartigen Procedere ist abzuraten – zumindest bei Crataegus laevigata, welche schon lange an ihrem Standort verbracht haben: der Strauch bildet viele und tiefe Wurzeln, welche unmöglich alle ohne Beschädigung herauszuholen sind. Die Gefahr, dass sie sehr verletzt werden, so dass der Zierstrauch an seinem neuen Standort eingehen wird, ist sehr groß; demzufolge sollten nur Gehölze umgesetzt werden, die nur kurze Zeit in der Erde gewesen sind.

Rotdorn in Kübelhaltung

Alternativ kann der Rotdorn auch als Kübelpflanze gehalten werden; zumindest als junger Strauch. Bei der Kultivierung in einem Pflanzgefäß sind jedoch einige Kriterien zu beachten:

  • Rosenerde oder Kübelpflanzenerde verwenden
  • Ausreichend großes und tiefes Pflanzgefäß wählen, welches unten Löcher hat
  • Drainage legen
  • Regelmäßig gießen und düngen
  • Im Frühjahr umtopfen, wenn das Pflanzgefäß zu klein geworden ist

Achtung: Rotdorn im Kübel ist nicht winterhart und sollte deshalb in einen kühlen, aber frostfreien Raum zur Überwinterung gebracht werden!

Rotdornfrüchte
Rotdornfrüchte

Rotdorn Vermehrung

Der Crataegus laevigata kann auf verschiedene Arten vermehrt werden:

  • Aussaat
  • Veredelung
  • Wurzelausläufer

Die ersten beiden Methoden sind eher etwas für Profis als für gewöhnliche Gartenbesitzer:

Saatgut ist nur sehr schwer zu bekommen, da der Rotdorn selten Früchte bildet. Es ist große Glückssache, wenn sich aus den wunderschönen Blüten kleine Früchte bilden, die Samen enthalten. Ist dies jedoch der Fall, werden die Samen getrocknet und im Sommer in die Erde gesteckt. Die Keimfähigkeit ist jedoch sehr gering.

Auch die Veredelung ist nicht leicht zu absolvieren: der Rotdorn wird auf einem Weißdorn veredelt. Da dieses Procedere für Laien nahezu unmöglich zu schaffen ist, sollte es einem Fachmann überlassen werden.

Anders hingegen die Rotdorn Vermehrung durch Wurzelausläufer: der Crataegus laevigata bildet viele solche Ausläufer, aus denen kleine Pflanzen emporwachsen. Diese werden von der Mutterpflanze abgetrennt, ausgegraben und ab gewünschten Standort wieder eingepflanzt.

Gartenbista-Tipp: Jungen Rotdorn erst abtrennen, wenn er mindestens 15 cm groß ist!

Rotdorn Pflege Tipps

  • Gießen: Rotdorn muss nur in langen Trockenperioden sowie beim Düngen gegossen werden – zumindest, wenn er im Freien ausgepflanzt ist. Crataegus laevigata in Kübelhaltung benötigt eine regelmäßige Wassergabe.
  • Düngen: Eine Gabe Rosendünger jeweils im Frühjahr und Sommer ist ausreichend, um den Nährstoffbedarf zu decken. Wie hoch diese ausfällt, ist davon abhängig, wie nährstoffreich das Substrat ist; handelt es sich bei dem Boden um einen sehr nährstoffarmen, kann zusätzlich noch Kompost eingearbeitet werden.

Rotdorn regelmäßig schneiden

Da der Rotdorn pro Jahr bis zu 70 cm Zuwachs bekommen kann, ist es extrem wichtig, ihn größenmäßig unter Kontrolle zu halten, und zwar mit einem jährlichen Schnitt. Dieser sollte aber, im Gegensatz zu den meisten anderen Gehölzen, nicht im Herbst oder Frühjahr, sondern im Sommer direkt nach der Blüte erfolgen. Andernfalls würden die Blütenansätze mit entfernt werden, was der Schönheit dieses Gewächses einen massiven Abbruch bringen würde.

Grundsätzlich dient ein Schnitt dazu, eine dichte und kompakte Wuchsform zu erhalten; zusätzlich kann ein Formschnitt erfolgen, bei dem das Gehölz kegel- oder pyramidenförmig geschnitten wird.

Beim Rotdorn Schneiden sind folgende Kriterien zu berücksichtigen:

  • Sauberes Schnittwerkzeug verwenden
  • Geiltriebe entfernen
  • Zu dicht stehende Triebe entfernen
  • Nach innen wachsende Pflanzenteile komplett abschneiden
  • Haupttriebe erhalte, da sich die Blüten erst an zweijährigen Trieben bilden

Neben dem jährlichen Schnitt kann es zudem notwendig sein, den Rotdorn zu schneiden, wenn er von Schädlingen befallen ist, welche resistent gegenüber Pflanzenschutzmitteln sind. In jenen Fällen werden sämtliche betroffenen Pflanzenteile bis in das gesunde Holz hinein entfernt.

Gartenbista-Tipp: Sollte der Strauch komplett aus der Form geraten sein, kann auch ein Radikalschnitt erfolgen!

Aufgehende Bluete eines Rotdorns
Aufgehende Bluete eines Rotdorns

Rotdorn überwintern

Der Crataegus laevigata ist extrem winterhart und benötigt keinen speziellen Frostschutz, wenn er im Freien ausgepflanzt ist.

Anders hingegen ist die Situation bei einem Rotdorn, der in einem Pflanzgefäß kultiviert wird: er ist nicht winterhart und sollte deswegen vor Frosteintritt in einen kühlen, aber frostfreien und hellen Raum gebracht werden. Dort wird er nur so viel gegossen, dass seine Wurzeln nicht austrocknen.

Rotdorn Krankheiten und Schädlinge

Der Crataegus laevigata ist sehr robust und widerstandsfähig und wird nur selten von Krankheiten und Parasiten heimgesucht. Dennoch können auch sie ein Problem für den dekorativen Zierstrauch werden:

  • Pilzkrankheiten: Besonders in nassen Sommern treten Pilzkrankheiten auf. Diese machen sich durch eine Schwarzfärbung der Blätter bemerkbar, die schließlich abfallen. Da sie jedoch eher ein optisches als ein gesundheitliches Problem darstellen, werden sie in der Regel nicht bekämpft.
  • Feuerbrand: Anders hingegen ist die Situation beim Feuerbrand, einer bakteriellen Erkrankung, die meldepflichtig ist. Sie zeigt sich an dunkel gefärbten Pflanzenteilen, die allerdings nicht abfallen. Da diese Krankheit den ganzen Strauch befällt, muss er entfernt und entsorgt werden.
  • Blattläuse: Blattläuse sind sehr häufig auf Crataegus laevigata anzutreffen. Verursachen sie jedoch keine gravierenden Schäden, müssen sie nicht bekämpft werden.
  • Gespinstmotte: Die Raupen der Gespinstmotte ernähren sich mit Vorliebe von den zarten Blättern des Rotdorns und scheuen sich nicht, eine Pflanze komplett kahl zu fressen. Zu erkennen ist dieser Schädling an Gespinsten, die sich über viele Pflanzenteile ziehen. Die betroffenen Teile sollten abgeschnitten und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost!).

Ist der Rotdorn giftig?

Der Rotdorn ist absolut ungiftig, dennoch sollten weder Blüten noch Früchte verzehrt werden: werden große Mengen der Pflanzenteile gegessen, können sie Unverträglichkeiten hervorrufen. Zu diesen zählen neben Übelkeit und Erbrechen auch Hautausschläge, Kopfschmerzen und Schwindel.

Auch geht von diesem dekorativen Gewächs eine latente Gefahr aufgrund seiner Dornen aus: sie sind sehr lang und seht spitz, so dass sie leicht Hautverletzungen wie Riss- oder Stichwunden erzeugen können.

 

 

 

Graphiken: © tinadefortunata – Fotolia.com; rainerkerber – Fotolia.com; baer0815 – Fotolia.com; tronixAS – Fotolia.com; jens1874 – Fotolia.com


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