Ramblerrosen an Baum pflanzen, schneiden & pflegen

Ramblerrosen
Ramblerrosen

Rosenliebhaber kultivieren Ramblerrosen bereits seit Jahrzehnten und lange galten sie als Geheimtipp, doch in den vergangenen Jahren hielten sie immer mehr Einzug in heimische Gärten. Dort kennt ihr Wachstumslust kaum Grenzen: sie winden sich mit ihren langen Trieben auf der Suche nach Sonnenlicht über Zäune, Mauern, Häuser. Ihre üppige Blütenpracht erfreut das Auge des Betrachters, jedoch sollte man sich nicht von der liebreizenden Optik täuschen lassen: Ramblerrosen benötigen eine harte Hand seitens des Gartenbesitzers; werden ihnen keine Grenzen gesetzt, ergreifen sie von weiten Teilen des Grundstücks Besitz. Mit der richtigen Pflege jedoch sind diese Rosen ein echter Eyecatcher, der seinem Besitzer viele Jahre lang Freude bereiten wird.

Ramblerrosen – Steckbrief von Gartenbista

Ramblerrosen Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: halbschattig; gute Luftzirkulation; ausreichend Platz
  • Boden: nährstoffreich; locker
  • Pflanzen: Herbst; Wurzelballen einweichen; Triebe einkürzen
  • Pflanzen an Bäumen: 1 m Abstand; Ramblerrose an Nordseite des Stammes pflanzen; Wurzeln in Eimer ohne Boden pflanzen
  • Rankhilfen: nur an glatten Hauswänden notwendig
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Gießen: regelmäßig nach der Pflanzung; später bei Bedarf; nur von unten
  • Düngen: im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen; nach der Blüte mit Rosendünger
  • Leiten: Triebe nach dem Pflanzen mit einem Seil in gewünschte Richtung leiten
  • Schneiden: kein Radikalschnitt; verblühte Blüten und abgestorbene Triebe entfernen
  • Überwintern: winterhart; Frostschutz nur für junge sowie frisch gepflanzte Rambler
  • Krankheiten: Pilze
  • Schädlinge: Rosenblattrollwespe; Blattläuse; Rosenzikade
Zweite Blüte einer Ramblerrose
Zweite Blüte einer Ramblerrose

Wissenswertes über Ramblerrosen

Ramblerrosen gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Es handelt sich dabei um eine Züchtung, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist: die chinesischen Rosenarten Rosa multiflora und Rosa wichuraina wurden eingekreuzt, und es entstand eine Spezies, die sich durch weiche, lange und biegsame Triebe auszeichnet. Diesen Trieben verdankt die Züchtung ihren Namen: „ramble“ ist die englische Bezeichnung für „umherschweifen“, und genau das tun die bis zu 10 m langen Triebe auch: sie klettern an allem hoch, was sich ihnen in den Weg stellt, ohne dass sie dafür eine Rank- oder Kletterhilfe benötigen. So eignen sie sich hervorragend zur Verschönerung von Mauern, Pergolen und vor allem Bäumen: alte Bäume erleben einen zweiten Frühling, wenn sie von einer Ramblerrose umschlungen werden und so wieder im neuen Glanz erstrahlen.

Abgesehen von den einzigartigen Trieben besticht die Ramblerrose durch ihre zahlreichen, üppigen Blütenbüschel, die aus vielen wildrosenartigen Blüten bestehen und im Frühsommer erscheinen. Diese Blühphase hält mehrere Wochen an. Die meisten Sorten blühen nur dieses eine Mal im Jahr, es gibt jedoch auch welche, die im Spätsommer eine zweite Blüte hervorbringen; sogenannte „öfterblühende“ oder „mehrmals blühende“ Sorten. Diese Blüte ist jedoch in punkto Üppigkeit nicht mit der ersten zu vergleichen.

Während ihre nahen Verwandten, die Kletterrosen, seit Ewigkeiten in vielen heimischen Gärten zu finden sind, galten Ramblerrosen lange Zeit als Geheimtipp unter Rosenliebhabern. Inzwischen sind sie jedoch wesentlich bekannter geworden und demzufolge auch häufiger zu sehen.

Ramblerrosen Sorten

Es gibt mehr als 170 verschiedene Sorten Ramblerrosen; zu den beliebtesten zählen:

  • Alberic Barbier, gelb-weiß, mehrmals blühend
  • Albertine, korallenrot
  • Alexandre Girault, dunkelrosa
  • Félicité et Perpétue, weiß
  • Goldfinch, weiß
  • Ghislane de Féligonde, lachsfarben
  • Jasmina, zartrosa, mehrmals blühend
  • Lykkefund, weiß
  • Malvern Hills, vanillegelb, mehrmals blühend
  • Marie Lisa, rosa
  • New Dawn, rosa-weiß, mehrmals blühend
  • Pierre de Ronsard, rosa
  • Rambling Rector, weiß
  • Super Excelsa, rot, mehrmals blühend
  • Tausendschön, rosa
  • Veilchenblau, lavendelfarben
  • White Dorothy, weiß

Ramblerrosen bevorzugen halbschattigen Standort

Bei der Wahl des richtigen Standorts sollte berücksichtigt werden, dass Ramblerrosen am besten im Halbschatten gedeihen. Sie werden sich zwar immer zur Sonne hinstrecken, jedoch ist ein vollsonniger Platz nur in jenen Fällen zu empfehlen, in denen eine ausreichende Luftbewegung vorhanden ist. Diese Luftbewegung ist insofern notwendig, damit sich im Blattbereich keine Feuchtigkeit sammeln kann, sondern schnellstmöglich trocknet.

Auch sollte einer Ramblerrose ausreichend Platz zur Verfügung gestellt werden: sie möchte sich ausbreiten, und zwar sowohl ober- als auch unterirdisch. Es ist also davon abzuraten, diese Rose eng zwischen andere Pflanzen zu setzen.

Ramblerrosen an einer Naturstein-Steinmauer
Ramblerrosen an einer Naturstein-Steinmauer

Ramblerrosen brauchen nährstoffreichen Boden

Der Boden sollte möglichst nährstoffreich sein, damit sich die Ramblerrose optimal entwickeln kann. Perfekt ist ein

  • humoser,
  • lockerer

Boden, dem gegebenenfalls noch etwas Sand untergemischt wird. Steht nur ein gewöhnlicher Gartenboden zur Verfügung, so sollte dieser vor der Pflanzung mit Kompost vermischt werden.

Keinesfalls darf das Substrat zu nass sein; Ramblerrosen vertragen keine Staunässe.

Manch ein Gartenbesitzer kommt auf die Idee, Ramblerrosen neben Kletterrosen zu pflanzen. Von einem derartigen Standort ist abzuraten, denn auch wenn sich die beiden Arten ähnlichsehen, so besitzen sie unterschiedliche Pflegansprüche. Auch sind die Rambler wesentlich durchsetzungsfähiger, so dass die Kletterrosen leicht verdrängt werden können.

Ramblerrosen richtig pflanzen

Die beste Zeit zum Ramblerrosen Pflanzen ist der Herbst:

  • Wurzelballen über Nacht in einen Wassereimer stellen
  • Pflanzloch ausheben, welches etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
  • Aushub gegebenenfalls anreichern
  • Ramblerrose einsetzen
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Erde gut festtreten
  • Rose gründlich wässern

Gartenbista-Tipp: Vor dem Einpflanzen Triebe auf 40 cm einkürzen; da dies regt einen kräftigen Austrieb anregt!

Ramblerrosen an Baum pflanzen

Da die Ramblerrose im Gegensatz zu Kletterrosen kein Rankgerüst benötigt, um sich empor schlängeln zu können, wird sie sehr gerne zur Bewucherung von Mauern oder Pergolen eingesetzt. Besonders gut kommt sie jedoch zur Geltung, wenn sie die Möglichkeit bekommt, an einem Baum empor zu wachsen.

Sehr gut geeignet sind alte Bäume, die entweder bereits verkahlt sind oder per se eine lichte Krone besitzen. Werden sie von einer Ramblerrose berankt, entsteht eine Win-Win-Situation: die Bäume erhalten wieder eine sehr ansprechende Optik, während die Rosen eine optimale Grundlage zum Emporklettern haben.

Beim Ramblerrosen an einem Baum Pflanzen gibt es jedoch einiges zu beachten:

  • Ramblerrose grundsätzlich auf der Nordseite des Baumstamms pflanzen, da sie sich zum Licht und somit zum Stamm neigen wird
  • Da die Wurzeln des Baumes und die der Ramblerrose miteinander konkurrieren, muss ein Abstand von etwa einem Meter zum Baumstamm gelassen werden
  • Um die Wurzeln der Rose zusätzlich vor der Konkurrenz zu schützen, wird in das Pflanzloch ein Kunststoffeimer ohne Boden gesetzt
  • Die Ramblerrose wird nun in den Eimer gepflanzt

Obwohl Ramblerrosen ihren Weg immer finden, können sie ein wenig unterstützt werden:

  • Seile an den unteren Kronenästen des Baumes befestigen
  • Triebe der Rosen an die Seile leiten

Mehr Eingreifen seitens des Gartenbesitzers ist allerdings nicht vonnöten; die Ramblerrose wird nun ganz alleine den Baum beranken und in voller Pracht erblühen.

Gartenbista-Tipp: Vorzugsweise alte Obstbäume oder Kieferngewächse zum Beranken verwenden!

Rankhilfen für Ramblerrosen

Die Rambler benötigen in der Regel keinerlei Hilfestellung, um emporranken zu können. Ausnahmen bestehen lediglich an glatten Hauswänden: selbst technisch so ausgefeilte Pflanzen wie die Ramblerrosen haben keine Chance, dort hinauf zu kommen. Sollen sie jedoch genau dies tun, muss ihnen eine Kletterhilfe in Form eines Rankgerüsts zur Verfügung gestellt werden. Dieses sollte jedoch ausreichend stabil sein, da die Triebe aufgrund ihrer Länge und der daran hängenden Blütenpracht ein enormes Gewicht erreichen können.

Ramblerrose Maria Lisa
Ramblerrose Maria Lisa

Ramblerrosen Vermehrung durch Stecklinge

Nicht alle Rosenarten lassen sich von Laien problemlos vermehren; Ramblerrosen sowie Kletterrosen jedoch schon:

  • Im Sommer einen Trieb abschneiden, der fünf Augen besitzt
  • Am oberen Ende ein Blatt stehen lassen
  • Blüten komplett abschneiden
  • Steckling kurz ins Wasser tauchen
  • Steckling so tief in humusreiche Erde an einem halbschattigen Plätzchen im Freiland stecken, dass nur noch das Blatt herausschaut
  • Leeres Einmachglas über den Steckling stülpen
  • Erde gleichmäßig feucht halten; Staunässe vermeiden

Es bietet sich an, die jungen Pflanzen ein bis zwei Jahre in ihrer Kinderstube stehen zu lassen, bevor sie an ihren endgültigen Standort umgesetzt werden. Da sie noch etwas kälteempfindlich sind, benötigen sie im Winter einen speziellen Schutz aus Mulch, Reisig oder einem Frostschutzvlies.

Ramblerrosen Pflege Tipps

  • Gießen: Ramblerrosen sollten grundsätzlich von unten gegossen werden, damit sich keine Pilze bilden können. Nach der Pflanzung regelmäßig gießen, wobei Staunässe zu vermeiden ist. Später nur dann gießen, wenn die obere Erdschicht trocken ist.
  • Düngen: Wurde der Boden vor der Pflanzung mit ausreichend Nährstoffen aufbereitet, erfolgt erst im Frühjahr des Folgejahrs eine Düngung. Optimal geeignet sind Kompost oder Hornspäne. Nach der Blüte können die Rambler eine Gabe Rosendünger bekommen. Grundsätzlich muss beim Ausbringen des Düngers äußerste Vorsicht walten gelassen werden, damit das Wurzelwerk nicht verletzt wird.
  • Leiten: Werden die Rambler nach der Pflanzung mithilfe von Seilen in die gewünschte Richtung geleitet, so finden sie von alleine ihren Weg. Sollte dieser jedoch einmal nicht nach den Wünschen des Gartenbesitzers verlaufen, können die Triebe leicht umgeleitet werden. Dies geschieht wiederum mithilfe eines Seiles, welches die Triebe genau dorthin lenkt, wo der Hobbygärtner sie haben möchte.

Ramblerrosen schneiden?

Es ist eigentlich nicht notwendig, Ramblerrosen zu schneiden; im Gegenteil: sie blühen nahezu ausschließlich an älteren Trieben, so dass ein starker Schnitt ihre Blühfreudigkeit extrem einschränken würde. Von einem Radikalschnitt ist demzufolge abzuraten, allerdings kann es unter Umständen notwendig sein, die Pflanze ein wenig auszulichten. Wird der Rambler zu dicht, kann jeder dritte Trieb entfernt werden. Soll die Verzweigung hingegen noch gefördert werden, müssen die einjährigen Triebe im Winter um die Hälfte eingekürzt werden.

  • Einmalig blühenden Ramblerrosen sollten nach der Blütezeit die verwelkten Blüten entfernt werden; dasselbe gilt für abgestorbene Triebe.
  • Öfterblühende Sorten hingegen bekommen vorzugsweise im Frühjahr ihren Pflegeschnitt. Auch hierbei werden lediglich verblühte Blüten sowie abgestorbene Triebe entfernt.

Gartenbista-Tipp: Um die Wuchsfreudigkeit ein wenig einzuschränken, werden die Triebe etwas gekappt.

Üppig blühende Ramblerrose
Üppig blühende Ramblerrose

Ramblerrosen richtig überwintern

Die Ramblersorten, die hierzulande erworben werden können, sind winterhart und benötigen keinen speziellen Frostschutz. Ausnahmen bilden lediglich frisch gepflanzte sowie selbst gezüchtete Pflanzen: sie sollten in den ersten beiden Wintern einen Frostschutz in Form von Reisig, Mulch oder einem Frostschutzvlies bekommen.

Ramblerrosen Krankheiten und Schädlinge

Wie alle Rosen, sind auch die Rambler etwas anfällig für Mehltau und andere Pilzkrankheiten. Um diesen vorzubeugen, sollte dafür gesorgt werden, dass eine ausreichende Luftzufuhr besteht. Auch sollten Ramblerrosen grundsätzlich von unten gegossen werden.

  • Rosenblattrollwespe: Rollen sich die Blätter des Ramblers ein, so ist dies ein Indiz für die Rosenblattrollwespe. Sie legt ihre Eier auf die Blattränder ab, diese rollen sich dadurch ein und im Inneren wachsen die Larven heran. Dieser Schädling sollte mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.
  • Blattläuse: Auch Blattläuse siedeln sich gerne an Ramblerrosen an; in der Regel ist es jedoch nicht notwendig, diesen Schädling zu vernichten.
  • Rosenzikade: Sind die Blattoberseiten weiß gesprenkelt und zeigen sich auf den Unterseiten grünlich-weiße kleine Insekten, so kann es sich dabei um die Rosenzikade handeln. Sollte dieser Befall zu stark werden, ist der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels unumgänglich.

 

 

Graphiken: © costadelsol56 – Fotolia.com; Gundolf Renze – Fotolia.com; SusaZoom – Fotolia.com; E. Schittenhelm – Fotolia.com; Gerhard Seybert – Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich besitze ein Beet von ca. 30 X 5 m mit einer starken Eiche und etliche Sträucher und Stauden.
    Kann ich eine Ramblerrose dort hineinpflanzen, die überwiegend auf dem Boden kriechen könnte? Ich würde diese Ramblerrose weit aus dem Bereich der Eiche pflanzen, damit die Rose genügend Feuchtigkeit abbekommt. Kann ich das machen?

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