Petunien Pflege, Vermehrung & Krankheiten

Kaum ein heimischer Garten ohne Petunien – ob stehend, hängend, in Beete oder Kästen gepflanzt. Obwohl diese Pflanzen recht mäkelig sind und weder Regen noch zu viel Wind schätzen, gehören sie zu den beliebtesten Gewächsen überhaupt. Im Verlauf der letzten Jahre kamen zu den Standardsorten immer mehr weitere hinzu, wie beispielsweise die „Million Bells“ mit den vielen kleinen Blüten; die „Surfinia“, eine Hängepetunie, die verblühte Blüten nicht abwerfen soll oder eine ganz neue Züchtung, die regenresistent sein soll. Eines haben sie alle gemeinsam: sie sind einjährig. Vereinzelt soll es gelungen sein, eine Pflanze zu überwintern, aber ob dies in den Bereich der Märchen gehört oder den Tatsachen entspricht, bleibt offen.

Petunie Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista:

Petunien Pflege

So pflegen Sie Ihre Petunien-Pflanzen richtig:

  • Standort: Wie bereits erwähnt, möchten Petunien regen- und windgeschützt stehen – und am liebsten in voller Sonne, denn diese Pflanzen benötigen viel Wärme, um optimal zu gedeihen.
  • Gießen: Des Weiteren sollte die Erde für eine optimale Petunien Pflege immer feucht gehalten werden, aber keinesfalls nass (Petunien hassen Staunässe); und nach Möglichkeit überhaupt nicht nass werden sollten die Blätter beziehungsweise die Blüten.
  • Düngen: Eine Blühpflanzendüngergabe ein bis zwei Mal die Woche sollte bei der Petunien Pflege nicht fehlen: sie danken es mit einer noch reichhaltigeren Blütenpracht.
  • Schnitt: Eine zusätzliche Steigerung der Blühfreudigkeit wird mit dem Entfernen abgeblühter Blütenstände erreicht. Wer seine Petunienpflanzen in kompakter Form sehen möchte, sollte regelmäßig die Triebspitzen abschneiden.

360°-Video von der Petunie (Petunia)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Petunie (Petunia) aussieht.

360°-Video von der Petunie (Petunia) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im April

Petunien züchten mit Samen

Petunien werden im Fachhandel in allen erdenklichen Farben und Größen zum Verkauf angeboten. Die meisten Hobbygärtner beziehen ihre Pflanzen von dort, obwohl die Anzucht von Petunien nicht wirklich kompliziert ist. Samen sind ebenfalls im Fachhandel erhältlich oder kann aus den Samenkapseln in abgeblühten und getrockneten Blütenständen gewonnen werden.

Im Februar werden diese winzig kleinen Samenkörnchen in mit Erde gefüllte Gefäße gesteckt, welche mit Folie oder Glas abgedeckt werden. Eine Raumtemperatur von 20°C ist hierfür optimal. Die Abdeckung muss einmal täglich entfernt werden, um zu lüften, damit sich kein Schimmel bildet.

Wenn die Pflänzchen eine Höhe von 2 cm erreicht haben, müssen sie pikiert werden. Je nach Wetterlage sollten sie dann entweder in ein größeres Gefäß, oder aber direkt ins Freiland gepflanzt werden.

Bitte beachten: Petunien mögen keinen Frost und sollten deswegen erst nach Ende der Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freie gebracht werden – unabhängig davon, ob es sich um komplette Pflanzen oder frisch gezogene Pflänzchen handelt.

Vermehrung von Petunien durch Stecklinge

Auch bei Petunien ist eine erfolgreiche Vermehrung durch Stecklinge möglich, allerdings sollten diese vorher bewässert und bewurzelt werden: Einen etwa 15 cm langen Trieb abschneiden. Alle Blüten entfernen, die Blätter auch (bis auf zwei). Danach den Steckling in ein Wasserglas stellen. Sobald sich die Wurzeln gebildet haben, kann er in die Erde gepflanzt werden.

Ungeziefer und Krankheiten bei Petunien

Die Weiße Fliege ist besonders häufig auf Petunien zu finden. Dieser saugende Schädling ist nur 2 bis 3 Millimeter groß, tritt aber immer in Massen auf. Dieser Befall ist vor allem an fluchtartigem Auffliegen der Insekten zu erkennen, wenn die betroffene Pflanze berührt wird. Gelbe Stellen an Blättern, welche später abfallen, bestätigen den Verdacht des Befalls. Zur Bekämpfung ist der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels ratsam, und zwar nicht nur, wenn der Befall extrem sein sollte, sondern auch zur Verhinderung von Rußtaupilzen. Diese Pilze können sich nämlich sehr leicht auf dem von der Weißen Fliege produzierten Honigtau bilden – dann hilft nur noch ein komplettes Entfernen der betroffenen Pflanze.

Blattläuse fühlen sich ebenfalls sehr zu Petunien hingezogen. Ein Befall ist an gekräuselten und verfärbten Blättern und Pflanzenteilen erkennbar. Ebenso wie die Weiße Fliege scheiden auch die Blattläuse Honigtau aus – wiederum droht die Gefahr der Rußtaupilze. Deswegen ist die Bekämpfung der Schädlinge unvermeidlich; sei es mithilfe eines Pflanzenschutzmittels oder eines Hausmittels.

Beim Echten Mehltau, der häufig Petunien befällt, wirkt bei leichtem Befall ein Einsprühen der betroffenen Pflanzenteile mit einem Milch-Wasser-Gemisch (Verhältnis 1:9). Sollte die Pflanze hingegen stark befallen sein, hilft nur ein komplettes Entfernen. Befall mit Mehltau erkennt man an einem weißlichen, mehlartigen Belag, der alle Pflanzenteile betreffen kann. Diese verkümmern nach und nach. Von daher ist es natürlich sinnvoll, bereits beim ersten Anzeichen Maßnahmen gegen den Befall einzuleiten – und somit das Leben der Petunie zu retten.

Graphik: © Werner Hilpert-Fotolia.com


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