Perückenstrauch (Cotinus coggygria) – Pflege & Schneiden

Der Perückenstrauch (Cotinus coggygria)  – ein exotischer und außergewöhnlicher Blickfang für den Garten

Perückenstrauch (Cotinus coggygria) - Pflege & Schneiden
Perückenstrauch (Cotinus coggygria) – Pflege & Schneiden

Exotisch, pflegeleicht und nicht nur während der Blüte ein Hingucker – der anspruchslose Perückenstrauch ist eine sehr attraktive Solitärpflanze, lässt sich aber auch sehr gut als Blickfang in eine Hecke integrieren. Bei Freunden exotischer und außergewöhnlicher Gartenbepflanzungen darf der Perückenstrauch auf keinen Fall fehlen.

Der Perückenstrauch – Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Cotinus coggygria
  • Gattung: Cotinu (Perückensträucher)
  • Familie: Anacardiaceae (Sumachgewächse)
  • Ordnung: Sapindales (seifenbaumartige Gewächse)
  • Heimat: der Perückenstrauch ist in Südeuropa und Asien beheimatet.
  • Andere Namen: der Perückenstrauch ist auch unter den Namen Perückenbaum, Fisettholz oder Färbersumach bekannt oder wird als Venezianischer, Ungarischer oder Tiroler Sumach bezeichnet.
  • Verwandte Pflanzen: der Perückenstrauch gehört zu den tropischen Sumachgewächsen und ist verwandt mit der Mango, der Pistazie und der Cashew, die hierzulande vor allem durch ihre Früchte bekannt sind.
  • Wuchshöhe: der Perückenstrauch erreicht eine Wuchshöhe von drei bis fünf Metern.
  • Sorten: es gibt verschiedene Sorten des Perückenstrauchs, die sich in der Färbung des Laubs voneinander unterscheiden.
  • Standort: je nach Laubfarbe stellt der Perückenstrauch unterschiedliche Ansprüche an seinen Standort: die rotlaubigen Arten bevorzugen viel Licht und Sonne, die grünlaubigen Arten kommen auch mit einem Schattenplatz gut klar.
  • Optik: das Auffälligste am Perückenstrauch sind die buschigen Fruchtstände, die an Haare erinnern und denen der Perückenstrauch seinen Namen verdankt. Im Herbst beeindruckt der Perückenstrauch durch die leuchtend rote Färbung seines Laubs.
  • Eignung als Kübelpflanze: zwergwüchsige Arten sind auch sehr gut als Kübelpflanze geeignet.

Perückenstrauch: Standort und Boden

Der Standort des Perückenstrauchs sollte auf jeden Fall großzügig bemessen sein, da der Strauch mit seinem ausladendenden Wuchs viel Platz benötigt. Je nachdem, welche Farbe das Laub hat, stellt der Perückenstrauch auch sehr unterschiedliche Anforderungen an die Lichtverhältnisse an seinem Standort.

Der Perückenstrauch mit rotem Laub braucht einen vollsonnigen Standort, da das Laub sonst nicht die gewünschte Farbe bekommt, wohingegen die Sträucher mit grünem Laub einen halbschattigen Platz bevorzugen.

  • Ansprüche an den Boden

Was den Boden angeht, braucht der Perückenstrauch (Cotinus coggygria) einen gut durchlässigen Boden, stellt aber sonst keine großen Ansprüche. Mit herkömmlicher Gartenerde mit einem mäßigen Nährstoffangebot kommt er in der Regel gut klar, sehr gern mag er allerdings trockene und kalkhaltige Böden. Ist genügend Kalk enthalten, gedeiht der Perückenstrauch auch auf sehr kargen und steinigen Böden.

Einen sehr kalkhaltigen Boden erkennt man gut daran, dass sich kleine Steinchen und weiße Klümpchen im Boden befinden. Ein weiteres Anzeichen für kalkhaltigen Boden sind Löwenzahn, Klatschmohn und Disteln, die als sogenannte Zeigerpflanzen auf einen hohen Kalkgehalt hinweisen.

Gartenbista-Tipp: Wer sich nicht sicher ist, kann im Handel einfach zu handhabende Test-Sets erwerben, mit denen die Beschaffenheit des Bodens ermittelt werden kann. Für den Perückenstrauch sind Böden mit einem PH Wert über 7 ideal.

Was der Perückenstrauch nicht mag, sind lehmige, schwere und schlecht durchlässige Böden, die zu Staunässe neigen. Hier sollten vor dem Pflanzen des Perückenstrauchs großzügig Sand und kleine Kieselsteine untergemischt werden, um den Boden lockerer zu machen.

Beachtet man diese doch eher bescheidenen Ansprüche, wird der Perückenstrauch im Regelfall gut gedeihen.

360°-Video vom Perückenstrauch

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Perückenstrauch aussieht.

360°-Video vom Perückenstrauch – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Mai

Perückenstrauch pflanzen

Das Pflanzen des Perückenstrauchs ist denkbar einfach. Im Handel können Sträucher unterschiedlicher Größe mit Wurzelballen gekauft werden. Der Perückenstrauch wird am geeigneten Standort in ein ausreichend großes Pflanzloch gestellt, die Erde wird wieder aufgefüllt und gut angedrückt.

Die beste Zeit, um den Perückenstrauch zu pflanzen, liegt im Frühjahr oder Herbst und er eignet sich sowohl als Solitärpflanze wie auch als Teil einer Hecke oder einer Gruppenpflanzung.

Immer muss dabei jedoch der breite und buschige Wuchs beachtet werden, um dem Strauch genügend Raum zur Entfaltung zu geben. Er kann bis zu zwei Metern breit werden und der Pflanzabstand sollte etwa einer halben Wuchsbreite entsprechen.

Perückenstrauch Sorten

Es gibt verschiedenen Sorten des Perückenstrauchs (Cotinus coggygria), die sich vor allem in der Farbe ihres Laubs und in ihrer Größe voneinander unterscheiden.

Die beliebtesten Sorten des Gewöhnlichen Perückenstrauchs, der botanisch Cotinus coggygria heißt, sind

  • Royal Purple: eine Sorte mit tiefroten Blättern und silbrig-roten Fruchtstielen.
  • Golden Spirit: eine Sorte mit frischen gelbgrünen Blättern, die sich im Herbst spektakulär verfärben.
  • Young Lady: eine kompaktere, kleine Sorte, die sehr langanhaltend von Mai bis in den Herbst hinein blüht. Diese Sorte eignet sich gut als Kübelpflanze, da sie nur etwa einen Meter hoch wird.

Perückenstrauch Vermehrung

Die Vermehrung des Perückenstrauchs funktioniert am einfachsten über einen Absenker. Dazu wird ein Zweig des Perückenstrauchs zum Boden gebogen und auf einer Länge von etwa 10 bis 15 Zentimetern mit Erde bedeckt. An dem eingegrabenen Stück sollten vorher die Blätter entfernt werden.

Am besten führt man diese Prozedur im Frühling durch und verwendet ein- oder zweijährige Triebe dafür. Die Triebspitze sollte nach dem Eingraben noch immer etwa 30 Zentimeter aus dem Boden herausschauen und mit einem Pflanzstab fixiert werden. An der Biegungsstelle kann der Absenker mit einem scharfen Messer in Richtung Triebspitze eingeritzt werden, um die Wurzelbildung zu erleichtern.

Haben sich im Herbst Wurzeln gebildet, kann der Absenker abgeschnitten und die neue Pflanze an ihren Standort verpflanzt werden.

Weitere Möglichkeiten sind die Vermehrung über Aussaat oder Stecklinge, diese sind jedoch meist nicht von Erfolg gekrönt.

Perückenstrauch Pflege und Schneiden

Perückenstrauch (Cotinus coggygria) - eine pflegeleichte Pflanze
Perückenstrauch (Cotinus coggygria) – eine pflegeleichte Pflanze

Der Perückenstrauch ist eigentlich eine eher pflegeleichte Pflanze, doch ganz ohne Pflege kommt auch er nicht aus.

  • Der Perückenstrauch mag es feucht, kann jedoch Staunässe nicht leiden

Wichtig ist zunächst, dass der Strauch als Flachwurzler immer genügend Feuchtigkeit bekommt, ohne einer Staunässe ausgesetzt zu sein. Mit seinen flachen Wurzeln hat er nicht die Möglichkeit, bei Trockenheit im tieferen Erdreich Wasser zu bekommen und er muss daher meist auch im Freiland sowohl im Sommer wie auch im Winter gegossen werden.

  • Perückenstrauch gießen – das sollte beachtet werden

Beim Gießen des Perückenstrauchs sollte immer darauf geachtet werden, dass die Erde zwischen den einzelnen Wassergaben gut antrocknet, jedoch niemals völlig austrocknet.

Im Sommer braucht der Strauch deutlich mehr Wasser als im Winter, aber auch in der kalten Jahreszeit sollte man ihn an frostfreien Tagen immer kontrollieren und bei Bedarf gießen.

Gartenbista-Tipp: Bei Kübelpflanzen ist auf eine gute Drainage zu achten, damit sich auch hier keine Staunässe bildet.

  • Perückenstrauch düngen

Was das Düngen angeht, ist der Perückenstrauch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber ganz verzichten möchte er auch nicht. Eine Gabe von Flüssigdünger etwa alle zwei Wochen, verabreicht vom Zeitpunkt der Entfaltung der Blätter bis zum Beginn der Blüte ist ausreichend, nach der Blüte reicht eine Düngergabe monatlich.

Alternativ können auch Langzeitdünger verwendet werden, die in die Erde gesteckt werden. Wer mag, kann auch regelmäßig mulchen und erspart sich so die zusätzliche Gabe von Dünger.

  • Perückenstrauch schneiden

Mit diesen Pflegemaßnahmen ist der Perückenstrauch eigentlich schon zufrieden, doch es empfiehlt sich zusätzlich, dem Strauch hin und wieder einen Schnitt zugutekommen zu lassen. Dazu eignen sich folgende Techniken:

  • Auslichten: zu jeder Jahreszeit außer bei Frost möglich. Vertrocknete und kahle Zweige sollten bis ins gesunde Holz hinein geschnitten werden
  • Formschnitt: ist ebenfalls nahezu jederzeit möglich und dient in erster Linie dazu, den Strauch wieder in eine ansehnliche Form zu bringen.
  • Rückschnitt: sollte im Herbst durchgeführt werden. Alle Triebe werden mehr oder weniger stark gekürzt, hervorstehende Triebe angeglichen. Dadurch wird der Strauch dichter und ausladender.
  • Radikalschnitt: sollte im zeitigen Frühjahr durchgeführt werden. Dabei werden alle Triebe auf etwa eine Handbreit über dem Boden gekürzt. Der Radikalschnitt bringt neue Triebe mit größeren Blättern hervor, im folgenden Sommer entfällt jedoch die Blüte.

Gartenbista-Tipp: Wichtig ist es, immer eine scharfe Garten- oder Astschere zum Schneiden zu verwenden, um die Pflanze nicht durch Quetschungen zu verletzen.

  • Perückenstrauch Giftigkeit

Der Perückenstrauch ist nicht wirklich giftig, seine Pflanzensäfte rufen jedoch häufig mehr oder minder schwere Hautreaktionen hervor. Um Reaktionen auf den Pflanzensaft zu vermeiden, sollten beim Schneiden daher immer Handschuhe getragen werden.

Wer auf den Schnitt überhaupt keine Lust hat, kann den Perückenstrauch allerdings auch einfach wachsen lassen, er wird es nicht übelnehmen.

Gerade jungen Sträuchern tut es gut, wenn sie erstmal einige Jahre ungestört wachsen können, um ihre natürliche Form zu entfalten. Alternativ kann er später auch nur alle paar Jahre geschnitten werden, um wieder in Form gebracht zu werden.

Den Perückenstrauch überwintern

Rotgefärbter Perückenstrauch (Cotinus coggygria)
Rotgefärbter Perückenstrauch (Cotinus coggygria)

Der Perückenstrauch ist winterhart, junge Pflanzen benötigen jedoch unter Umständen einen Winterschutz. Der Wurzelbereich sollte dazu mit Stroh, Laub oder Reisig abgedeckt werden, die Zweige können mit einer Haube aus Vlies oder Jute geschützt werden. Ab einem Alter von etwa drei Jahren ist der Perückenstrauch dann völlig winterhart.

Im Kübel muss darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen nicht durchfrieren kann, das Pflanzgefäß sollte daher mit einem Vlies oder einer Folie geschützt werden.

Perückenstrauch Krankheiten und Schädlinge

Der Perückenstrauch ist anfällig für die Pilze Verticillium dahliae und Verticillium albo-atrum, die die Verticillium-Welke hervorrufen. Sie macht sich durch welke, herabhängende Blätter und absterbende Zweige bemerkbar. Um der Verticillium-Welke vorzubeugen sollte man

  • Staunässe vermeiden
  • Nur gesunde Pflanzen kaufen
  • Beim Dünger darauf achten, dass er nicht stickstofflastig ist
  • Alle Verletzungen der empfindlichen Wurzeln vermeiden

Diese Vorbeugemaßnahmen sind wichtig, da es kein wirksames Mittel gegen die Verticillium-Welke gibt. Befallene Zweige müssen sofort abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden, ebenso sollten herabgefallene Blätter aufgesammelt und entsorgt werden.

Ergreift man diese Maßnahmen bei einem Befall nicht rechtzeitig, bleibt nur noch die Entsorgung des kompletten Strauches, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet.

Bei den rotblättrigen Perückensträuchern lässt sich mitunter eine Anfälligkeit für Mehltau erkennen. Dieser kann mit Milch oder Backpulver bekämpft werden.

Der Perückenstrauch (Cotinus coggygria) – auffällig und attraktiv, dabei pflegeleicht und anspruchslos

Der Perückenstrauch ist der Traum eines jeden Gärtners, er bietet einen ausgefallen, auffälligen Anblick und braucht dafür so gut wie gar keine Pflege.

Wer das Exotische mag und gern ausgefallene Pflanzen im eigenen Garten kultiviert, für den führt am Perückenstrauch kein Weg vorbei. Aber auch in einem ansonsten eher konservativ bepflanzten Garten eignet er sich mit seinen ungewöhnlichen Fruchtständen und seinem prächtigen Herbstlaub als Eyecatcher.

 

Fotos: © tunedin, avior6720 – Fotolia.com


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