Perlmuttstrauch, Kolkwitza Amabilis – Pflege & Schneiden

Perlmuttstrauch, Kolkwitzie, Kolkwitza amabilis
Perlmuttstrauch, Kolkwitzie, Kolkwitza amabilis

Ein Blütenmeer, das seinesgleichen sucht, bildet der Perlmuttstrauch, auch als Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) bekannt: der bis zu 4 m hohe Zierstrauch bringt Jahr für Jahr Hunderte zartrosa glockenartige Blüten hervor. Diese erfreuen nicht nur das menschliche Auge, sondern auch Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und andere Insekten: sie werden von dem süßlichen Duft der Blüten angezogen und nutzen deren Nektar als reichhaltige Nahrungsquelle. Kein Wunder, dass die Kolkwitzie in heimischen Gärten und Parkanlagen ausgesprochen beliebt ist.

Mit ein wenig Pflege kann ein Perlmuttstrauch sehr, sehr alt werden – seine wunderschöne Optik ist in jeder Lebensphase ungebrochen: während jüngere Sträucher nahezu aufrecht stehen, wachsen bei älteren Exemplaren die Triebe ausladend nach außen und biegen sich nach unten. Damit man als Gartenbesitzer auch in den Genuss dieses Anblicks kommt, müssen lediglich einige Pflegetipps beherzigt werden…

Perlmuttstrauch, Kolkwitzie – Steckbrief von Gartenbista

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: Gartenerde; nährstoffreich; leicht trocken; durchlässig
  • Aussaat: im Frühjahr direkt ins Beet oder im Haus vorziehen
  • Pflanzen: im Frühjahr
  • Kübelhaltung: sehr gut möglich; Überwinterung nicht im Freien
  • Vermehrung: Stecklinge, Absenker
  • Gießen: nur in längeren Trockenperioden; frisch gepflanzte Sträucher; in Kübelhaltung regelmäßig gießen
  • Düngen: nur bei nährstoffarmer Erde; in Kübelhaltung alle
  • Umtopfen: im Frühjahr, wenn Pflanzgefäß zu klein geworden ist
  • Überwinterung: winterhart; Kübelpflanzen von Oktober bis April im Winterquartier überwintern lassen
  • Schneiden: Formschnitt nicht erforderlich; vertrocknete, kranke, schräg wachsende Triebe im Frühling entfernen; alle 2-3 Jahre auslichten
  • Schädlinge: keine bekannt
  • Krankheiten: keine bekannt

Wissenswertes

Der Perlmuttstrauch stammt ursprünglich aus China, wo er an nahezu allen Standorten gedeiht. Erst Ende des 19 Jahrhunderts kam die Zierpflanze nach Europa und erst nach dem 2. Weltkrieg nach Deutschland. gehört zur Familie der Geißblattgewächse und dort zur Gattung der Kolkwitzien – und zwar als einziges Mitglied. Er kann eine Höhe von

Blüte eines Perlmuttstrauchs
Blüte eines Perlmuttstrauchs

4 m erreichen, was allerdings viele Jahre dauern kann: der Zierstrauch bringt jährlich einen Zuwachs von lediglich 20 bis maximal 30 cm hervor.

Kolkwitzien sind winterhart und in jeder Jahreszeit ein echter Eyecatcher: im Frühling treiben die eiförmigen, smaragdgrünen Blätter, welche den kompletten Sommer ihre leichtende Farbe behalten. Von Mai bis Juni bildet der Zierstrauch unzählige zartrosa Blütenglocken, die bei Menschen und Insekten gleichermaßen beliebt sind – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Aus diesen Blüten bilden sich im Herbst kleine, stachelige Früchte, die an Igel erinnern. Im Herbst verfärben sich die Blätter der Kolkwitzie in beeindruckende Rot- und Brauntöne und sorgen so noch mal für ein optisches Highlight in den ansonsten eher kargen Gärten. Nach dem Laubfall lässt sich die interessante Wuchsform von Perlmuttsträuchern sehr gut erkennen: je älter sie werden, desto überhängender werden ihre Äste, so dass der Zierstrauch genauso breit wie hoch wirkt und wie eine Laube wirkt.

Standort

Der optimale Standort für eine Kolkwitzie ist ein sonniges Plätzchen; notfalls nimmt sie auch mit einem halbschattigen vorlieb. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass der Zierstrauch umso üppiger blüht, je heller und sonniger er steht. Zudem sollte die Stelle möglichst windgeschützt sein.

Gartenbista-Tipp: Frisch gepflanzte, junge Perlmuttsträucher können etwas empfindlich auf Sonne reagieren und sollten deswegen einen leichten Sonnenschutz bekommen.

Boden

Bezüglich der Bodenbeschaffenheit ist der Zierstrauch absolut anspruchslos: die Kolkwitzie wächst in gewöhnlicher Gartenerde. Optimales Substrat ist jedoch nährstoffreich und leicht trocken. Auch sollte der Boden gut durchlässig sein, damit sich keine Staunässe bilden kann; diese wird von der Pflanze nicht vertragen. Keinesfalls darf ein Perlmuttstrauch in tonhaltige oder sandige Erde gepflanzt werden, da er dort nicht gedeihen wird.

Aussaat

Im August/September reifen die igelartigen Früchte der Kolkwitzie heran, in deren Inneren sich Samen befinden. Diese können zur Perlmuttstrauch Aussaat verwendet werden; alternativ kann Saatgut auch im Fachhandel erworben werden. Die Aussaat selbst erfolgt im Frühjahr:

  • Windgeschütztes Beet aussuchen
  • Beet vorbereiten: Erde auflockern, Unkraut entfernen
  • Rinnen ziehen
  • Saatgut in Rinnen füllen, leicht mit Erde bedecken
  • Feucht halten

Haben die kleinen Pflänzchen eine Größe von etwa 8 cm erreicht, müssen sie pikiert werden.

Gartenbista-Tipp: Alternativ kann die Kolkwitzien Aussaat auch im Haus erfolgen. Ab März werden die Samen in Anzuchtschalen ausgesät. Derart vorgezogene Pflänzchen sollten jedoch erst nach den Eisheiligen ins Freiland gepflanzt werden.

Pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Kolkwitzien ist das zeitige Frühjahr. So hat die Pflanze noch genügend Zeit, sich bis zum kommend

Blühende Kolkwitzia amabilis
Blühende Kolkwitzia amabilis

en Winter einzuwurzeln. Kolkwitzien wirken am schönsten als Solitärpflanze, können jedoch auch als Hecke beziehungsweise in Gruppen zu mehreren gepflanzt werden. dabei sollten jedoch niemals mehr als zwei Pflanzen pro Meter eingesetzt werden, da Perlmuttsträucher sehr ausladend wachsen können. Auch sollte ein Abstand zu Hauswänden sowie Gehwegen gelassen werden.

  • Perlmuttstrauch über Nacht wässern
  • Boden auflockern
  • Pflanzloch in der Größe des Wurzelballens ausheben
  • Kolkwitzie einsetzen
  • Loch mit Erde auffüllen
  • Gut angießen

Gartenbista-Tipp: Damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können, sollten größere Steine aus dem Pflanzloch entfernt werden.

Kübelhaltung

Der Perlmuttstrauch kann sehr gut als Kübelpflanze gehalten werden; vorausgesetzt, es werden einige Kriterien berücksichtigt:

  • Pflanzgefäß muss ausreichend groß sein und unten Löcher besitzen
  • Substrat mit Kies vermischen, um Durchlässigkeit zu gewährleisten
  • Kübel an vollsonnigen Standort stellen
  • Regelmäßig gießen; Staunässe vermeiden
  • Vor Frosteintritt in ein Winterquartier bringen

Vermehrung durch Stecklinge oder Absenker

Stecklinge

  • Im Sommer 15-20 cm lange Stecklinge von einem bestehenden Perlmuttstrauch abschneiden
  • Wichtig ist, dass der verwendete Trieb nicht zu jung, sondern bereits halb verholzt ist
  • Sämtliche Blüten sowie untere Blätter entfernen
  • Steckling zur Hälfte in ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde stecken
  • Gefäß mit einer Plastiktüte überziehen und an einen halbschattigen, warmen Standort stellen
  • Feucht halten

Wenn unten aus dem Pflanzgefäß Wurzeln hervortreten, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass der Steckling angewachsen ist. Nun kann die junge Pflanze an den gewünschten Standort ins Beet gepflanzt werden.

Absenker

  • Einen herabhängenden, möglichst biegsamen unteren Zweig auf die Erde absenken
  • Rinne ziehen und Erde auflockern
  • Zweig von Blättern befreien und an zwei Stellen mit einer Rasierklinge einritzen
  • Zweig in Rinne legen und mit Erde bedecken, so dass die Triebspitze noch aus hervorschaut

Wenn der Trieb anfängt, zu wachsen, ist dies ein Indiz für seine Anwurzelung. Nun kann er von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

Gartenbista-Tipp: Damit der Zweig in der Anfangsphase nicht wieder herausschnellt, mit einem Stein beschweren!

Pflege – Tipps

  • Gießen: Der Wasserbedarf der ausgepflanzten Kolkwitzie wird in der Regel durch Regenfälle gedeckt; lediglich in längeren Trockenperioden sollte der Zierstrauch eine Wassergabe bekommen; dasselbe gilt für frisch gepflanzte Exemplare im ersten Jahr. Anders hingegen ist die Situation bei Perlmuttsträuchern in
    Kolkwitzia amabilis
    Kolkwitzia amabilis

    Kübelhaltung: sie müssen regelmäßig gegossen werden, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist.

  • Düngen: Im Beet gepflanzte Kolkwitzien müssen nur in jenen Fällen gedüngt werden, in denen die Erde extrem nährstoffarm ist. Es bietet sich an, im Frühjahr und Sommer eine Gabe Kompost oder Humus der erde unterzumischen. Perlmuttsträucher in Kübelhaltung hingegen müssen alle vier Wochen gedüngt werden.
  • Umtopfen: Kolkwitzien, die in Kübeln gehalten werden, müssen gelegentlich umgetopft werden, dass dieser Zeitpunkt gekommen ist, lässt sich daran erkennen, dass die Wurzeln sowohl oben als auch unten aus dem Pflanzgefäß herauswachsen. Umgetopft wird im zeitigen Frühjahr, wobei der neue Kübel etwa 10 cm größer sein sollte als der bisherige. Wurzeln auf Schäden und Fäulnis kontrollieren!

Überwintern

Kolkwitzien, die im Freiland gepflanzt worden sind, sind absolut winterhart und benötigen keinen speziellen Frostschutz. Anders hingegen ist die Situation bei Pflanzen in Kübelhaltung: bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie beziehungsweise ihre Wurzelballen im Winter erfrieren. Demzufolge müssen sie die kalte Jahreszeit in einem frostfreien Winterquartier verbringen.

  • Ab Oktober Düngen einstellen
  • Schädlingskontrolle durchführen
  • Perlmuttstrauch in ein Winterquartier stellen, in dem Temperaturen zwischen 8°C und 10°C herrschen, beispielsweise in eine Garage oder einen Kellerraum
  • Pflanzsubstrat gelegentlich auflockern
  • Ab und zu gießen; zimmerwarmes Wasser verwenden
  • Raum regelmäßig lüften

Ab April kann der Perlmuttstrauch wieder ins Freie gebracht werden; nun wird er wieder regelmäßig gegossen und gedüngt. Die ersten Tage sollte er möglichste noch nicht der prallen Sonne ausgesetzt, sondern zunächst an ein halbschattiges Plätzchen gestellt werden. Auch sollte die Gefahr von Spätfrösten nicht unterschätzt werden; gegebenenfalls werden die Blüten mit einem Jutesack oder einem Vlies abgedeckt. Falls kein passendes Winterquartier zur Verfügung steht, kann die Kolkwitzie notfalls im Freien überwintert werden.

Hierbei sind jedoch einige Maßnahmen zu beachten:

  • Pflanzgefäß mit Bastmatten oder Jute umhüllen und auf einen Holz- oder Styropurblock stellen
  • Gefäß an eine geschützte Stelle bringen, gerne an einer Hauswand, die an der Südseite gelegen ist
  • Wurzelballen mit Reisig oder Stroh abdecken
  • Wenn es frostfrei ist, gelegentlich sparsam gießen

Gartenbista-Tipp: Von einer Überwinterung im Wintergarten ist abzuraten, da es dort zu warm für die Kolkwitzie ist!

Perlmuttstrauch Schneiden

Es besteht kein zwingender Grund, Kolkwitzien zu schneiden. Die Ziersträucher bilden per se eine derart schöne Form, dass jeglicher

Ausgewachsener Perlmuttstrauch
Ausgewachsener Perlmuttstrauch

Eingriff seitens des Gartenbesitzers fast schon als eine Freveltat anzusehen wäre. Ausnahmen bestehen lediglich bei

  • Vertrockneten Zweigen
  • Zu eng stehenden Trieben
  • Nach innen gerichteten Trieben
  • Schwachen Trieben
  • Gekreuzten Trieben

In derartigen Fällen können die betroffenen Pflanzenteile im Frühjahr entfernt werden; dasselbe gilt für Zweige älterer Sträucher, die bereits nahe am Boden wachsen. Darüber hinaus sollten ausgewachsene Perlmuttsträucher alle zwei bis drei Jahre ausgelichtet werden, damit sie sich besser entwickeln und weiter ihre Blütenpracht hervorbringen können.

Gartenbista-Tipp: Sollte die Kolkwitzie stark veraltet sein, kann sie notfalls auch bis auf den Kopf zurückgeschnitten werden.

Schädlinge und Krankheiten

Gegenüber Schädlingen ist die Kolkwitzie immun; Krankheiten treten bei diesen Stauden nur infolge von Pflegefehlern auf:

  • Blätter rollen sich auf, verfärben sich und/oder fallen ab: Auftausalze, welche in den Boden gelangt sind, können die Ursache hierfür sein. In derartigen Fällen hilft nur ein gründliches Wässern des Bodens (Staunässe vermeiden!).
  • Keine Blütenbildung: Spätfröste im Mai haben die Blüten beziehungsweise deren Knospen geschädigt. Vorbeugend einen Jutesack oder ein Vlies über den Zierstrauch ziehen.

Gartenbista-Tipp: Beschädigte Pflanzenteile umgehend entfernen, da diese als Eintrittspforten für Krankheitserreger und Pilze dienen können.

Symbolgrafiken: © – dafydd_ap_w – Fotolia.com; Anette Linnea Rasmus – Fotolia.com; MangAllyPop@ER – Fotolia.com; Lijuan Guo – Fotolia.com; Melastmohican – Fotolia.com


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