Paranussbaum aus Kern ziehen – ein Versuch ist es wert

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Majestätischer Paranussbaum in Brasilien
Majestätischer Paranussbaum in Brasilien

Die sehr gesunden Nüsse erfreuen sich bei vielen Menschen großer Beliebtheit. Kein Wunder, dass manch ein ambitionierter Pflanzenfreund auf den Gedanken kommt, einen Paranussbaum zu züchten. Die diesbezüglichen Chancen sind ausgesprochen gering, jedoch durchaus vorhanden. Ein Versuch ist es allemal wert – wir sagen Ihnen, wie es klappen könnte.

Allgemeine Informationen über Paranüsse

Der Paranussbaum gehört zur Familie der Topffruchtbaumgewächse und ist in den tropischen Regenwäldern Südamerikas beheimatet. Dort erreicht er Wuchshöhen von mehr als 55 m sowie eine Stammdurchmesser von etwa drei Metern. Seine Äste sind nur wenig verzweigt, an ihren Enden stehen dicht gedrängt bis zu 40 cm lange, ledrige Blätter. Am Ende der Regenzeit verliert der Paranussbaum einen Großteil seines Laubes.

Frucht einer Paranuss
Frucht einer Paranuss

Aus Blattachseln wachsen hellgelbe bis weiße Blüten hervor, die etwa 3 cm groß sind. Aus ihnen entwickeln sich im Laufe der folgenden 18 Monate runde, holzige Früchte, die bis zu 1,5 kg schwer sein können. In ihrem Inneren befinden sich 10 – 25 Samen. Sie sind dreikantig und circa 2 x 5 cm groß; bei Reife fallen die Früchte vom Baum, zerplatzen und verteilen im Umkreis von mehreren Metern ihre Nüsse. In freier Natur dienen sie der Vermehrung, sie sind jedoch essbar und ausgesprochen beliebt und aufgrund ihres hohen Gehalts an Selen und ungesättigten Fettsäuren zudem sehr gesund.

Übrigens: Aufgrund der sehr langen Reifezeit der Früchte werden Paranüsse nicht kommerziell angebaut.

Unterschied zu Walnüssen

Auch der Walnussbaum ist ein sehr imposantes Gehölz, welches in manch einem Hausgarten zu finden ist. Zwischen den beiden Arten gibt es einige Unterschiede, anhand derer sie sich identifizieren lassen.

Paranussbaum Walnussbaum
Familie Topffruchtbaumgewächse Walnussartige
Größe 55 m 25 – 30 m
Stamm 3 m Durchmesser, rissige Borke Tiefrissige, dunkelgraue Borke, 2 m Durchmesser
Vorkommen Regenwälder Südamerikas Mitteleuropa, Zentralasien, Balkanhalbinsel
Blütezeit JuliDezember (Trockenzeit) AprilJuni
Frucht Große Frucht, die Samen enthält (Paranüsse) 4-6 m große Früchte, in ihrem Inneren die Kerne = Walnüsse
Erntezeit Temperaturabhängig November bis März (Regenzeit) September/Oktober

Kann ich einen Paranussbaum selber züchten?

Samenkern
Samenkern

Ein Paranussbaum stammt aus tropischen beziehungsweise subtropischen Gegenden, also aus einem Klima, welches wir ihm hier nicht unbedingt bieten können. Zwar ist auch der Walnussbaum ursprünglich in wärmeren Regionen beheimatet, jedoch weichen die dortigen klimatischen Bedingungen nicht so stark von den hiesigen ab.

Möchte man einen Paranussbaum züchten, so muss man ihm nicht nur Wärme bieten, sondern auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Im Freien ist weder das eine noch das andere gegeben, also muss ein Gewächshaus her. So weit, so gut. In einem solchen Gewächshaus wird der Baum eventuell wachsen, jedoch ist es nahezu ausgeschlossen, dass er Früchte hervorbringen wird. Bis er das erste Mal Blüten hervorbringt, ist er etwa 30 Jahre alt. Da er jedoch schnellwüchsig ist, wird er bis dahin eine solche Höhe erreicht haben, dass er in kein Gewächshaus mehr passt.

Voraussetzungen

Wie bereits erwähnt, muss dem Paranussbaum ein warmes Zimmer mit einer hohen Luftfeuchtigkeit zur Verfügung gestellt werden. Dieses sollte zudem eine sehr hohe deckenhöhe aufweisen, da ansonsten bald ein Platzmangel bestehen wird.

Wie stehen die Chancen für eine Paranussbaum Zucht?

Aus einem unbehandelten Kern kann grundsätzlich ein Paranussbaum gezogen werden. Hierfür müssen jedoch einige Jahre eingeplant werden, denn so schnell ein Baum wächst, so langsam keimt sein Samen. Dennoch ist es eine interessante Aufgabe, die mit dem Erscheinen eines kleinen Bäumchens belohnt wird. Ein Versuch kann nicht schaden…

Anleitung

  • Kakteenerde in ein Pflanzgefäß füllen
    Solch einen Ertrag kann ein Paranussbaum hierzulande nicht hervorbringen...
    Solch einen Ertrag kann ein Paranussbaum hierzulande nicht hervorbringen…
  • Paranuss-Kern aus der Schale lösen
  • Samen auf das Substrat legen
  • Mit ein wenig Erde bedecken
  • Angießen

Das Töpfchen wird an einen hellen und warmen Platz gestellt. Die Erde sollte immer leicht feucht gehalten werden, jedoch nicht nass. Nun heißt es: geduldig sein!

Videotipp der Redaktion: Paranuss Steckbrief

In folgendem Video wird der interessante Baum ausführlich dargestellt:

▶️

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wie viele Paranüsse darf man am Tag essen?

So gesund Paranüsse auch sind: aufgrund ihres hohen Selengehalts sollte man nicht mehr als zwei von ihnen täglich essen. Ein Übermaß an Selen kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Für was sind Paranüsse alles gut?

Wie viele andere Nüsse enthalten auch Paranüsse sehr viele Mineralstoffe. Allerdings sind sie auch sehr fettreich…

Kann man einen Paranussbaum kaufen?

Tatsächlich gehört der Paranussbaum zu den wenige Gewächsen, die hierzulande nicht käuflich zu erwerben sind. Seine Ansprüche an Klima und Platz machen ihn zu einem Exoten, dessen Kultivierung alles andere als einfach ist.

 

Symbolgraphiken: © Imago Photo – stock.adobe.com (1 & 2); RHJ – stopck.adobe.com; juerginho – stock.adobe.com


• 28. August 2021 • Kategorie: Pflanzen

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