Oleander – Pflege: Schneiden, Vermehren & Überwintern

Der Oleander, auch bekannt als Rosenlorbeer, ist ein immergrüner Strauch, der häufig in heimischen Gärten zu finden ist. Für gewöhnlich wird er – alten Gewohnheiten zufolge – als Kübelpflanze gehalten, doch dies muss nicht zwingend sein: von den über 160 Sorten gibt es mittlerweile einige, die auch sehr gut direkt ins Freiland gepflanzt und dort auch überwintern können.

Oleander: Wissenswertes über den Rosenlorbeer

Von Mitte Juni bis spät in den September hinein blüht der Oleander, wobei einige Sorten sehr angenehm duften, andere wiederum gar nicht. Die Blüten selbst können weiß, gelb, rosa oder violett sein und bestechen ihren Betrachter durch ihre wunderschöne Optik. Allerdings ist es ratsam, es beim Betrachten zu lassen und den Oleander nicht unbedingt anzufassen oder gar zu essen: er enthält das hochgiftige Glykosid Oleandrin, welches bei kleinen Wunden bereits Hautreizungen auslösen kann. Ein Verzehr kann sogar tödlich enden, wenn es zum Herzversagen kommt; zumindest  mit Übelkeit, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen ist zu rechnen.

360°-Video von dem Oleander (Nerium oleander)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Oleander (Nerium oleander) aussieht.

360°-Video von dem Oleander (Nerium oleander)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im März

Oleander pflegen: was ist zu beachten?

Das A und O für die richtige Pflege des Oleanders ist eine ausreichende Versorgung der Pflanze mit Wasser und Dünger (regelmäßig vom Frühjahr bis in den Herbst), denn der Rosenlorbeer hat einen hohen Wasserbedarf und ist ein Starkzehrer. Der optimale Standort ist ein sonniger, warmer Platz, der aber vor Regen und Wind geschützt sein sollte (beispielsweise die Südwand eines Hauses).

Rosenlorbeer überwintern: so machen Sie es richtig!

Oleander können lange im Freien bleiben; die ersten Nachtfröste stören sie in der Regel nicht. Sobald es aber richtig kalt ist, sollte der Rosenlorbeer ins Haus geholt werden. Das Winterquartier muss sorgfältig gewählt werden: Temperaturen zwischen 5 und 10°C sind optimal. Steht der Rosenlorbeer nämlich zu warm, bilden sich Spinnmilben. Außerdem wächst er dann im Winterquartier weiter.

Während der Überwinterung sollte der Oleander auch gegossen werden; allerdings reicht eine einmalige Wassergabe pro Woche. Bitte in dieser Zeit nicht düngen!

Anfang/Mitte April kann der Oleander ins Freie gebracht werden, wobei dieser Zeitpunkt auch ein wenig Temperaturabhängig ist. Die jungen Triebe, die eventuell während der Überwinterung gewachsen sind, sind sehr frostgefährdet; sollte der Oleander also bereits Neuaustrieb gebildet haben, ist es ratsam, ihn erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) nach draußen zu bringen. Doch egal, zu welchem Zeitpunkt die Pflanze ins Freie kommt: sie sollte zunächst noch nicht an ihren endgültigen, sondern an einen schattigen Standort gebracht werden. Wie auch manche Menschen, können auch Oleandersträucher einen Sonnenbrand bekommen. Davon sterben sie zwar nicht, aber die Blätter und Triebspitzen werden braun und fallen ab – und das ist doch kein guter Start ins Gartenjahr…

Oleander schneiden

rosa oleanderIn freier Natur gepflanzt, können Oleandersträucher eine Höhe von 5 m erreichen. Falls dies der Hobbygärtner nicht möchte oder seine Pflanze eine bestimmte Form haben soll (das geht bei dem Rosenlorbeer nämlich sehr gut), muss der Oleander geschnitten werden. Der optimale Zeitpunkt für einen solchen Schnitt ist das Frühjahr, direkt nach der Überwinterung. Sämtliche Triebe, die entweder die gewünschte Optik stören oder aber zu lang geworden sind, können entfernt werden, wobei zu beachten ist, dass sich die Blüten an zweijährigen Trieben bilden. Schneidet man diese rigoros weg, braucht man sich hinterher nicht zu wundern, warum der Oleander die Blütenbildung eingestellt hat. Nur, wenn der Rosenlorbeer komplett kahl wirkt, sollten alle Zweige radikal runtergeschnitten werden. Keine Angst: er treibt wieder aus.

a) Zeitpunkt

Viele Gartenbesitzer schneiden ihren Oleander dann, wenn auch andere Pflanzen an der Reihe sind: im Herbst. Dies ist der fatalste Fehler, den sie begehen können, denn der Oleander treibt nach einem Schnitt umgehend wieder aus. Die Folge: er wird dies auch im Winterquartier tun, und dies ist weder erwünscht noch sinnvoll.

Der beste Zeitpunkt zum Oleander Schneiden ist somit direkt nach dem Ausräumen, also dann, wenn der Oleander sein Winterquartier verlässt. Falls dies aus irgendeinem Grund nicht möglich sein sollte, kann der Oleander noch bis zum Hochsommer geschnitten werden.

Der Auslichtungsschnitt hingegen kann jederzeit erfolgen.

b) Was ist zu beachten?

Oleander kann in verschiedenen Formen wachsen: buschig, als Bäumchen oder als Hecke. In welcher Art der Formschnitt erfolgen soll, ist abhängig von der individuellen Form der Pflanze.

Wichtig zu wissen ist, dass der Oleander immer wieder neue Triebe aus seinem Wurzelstock bildet. Sollte einmal der Schnitt zu radikal ausfallen, besteht kein Grund zur Verzweiflung: der Oleander wird wieder austreiben…

Ein Schnitt sollte generell jährlich erfolgen. Wird dies versäumt, so bilden sich im Laufe der Zeit verholzte Äste, die nahezu kahl sind und nur an ihrem Ende ein paar vereinzelte Blätter und Blüten ausbilden.

c) So wird Oleander geschnitten!

Generell gilt: die Blütenstände dürfen nicht abgeschnitten werden, da sich in ihnen bereits die Blütenanlage für das Folgejahr befindet.

Wie der Oleander ansonsten geschnitten wird, hängt davon ab, in welcher Form er sich präsentieren soll: soll er lange Triebe hervorbringen, so ist ein Schnitt tief in das alte Holz notwendig. Wünscht sich der Gartenbesitzer aber kurze Triebe, welche schnell zum Blühen kommen, so darf der Schnitt nur innerhalb der Blütenregion erfolgen.

Ist der Oleander bereits so verkahlt, dass seine Optik niemanden mehr erfreut, so ist ein Radikalschnitt angebracht. Dieser erfolgt in der Art und Weise, dass maximal 5 Triebe ausgesucht werden, welche stehen bleiben dürfen. Es empfiehlt sich, hierfür junge und kräftige Triebe auszuwählen. Während alle anderen Triebe in Bodennähe abgeschnitten werden, dürfen diese erlesenen Triebe eine Höhe von 20 cm beibehalten. Es dauert zwar ein wenig, doch der Oleander erholt sich wieder und baut sich schön wieder auf.

Achtung: beim Schneiden des Oleanders unbedingt Handschuhe tragen!

Oleander vermehren

Die Vermehrung von Oleander erfolgt durch Stecklinge. Hierfür werden in der Zeit von Juni bis September kräftige Triebspitzen abgeschnitten, die aber keine Blüten haben sollten. Diese Stecklinge werden dann in ein Wasserglas gestellt, wobei sie maximal 5 cm im Wasser stehen sollten. Wenn sich nach etwa vier Wochen genügend Wurzeln gebildet haben und diese 2 cm lang sind, können die jungen Oleanderpflanzen eingetopft werden.

Oleander Krankheiten

Häufig erkranken Oleanderpflanzen an Pseudomonas, besser bekannt als Oleanderkrebs. Dabei bilden sich Wucherungen an Trieben, Knospen und Blüten, die dann verkümmern beziehungsweise verkrüppeln und schwarz werden. Zusätzlich bilden sich braune Flecken an den Blättern. Leider gibt es für die betroffenen Oleander keine Hilfe; als Gartenbesitzer kann man sie nur so weit es geht zurückschneiden und hoffen, dass sich die durch ein Bakterium entstandene Krankheit nicht weiter ausbreitet. Meistens tut sie das doch, und so muss der Rosenlorbeer entsorgt werden (bitte nicht auf dem Kompost!).

Ascochyta, eine Pilzkrankheit, kann ebenfalls einen Rosenlorbeer komplett vernichten. Zu erkennen ist dieser Pilz an der Optik der betroffenen Pflanze: sie scheint vertrocknet zu sein, obwohl sie feucht genug ist. Der Einsatz eines geeigneten Pflanzenschutzmittels kann leider nur ein Versuch sein, den Oleander zu retten.

Schädlinge am Rosenlorbeer

Der Oleander gehört zu jenen glücklichen Pflanzen, die weitestgehend von Schädlingsbefall verschont bleiben. Schild- und Blattläuse bilden eigentlich die einzige diesbezügliche Gefahr. Um gegen sie vorzugehen, sollte die betroffene Pflanze zunächst mit einer Schmierseifenlösung abgewaschen werden. Hilft dies nicht, kann sie mit einem entsprechenden Pflanzenschutzmittel behandelt werden; aber bitte nur vorsichtig aufsprühen…

Graphik: © Horváth Botond-Fotolia.com; © roma_e – Fotolia.com


2 Kommentare

  1. Oleander hat Ascochyta-Krankheit, hab ihn jetzt radikal zurückgeschnitten. Hab die Schnittstellen mit Wundmittel versiegelt. Was muss ich jetzt machen, kommt der wieder.

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