Hilfe, mein Oleander hat gelbe Blätter! Was ist zu tun?

Lesezeit: 8 Min.
Oleander
Oleander

Das Ziergewächs ist bekannt dafür, dass es ein wenig zimperlich ist und auf alle möglichen äußeren Umstände empfindlich reagiert. Wenn ein Oleander gelbe Blätter bekommt, kann es hierfür verschiedene Gründe geben. Diese gilt es möglichst zeitnah herauszufinden und abzustellen, damit die Pflanze wieder in voller Schönheit erstrahlen kann.

Oleander bekommt gelbe Blätter

Es ist leider nichts Ungewöhnliches, wenn ein Oleander gelbe Blätter bekommt. Er zeigt dadurch sein Missfallen gegenüber einem falschen Standort oder unpassender Pflege. Nun ist Handlungsbedarf gefragt: die individuellen Ursachen für die Gelbfärbung müssen herausgefunden werden. Zusätzlich zu den gelben Blättern gibt es meistens noch andere Indizien, welche das Herausfinden der Ursache erleichtern.

Standort

Schadbild durch falschen Standort
Schadbild durch falschen Standort

Die Zierpflanze braucht einen hellen und vollsonnigen Standort, um sich optimal entwickeln zu können. Es kann jedoch immer passieren, dass ihm ein solches Plätzchen verwehrt wird. Wirft beispielsweise eine Hauswand Schatten auf ihn oder steht er gar unter Bäumen, so leidet er schnell an Lichtmangel. Dieser äußert sich darin, dass seine Blätter gelb werden.

Es ist jedoch nicht so, dass er nach der Überwinterung umgehend in die pralle Sonne gestellt werden darf. Geschieht dies, so bekommt er zudem braune Blattränder sowie Flecken auf den Blättern.

Falsche Überwinterung

Obwohl es sich bei dem dekorativen Oleander um ein mediterranes Gewächs handelt, kann er in sehr milden Regionen durchaus im Freien überwintern. Temperaturen bis -5° C übersteht er problemlos; er hat es den Winter über tatsächlich lieber, zu kalt als zu warm zu stehen. Wird ihm ein warmes, dunkles und/oder schlecht durchlüftetes Winterquartier zugewiesen, bekommt er dort gelbe Blätter.

Oleander bekommt gelbe Blätter durch Wassermangel

Wassermengen, die bei anderen Pflanzen zu Wurzelfäule führen würden, entsprechen dem Bedarf des Oleanders. Bekommt er seine gewünschte Ration nicht, führt dies schnell zum Austrocknen des Wurzelballens, gut zu erkennen an leuchtend gelben Blättern.

Doch nicht nur die Quantität des Wassers, sondern auch dessen Qualität kann zu einer Gelbfärbung des Laubes führen: die Zierpflanze mag sehr gerne kalkhaltiges Wasser, also Leitungswasser. Bekommt sie ausschließlich Regenwasser, wonach sich die meisten anderen Pflanzen sehnen würden, so zeigt sie ihren Unmut darüber durch die gefürchteten gelben Blätter.

Gartenbista-Tipp: Auch unregelmäßige Wassergaben können dazu führen, dass der Oleander gelbe Blätter bekommt!

Nährstoffmangel

Der Oleander hat einen sehr hohen Nährstoffbedarf. Wird dieser nicht ausreichend gedeckt, stellt er die Blütenbildung ein. Doch nicht nur das: die ansonsten sattgrünen Blätter werden immer heller, bis sie schließlich gelb werden und abfallen. Dies betrifft zunächst die unteren Blätter; im fortgeschrittenen Zustand jedoch auch alle anderen.

Besonders schnell zeigt sich ein Mangel an Stickstoff, jedoch führt auch eine unzureichende Aufnahme von Zink, Magnesium und Eisen zu Mangelerscheinungen.

Ungeeignetes Pflanzgefäß kann ursächlich für gelbe Blätter sein

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass das Pflanzgefäß für eine so imposante Pflanze wie den Oleander groß und stabil sein muss. Ist es zu klein (geworden), finden die Wurzeln nicht ausreichend Platz, zudem können sie Nährstoffe nicht optimal aufnehmen. In derartigen Fällen zeigt der Oleander dies dadurch an, dass die Blätter gelb werden. Auch kann es sein, dass sie etwas schlapp aussehen.

Krankheiten & Schädlinge

  • Gelbe Blätter durch Pilzkrankheiten
    Gelbe Blätter durch Pilzkrankheiten

    Bei dem Oleanderkrebs handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, bei der weniger gelbe Blätter als braune Flecken auf diesen im Vordergrund stehen. Zudem haben betroffene Pflanzen Wucherungen an sämtlichen Pflanzenteilen, die auch noch verkrüppelt sein können.

  • Bei verschiedenen Pilzerkrankungen, vor denen auch der Oleander nicht gefeit ist, werden die Blätter zunächst gelb, später braun.
  • Spinnmilben sowie Schildläuse verursachen an gelben Blättern braune Flecken. Bevorzugt tauchen diese Schädlinge in zu trockenen und/oder zu warmen Winterquartieren auf.

Natürlicher Prozess: Blätter werden gelb

Altersbedingter Blattabwurf
Altersbedingter Blattabwurf

Der Oleander ist immergrün, so dass es nur sehr schwer vorstellbar ist, dass es sich um einen natürlichen Prozess handeln könnte, wenn seine Blätter gelb werden. Dies ist jedoch tatsächlich der Fall: immergrün ist nicht gleichbedeutend mit ewigem Leben. Ein Oleanderblatt hat eine Lebenserwartung von etwa zwei Jahren. Nach Ablauf dieser Zeit wird es sich verabschieden, und dies geschieht, indem es zunächst gelb, dann braun wird und schließlich abfällt. Dies geschieht jedoch bei vereinzelten Blättern, so dass sich Blattabwurf als natürlicher Prozess gut von anderen Ursachen unterscheiden lässt.

Ursache Besonderheiten
Falscher Standort gegebenenfalls braune Blattränder und Flecken
Falsche Überwinterung Braune Flecken
Wassermangel leuchtend gelbe Blätter
Nährstoffmangel zunächst sind die unteren Blätter betroffen; Oleander verkahlt
Unpassendes Pflanzgefäß Blätter hängen schlapp herunter
Krankheiten & Schädlinge Braune Flecken durch Oleanderkrebs, Spinnmilben und Schildläuse; Pilzkrankheiten werden Blätter zunächst gelb, dann braun
Natürlicher Prozess nur vereinzelte Blätter sind betroffen

Video-Tipp der Redaktion: Gründe, warum der Oleander gelbe Blätter bekommt

Gelbwerden der Blätter verhindern – Oleander Pflege

Wenn ein Oleander die Aufmerksamkeit bekommt, die er benötigt, wird er es mit kräftigem Laub und einer üppigen Blütenpracht danken. Regelmäßige Schädlingskontrollen sind Pflicht – auch im Winterquartier.

Eine weitere wichtige Pflegemaßnahme ist ein regelmäßiger Schnitt, welcher jährlich im Frühjahr durchgeführt werden sollte. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, dem Gewächs eine schöne Form zu verpassen. Vielmehr muss ausgelichtet werden, damit Sonne und Licht auch ins Innere des Oleanders eindringen können:

  • Nach innen wachsende Triebe einkürzen
  • Sich kreuzende Triebe abschneiden
  • Totholz entfernen
  • Verkümmerte Zweige abschneiden

In folgendem Video wird humorvoll alles Wesentliche zusammengefasst, was man beim Oleander Schneiden beachten sollte:

Standort

In seiner mediterranen Heimat steht der Oleander in der prallen Sonne. Dies kann er durchaus auch in heimischen Gärten oder auf Terrassen tun, wobei er nach der Überwinterung erst einmal langsam an die pralle Sonne gewöhnt werden muss. Der Standort muss zudem sehr hell sein. Wenn er windgeschützt ist, kann es auch nicht schaden, beispielsweise vor einer Hauswand. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass diese keine Schatten auf die Zierpflanze wirft und sie somit im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln stehen lässt.

Oleander richtig überwintern

Bei falscher Überwinterung siedeln sich Spinnmilben an
Bei falscher Überwinterung siedeln sich Spinnmilben an

In den milden Weinanbaugebieten kann der Oleander den Winter über im Freien verbleiben. Dabei sollten einige Tipps beherzigt werden:

  • Einen geschützten Standort vor der Südwand des Hauses wählen
  • Pflanzgefäß mit Frostschutzvlies umwickeln und gegebenenfalls auf eine Styropurplatte stellen
  • Eventuell die Triebe mit einer Sisalschnur zusammenbinden
  • Gelegentlich gießen

In kälteren Regionen sowie in Erwartung eisiger Winter sollte der Oleander in ein Winterquartier gebracht werden, und zwar spätestens dann, wenn der erste Frost eingetreten ist. Das Quartier sollte

  • hell und
  • gut durchlüftet

sein und Temperaturen zwischen 0 und 10° C aufweisen. Bevor der Oleander dort hingebracht wird, sollte eine Schädlingskontrolle durchgeführt werden. Auch während der Überwinterung wird diese regelmäßig durchgeführt. Bei zu starker Trockenheit siedeln sich häufig Spinnmilben an, auch Schildläuse können auftreten. Während erstere mit Hausmitteln bekämpft werden können, ist dies bei den Läusen oft nicht möglich. Hier hilft nur ein radikaler Rückschnitt.

Bereits im März/April kann der Oleander sein Winterquartier wieder verlassen und ins Freie gestellt werden.

Gießen & düngen

Ausgewogen düngen, großzügig gießen
Ausgewogen düngen, großzügig gießen

Die dekorative Zierpflanze hat eine hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. In seinem Untersetzer darf immer Wasser stehen; im Gegensatz zu anderen Pflanzen wird dies bei dem Oleander nicht zu Fäulnis führen. Im Gegenteil: mit einem heißen Kopf und kalten Füßen fühlt er sich so richtig wohl und erinnert sich ein wenig an seine Heimat, wo er bevorzugt an Gewässerufern wächst.

Wer nicht so gerne Wasser im Untersetzer stehen hat, muss zur Gießkanne greifen, und zwar mehrmals täglich – zumindest an heißen Tagen. Das Substrat und somit auch der Wurzelballen dürfen nicht austrocknen, da dies zwangsläufig dazu führen würde, dass der Oleander gelbe Blätter bekommt. Etwas vorsichtiger muss man die Wassergaben in kühlen Phasen sowie bei Regen dosieren, da dann logischerweise der Wasserbedarf geringer ausfällt. Gegossen wird grundsätzlich mit Leitungswasser.

Nach dem Ausräumen und/oder Umtopfen wird Langzeitdünger verabreicht; Hornmehl ist hierfür bestens geeignet. Zusätzlich wir bis in den September hinein einmal wöchentlich eine Gabe Flüssigdünger verbreicht, der stickstoffbetont sein sollte. Wer seinem Oleander etwas besonders Gutes tun und ihn für den Winter stärken möchte, gibt ihm ab Juli regelmäßig noch etwas Kalium.

Gartenbista-Tipp: Zum Einsprühen des Oleanders Regenwasser verwenden, um Kalkflecken auf dem Blattwerk zu verhindern!

Nährstoffüberschuss führt zu braunen Blättern

Beim Düngen ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Kommt es trotz des hohen Nährstoffbedarfs zu einer Überdüngung, so bekommt der Oleander braune Flecken sowie Blattränder. Diese Blattrandnekrosen bedeuten zwar nicht den Tod der Pflanze, jedoch muss ihre Ausbreitung zwingend verhindert werden:

  • Pflanze austopfen
  • Wurzelballen von Substrat befreien
  • Mit Wasser die Wurzeln abspritzen
  • Frisches Substrat in das Pflanzgefäß füllen
  • Oleander einsetzen

Bei sehr großen Gewächsen kann das Durchspülen des Substrates auf eine etwas einfachere Weise geschehen:

  • Pflanzenuntersetzer entfernen
  • Oleander gründlich gießen, bis das Wasser unten aus dem Pflanzgefäß herausläuft
  • Prozess mehrfach wiederholen

Gartenbista-Tipp: Für den Rest der Saison keine Düngegaben mehr verabreichen!

Pflanzen & umtopfen

Oleander umtopfen nach Bedarf
Oleander umtopfen nach Bedarf

Das Pflanzgefäß muss stabil sein und unten Löcher besitzen; ein Pflanzenuntersetzer ist absolut sinnvoll, da dieser eine konstante Wasseraufnahme gewährleistet. Als Substrat eignet sich nährstoffreiche Erde, die gerne mit Langzeitdünger angereichert werden kann.

Spätestens, wenn unten aus dem Pflanzgefäß Wurzeln herausschauen, ist es Zeit zum Umtopfen. Dies sollte nach der Überwinterung geschehen, möglichst zusammen mit den Schnittmaßnahmen, wobei das neue Pflanzgefäß nur etwas größer sein sollte als das bisherige. Grundsätzlich gilt: je älter ein Oleander ist, desto seltener sollte er umgetopft werden.

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Warum verliert mein Oleander so viele Blätter?

Ein Blattabwurf geht in der Regel zunächst mit der Gelbfärbung des Laubes einher und ist für gewöhnlich ein Indiz für falsches Gieß- sowie Düngeverhalten. Der Oleander verkahlt von unten her, da zunächst die unteren Blätter betroffen sind.

Wie pflege ich Oleander im Winter?

Das Einräumen ins Winterquartier sollte möglichst spät erfolgen, damit der Oleander nicht verweichlicht wird. Das Quartier selbst muss hell und gut belüftet sein; die Temperaturen müssen zwischen 0 und 10° C liegen. Nur sparsam gießen; keinesfalls düngen.

Was tun, wenn der Oleander gelbe Blätter bekommt?

Die Abhilfe ist abhängig von der Ursache: anderen Standort wählen, Gieß- und Düngeverhalten ändern, Schädlingsbekämpfung. Ist die Zierpflanze bereits sehr verkahlt, ist ein radikaler Schnitt sinnvoll, bei dem sämtliche Triebe auf ein Drittel eingekürzt werden. sollte die Gelbfärbung der Blätter altersbedingt sein, sind keine weiteren Maßnahmen notwendig.

 

Symbolgraphiken: © sapgreen – stock.adobe.com; ninice64 – stock.adobe.com; Floki – stock.adobe.com; Baharlou – stock.adobe.com; KMBI – stock.adobe.com; Iryna – stock.adobe.com; Horvárd Botond – stock.adobe.com

 


• 29. Januar 2021 • Kategorie: Pflanzen

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