Mistelzweig Brauch: Küssen unterm Mistelzweig

Sie haben schon immer davon geträumt, in der Weihnachtszeit unter einem Mistelzweig zu stehen und geküsst zu werden? Noch ist Zeit genug, sich einen solchen Zweig zu besorgen und somit diesem Wunsch ein Stückchen näher zu kommen…Alternativ können Sie natürlich auch ihre eigene Mistel anbauen; allerdings wäre es sinnvoll, damit bereits im Teenageralter zu beginnen, denn bis dieser Zweig die gewünschte Größe erreicht hat, können Jahre vergehen…

Mistelzweig Brauch: Sitten und Gebräuche mit Mistelzweigen

  • Die Mistel hat seit Jahrhunderten ein geheimnisvolles, magisches Image; kein Wunder, dass sich allerlei Bräuche rund um die Mistelpflanze entwickelt haben; der bekannteste Mistelzweig Brauch von Ihnen ist wohl der berühmte Kuss unter dem Mistelzweig:
  • Stehen ein Mann und eine Frau unter einem Mistelzweig und pflückt der Mann eine Beere davon ab, bekommt er einen Kuss; pflückt er zwei, bekommt er zwei Küsse, und so weiter, bis der Zweig kahl ist.
  • Steht eine Frau alleine unter einem Mistelzweig, darf ein herannahender Mann sie ebenfalls küssen und die Frau darf dies nicht ablehnen; so ein weiterer Brauch.
  • In früheren Zeiten wurden die Misteln auch als Orakel benutzt: wenn eine unverheiratete Frau unter einem Mistelzweig stand und nicht geküsst wurde, wurde angenommen, dass sie auch im folgenden Jahr keinen Ehemann finden würde.

Neben diesen Ritualen wurden Misteln auch dazu genutzt, böse Geister und Feuer abzuwehren: man musste einfach nur einen Zweig an die Hauswand hängen.

Heutzutage werden Spielchen wie das Küssen unter dem Mistelzweig allenfalls zum Zeitvertreib gemacht; die Heilkraft der Mistel aber, die bereits den Druiden bekannt war, wird bis in die Gegenwart genutzt. Der bekannteste Verwendungszweck ist aber die Weihnachtsdekoration; die immergrünen Misteln mit ihren schönen weißen Beeren sind ein echter Eyecatcher in jedem weihnachtlich geschmückten Raum.

Mistelzweig Steckbrief

Die Mistel zählt zu den interessantesten Pflanzen überhaupt, da sie nicht in der Erde wächst, sondern auf Bäumen, von denen sie sich Wasser und Nährsalze holen. Doch zählt die Mistel deshalb zu den Schmarotzern? Nein, denn die schädigt ihre Wirtspflanze nicht beziehungsweise kaum. Lediglich bei sehr starkem Wind kann es passieren, dass durch ihr Gewicht ihr Trägerast abbricht; bei Obstbäumen kann der Ertrag sinken.

Es gibt weltweit über 1.400 Arten von Misteln, die kugelförmige Nester mit einem Durchmesser zwischen 60 und 90 cm bilden. Aus diesen Nestern stammen die Mistelzweige, die so sehr beliebt als Weihnachtsdekoration sind. Das Besondere an ihnen ist, dass ihre Beeren im Winter reifen und somit meist in der Weihnachtszeit in ihrer vollen, reinen Schönheit vorhanden sind.

Vögel sorgen für Verbreitung der Samen

Doch wie kommen die Misteln auf die Bäume? Vögel sorgen dafür, dass die Samen dort landen: sie fressen die Mistelbeeren und scheiden mit ihrem Kot die darin enthaltenen Samen unverdaut aus. Da diese sehr schleimig sind, bleiben sie an den Ästen der Laubbäume hängen – und verbleiben dort ihr Leben lang. Und solch ein Mistelleben kann lange andauern: die Mistel stirbt erst, wenn auch ihr „Wirt“ stirbt…

Mistel pflanzen und vermehren

Auch als Pflanzenfreund kann man sich ans Werk machen, Misteln zu züchten: wenn im Dezember die Beeren reif sind, eine auf einer Astgabel von einem Laubbaum ausdrücken. Optimal wäre es, wenn sich in dieser Astgabel Flechten befinden würden; diese geben den perfekten Nährboden für Misteln ab. Dann heißt es: warten, und zwar sehr, sehr lange. Es dauert ein bis zwei Jahre, bis die Mistel überhaupt anfängt zu wachsen, und bis sich das gewünschte, große Nest bildet, kann man gut und gerne ein Jahrzehnt warten.

Ist die Mistel giftig?

Für erwachsene Menschen ist die Mistel nur geringfügig giftig; bei Kindern hingegen kann der Verzehr von Stängeln, Blättern oder Beeren zu Verdauungsstörungen führen. Vorsicht bei Haustieren: Hunde, Katzen, Pferde und Nager vertragen Misteln nicht besonders gut; bei ihnen Erdbrechen, Durchfall, erschwerte Atmung und/oder vermehrter Speichelfluss auf.

Mistel Krankheiten und Schädlinge

Misteln werden weder von Krankheiten noch von Schädlingen aufgesucht. Des Weiteren ist diese robuste Pflanze immun gegen Hitze, Wind und Niederschläge.

Mistelzweig als Heilpflanze

In vielen Arzneimitteln sind Misteln als Bestandteile enthalten; insbesonders ist ihre blutdrucksenkende Wirkung erwähnenswert. Doch auch in Medikamenten gegen Krebs, Arteriosklerose und Verdauungsbeschwerden ist sie enthalten. Sehr bekannt ist auch der Misteltee.

Graphik: © romaneau-Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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