Milchstern (Ornithogalum) – Pflege, Winterhart/ Überwintern

Der Milchstern (Ornithogalum) – wunderschöne Blüten, aber Vorsicht: giftig!

Milchstern (Ornithogalum) - Pflege, Winterhart/ Überwintern
Milchstern (Ornithogalum) – Pflege, Winterhart/ Überwintern

Der Milchstern (Ornithogalum) mit seinen vielen verschiedenen Arten ist eine vielseitige Zwiebelpflanze mit ausnehmend schönen Blüten, die sich als Beet Bepflanzung, Kübel- oder Balkonkastenpflanze, Zimmerpflanze oder lang haltende Schnittblume eignet. Aber der schöne Alleskönner hat auch einen Nachteil: Vor allem die Zwiebeln der meisten Arten sind sehr giftig für Menschen, Haus- und Nutztiere.

Der Milchstern auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Ornithogalum. Der botanische Name Ornithogalum setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern ornis (Vogel) und gala (Milch) und bedeutet so viel wie Vogelmilch, was auch eine Bezeichnung für die Pflanze ist.
  • Andere Namen: Der Milchstern ist außerdem unter dem Namen Stern von Bethlehem bekannt. In der Vase ist der Milchstern extrem langlebig, daher stammen die weiteren Bezeichnungen unter denen der Milchstern bekannt ist: Gärtnerschreck und Gärtnertod.
  • Ordnung: Asparagales (spargelartige Gewächse)
  • Familie: Asparagaceae (Spargelgewächse)
  • Klasse: Magnoliopsida (Bedecktsamer)
  • Heimat: die Pflanzen sind in Europa, Afrika und Asien beheimatet.
  • Arten: unter Botanikern ist die Zugehörigkeit zur Gattung der Milchsterne umstritten. Je nachdem wie eng oder weit die Gattung aufgefasst wird, gibt es zwischen 50 und 200 bis 300 verschiedene Arten des Milchsterns.
  • Verbreitetste Art in Deutschland: eine der bekanntesten Arten des Milchsterns in Deutschland ist der aus Südafrika stammende orangefarbene Milchstern Ornithogalum dubium.
  • Wuchshöhe: je nach Art liegt die Wuchshöhe von Milchsternern zwischen 15 und 30 cm.
  • Blüte: die Blütenhüllblätter des Milchsterns sind weiß bis weiß-gelb, grün, gelb-grün gestreift oder auch orange. Meist stehen mehrere Blüten trauben- bzw. doldenartig zusammen.
  • Blütezeit: je nach Art ist die Blütezeit des Milchsterns im Frühsommer im Mai oder im Hochsommer im Juli oder August.
  • Pflanzung: Milchsterne eigenen sich für die Pflanzung im Beet ebenso wie für Kübel oder Balkonkästen und können auch als Zimmerpflanzen gehalten werden.
  • Giftigkeit: alle Teile des Milchsterns sind bei den meisten Arten giftig.

Der ideale Standort und Boden für den Milchstern

  • Milchstern Standort

Aufgrund der vielen verschiedenen Arten des Milchsterns ist es schwer, hier wirklich allgemein gültige Angaben zu machen. Die allermeisten Milchsterne mögen und brauchen jedoch Sonne und Licht und bevorzugen daher einen hellen Standort. Am besten eignet sich für viele Arten des Milchsterns ein lichter Halbschatten.

Bei einem vollsonnigen Standort gedeihen die Pflanzen zwar gut, einige verblühen in der Sonne jedoch recht schnell. Wird der Standort zu dunkel gewählt, werden bei den meisten Milchsternen nur die Blätter wachsen, die Blüten aber kaum zum Vorschein kommen.

Außer ins Freiland können Milchsterne auch problemlos in Töpfe oder etwas größere Balkonkästen gepflanzt werden.

  • Milchstern Boden

An den Boden stellt der Milchstern keine großen Ansprüche.  Ein lockerer, durchlässiger Boden und im Kübel eine gute Drainage gegen Staunässe reichen ihm eigentlich aus. Bevorzugt wächst er in leicht sauren Böden mit einem pH-Wert unter 6, aber er kommt auch mit normalen oder kalkhaltigen Böden klar.

Gartenbista-Tipp: Wer sich unsicher ist hinsichtlich des pH-Werts in seinem Garten kann im Handel ganz einfach zu handhabende Test-Streifen erwerben.

Milchstern Arten

Zu den bekannten und beliebten Arten des Milchsterns gehören:

  • Ornithogalum dubium
    Der Orangefarbene Milchstern stammt aus Südafrika. Er wird in Deutschland oft als Zimmerpflanze kultiviert, steht im Sommer jedoch gern draußen. Dazu muss er allerdings erst langsam an die Sonne gewöhnt werden. Die Blütezeit ist von Januar bis März und daher in erster Linie bei Zimmerpflanzen zu beobachten. Ornithogalum dubium hat leuchtend orangefarbene Blüten, die aussehen wie Sterne und die nur tagsüber geöffnet sind.
  • Ornithogalum saundersiae
    Der Große Milchstern hat weiße Blüten und liebt einen vollsonnigen Standort.
  • Ornithogalum arabicum
    Der Arabische Milchstern ist im Mittelmeerraum beheimatet. Er hat weiße Blüten und blüht von Juli bis Oktober. Die Blütenstängel können bis zu 40 Zentimeter hoch werden.
  • Ornithogalum candicans
    Diese Art ist auch unter den Namen Riesenhyazinthe und Sommerhyazinthe bekannt. Die Blütenstängel mit den glockenartigen, hängenden weißen Blüten können bis zu einem Meter hoch werden. Ornithogalum candicans ist eine der wenigen Arten des Milchsterns, die in Deutschland winterhart sind. Die Zwiebel sollte dazu allerdings in einer Tiefe von 20 Zentimetern gepflanzt werden.
  • Ornithogalum umbellatum
    Der Dolden-Milchstern ist eine europäische Art und kann ganzjährig im Garten kultiviert werden. Er liebt sonnige bis halbschattige Standorte und hat leuchtend weiße Blüten.
  • Ornithogalum nutans
    Diese Art ist auch als „Nickender Milchstern“ bekannt. Er ist besonders auffällig durch seine hübschen grün-weiß gestreiften Blüten. Die Blütezeit ist von April bis Juni und die Pflanze wird etwa 20 Zentimeter hoch.

Milchstern Pflege

  • Milchstern gießen

Der Milchstern braucht nicht viel Pflege. Werden die Pflanzen im Freiland gehalten, müssen sie außer in langanhaltenden Trockenperioden meist nicht extra gegossen werden.

Etwas anders sieht es bei Kübel- und Zimmerpflanzen aus. Hier sollte regelmäßig der Feuchtigkeitsgehalt der Erde geprüft und bei Bedarf gegossen werden. Das Substrat sollte dabei immer gut durchfeuchtet, doch nicht völlig durchnässt werden. Staunässe oder auch nur zu großzügiges Gießen muss unbedingt vermieden werden, da sonst sehr schnell eine Knollenfäule einsetzt, an der die Pflanze eingeht.

  • Milchstern düngen

Als Blühpflanze braucht der Milchstern besonders vor und während der Blüte viele Nährstoffe. Er kann entweder mit einem stickstoffhaltigen Fertigdünger in schwacher Konzentration gedüngt werden oder mit einer dünnen Schicht Kompost bedeckt werden.

  • Milchstern schneiden

Nach der Blüte kann man die Blütenstiele komplett dicht über dem Boden abschneiden. Wenn die Blätter des Milchsterns anfangen zu vergilben, können auch sie abgeschnitten werden, jedoch nicht eher, da sie bis dahin noch Nährstoffe produzieren, die die Pflanze für die nächste Blüte braucht und die in der Zwiebel gespeichert werden.

Bei Wildarten, die sich im Garten vermehren sollen, kann man auf das Schneiden verzichten. Durch Selbstaussaat kommt es dann zu einer Verbreitung des Milchsterns, doch Vorsicht, manche Arten wie der Nickende Milchstern oder der Dolden-Milchstern können sich bei guten Standortbedingungen ziemlich invasiv ausdehnen und andere Pflanzen zurückdrängen.

Möchte man das vermeiden, sollte man auch bei diesen Arten zur Gartenschere greifen. Wer jedoch genügend Platz im Garten hat, kann sie ruhig verwildern lassen, denn gerade als blühender Teppich sehen diese Arten wunderschön aus.

Ist der Milchstern winterhart?

Die meisten Milchsterne sind nicht winterhart. Ausnahmen bilden die in Europa heimischen, winterharten Arten des Milchsterns wie beispielsweise der Dolden-Milchstern Ornithogalum umbellatum, der Nickende Milchstern Ornithogalum nutans oder die Riesenhyazinthe Ornithogalum candicans. Diese Arten können ohne Winterschutz im Garten belassen werden.

Milchstern überwintern

Milchstern (Ornithogalum) Zwiebeln beim Austreiben
Milchstern (Ornithogalum) Zwiebeln beim Austreiben

Die nicht winterharten Arten des Milchsterns verbringen den Sommer zwar gern draußen im Beet oder im Kübel, würden den Winter aber nicht überleben. Aus diesem Grund müssen die Zwiebeln nach dem Absterben der Blätter, wenn genügend Nährstoffe für das kommende Jahr gesammelt wurden, oder spätestens vor dem ersten Frost ausgegraben werden.

Milchstern Zwiebeln richtig überwintern

  • Von Erde befreien und trocknen: die Zwiebeln des Milchsterns müssen gut von Erde befreit werden, sie sollten dazu jedoch auf keinen Fall mit Wasser abgespült werden. Ganz im Gegenteil müssen sie gut und gründlich trocknen, bevor es ins Winterquartier geht, damit sie dort nicht faulen oder schimmeln.
  • Aufbewahrung und Standortwahl: die Wintermonate sollten die Zwiebeln in einer Kiste mit grobem Sand oder Torfmull in einem möglichst dunklen Raum verbringen. Die Temperatur sollte dort nicht unter 10° C fallen.
  • Auspflanzung im Frühjahr: im nächsten Frühjahr, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, können die Zwiebeln wieder ins Freiland oder in Kübel gepflanzt werden.

Gartenbista-Tipp: Zum erneuten Anpflanzen sollte immer frische, nährstoffreiche Erde benutzt werden und der Milchstern sollte erst gegossen werden, wenn sich die ersten grünen Triebspitzen zeigen.

Milchstern Vermehrung

Die in Europa heimischen, winterharten Milchsterne lassen sich am besten durch Selbstaussaat vermehren. Andere Arten können gut über Tochterzwiebeln vermehrt werden.

Werden die Pflanzen zur Winterruhe ausgegraben, können die Zwiebeln geteilt und im kommenden Jahr einzeln wieder ausgepflanzt werden. Bei manchen Arten wie beispielsweise dem orangefarbenen Milchstern blühen die so vermehrten Pflanzen jedoch nicht immer.

Milchstern Krankheiten und Schädlinge

Die meisten Milchstern Arten sind sehr robust und nicht anfällig für bestimmte Krankheiten und Schädlinge. Vereinzelt können Blattläuse auftreten, die aber mit Wasser leicht weggespült werden können.

Sieht der Milchstern welk und kränklich aus, liegt es meist an einem Wasserüberschuss, denn zu nasser Boden und vor allem Staunässe führen sehr schnell zu einer Wurzelfäule, an der die Pflanzen eingehen.

Bei zu wenig Licht wachsen Blätter und Blütenstiele meist sehr lang, aber es bilden sich keine Blüten. Sieht die Pflanze insgesamt kümmerlich aus, liegt es meist am Nährstoffmangel.

Probleme werden bei den Milchsterngewächsen also wesentlich eher durch falsche Pflege als durch Krankheiten und Schädlinge verursacht.

Ist der Milchstern giftig?

In Deuschland weit verbreitet: der orange Milchstern (Ornithogalum dubium)
In Deuschland weit verbreitet: der orange Milchstern (Ornithogalum dubium)

Die meisten Milchstern Arten sind giftig für Menschen und Tiere. Bei den Giften handelt es sich um herzwirksame Steroide, sogenannte Cardenolide.

Alle Teile der Pflanze sind giftig, doch die größte Konzentration befindet sich in den Zwiebeln. Besonders gefährdet sind Kinder, die Teile der Pflanze in den Mund nehmen und herunterschlucken und Haustiere wie Katzen und Hunde.

Für den Fall, dass Kinder oder Tiere Teile eines Milchsterngewächses heruntergeschluckt haben, sollte sofort ein Arzt oder Tierarzt aufgesucht werden.

Milchstern (Ornithogalum) – wunderschöne Blüten, jedoch nicht ganz pflegeleicht und giftig

So in etwa könnte man die Eigenschaften der Milchsterne zusammenfassen. Die weißen, orangefarbenen oder auch zweifarbigen Blüten sehen aus wie kleine Sterne und sind im Freiland, im Kübel und auf der Fensterbank sehr dekorativ.

Ist einmal der richtige Standort gefunden, sind die Milchsterne nicht sehr pflegeintensiv, doch vor allem beim Gießen und Düngen des Milchsterns muss das richtige Maß gefunden werden und es gehört ein wenig Fingerspitzengefühl dazu, die Pflanzen nicht zu übergießen, aber auch nicht zu trocken zu halten. Für erfahrene Pflanzenhalter dürfte das jedoch kein Problem sein.

Etwas umständlich ist die Überwinterung des Milchsterns, da die Zwiebeln bei den meisten Arten nach der Blüte ausgegraben und bis zum nächsten Jahr gelagert werden müssen. Ausnahmen machen hier die wenigen winterharten Arten, die sich jedoch im Garten recht invasiv vermehren können.

Nicht unterschätzen sollte man die Giftigkeit des Milchsterns. Wer kleinere Kinder oder Haustiere hat, die sich regelmäßig im Garten aufhalten oder Zugang zu Milchsterngewächsen haben, die als Zimmerpflanzen gehalten werden, der sollte die Risiken sehr genau abwägen und vielleicht besser auf die Haltung dieser Pflanzen verzichten.

 

Fotos: © Kanusommer, emuck, karin eichinger – Fotolia.com


2 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich hatte Anfang 2017 eine 3er-Packung Milchstern-Zwiebeln, Sorte Saundersiae, bei Aldi für unter zwei Euro gekauft und in einen Blumentopf eingepflanzt, der im Garten stand.
    Da die Sorte nicht winterhart ist, wollte ich die Zwiebeln vor Frost schützen, zog sie samt Stängeln (etwa noch 50 cm) aus dem Topf und legte sie kurz auf den Boden. In dem Moment wollte mein bis dahin quicklebendiger 13 1/2-jähriger englischer Setterrüde wohl mit dem „Stöckchen“ spielen und biss kurz in einen Stängel. Das war am Sonntag, den 17.12.2017, gegen 16 Uhr. Ich nahm ihm die Pflanze sofort weg, ohne überhaupt zu ahnen, dass sie giftig – geschweige denn tödlich giftig – für meinen Hund war. Nach etwa einer Stunde gingen wir ins Haus, mein Hund bekam sein Futter, was er auch in seinem üblichen Tempo auffraß. Anschließend drehten wir eine Runde „ums Viertel“. Ca. zwei Stunden nach dem Biss in den Milchsternstängel erbrach der Hund das erste Mal, was ich tragischerweise nicht damit in Verbindung brachte. Ich vermutete eine Ansteckung mit irgendwelchen Bakterien von anderen Hunden, weil mein Hund in der Beziehung etwas empfindlich war. Wegen seines Brechdurchfalls wollte er gar nicht ins Haus, war ganz unruhig; ich drehte noch einige Runden mit ihm ums Haus, aber er wurde nicht ruhiger.
    Zwischendurch hatte ich ihm seinem Gewicht entsprechend Kohletabletten gegen Durchfall gegeben, was angesichts der Vergiftung viel zu wenig war. Gegen 23.30 Uhr rief ich in Ahlen/Westf. in der Tierklinik an und schilderte den Fall. Die Tierärztin, die eigentlich schon wegen des Alters und der Dehydrierung meines Hundes den Notfall hätte erkennen müssen, sagte nur, ich müsse selbst entscheiden, ob ich den Hund zur Untersuchung bringe. Da es anfing zu schneien, die Tierklinik gut 40 km von Wickede entfernt ist und ich in dem Moment selbst völlig „von der Rolle“ war, entschied ich mich, sofort um 7.00 Uhr mit dem Hund zu einer Tierarztpraxis nach Werl zu fahren. Der Hund war bereits in einem kritischen Zustand, als ich dort ankam. Meine Frage, ob der Hund vielleicht Gift gefressen haben könnte, schloss der Tierarzt aus. Er vermutete eine aggressive Infektion, vielleicht Parvovirose. Außerdem sei der Hund ja auch schon ziemlich alt… Mein Toby bekam sofort Infusionen, weil das Blut schon sehr verdickt war, wurde in eine Wärmedecke gelegt, weil er Untertemperatur hat. Die Frage, ob der Hund Herzmedikamente bekäme, verneinte ich, weil er bis dahin keinerlei Herzprobleme hatte. Da weitere Untersuchungen erfolgen sollten, verließ ich zunächst die Praxis, um eigene Temine zu erledigen. Um ca. 12.30 Uhr rief der Tierarzt an und teilte mit, dass Tobys Zustand nach wie vor kritisch sei und sich innerhalb der nächsten 12 bis 24 Std. die weitere Entwicklung zeigen wird. Bereits eine Stunde später teilte der Tierarzt mit, dass Tobys Herz versagt hätte und er gestorben sei. „Es war eben ein alter Hund…“ In diesem Moment brach meine kleine Welt zusammen. 24 Stunden zuvor war dieser Hund noch voll Lebensfreude durch den Garten gehüpft. Und nun ist er tot. Und ich kam immer noch nicht auf die Idee, dass dieses Unglück durch den Biss in den Milchsternstängel ausgelöst worden sein könnte. Erst am Mittwoch, den 20.12.2017, überlegte ich in Ruhe, was sich an dem Sonntag zugetragen hatte, und da fiel mir der Milchstern wieder ein. Bei der Recherche in Google fand ich dann auch Ihre Seite mit dem Hinweis auf den giftigen Milchstern. Insbesondere die in ihm enthaltenen herzwirksamen Steroide haben meinen Hund wohl umgebracht. Auf meine Nachfrage bei der Giftzentrale in Bonn wurde mir die Giftigkeit bestätigt, und die freudliche Ärztin erklärte mir, dass dieses Herzgift noch stärker sei als das des roten Fingerhutes (Digitalis). Sie hat sich „meinen“ Vergiftungsfall notiert. Ich fragte sie, ob diese richtig giftigen Pflanzen nicht besser deklariert werden müssten, da auch sonstige Gifte in den Schränken der Baumärkte eingeschlossen würden. Aber sie sagte sinngemäß, das alles sei unbefriedigend. Am Donnerstag habe ich in der Tierklinik Ahlen angerufen, um den traurigen Ausgang mit Toby mitzuteilen. Da die Tierärztin von Sonntagabend keinen Dienst hatte, bat ich darum, sie zu sensibilisieren, in zukünftigen Fällen vielleicht einmal mehr auf eine sofortige Untersuchung zu dringen. Wir Tierhalter seien in einer derartigen Situation mit einer Entscheidung überfordert, wir haben darin ja auch keine Routine. Was mein eigentliches Anliegen ist: bei einigen Pflanzen hat es sich mit der Zeit herumgesprochen, dass sie – mehr oder weniger – giftig sind, z. B. Maiglöckchen, Narzissen, Eibe, Oleander usw. Wir Hobbygärtner wissen natürlich nicht, ob diese Pflanzen und in welcher Konzentration sie tödlich giftig sind. Aber dass Pflanzen wie der Milchstern, die zwar als nicht essbar (Messer und Gabel durchgestrichen in einem Kreis, in mikroskopischer Größe auf der mittlerweile verwitterten Packung) deklariert aber hochgiftig selbst in winzigen Dosen sind (mein Hund hatte nur kurz in den Stängel gebissen), nicht auch im Giftschrank aufbewahrt oder zumindest mit einem großen Totenkopf auf der Packung verkauft werden müssen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Muss das berühmte „Kind erst einmal in den Brunnen gefallen“ sein, ehe Verantwort-liche durch eine entsprechende Verbraucheraufklärung solche unnötigen tragischen Un-glücksfälle vermeiden helfen? Ich weiß, dass mein geliebter Hund dadurch nicht mehr lebendig wird, aber ich fühle mich verpflichtet, zumindest anzuregen, dass das Wissen über solche – nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen – lebensgefährlichen Pflanzen einen höheren Stellenwert erhält als bisher.
    Leider habe ich Ihre Internetseite viel zu spät gefunden. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, etwas zur Übersichtlichkeit der „gängigen“ Haus- und Gartenpflanzen beizutragen. Ich werde Sie weiterempfehlen.

    Mit freundlichen Grüßen
    einer sehr traurigen Sigrid Dittrich

  2. Ich finde es sehr traurig dass Ihr Hund gestorben ist aber bei Pflanzen ist es nun mal möglich, dass sie giftig sind. Hier liegt es jetzt in der Verantwortung des Einzelnen sich zu informieren. Sie erwähnten selbst: auf der Pakung befand sich der Hinweis “ nicht zum Verzehr geeignet“ und das Totenkopfzeichen, ein weiterer zusätzlicher Hinweiß hätte dann auch nichts geändert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.