Mehliger Salbei – So pflegen Sie die Zierpflanze richtig

Mehliger Salbei, Salvia farinacea
Mehliger Salbei, Salvia farinacea

Nicht nur schön fürs menschliche Auge, sondern auch eine reiche Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten – so präsentiert sich Mehliger Salbei. Die Zierpflanze ist zudem noch pflegeleicht, so dass sie mit einem Minimum an Aufwand üppig gedeihen kann.

Mehliger Salbei, Salvia farinacea – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: JuniOktober
  • Standort: warm, sonnig
  • Boden/Substrat: durchlässig, feucht, nährstoffhaltig
  • Kübelhaltung: ja
  • Pflanzen: im Frühjahr, wenn keine Starkfröste mehr zu erwarten sind
  • Vermehrung: Stecklinge, Aussaat
  • Aussaatzeit: März/April im Haus, Mitte Mai im Freiland
  • Gießen: regelmäßig
  • Düngen: Im Freiland einmalig im Frühjahr; in Kübelhaltung monatlich von März bis September
  • Schneiden: regelmäßig Verblühtes entfernen
  • Überwinterung: nicht winterhart; Überwinterung im Haus
  • Pflanzenhöhe/-größe: 40 – 80 cm hoch, 30 cm breit
  • Giftig: nein
  • Heilwirkung: nicht bekannt
  • Krankheiten und Schädlinge: Mehltau, Schnecken, Weiße Fliege, Spinnmilben

Allgemeine Informationen über Mehliger Salbei

Mehliger Salbei, Salvia farinacea, gehört zur Familie der Lippenblütler. Ursprünglich stammt er aus warmen Regionen Nord- und Mittelamerikas, wo er ganzjährig im Freien wächst. Hierzulande ist dies nicht möglich: in unseren Breitengraden ist er nicht winterhart, so dass er entweder einjährig kultiviert oder vor Frosteintritt ins Haus geholt wird.

Die aufrecht und buschig wachsende Pflanze besitzt behaarte Blätter und Stängel, welche silbrig schimmern. Es entsteht der Eindruck, als seien sie mit Mehl bestäubt – wodurch sich auch der Trivialname des Salvia farinacea erklärt. Von Juni bis Oktober bildet er blau-violette oder – je nach Sorte – weiße Blüten, die dekorativ und nektarreich sind. Den ganzen Sommer über stellen sie eine beliebte Nahrungsquelle für Insekten dar.

Standort

Mehliger Salbei kann sowohl im Freiland als auch in Kübelhaltung kultiviert werden. Letztere bietet den Vorteil, dass die Zierpflanze darin in ein Winterquartier gebracht werden kann, ohne umgepflanzt zu werden. Im Beet wiederum entwickelt sich der Lippenblütler für gewöhnlich schneller und besser.

Damit sich der Mehlige Salbei optimal entwickeln kann, benötigt er einen Standort, der

  • warm und
  • sonnig

ist. Zwar kann er notfalls auch im Halbschatten kultiviert werden, dies geht jedoch zu Lasten der Blütenbildung. Sehr gut geeignet ist ein Plätzchen auf einem Südbalkon beziehungsweise in einem gen Süden gelegenen Beet. Für ein solches ist er im Übrigen die perfekte Einfassung.

Den Winter muss der Mehlsalbei im Haus verbringen. Der dortige Standort muss ebenfalls warm und hell sein, beispielsweise auf einer Fensterbank.

Gartenbista-Tipp: Mehliger Salbei ist die ideale Pflanze für Bauerngärten und sollte keinesfalls in einem solchen fehlen!

Boden/Substrat

Der Salvia farinacea ist bezüglich seiner Ansprüche an den Boden sehr bescheiden: er gedeiht in nahezu jedem Substrat. Besonders gut wächst er jedoch in Böden, die

  • durchlässig,
  • feucht,
  • frisch,
  • nährstoffreich und
  • sandig

sind. Der pH-Wert sollte im neutralen Bereich liegen.

Wird Mehliger Salbei im Kübel kultiviert, so kann qualitativ hochwertige Kübelpflanzenerde aus dem Fachhandel verwendet werden. Alternativ ist es jedoch auch möglich, ein passendes Gemisch selbst herzustellen:

  • Einheitserde,
  • Kompost und
  • Sand

zu gleichen Teilen vermischen. Um Staunässe zu vermeiden, sollte unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies, Steinen oder Blähton gelegt werden.

Pflanzen

Sobald keine Starkfröste mehr zu erwarten sind, kann Mehliger Salbei in die Erde gepflanzt werden. In rauen Lagen empfiehlt es sich, die Freilandpflanzung erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) durchzuführen:

  • Wurzelballen wässern
  • Beet vorbereiten
  • Pflanzlöcher ausheben, die etwas größer als der Wurzelballen sind
  • Gegebenenfalls Kies als Drainage legen
  • Mehlsalbei einsetzen
  • Löcher mit Erde auffüllen, gut andrücken
  • Gründlich wässern

Achtung: Mehliger Salbei wächst etwa 30 cm in die Breite. Dies sollte bei der Pflanzung berücksichtigt werden.

Wenn der Salvia farinacea in einem Pflanzgefäß kultiviert wird, so muss dieses vor dem Pflanzen mit einer Drainage versehen werden. Hierfür bietet es sich an,

  • Blähton,
  • Kies,
  • Steine oder
  • Tonscherben

unten in das Gefäß zu geben. Damit das Substrat nicht die Abflusslöcher verstopft, wird ein Stückchen Pflanzenvlies über die Drainage gelegt. Danach kann mit der eigentlichen Pflanzung begonnen werden:

  • Pflanzgefäß zur Hälfte mit Substrat füllen
  • Mehliger Salbei auf die Erde setzen
  • Gefäß mit Erde auffüllen
  • Substrat festdrücken
  • Gründlich gießen

Gartenbista-Tipp: Damit auch in Kübelhaltung der Mehlsalbei buschig erscheint, werden mehrere Pflanzen nebeneinander in das Pflanzgefäß gesetzt!

Pflege

  • Gießen: Mehliger Salbei hat einen hohen Wasserbedarf und muss regelmäßig gegossen In langen Trockenperioden sowie bei Jungpflanzen sollte sowohl morgens als auch abends eine Wassergabe erfolgen, ansonsten ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht austrocknen. Grundsätzlich gilt: je sonniger ein Salvia farinacea steht, desto häufiger muss er gegossen werden. Keinesfalls sollte dabei jedoch Gießwasser auf Blätter und Blüten gelangen. Auch ist zwingend darauf zu achten, dass keine Staunässe entsteht. Dies ist besonders in Kübelhaltung schneller passiert, als einem Hobbygärtner lieb ist.
  • Düngen: Wenn Mehliger Salbei im Beet kultiviert wird, so ist eine Gabe Kompost im Frühjahr vollkommen ausreichend zur Nährstoffversorgung. In Kübelhaltung hingegen sind regelmäßige Düngegaben notwendig. Von März bis September wird einmal monatlich Flüssigdünger dem Gießwasser beigemischt; alternativ kann auch spezieller Kräuterpflanzendünger verwendet werden.

Schneiden

Der Salvia farinacea steckt viel Kraft und Energie in die Bildung von Samen, die aus den abgeblühten Blüten entstehen. Wenn Samen für eine Aussaat im Folgejahr benötigt werden, sollten einige Triebe stehengelassen werden. Wer jedoch kein Saatgut benötigt, sollte Verblühtes grundsätzlich abschneiden, um zum einen die Pflanze zu stärken, zum anderen ein erneute Blütenbildung anzuregen. Dieser regelmäßige Schnitt wird mit einem sauberen und scharfen Schnittwerkzeug durchgeführt.

Vor der Überwinterung wird ebenfalls zur Schere gegriffen:

  • Vertrocknete Pflanzenteile entfernen
  • Beschädigte Triebe abschneiden

Vermehrung

Es gibt zwei verschiedene Methoden zum Mehliger Salbei Vermehren:

  • Stecklingsvermehrung
  • Aussaat

Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge ist nur in jenen Fällen sinnvoll, wenn die Pflanzen mehrjährig kultiviert werden sollen. Der Grund hierfür liegt darin, dass derart gewonnene Mehlsalbeipflänzchen im ersten Jahr keine Blüten hervorbringen werden. So würden sie entsorgt werden, bevor sie jemals zum Blühen gekommen sind.

Der optimale Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist das Frühjahr, da die jungen Pflanzen so genügend Zeit haben, den Sommer über einzuwurzeln.

  • 10 – 15 cm lange Triebe ohne Blütenansatz abschneiden
  • Untere Blätter entfernen
  • Pflanztöpfchen mit Anzuchterde füllen
  • Triebe 4 – 5 cm tief in das Substrat stecken
  • Erde feucht halten
  • Töpfe an einen warmen, hellen Ort stellen

Wenn sich neue Blätter gebildet haben, ist dies ein Indiz für eine erfolgreiche Einwurzelung. Die Pflanzen können dann in ein großes Pflanzgefäß umgesetzt und an den gewünschten Standort im Freien gestellt werden. Die Pflege ist identisch wie bei adulten Exemplaren, nur mit dem Unterschied, dass der Wasserbedarf bei jungen Salvia farinacea noch höher ist.

Aussaat

Die Mehliger Salbei Aussaat erfolgt mithilfe von Saatgut, welches von bestehenden Pflanzen gewonnen oder im Fachhandel erworben worden ist. Sinnvoll ist eine Vorkultur im Haus, die bereits im März/April durchgeführt wird:

  • Töpfe mit Anzuchterde füllen
  • Saatgut samendick in das Substrat stecken
  • Erde gleichmäßig feucht halten
  • Töpfchen an einen hellen, warmen Standort stellen
  • Pikieren, sobald sich Keimlinge zeigen
  • Nach den Eisheiligen auspflanzen

Alternativ kann auch eine Direktaussaat an den gewünschten Standort im Freiland erfolgen. Dies sollte jedoch erst nach den Eisheiligen geschehen.

Soll der Mehlsalbei im Kübel kultiviert werden, kann die Aussaat auch direkt in diesem erfolgen. Um sich ein späteres Pikieren zu ersparen, sollte von Vorneherein ein Abstand zwischen den Samen eingehalten werden.

Überwinterung

Der dekorative Lippenblütler ist hierzulande nicht winterhart. Er wird entweder einjährig kultiviert, wobei er einfach im Beet verbleibt und im Winter eingehen wird. Alternativ kann er überwintert werden, was überwiegend bei Kübelpflanzen praktiziert wird. Leider ist es nicht möglich, die Pflanzgefäße im Freien zu lassen; selbst mit einem speziellen Frostschutz würde der Mehlsalbei eingehen. Demzufolge muss er nach dem Schneiden ins Haus geholt werden. Das dortige Quartier muss

  • hell und
  • warm

sein, beispielsweise auf einer Fensterbank. Dort bietet er aufgrund seiner silbrig-schimmernden Blätter während der Wintermonate einen wunderschönen Anblick. Zudem benötigt er nicht viel Pflege:

  • gelegentliche Wassergaben
  • keinen Dünger

Erst ab März wird wieder mehr gegossen und erstmalig Dünger verabreicht. Ins Freie darf Mehliger Salbei jedoch erst dann, wenn keine Starkfröste mehr zu erwarten sind.

Krankheiten und Schädlinge

  • Mehltau: Besonders nach langen Trockenperioden zeigt sich der Echte Mehltau in Form von einem mehligen Belag auf den Blättern. Betroffene Pflanzenteile müssen umgehend entfernt werden, nur so besteht noch Hoffnung zur Rettung.
  • Schnecken knabbern gelegentlich an dem Salvia farinacea. Damit die Weichtiere keine allzu großen Schäden anrichten, sollten sie eingesammelt werden.
  • Weiße Fliege: Dieser Schädling siedelt sich besonders während der Überwinterung auf Pflanzen an, wenn diese zu warm stehen. Sie sind zunächst schwer zu erkennen; erst im späteren Stadium zeigen sich honigtauartige Ausscheidungen und Schwärzepilze. Eine Bekämpfung kann mithilfe eines speziellen Pflanzenschutzmittels erfolgen; alternativ können die betroffenen Pflanzen auch regelmäßig mit einer Schmierseifelösung besprüht werden.
  • Spinnmilben: Auch diese kleinen Schädlinge erscheinen meistens bei zu trockener und warmer Überwinterung. Ihre Anwesenheit zeigt sich durch weiße, spinnwebenartige Gespinste an den Pflanzenteilen. Oftmals ist es vollkommen ausreichend, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und den Mehlsalbei kühler zu stellen. Sehr gut bewährt hat sich auch ein regelmäßiges Besprühen mit abgestandenem Wasser.

Ein besonderes Augenmerk ist auch auf Pflegefehler zu richten:

  • Trocknen Pflanzenteile aus, benötigt die Pflanze eindeutig mehr Wasser. Dieses ist umgehend zu verabreichen, denn wenn Mehliger Salbei komplett vertrocknet ist, kommt jede Hilfe zu spät.
  • Zu großzügige Wassergaben und/oder undurchlässiges Substrat fördern die Bildung von Staunässe, welche wiederum zur Wurzelfäule führt. Wird diese zu spät erkannt, gibt es für die betroffene Pflanze keine Rettung mehr.

Tipps & Tricks

  • Weiße und blaublühende Sorten miteinander kombinieren
  • Mehliger Salbei in Kübelhaltung sollte alle zwei bis drei Jahre in frisches Substrat umgetopft werden, wobei die alte Erde komplett entfernt wird

 

Symbolgraphiken: © fmb – Fotolia.com

 


, Kategorie: Pflanzen

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