Maulbeerbaum – Pflanzen, Pflege & Standort

Maulbeerbaum, Morus
Maulbeerbaum, Morus

Der Maulbeerbaum, Morus, zählt zu den ältesten Gehölzen, die von Menschen kultiviert worden sind. Bereits vor Jahrhunderten wusste man die wohlschmeckenden, vitaminreichen Früchte zu schätzen. Nachdem es aus unverständlichen Gründen in den vergangenen Jahrzehnten still um den dekorativen Baum geworden ist, erlebt er in den letzten Jahren eine wahre Renaissance: immer mehr Gartenbesitzer erinnern sich an die Vorteile, die ein Maulbeerbaum bietet, und so ist er immer häufiger in heimischen Gärten anzutreffen. Nicht nur optisch, sondern auch arbeitstechnisch macht der Morus seinem Besitzer viel Freude: er ist absolut pflegeleicht, so dass man mit einem Minimum an Arbeitsaufwand jahrelang Freude an seinem Maulbeerbaum hat.

Maulbeerbaum, Morus – Steckbrief von Gartenbista

  • Standort: sonnig bis halbschattig; ausreichend Platz
  • Boden: sandig, kalkhaltig, durchlässig; nicht feucht, nicht torfhaltig
  • Pflanzen: im Herbst, großes Pflanzloch, gründlich wässern
  • Kübelhaltung: keine Staunässe, regelmäßig gießen, schneiden, umtopfen; AprilSeptember einmal monatlich düngen
  • Vermehrung: durch Stecklinge im Frühling; im Mai durch Samen
  • Gießen: wöchentlich, im Sommer öfter; Kübelpflanzen zweimal die Woche
  • Düngen: ausgepflanzte Exemplare eine Gabe Kompost im Frühjahr; Kübelpflanzen einmal wöchentlich Flüssigdünger von April bis September
  • Schneiden: ausgepflanzte Maulbeerbäume im Frühling; kein Muss, während Kübelpflanzen regelmäßig geschnitten werden müssen
  • Überwinterung: winterhart; Kübelpflanzen im Haus bei maximal 5°C überwintern
  • Ernte: Juli bis September
  • Lagerung: frische Früchte eine Woche haltbar; Einfrieren, Gelee, Saft, Marmelade, Trocknen
  • Heilwirkung: entzündungshemmend, kreislaufstärkend, stoffwechselfördernd
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: bei ausgepflanzten Maulbeerbäumen keine bekannt; bei Überwinterung Spinnmilben und Schildläuse

Wissenswertes

Maulbeeren gehören zur Ordnung der Rosenartigen und bilden dort eine eigene Familie (Maulbeergewächse), die aus circa 1300 verschiedenen Arten besteht. Innerhalb der Familie bilden die Maulbeerbäume eine eigene Gattung, zu der etwa 20 Sorten gehören.

Zu den bekanntesten hierzulande zählen

  • Weißer Maulbeerbaum, der bis zu 16 m hoch werden kann und weiße Früchte trägt,
  • Schwarzer Maulbeerbaum, der etwa 12 m hoch werden kann und schwarzrote Beeren bildet. Diese sind süßer, saftiger und geschmacksintensiver als die weißen Beeren.

Darüber hinaus gibt es noch den Roten Maulbeerbaum, der aber in unseren Regionen so gut wie gar nicht kultiviert wird. Ursprünglich stammt der Morus aus dem Mittelmeerraum und wurde dort bereits in der Antike als Nutzpflanze verwendet. Maulbeerbäume sind sommergrüne Laubbäume; dies bedeutet, dass sie im Herbst ihr Laub abwerfen.

Zwischen Mai und Juli bildet der Morus gelbe Blüten, die an Weidenkätzchen erinnern. Aus diesem bilden sich nach etwa zwei Monaten – je nach Sorte – weiße oder schwarze Früchte. Diesen wird nicht nur ein guter Geschmack, sondern auch eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, weswegen sie den Titel „Superfood“ tragen dürfen. Doch nicht nur für Menschen, sondern auch für Gartenvögel sind die Maulbeeren ökologisch wertvoll: das dichte Laub bietet ihnen gute Verstecke, die Beeren sind eine gern gesehene Nahrungsquelle.

Standort

Maulbeerbäume werden zwar nur maximal 16 m hoch, bilden aber eine ausladende Krone, was bei der Wahl des Standorts berücksichtigt werden muss: Ausreichend Abstand zu Gebäuden sowie zu Nachbargrundstücken ist absolut notwendig. Von dem Platzbedarf abgesehen, stellt der Maulbeere keine großen Ansprüche an ihren Standort: sie wächst an sonnigen Plätzen genauso gut wie an halbschattigen, und hat auch mit Winden keine Probleme. Lediglich eisige Nordwinde verträgt der Morus nicht so gut.

Gartenbista-Tipp: Maulbeerbäume als Solitärpflanze pflanzen, da sie so besonders gut zur Geltung kommen.

Boden

Bezüglich der Bodenbeschaffenheit ist der Morus genauso bescheiden wie bezüglich des Standorts.

Er gedeiht auf allen Böden, die

  • sandhaltig
  • kalkhaltig
  • durchlässig

sind. Ist das Pflanzsubstrat zudem noch nährstoffreich, sind die optimalen Voraussetzungen für ein gutes Wachstum gegeben. Zu beachten ist, dass der Boden weder feucht noch torfhaltig sein darf; mit derartigen Gegebenheiten kommt der Maulbeerbaum nicht gut zurecht.

Maulbeerbaum pflanzen im Herbst

  • Die übliche Jahreszeit, um Maulbeerbäume zu pflanzen, ist der Herbst:
  • Pflanzloch ausheben, welches viermal so groß und dreimal so tief wie der Pflanzcontainer ist
  • Loch mit etwas Sand füllen
  • Maulbeere hineinsetzen, wobei darauf zu achten ist, dass sie genauso tief in der Erde ist wie vorher im Container
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen, gut festtreten
  • Gründlich wässern

Als Unterpflanzung bieten sich Maiglöckchen an, da diese den Ertrag steigern.

Gartenbista-Tipp: Den Maulbeerbaum das erste Jahr in einem kühlen Raum überwintern lassen, an dem es nicht vollkommen frostfrei sein muss (Garage, Gartenhaus etc.), und erst im kommenden Frühjahr auspflanzen. So haben sich die jungen Pflanzen bereits an Kälte gewöhnt, ohne ihr komplett schutzlos ausgeliefert zu sein.

Kübelhaltung

Maulbeerbäume eignen sich sehr gut für die Kübelhaltung und sind somit auch für Pflanzenfreunde geeignet, die kein großes Grundstück besitzen.

Soll ein Morus im Kübel gehalten werden, sollten folgende Kriterien beachtet werden:

  • Pflanzgefäß unten mit Kies füllen
  • Gewöhnliche Blumenerde verwenden
  • Regelmäßig gießen
  • Von Mai und September einmal monatlich düngen
  • Regelmäßig umtopfen
  • Regelmäßig schneiden, da der Maulbeerbaum ansonsten schnell zu groß für die Kübelhaltung wird

Damit sich keine Staunässe bilden kann, ist zudem darauf zu achten, dass der Kübel unten Löcher hat, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann.

Vermehrung durch Stecklinge

Der Morus kann im Frühling durch Stecklinge vermehrt werden, die mindestens 20 cm lang sein müssen. Diesen Stecklingen werden alle Blätter bis auf ein Blattpaar entfernt, dann werden sie in Anzuchttöpfe oder direkt in die Gartenerde gesteckt. Die Erfolgsrate bei dieser Art der Vermehrung ist allerdings recht gering, da die Stecklinge leicht verfaulen oder nur ein schwaches Wurzelsystem bilden.

Vermehrung durch Samen

Wer unbedingt seinen Morus vermehren möchte, sollte dies vorzugsweise durch Samen tun. Diese sind in den reifen

Maulbeere
Maulbeere

Beeren enthalten. Sie werden getrocknet und bis zum folgenden Jahr aufbewahrt.

  • Im Mai können die Samen dann in Anzuchttöpfe gesteckt werden, welcher an einen warmen und sonnigen Platz innerhalb des Hauses gestellt wird.
  • Nicht verzagen: Es kann bis zu fünf Wochen dauern, bis sich die ersten Keimlinge zeigen.
  • Ist dies der Fall, dürfen die Töpfchen ins Freue, wo sie den Sommer verbringen.
  • Zum Herbst hin werden sie wieder ins Haus geholt.
  • Im folgenden Frühjahr sind die jungen Maulbeerbäume kräftig genug, um direkt ins Freiland gepflanzt zu werden.

Pflege – Tipps

  • Gießen: Der Morus hat einen hohen Wasserbedarf und sollte im Sommer ein bis zwei Mal wöchentlich gründlich gewässert werden. Pflanzen in Kübelhaltung werden alle zwei Tage gegossen.
  • Düngen: Ausgepflanzte Maulbeeren werden im Frühjahr mit Kompost versorgt; Kübelpflanzen benötigen von April bis September einmal wöchentlich eine Gabe Flüssigdünger.

Gartenbista-Tipp: Im Frühsommer den Maulbeerbaum erneut düngen!

Maulbeerbaum Schneiden

Es ist nicht zwingend notwendig, einen ausgepflanzten Morus zu schneiden. Dies sollte lediglich geschehen, wenn er nicht allzu ausladend in Höhe und Breite wachsen soll.

Bei dem Schnitt, der im zeitigen Frühjahr erfolgen sollte, werden

  • Wildtriebe entfernt
  • Schwache, sich kreuzende und dicht aneinanderwachsende Triebe entfernt.

Darüber hinaus werden all jene Triebe eingekürzt, die dem gewünschten Wuchs entgegenstehen. Man braucht als Gartenbesitzer keine Angst zu haben, etwas falsch zu machen: der robuste Maulbeerbaum verzeiht Schneidefehler und trägt auch nach groben Verschnitt weiter Früchte – nämlich am alten Holz…

Während ausgepflanzte Maulbeerbäume nicht unbedingt geschnitten werden müssen, ist dies bei Kübelpflanzen dringend zu empfehlen. Der Schnitt ist insofern notwendig, als dass er die Pflanze in einer Größe und Breite halten muss, die eine Kübelhaltung noch gestattet. wird das Schneiden vernachlässigt, wird der Morus schnell zu groß für ein Pflanzgefäß.

Überwintern

Maulbeerbäume, die im Freien ausgepflanzt sind, sind winterhart und brauchen keinen speziellen Frostschutz. Lediglich bei sehr jungen Bäumchen ist es empfehlenswert, sie mit einem Wintervlies oder einer Strohmatte zu schützen. Steht der Morus jedoch im Kübel, so muss er ins Haus geholt werden. Das Winterquartier sollte kühl sein; maximal 5°C sind optimal. Auch während der Überwinterung darf der Maulbeerbaum nicht austrocknen und muss demzufolge regelmäßig, aber mäßig gegossen werden. Erst, wenn sich die ersten Blattknospen zeigen, erhöht sich sein Wasserbedarf.

Gartenbista-Tipp: Bereits im März Kübelpflanzen das erste Mal düngen!

Ernte

Etwa zwei Monate nach der Blütezeit bilden sich die circa 2,5 cm langen Früchte, also zwischen Juli und September. Diese sind entweder weiß oder schwarz und erinnern von ihrer Optik her an Brombeeren. Die Ernte selbst ist eher als ein Aufsammeln anzusehen, da der Maulbeerbaum seine Beeren abwirft, sobald diese reif sind. als Gartenbesitzer hat man also entweder die Möglichkeit, genau auf diesen Zeitpunkt zu warten, oder aber die Früchte täglich zu kontrollieren, um sie kurz vor ihrer endgültigen Reife abzupflücken. Noch einfacher kann die Maulbeeren Ernte erfolgen, indem der Baum einfach geschüttelt wird.

Gartenbista-Tipp: Beim Ernten und Verarbeiten alte Kleidung und Handschuhe tragen, da die Früchte eine immense Farbkraft besitzen!

Lagern & trocknen

Frische Maulbeeren sind nur etwa eine Woche haltbar und sollten deshalb so schnell wie möglich verzehrt beziehungsweise verarbeitet werden.

Hierfür bieten sich folgende Optionen an:

  • Einfrieren
  • Marmelade oder Gelee kochen
  • Saften
  • Trocknen
Maulbeere
Maulbeere

Das Trocknen von Maulbeeren hat den Vorteil, dass die Vitamine und andere Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Die Früchte verlieren zwar ihre intensive Farbe, jedoch hat dies auf den Geschmack keinen Einfluss.

Die Trocknung erfolgt in wenigen Schritten, jedoch muss viel Zeit eingeplant werden:

  • Zum Trocknen nur gesunde, vollreife Früchte verwenden
  • Beeren waschen und trockentupfen
  • Backofen auf 50°C vorheizen
  • Maulbeeren auf ein Backblech legen und in den Ofen schieben
  • Backofentür nicht komplett schließen, sondern einen kleinen Spalt lassen
  • Regelmäßig kontrollieren
  • Beeren gegebenenfalls wenden

Nach sechs bis zwölf Stunden sind die Maulbeeren getrocknet und können in einem luftdichten Gefäß monatelang aufbewahrt werden.

Gartenbista-Tipp: Auch eine Lufttrocknung ist möglich; von dieser ist jedoch abzuraten, da die äußeren Umstände (extreme Wärme, Trockenheit und niedrige Luftfeuchtigkeit) hierzulande selten gegeben sind.

Maulbeere Heilwirkung

Maulbeeren wirken stärkend auf das Herz-Kreislauf-System und werden deswegen gerne in der chinesischen

Morus
Morus

Medizin angewandt.

Darüber hinaus werden sie als Anti-Aging-Mittel angesehen, was in erster Linie an ihren Inhaltsstoffen liegt:

  • Antioxidantien
  • Ballaststoffe
  • Mineralien
  • Pflanzliche Proteine
  • Vitamine

Maulbeeren wirken

  • Entzündungshemmend
  • Immunsystem stärkend
  • Kreislaufanregend
  • Sehkraft verbessernd
  • Stoffwechselfördernd.

So werden die Beeren gerne unterstützend eingesetzt bei

  • Augenproblemen
  • Diabetes
  • Haarausfall
  • Hohem Blutdruck
  • Hohem Cholesterin
  • Lebererkrankungen
  • Nervenerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Rekonvaleszenz

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Schädlinge und Krankheiten

Maulbeerbäume, die ausgepflanzt im Freiland stehen, bleiben von Schädlingen und Krankheiten verschont. Ihr Artgenossen, die als Kübelpflanzen gehalten werden, können während der Überwinterung jedoch von

  • Spinnmilben und
  • Schildläusen

befallen werden. Dies ist überwiegend dann der Fall, wenn in dem Winterquartier eine zu geringe Luftfeuchtigkeit herrscht. Da diese saugenden Insekten nicht nur die Pflanze selbst, sondern auch andere Gewächse schädigen, ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels empfehlenswert.

Symbolgrafiken: © Georges Blond – Fotolia.com; naropano – Fotolia.com; Picture Partners – Fotolia.com; vodolej – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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