Magnolien (Magnolia): Pflanzen, Schneiden, Standort und Pflege

Magnolien, Magnolia
Magnolien, Magnolia

Magnolien, Magnolia, zählen zu den edelsten Pflanzen weltweit – so edel, das sie in früheren Zeiten nur in den Gärten des chinesischen Kaisers kultiviert werden durften. Diese Ära ist jedoch längst vorbei, und die elegante Zierpflanze hat längst Einzug in heimische Gärten gehalten. Obwohl der Magnolie oft nachgesagt wird, sie wäre schwierig zu pflegen und anspruchsvoll, zeigt die Realität, dass dies nicht wahr ist: die Magnolia ist robust und pflegeleicht; werden einige Tipps bezüglich ihrer Pflege beachtet, gedeiht sie nahezu von alleine…

Magnolien, Magnolia – Steckbrief von Gartenbista

Magnolien Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: abhängig von jeweiliger Art; meistens sonnig; grundsätzlich windgeschützt
  • Boden: nährstoffreich; schwer
  • Pflanzen: Herbst oder Frühjahr
  • Kübelhaltung: möglich
  • Vermehrung: Samen; Absenker
  • Abmoosen: spezielle Methode der Vermehrung; für Profis empfehlenswert
  • Gießen: regelmäßig, aber mäßig
  • Düngen: monatlich mit Kompost oder Grasschnitt; in Kübelhaltung wöchentlich mit Flüssigdünger
  • Mulchen: Mulchschicht unter der Pflanze ausbringen; speichert Feuchtigkeit; verhindert Austrocknen der Wurzeln
  • Überwintern: erst im Alter winterhart; Winterschutz aus Mulch, Laub, Reisig und Stroh; Kübelpflanzen in ein Winterquartier bringen; alternativ vor Frost schützen
  • Schneiden: nach der Blüte; alle 3 – 5 Jahr; abgestorbene und kranke Äste jährlich
  • Krankheiten: Blattfleckenkrankheit; Mehltau
  • Schädlinge: keine bekannt
Magnolienbaum
Magnolienbaum

Wissenswertes über die Magnolie

Magnolien, Magnolia, stammen ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum sowie aus Amerika. Aufgrund ihrer elegante Optik wurde das Ziergehölz in früheren Jahrhunderten als etwas ganz Besonderes angesehen und der Allgemeinheit nicht zugänglich gemacht: Magnolien waren ausschließlich dem chinesischen Kaiser vorbehalten, und außer in seinen Gärten durften sie nirgends kultiviert werden. Inzwischen sind die dekorativen Magnolien jedoch nahezu überall auf den asiatischen, amerikanischen sowie europäischen Kontinenten zu finden.

Die Magnolie gehört zur Familie der Magnoliengewächse, innerhalb derer sie mit fast 250 verschiedenen Arten vertreten ist. Von diesen werden etwa 100 in Mitteleuropa kultiviert, und zwar sowohl als sommergrüne als auch als immergrüne Exemplare.

Magnolienbäume sind grundsätzlich Flachwurzler und können eine Höhe von 10 m erreichen; sie werden sowohl als Strauch als auch als Baum kultiviert. Bereits ab März – noch vor dem Blattaustrieb – bilden sie rosafarbene, orchideenartige Blüten, die nicht nur wunderschön aussehen, sondern auch noch betörend duften.

Magnolien Standort abhängig von Art

Pauschal von dem optimalen Standort für Magnolien zu sprechen, ist nicht möglich, denn dieser ist artenabhängig. Die meisten bevorzugen einen sonnigen Platz; es gibt jedoch auch welche, die nur im Halbschatten oder gar Schatten gedeihen. So bleibt nur die Empfehlung, beim Kauf den Fachhändler zu fragen, welche Standortbedingungen individuell gegeben sein müssen.

Eines haben sämtliche Magnolia-Arten gemeinsam: sie möchten windgeschützt stehen. Weder das Gehölz noch seine Blüten vertragen kräftige Windböen, so dass sie diesen nicht ausgesetzt werden sollten.

Bei der Wahl des Standorts ist zudem die mögliche erreichbare Wuchshöhe von 10 m zu beachten – ausreichend Platz sollte also vorhanden sein. Auch zu anderen Gewächsen sollte ein ausreichender Pflanzabstand eingehalten werden; 6 m2 im Umkreis um die Magnolie sind optimal.

Magnolie braucht nährstoffreichen Boden

Auch bezüglich der Bodenverhältnisse haben die Arten unterschiedliche Ansprüche: einige benötigen einen leicht sauren Boden, um optimal gedeihen zu können. Generell sollte das Substrat jedoch

  • nährstoffreich und
  • schwer

sein. Sollte es zu lehmhaltig sein, kann es sehr gut mit Rhododendronerde vermischt werden.

Magnolien im Herbst pflanzen

Die Magnolia kann theoretisch ganzjährig an frostfreien Tagen gepflanzt werden, sofern es sich bei ihr um Containerware handelt; die beste Pflanzzeit für Magnolien ist jedoch der Herbst, kurz vor der Winterruhe. Alternativ können sie auch im zeitigen Frühjahr in die Erde gebracht werden; dies sollte jedoch spätestens im April geschehen:

  • Pflanzloch ausheben, welches doppelt so tief und doppelt so breit wie der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Humus vermischen
  • Magnolie mittig in das Pflanzloch setzen
  • Loch mit Aushub füllen
  • Erde gut andrücken (Vorsicht bei den Wurzeln!)
  • Gründlich gießen

Auch in der Folgezeit muss die Magnolia regelmäßig gegossen werden.

Blühender Magnolienstrauch
Blühender Magnolienstrauch

Magnolie in Kübelhaltung

Es ist sehr gut möglich, die Magnolia im Kübel zu kultivieren; dabei müssen jedoch einige Kriterien erfüllt werden:

  • Pflanzgefäß muss ausreichend groß sein, um Platz für die Wurzeln zu bieten, und unten Löcher haben
  • Handelsübliche Blumenerde mit Rhododendronerde mischen
  • Unten in den Kübel eine Drainage aus Tonscherben oder Kies legen, um Staunässe zu vermeiden
  • Regelmäßig gießen
  • Während der Wachstumsphase alle zwei Wochen Flüssigdünger dem Gießwasser zufügen
  • Vor Frosteintritt in ein helles, kühles Winterquartier bringen
  • Alternativ Pflanzgefäß auf einen Holz- oder Styropurblock stellen und an einem geschützten Standort aufstellen

Magnolien Vermehrung durch Samen oder Absenker

Manch ein Gartenbesitzer hegt den Wunsch, seine dekorative Magnolia zu vermehren, und versucht, sich diesen mithilfe von Steckhölzern zu erfüllen. In der Theorie ist dieses Procedere zwar möglich, jedoch zeigt es sich in der Praxis, dass es sehr, sehr lange dauert, bis die Steckhölzer Wurzeln bilden – wenn überhaupt. So ist es sinnvoller, das Ziergewächs mithilfe von Samen oder Absenkern zu vermehren. Es sollte dabei aber beachtet werden, dass aus Samen gezogene Magnolien sehr blühfaul sein können und manchmal erst nach einem Jahrzehnt erste Blüten hervorbringen werden.

Saatgut kann entweder aus den verblühten Blüten bestehender Magnolien gewonnen oder im guten Fachhandel erworben werden. Die Aussaat erfolgt in wenigen Schritten:

  • Im Herbst die Samen einige Tage lang in kauwarmen Wasser einweichen
  • Rote Samenhülle entfernen (Achtung, schwierig!)
  • Saatgut in ein Gefäß mit feuchtem Sand legen und bei etwa 4°C bis zum folgenden Frühjahr lagern
  • Anzuchttöpfe mit Anzuchterde füllen
  • Jeweils einen Samen in jedes Gefäß stecken
  • Anzuchtgefäße ins Gewächshaus oder unter Glas stellen
  • Substrat leicht feucht halten

Nun kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das Saatgut zu keimen beginnt. Während dieser Zeit ist es sinnvoll, die Anzuchttöpfe im Gewächshaus zu lassen; keinesfalls dürfen sie Frost ausgesetzt werden – dies würde das Ende der Magnolien Anzucht bedeuten.

Die Vermehrung durch Absenker sollte bereits im Frühjahr begonnen werden, da es einige Zeit dauern wird, bis sich Wurzeln bilden:

  • Langen Trieb zur Erde hin absenken
  • Erde auflockern und mit Kompost vermischen
  • Blätter des Triebes entfernen
  • Trieb so mit Erde bedecken, dass nur etwa 15 cm aus dem Boden herausragen

Nun dauert es, bis sich Wurzeln bilden – teilweise Monate. Erst, wenn sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, kann der junge Magnolienbaum von der Mutterpflanze abgetrennt und in ein Pflanzgefäß gesetzt werden.

Magnolien Vermehrung durch Abmoosen

Erfahrene Gartenbesitzer können sich auch einer Vermehrungsmethode bedienen, die in der Bonsaizucht sehr gerne praktiziert wird: Abmoosen. Sinn und Zweck dieser Methode ist es, einen Pflanzenteil dazu zu bringen, Wurzeln zu bilden, ohne dass er in der Erde steckt. Diese Procedere ist zwar etwas aufwändig, jedoch in der Regel von Erfolg gekrönt:

  • Im Frühjahr einen zweijährigen Trieb aussuchen, der sich noch nicht verzweigt hat
  • Die Rinde in kurzen Abständen anschneiden, danach vorsichtig mit den Fingern ablösen
  • Wichtig dabei ist, dass das darunterliegende Gewebe nicht verletzt wird
  • Blumentopf aus Plastik aufschneiden
  • Topf wie eine Manschette um den Trieb legen, danach mit feuchtem Moos füllen
  • Durchsichtige Folie so fest um den Blumenzopf wickeln, dass dieser fest verschlossen ist

Während der folgenden Monate muss das Moos ständig feucht gehalten werden; die Folienverpackung hat zudem fest verschlossen zu sein. Im Herbst wird die Folie zusammen mit dem Pflanztopf und dem Moos von dem Trieb entfernt. Wurde das Procedere des Abmoosens erfolgreich durchgeführt, haben sich an dem Trieb Wurzeln gebildet. Nun wird der Trieb unterhalb dieser Wurzeln abgeschnitten und sogleich in ein Pflanzgefäß eingetopft. Die Triebe werden um zwei Drittel gekürzt; die junge Magnolie muss danach gründlich gegossen werden. Die weitere Kultivierung erfolgt wie bei einem ausgewachsenen Exemplar.

Knospen eines Magnolienbaums
Knospen eines Magnolienbaums

Magnolien Pflege Tipps

  • Gießen: Magnolien sollten gleichmäßig feucht gehalten werden; eine regelmäßige, jedoch mäßige Wassergabe ist unabdingbar. In Kübelhaltung kultivierte Pflanzen müssen gegebenenfalls täglich gegossen werden.
  • Düngen: Eine monatliche Gabe Kompost oder Rasenschnitt während der Vegetationszeit deckt den Nährstoffbedarf der Magnolia. In Kübelhaltung ist es ratsam, die Zierpflanze wöchentlich mit Flüssigdünger zu düngen.
  • Mulchen: Eine Schicht Mulch, die um die Pflanze herum verteilt wird, sorgt dafür, dass Feuchtigkeit besser gespeichert werden kann. Zudem verhindert sie ein Austrocknen der Wurzeln.

Gartenbista-Tipp: Da sämtliche Magnolien-Arten Flachwurzler sind, muss beim Harken rund um das Gehölz besondere Vorsicht walten gelassen werden – zu leicht können die kleinen Wurzeln verletzt werden….

Magnolien richtig überwintern

Magnolien werden erst mit zunehmendem Alter winterhart; je jünger eine Pflanze ist, desto mehr muss sie in der kalten Jahreszeit geschützt werden. Dies geschieht, indem vor Frosteintritt zunächst eine dicke Schicht Rindenmulch rund um die Magnolie verteilt wird. Auf diese kommt eine weitere Schutzschicht aus Laub, welche schließlich von einer Lage Reisig und Stroh bedeckt wird.

Die Zweige werden mit einer Folie oder einem Jutesack umhüllt; sofern die Magnolia als Baum kultiviert wird, sollte ihr Stamm mit einem Frostschutzvlies umwickelt werden.

Sobald es im folgenden Frühjahr wieder wärmer wird, muss der Winterschutz entfernt werden, damit die Magnolie eine Chance bekommt, ihre Blüten zu bilden. Es ist allerdings empfehlenswert, die schützenden Folien in greifbarer Nähe zu haben, denn sollten sich späte Nachtfröste ankündigen, muss der Zierstrauch unbedingt wieder geschützt werden. Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ist diese Sorge jedoch unbegründet.

Magnolienbäume in Kübelhaltung müssen besonders geschützt werden – und zwar in jedem Alter. Optimal ist es, sie mitsamt ihrem Pflanzgefäß in ein helles, kühles Winterquartier zu bringen und dort den Winter über zu lassen.

Ist dies jedoch nicht möglich, so sind diverse Maßnahmen zu ergreifen, um das dekorative Gewächs ausreichend vor Frösten zu schützen:

  • Pflanzgefäß mit Luftpolsterfolie umhüllen
  • Gefäß auf einen Holz- oder Styropurblock stellen
  • An geschütztem Standort platzieren, beispielsweise an der Südwand eines Gebäudes
  • Wurzelballen mit Mulch, Laub, Reisig und Stroh bedecken
  • Jutesack über die Zweige ziehen

Gartenbista-Tipp: Auch im Winter muss die Magnolie regelmäßig, jedoch sparsam gegossen werden. Der Wurzelballen darf niemals austrocknen.

Magnolienblüten
Magnolienblüten

Vorsicht beim Magnolien Schneiden!

Das Magnolien Schneiden ist eine äußerst heikle Angelegenheit, denn wird es unsachgemäß ausgeführt, bildet das Gehölz an jenen Stellen Triebe, an denen keine gewünscht sind, weil sie die Optik stark beeinträchtigen. Dasselbe gilt für Radikalschnitte: sie sollten zwingend vermieden werden.

Wer Vorsicht walten lässt und einige Kriterien berücksichtigt, kann selbst zu einem – sauberen – Schnittwerkzeug greifen:

  • Kein jährlicher Schnitt; alle 3-5 Jahre die Magnolia zu schneiden ist vollkommen ausreichend
  • Ausnahmen bestehen lediglich bei abgestorbenen oder kranken Trieben: sie dürfen jährlich entfernt werden
  • Geschnitten wird direkt nach der Blüte, also etwa Ende Juni
  • Zur Vermeidung von Seitentrieben junge Triebe am Ansatz entfernen
  • Krone vorsichtig auslichten
  • Nach dem Schneiden größere Schnittstellen mit Wundverschlusspaste verschließen

Gartenbista-Tipp: Nur Astscheren verwenden, keine Sägen, da diese die Äste schädigen können.

Magnolien Krankheiten und Schädlinge

  • Blattfleckenkrankheit: Diese durch Bakterien ausgelöste Krankheit äußert sich in schwarzen Flecken auf den Blättern; später sterben die betroffenen Pflanzenteile ab. Da sich das Bakterium in den Blättern befindet und auch dort überwintert, muss zum Herbst das gesamte Laub eingesammelt werden.
  • Mehltau: Sowohl der Echte als auch der Falsche Mehltau sind häufig auf der Magnolie zu finden. Diese Pilzerkrankungen lassen sich an weißen oder gelblichen Flecken auf den Blättern sowie eingerollten Triebspitzen erkennen. Eine Bekämpfung mit Hausmitteln ist möglich; bleibt diese erfolglos, sollte ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Von Schädlingen bleibt der Magnolienbaum hingegen weitestgehend verschont.

 

 

Graphiken: © Virynja – Fotolia.com; manuta – Fotolia.com; Roxana – Fotolia.com; Sergej Razvodovskij – Fotolia.com; jackijack – Fotolia.com


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