Lorbeerrose (Kalmia latifolia) – Pflege des Berglorbeer

Die Lorbeerrose / Berglorbeer (Kalmia latifolia)  – ein wenig bekannter Blütentraum

Loorbeerrose (Kalmia latifolia) - Pflege des Berglorbeer
Loorbeerrose (Kalmia latifolia) – Pflege des Berglorbeer

Immergrün, mit einer Vielzahl einzigartiger Blüten in weiß, rosa, pink, rot oder sogar schwarz, dabei pflegeleicht und optimal auch für kleine Gärten geeignet – die Rede ist von der Lorbeerrose (Kalmia latifolia), die in deutschen Gärten noch nicht allzu häufig anzutreffen ist. Doch einen Nachteil hat die schöne Pflanze: alle Pflanzenteile sind sehr giftig für Menschen und Tiere.

Die Lorbeerrose / Berglorbeer im Überblick

  • Wissenschaftlicher Name: Kalmia latifolia
  • Namensherkunft: der botanische Name der Gattung der Loorbeerrosen lautet Kalmia und bezieht sich auf den schwedischen Botaniker Peter Kalm (1715–1779).
  • Familie: Ericaceae (Heidekrautgewächse)
  • Ordnung: Ericales (heidekrautartige Gewächse)
  • Gattung: Lorbeerrosen
  • Heimat: die Kalmia latifolia, die hierzulande als Breitblättrige Lorbeerrose oder Berglorbeer bezeichnet wird, ist in den östlichen Staaten der USA beheimatet.
  • Entdeckung: erstmals beschrieben und benannt wurde die Gattung im Jahr 1753 von dem ebenfalls aus Schweden stammenden Naturforscher Carl von Linné.
  • Arten: insgesamt gibt es 10 Arten der Lorbeerrose, von denen acht in den USA und zwei in Eurasien wachsen.
  • Wuchshöhe: die Lorbeerrose (Kalmia latifolia) kann in ihrer Heimat bis zu 12 Meter hoch werden. Wird sie im Garten kultiviert, bleibt sie jedoch mit maximal 2,50 Meter Wuchshöhe wesentlich kleiner.
  • Verbreitung Deutschland: in deutschen Gärten ist die Lorbeerrose noch nicht sehr häufig anzutreffen.
  • Immegrün: die Lorbeerrose ist immergrün.
  • Blüte: die Blüten sind meist in bis zu 40 bündeligen, traubigen oder doldenartigen Blütenständen angeordnet. Die Kelchblätter, meist fünf an der Zahl, sind grün bis grünlich und miteinander verwachsen. Die zwittrigen Blüten verfügen über eine doppelte Blütenhülle.
  • Blütezeit: die Blütezeit liegt je nach Sorte zwischen April und Juni.
  • Kübelhaltung: die Lorbeerrose eignet sich gut zur Kübelhaltung und ist daher auch eine sehr schöne Pflanze für Terrasse und Balkon.
  • Giftigkeit: alle Pflanzenteile, aber besonders die Blätter der Lorbeerrose sind sehr giftig und können für Menschen und Tiere tödlich sein. Im englischen Sprachraum ist sie daher auch als „Lambkill“ (Lammtöter) bekannt.

Idealer Standort und Boden für die Lorbeerrose (Kalmia latifolia)  

  • Lorbeerrose (Kalmia latifolia) Standort

Sehr anspruchsvoll ist die Lorbeerrose in Bezug auf ihren Standort und den Boden nicht. Sie liebt einen sonnigen Standort, gibt sich aber auch mit einem hellen, halbschattigen Platz zufrieden. Der Platz sollte jedoch etwas geschützt sein, da die Lorbeerrose windempfindlich ist und, obwohl sie eigentlich recht gut winterhart ist, späte Fröste im Frühjahr nicht gut verträgt.

Mehr Ansprüche stellt sie allerdings nicht an ihren Standort und beim Boden ist sie ähnlich genügsam.

  • Lorbeerrose (Kalmia latifolia)  Boden

Die Erde sollte möglichst locker und durchlässig sein und idealerweise einen pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5 aufweisen, also leicht sauer sein. Wer den pH-Wert seines Gartenbodens nicht kennt, kann im Handel Teststreifen erwerben, mit denen der Wert ganz einfach und unkompliziert gemessen werden kann. Kalkhaltige Böden liebt die Pflanze nicht und sie wird auf ihnen nicht so gut gedeihen.

Gartenbista-Tipp: Einen schweren, nicht gut durchlässigen Boden kann man für die Lorbeerrose aufwerten, indem man ihn umgräbt und gut lockert und dann mit Sand und kleineren Kieselsteinen mischt. Da die Lorbeerrose einen leicht feuchten, humushaltigen Boden liebt, kann bei dieser Gelegenheit gleich noch etwas Humus mit eingearbeitet werden.

Sorten der Breitblättrigen Lorbeerrose (Kalmia latifolia)  

Es gib sehr viele verschiedene Zuchtformen dieser attraktiven Pflanze. Zu den schönsten und beliebtesten gehören:

  • Lorbeerrose ‚Minuet‘
    Die Wuchshöhe dieser langsam wachsenden Sorte beträgt maximal 150 Zentimeter. Sie blüht vom Mai bis Juni und zeigt auffällige, rotgeränderte, weiße Blüten.
  • Kalmia latifolia ‚Bandeau‘
    Blütezeit von Mai bis Juni mit oft über 200 zartrosa Blüten. Diese Sorte ist besonders resistent gegen Pilzerkrankungen.
  • Kalmia latifolia ‚Black Label‘
    Eine der größten Sorten, die eine Höhe und Breite von jeweils etwa zweieinhalb Metern erreichen kann. Die weißen Blüten weisen einen schwarzen Ring und einen weißen Rand auf und sehen dadurch sehr außergewöhnlich aus.
  • Kalmia latifolia ‚Beacon‘
    Diese Sorte ist sehr robust und fällt durch ihre leuchtenden, rot bis rosa gefärbten Blüten auf. Sie ist auch für ein etwas raueres, windigeres Klima geeignet.
  • Kalmie ‚Nani‘
    Sehr kleinbleibend und langsamwüchsig erreicht diese Sorte in 10 Jahren nur eine Wuchshöhe von unter einem Meter. Dafür ist die Pflanze zur Blüte mit bis zu 250 weißen Blüten bedeckt, die von einem zimtfarbenen Band geschmückt werden.
  • Lorbeerrose ‚Mitternacht‘
    Sehr seltene und ungewöhnlich gefärbte Sorte mit schwarzen Blüten.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus den vielen verschiedenen Sorten, die bisher durch Zucht und Veredelung entstanden sind. Die hauptsächlichen Unterschiede bestehen in der Blütenfarbe, Blütengröße und Blütenanzahl, doch alle Sorten sind sehr dekorative und auffällige Blühpflanzen.

Lorbeerrose (Kalmia latifolia) pflanzen

  • Pflanzzeit: die Kalmia latifolia wird in am besten zwischen September und Mai an einem frostfreien Tag gepflanzt.
  • Pflanzloch: das Pflanzloch sollte mindestens die doppelte Größe des Wurzelballens der Pflanze haben.
  • Anreicherung der Pflanzerde: um ein nährstoffreiches Substrat zu erlangen, sollte die ausgehobene Erde mit Kompost, Humus oder auch mit verrottetem Laub vermengt werden.
  • Auflockerung des Bodens: zu feste Böden sollten gut gelockert werden und in einen schweren, schlecht durchlässigen Boden kann eine Drainage aus Kies oder Tonscherben eingebracht werden, um das Wasser besser ablaufen zu lassen. Einen schweren Boden sollte man außerdem noch mit etwas Sand vermischen.
  • Wässern, Wiederauffüllen, Gießrand: die Pflanze wird nun mit dem Wurzelballen gründlich gewässert und anschließend in das Pflanzloch gestellt. Beim Wiederauffüllen der Erde sollte ein Gießrand geformt und die Pflanze anschließend gut angegossen werden.
  • Pflanzung im Kübel: ganz ähnlich geht man bei der Kübelpflanzung vor, auch hier sollte eine Drainage angelegt werden. Als Substrat eignet sich für den Kübel eine gute Rhododendron-Erde.

Berglorbeer (Kalmia latifolia) Pflege

Der Berglorbeer (Kalmia latifolia) ist alles andere als pflegeintensiv und hat man den richtigen Standort gewählt, wird er ohne großen Aufwand und fast wie von selbst gedeihen.

  • Berglorbeer gießen

Ist das Substrat an der Oberfläche trocken, sollte der Berglorbeer (Kalmia latifolia)  gegossen werden, im Kübel wird das öfter nötig sein als im Freiland. Steht er sehr sonnig, sollte die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden und gar nicht austrocknen.

Gartenbista-Tipp: Eine Schicht Mulch ist sehr hilfreich, um das Erdreich nicht zu schnell austrocknen zu lassen und verhindert zugleich eine ungewünschte Verdichtung des Bodens.

  • Berglorbeer düngen

Eine Düngung ist in der Regel nicht erforderlich, wird der Boden um die Pflanze herum gemulcht, ist das auf jeden Fall ausreichend.

  • Blütenbildung des Berglorbeers anregen
Berglorbeer (Kalmia latifolia) in voller Blüte
Berglorbeer (Kalmia latifolia) in voller Blüte

Während der Blütezeit sollten hin und wieder die verwelkten Blüten abgezupft werden. Dadurch sieht der Berglorbeer schöner und gepflegter aus und er wird gleichzeitig angeregt, weitere Blüten zu bilden, da er seine Kraft nicht in die Produktion von Samen stecken muss.

Der Hauptteil der Pflege von Kalmia latifolia besteht also in der Tat darin, den passenden Standort für die Pflanze zu finden.

  • Berglorbeer schneiden

Ein Schnitt ist bei der sehr langsam wachsenden Kalmia latifolia nur sehr selten notwendig. Im Frühjahr sollten lediglich tote, beschädigte und verkümmerte Zweige ausgelichtet werden.

Wer eine junge Pflanze zu einem reich verzweigten Wachstum anregen möchte, kann ebenfalls im Frühjahr vor der Blüte die Triebe einkürzen, wobei der Schnitt immer kurz hinter einem nach außen gerichteten Auge erfolgen sollte.

Aufgrund der starken Giftigkeit des Berglorbeers sollten abgeschnittene Pflanzenteile und abgesammelte Blüten immer gut und sicher entsorgt werden.

Gartenbista-Tipp: Aufgrund der hohen Giftigkeit des Berglorbeers ist es wichtig, während der Arbeit an der Pflanze nicht nur Handschuhe, sondern auch einen Augen- und Mundschutz zu tragen. Manchem mag das übertrieben erscheinen, aber die Pflanze ist wirklich sehr giftig und Vergiftungen können auch zum Tod führen.

Kalmia latifolia überwintern

Die Kalmia latifolia ist absolut frosthart und kann meist ohne Probleme im Freiland überwintern. Kübelpflanzen brauchen einen Winterschutz, damit der Ballen nicht durchfriert. Dazu reicht es, den Kübel gut in Vlies, Folie oder Jute einzuschlagen und auf einen Holz- oder Styroporblock zu stellen.

Da der Berglorbeer (Kalmia latifolia) windempfindlich ist, sollte der Kübel an eine geschützte Stelle gestellt werden. Ist die Pflanze im Freiland kaltem und starkem Wind ausgesetzt, sollte sie mit einem Vlies geschützt werden.

Lorbeerrosen Vermehrung

Die Vermehrung von Lorbeerrosen ist nicht ganz einfach. Stecklinge bewurzeln kaum und auch eine Vermehrung über selbst gesammelte Samen funktioniert, wenn überhaupt, nur bei den Wildformen.

Bei den meisten Pflanzen, die im Handel erhältlich sind, handelt es sich jedoch um Zuchtformen, die sich von einem Laien per Aussaat nicht vermehren lassen.

Die einzige Methode, die in manchen Fällen Erfolg verspricht, ist die Vermehrung über Absenker.

Lorbeerrosen Giftigkeit

Doldenartiger Blütenstand der Lorbeerrose (Kalmia latifolia)
Doldenartiger Blütenstand der Lorbeerrose (Kalmia latifolia)

Bei der Kalmia latifolia ist zunächst wie bei allen anderen Arten der Lorbeerrose von einer hohen Giftigkeit auszugehen. Eine Vergiftung kann bei Menschen sowie bei Haus- und Nutztieren zum Tod führen. Das Gift ist in allen Pflanzenteilen, besonders aber in den Blättern enthalten.

Der giftige Wirkstoff ist Acetylandromedol und das Gift führt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, einer erhöhten Speichelbildung und im schlimmsten Fall zu einer verlangsamten Herztätigkeit und einer Atemlähmung.

Auch ein Hautkontakt mit der Pflanze kann zu Symptomen wie Juckreiz, Rötungen und Brennen führen.

Einige der für die Kultivierung im Garten gezüchteten Sorten sollen giftfrei sein, doch ohne wirklich genaue Angaben dazu sollte man besser kein Risiko eingehen.

Lorbeerrose Krankheiten und Schädlinge

Die Lorbeerrose ist eine robuste Pflanze und vor allem die Zuchtformen werden gezielt auf eine Resistenz gegenüber verschiedenen Erkrankungen gezüchtet.  Gelegentlich können Fraßspuren von Raupen oder Käfern auftreten sowie Nekrosen der Blattränder, die meist durch zu starkes Düngen hervorgerufen werden.

Durch Staunässe und zu dunkle Standorte kann es zu welken herabhängenden Trieben oder schlimmstenfalls Wurzelfäule kommen.

Lorbeerrose – eine wunderschöne, jedoch sehr giftige Blühpflanze

Die Blütenpracht der Lorbeerrosen mit bis zu 250 Blüten auf einer meist nur etwa einen Meter hohen Pflanze ist unvergleichlich. Auch das Aussehen der Blüten, die in vielen extravaganten Farben erstrahlen, sucht im Ziergarten seinesgleichen. Dennoch ist die Lorbeerrose eher eine Seltenheit in deutschen Parks und Gärten.

Das mag jedoch zu einem nicht unbeträchtlichen Teil an der hohen Giftigkeit der Pflanze liegen, die für Mensch und Tier ohne weiteres tödlich sein kann. In den USA sterben nach wie vor jedes Jahr viele Weidetiere, vor allem Schafe, nachdem sie Teile der Pflanzen gefressen haben.

Auch wenn bei den verschiedenen Zuchtformen in vielen Fällen versucht wird, ungiftige Pflanzen zu züchten, sollte man sich darauf im Zweifelsfall besser nicht verlassen und vor allem in Gärten, in denen sich Kinder und Haustiere frei bewegen können, auf andere, ungiftige Pflanzen zurückgreifen.

 

Fotos: © Omika, duke2015 – Fotolia.com


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