Litschi pflanzen – das sollte ich beachten

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Litschis
Litschis

Wer seinem Zuhause ein extravagantes und exotisches Flair geben möchte, sollte eine Litschi pflanzen. Klingt im ersten Moment sehr kompliziert, ist es jedoch ganz und gar nicht. Sowohl die Anzucht als auch die Pflege ist nicht schwierig – wir sagen Ihnen, wie´s geht.

Kann man hierzulande Litschi pflanzen?

Wenn eine Litschi als Zimmerpflanze kultiviert werden soll, kann sie auch in heimischen Wohnungen sehr gut gepflanzt werden. Für eine ganzjährige Haltung im Freiland hingegen sind die hiesigen Temperaturen nicht geeignet; die exotischen Gewächse würden innerhalb kürzester Zeit erfrieren.

Standort

Litschi Pflanzen benötigen viel Wärme und Licht, um sich wohl zu fühlen. Sie können sehr gut ganzjährig bei Zimmertemperaturen gehalten werden. Den Sommer über können sie an einem geschützten Standort im Freien verbringen. Auch vollsonnige Plätzchen sind gut geeignet. Lediglich bei jungen Pflänzchen ist ein wenig Vorsicht angebracht: sie sollten zunächst langsam an Sonneneinstrahlung gewöhnt werden, da es ansonsten zu Verbrennungen an den Blättern kommen kann.

Ältere Gewächse können in den Wintermonaten bei kühleren Temperaturen kultiviert werden. Diese sollten jedoch niemals 12°C unterschreiten.

Gartenbista-Tipp: Da eine hohe Luftfeuchtigkeit das Wohlbefinden der Litschi Pflanzen verstärkt, können mit Wasser gefüllte Schalen aufgestellt werden.

Substrat

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen dürfen die Litschis nicht in zu nährstoffhaltigem Substrat kultiviert werden. Dieses würde zu einer verkümmerten Entwicklung der Wurzeln führen. Die Erde sollte

  • durchlässig und
  • locker

sein. Der pH-Wert darf bei maximal 7 liegen. Sehr gut geeignet ist ein Gemisch aus jeweils einem Teil

  • Anzuchterde,
  • Lehm und
  • Sand.

Alternativ kann auch Erde aus dem Garten geholt, sterilisiert und mit grobem Sand vermischt werden.

Gartenbista-Tipp: Das Pflanzgefäß muss unten Abflusslöcher besitzen, durch die überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Litschi Pflanzen richtig pflegen

Junge Litschipflanze
Junge Litschipflanze

Es wird immer wieder behauptet, dass es schwierig sei, Litschi Pflanzen richtig zu pflegen. Dies ist jedoch nicht ganz richtig, denn wer die Ansprüche seines kleinen Exoten kennt und diese erfüllt, wird jahrelang Freude an dem Gewächs haben.

Zur guten Pflege gehört auch, seine Pflanzen regelmäßig auf Schadstellen zu kontrollieren. Braune Triebspitzen bei Jungpflanzen beispielsweise können ein Zeichen für zu viel Sonneneinstrahlung sein und werden durch einen Standortwechsel leicht in den Griff bekommen. Allerdings können sie auch ein Indiz für Schädlingsbefall sein. Besonders Spinnmilben siedeln sich gerne auf den Litschi Pflanzen an und sollten schnellstmöglich bekämpft werden, bevor sie irreparable Schäden anrichten.

Gießen

Die Litschis haben einen geringen Wasserbedarf und vertragen zudem Kalk nicht so gut. Von daher ist es sinnvoll, sie mit kalkarmem Wasser oder Regenwasser zu versorgen. Dies geschieht am besten mithilfe eines Pflanzensprühers und sorgt zusätzlich für eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit; natürlich kann die Pflanze auch auf normalem Wege gegossen werden – aber bitte in Maßen.

Düngen

Aufgrund des ebenfalls geringen Nährstoffbedarfs ist auch beim Düngen Fingerspitzengefühl gefragt. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein sollte die Litschi Pflanze alle 4 – 6 Wochen etwas organischen Dünger bekommen. Während des Winters ist dies nicht notwendig.

Schneiden?

Da Litschi Pflanzen ausgesprochen langsamwachsend sind und zudem noch ein- bis zweijährige Wachstumspausen einlegen, ist ein regelmäßiger Schnitt nicht notwendig. Dies bedeutet jedoch nicht, dass niemals zur Schere gegriffen wird:

  • alte Triebe sowie
  • kranke oder vertrocknete Pflanzenteile

müssen entfernt werden. Dies geschieht im März/April. Der Schnitt sollte grundsätzlich oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe angesetzt werden, da dies zu einer dichteren Verzweigung führt.

Kann man Litschi Pflanzen vermehren?

Litschi Kern
Litschi Kern

Wer gerne Litschi züchten möchte, kann dies auf zwei verschiedene Arten tun:

  • Stecklingsvermehrung
  • Anzucht aus Kernen

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile: Die Vermehrung durch Stecklinge ist natürlich nur dann möglich, wenn bereits ein Litschibaum vorhanden ist. Doch nicht immer sind diese Triebe auch tatsächlich bereit dazu, Wurzeln zu bilden.

Die Anzucht aus einem Kern wiederum ist einfach umzusetzen. Auch ist die Chance, dass er zu keimen beginnt, sehr hoch. Die jungen Pflanzen allerdings tun sich häufig etwas schwer, zu gedeihen.

Stecklinge

Wer seinen bestehenden Litschibaum vermehren möchte, muss zunächst Geduld aufbringen. Passende Triebe sind erst bei Gewächsen vorhanden, wenn diese einige Jahre alt sind. Zunächst wachsen sie lediglich in die Höhe, ohne Seitentriebe zu bilden. Diese werden jedoch benötigt. Ist ein solcher Seitentrieb gefunden, wird er direkt am Stamm abgeschnitten. Die beste Zeit hierfür ist der Sommer.

  • Steckling in ein Glas mit abgestandenem, lauwarmem Wasser stellen
  • Glas an einen warmen, nicht vollsonnigen Platz stellen
  • Wasser regelmäßig wechseln

Nach einigen Tagen haben sich genügend Wurzeln gebildet, so dass der Steckling eingetopft werden kann. Dies geschieht in ein Pflanzgefäß mit dem geeigneten Substrat. Der Standort sollte weiterhin warm sein. Wichtig ist auch, dass das Substrat gleichmäßig leicht feucht gehalten wird, jedoch nicht nass.

Gartenbista-Tipp: Wem das Procedere mit der Bewurzelung im Wasser zu mühsam ist, der kann seinen Steckling auch gleich in ein Pflanzgefäß mit Erde stecken.

Litschi Pflanzen aus Kern selber ziehen

Für die Litschi Anzucht kann eine handelsübliche Litschi aus dem Supermarkt verwendet werden. Diese muss jedoch vollreif sein. Für gewöhnlich sind derartige Früchte sowohl im Winter als auch im Sommer erhältlich. Die Anzucht sollte jedoch in den Sommermonaten durchgeführt werden.

  • Schale sowie Fruchtfleisch vorsichtig entfernen
  • Keinesfalls darf der Kern beschädigt werden
  • Kern abwaschen und die braune Haut entfernen
  • In lauwarmen, abgestandenem Wasser Kern für 24 Stunden einweichen
  • Pflanzgefäß mit Anzuchterde-Sand-Gemisch füllen
  • Kern so 1-2 cm tief in die Erde stecken, dass er seitlich liegt
  • Mit etwas Substrat bedecken

Das Gefäß wird nun an einen warmen, hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt. In der Folgezeit muss das Substrat immer leicht feucht gehalten werden, jedoch darf sich keinesfalls Staunässe bilden.

Nach etwa einem Monat wird der Kern zu keimen beginnen. Sobald die junge Litschi Pflanze 3-4 Blätter entwickelt hat, wird sie in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft.

Gartenbista-Tipp: Es muss zwingend ein frischer Kern verwendet werden, da angetrocknete nicht mehr keimen!

Litschi Erntezeit

Unreife Litschis
Unreife Litschis

Da die Litschi Pflanzen inzwischen nahezu weltweit in den subtropischen Regionen vertreten sind, haben sie fast ganzjährig Erntezeit. Im Handel sind sie überwiegend von November bis März sowie im Juli und August erhältlich.

Leider werden hierzulande kultivierte Litschibäume keine Früchte hervorbringen können, da unser Klima doch stark von ihrem heimatlichen abweicht.

Verwendung

Litschi Früchte werden meistens roh verzehrt. Dies geschieht entweder im Ganzen oder im Obstsalat, in Bowlen oder auf Desserts. Es ist jedoch auch möglich, sie zu Kompott oder Wein zu verarbeiten.

Besonders aromatisch sind sie, wenn ihre Schale nahezu dunkel ist.

Achtung: Zum Nachreifen Litschis keinesfalls in den Kühlschrank legen, da die Früchte die Kälte nicht vertragen!

Sind Litschi Pflanzen winterhart?

Wenn Litschi Pflanzen eines nicht besitzen, dann ist es Winterhärte. Woher sollte diese auch kommen? In ihrer subtropischen Heimat gibt es keine niedrigen Temperaturen und schon überhaupt keinen Frost. Sobald das Thermometer weniger als 12°C anzeigt, bedeutet dies nahezu einen lebensbedrohlichen Zustand für die Gewächse.

Tipps zum Überwintern

Es versteht sich von selbst, dass Litschi Pflanzen den Winter über keinesfalls im Freien verbringen dürfen. Ideal ist es, wenn sie ganzjährig in einem warmen, hellen Raum kultiviert werden. Vor allem Jungpflanzen sollten möglichst bei gleichbleibenden Bedingungen gehalten werden. Überwintert werden sie bei Zimmertemperatur. Ältere hingegen müssen nicht zwingend in einem warmen Raum überwintert werden, sondern bevorzugen ein helles Winterquartier, in dem Temperaturen um etwa 15°C herrschen.

Achtung: Da es in den Wintermonaten häufig zu dunkel für die Litschi Pflanzen ist, empfiehlt es sich, zusätzliche Lampen aufzustellen!

 

Symbolgraphiken: © Sitthikorn – stock.adobe.com; Snowbelle – stock.adobe.com; lewal2010 – stock.adobe.com; tevalux11 – stock.adobe.com


, Kategorie: Pflanzen

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