Lilienhähnchen bekämpfen – die größten Schädlinge für Lilien in heimischen Gärten

Lilienhähnchen bekämpfen
Lilienhähnchen bekämpfen

Lilienhähnchen bekämpfen: Jedes Jahr im Frühling krabbeln sie aus der Erde und suchen ihren eigentlichen Lebensraum für die Zeit von April bis September – Lilien – auf: die Lilienhähnchen. Lilienhähnchen gehören zur Familie der Blattkäfer. Sie werden 6-8 Millimeter groß und sind sehr leicht an ihrem siegellackroten Rücken zu erkennen, während ihre Unterseite schwarz ist. Männchen und Weibchen weisen keinerlei optische Unterschiede auf. Überall in Europa, aber auch in Asien und Nordamerika, sind diese Käfer zu finden; sie gelten als der am weitesten verbreiteteste Lilienschädling. Lilienhähnchen fressen alle Blätter von den Pflanzen sowie deren Knospen ab, so dass diese keine Blüten bilden können. Gelegentlich sind sie auch auf Maiglöckchen und Kaiserkronen zu finden – aber ihre Hauptnahrung sind und bleiben die Lilien, und das bereits, bevor die Käfer ihr adultes Stadium erreicht haben.

Vermehrung und Entwicklung der Lilienhähnchen

Nach der Paarung legt das Weibchen (nicht „Henne“ genannt) bis zu 300 Eier in mehreren Gelegen zu je 12 Stück auf die Blattunterseite der Pflanzen ab. Die Eier sind circa einen Millimeter lang und zunächst rot; später verfärben sie sich bräunlich. Nach ungefähr einer Woche schlüpfen die hungrigen Larven. Die folgenden vier Wochen verbringen sie fressend auf „ihrer“ Lilie, bis sie sich in die Erde eingraben und dort verpuppen. Während die im Frühjahr gezeugte Generation Lilienhähnchen nach etwa drei Wochen ihren Kokon verlassen, überwintert die zweite Generation im Puppenstadium in der Erde.

Selbstschutz der Lilienhähnchen

Viele Freunde hat das Lilienhähnchen nun wirklich nicht: Gartenbesitzer sind aufgrund seines hohen Schadenspotentials nicht gut auf den Käfer zu sprechen; Vögel fühlen sich aufgrund seiner leuchtenden roten Farbe zum Essen animiert. Um zu überleben, hat das Lilienhähnchen seine eigenen Schutzmaßnahmen entwickelt: schon die Larven tarnen sich in ihrem eigenen Kot, während sie auf der Blattunterseite sitzen. Dieser macht sie zwar immer noch angreifbar für Parasiten, aber ansonsten verdeckt er sie gut.

Wenn sie im Puppenstadium verharren, haben sie einen Kokon aus Erde und Speichel um sich herum, der sich farblich nicht von seiner Umgebung unterscheidet. Die erwachsenen Käfer greifen zu einem profanen Mittel, um sich bei einem Angriff zu schützen: sie stellen sich tot. Bei Gefahr lassen sie sich einfach auf den Boden fallen; reglos bleiben sie mit der Unterseite nach oben liegen und sind somit für den Angreifer nicht mehr interessant. Nicht einmal ihr „berühmtes“ Zirpen ist mehr zu hören…

Was tun, wenn Lilienhähnchen zur Plage werden – Lilienhähnchen bekämpfen?

Kaum ein Gartenbesitzer freut sich, wenn seine Lilien kopf-und blattlos im Beet herumstehen. Oft hilft nur eines zum Lilienhähnchen bekämpfen: ein Großangriff auf die ungebetenen Gäste. Die Chemiekeule ist mit Sicherheit immer wirksam, doch bevor man zu solch drastischen Maßnahmen greift, sollte man es erst einmal mit folgenden Tipps versuchen:

  • Larven von den Blättern abspritzen (sie fallen zu Boden, kommen aus eigener Kraft nicht mehr auf die Lilie zurück und können sich somit nicht mehr weiterentwickeln)
  • Lilienblätter mit einer Mischung aus Schmierseife und Ethanol abwaschen (selber Effekt)
  • Kaffeesatz unter die Pflanzen streuen (regelmäßig alle 2-3 Tage)

…oder abwarten, bis es September wird und die ungebetenen Gäste sich in den Winterschlaf zurückziehen…

Graphik: © Chri Ses-Fotolia.com


2 Kommentare

  1. Die Larven sitzen an der Unterseite der Blätter. Sie sind ziemlich eklig, denn sie verbergen sich in ihrem eigenen Kot.
    Aber jetzt habe eine Möglichkeit gefunden, sie zu entfernen.
    Ich benutze eine Bürste mit Stiel, und streife von unten hochgehend mit einer Bürste die Unterseite der Blätter rundherum um den Stiel ab, 2-3x bis ganz oben zum Knospenabsatz. Das mache ich 1-2x die Woche. Damit gelingt es mir, bestimmt 80-90% der Larven zu entfernen. Die Bürste kann auch eine normale Spülbürste mit großem Kopf sein. Die Blätter werden kaum geschädigt.
    Die Käfer sammle ich ab wenn ich sie zufällig sehe. Das hilft ein wenig aber nicht sehr, denn 24 Stunden will ich ja nicht auf der Jagd sein.

  2. Ich habe seit 4 Jahren eine Riesenlilie im Garten stehen und die wurde bisher jedes Jahr erfolgreich zum Festschmaus dieser Käfer, kaum dass das erste Blatt sichtbar war. Nun bin ich auf die Idee gekommen, Nelken um die Pflanze herum zu setzen – bisher ist sie gesund und munter mit 2 sehr grossen Blättern….

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