Leberblümchen Pflanzen – Steckbrief

Das Jahr 2012 ist noch nicht zu Ende, doch bereits jetzt wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg die „Blume des Jahres 2013“ gewählt: das Leberblümchen.

Leberblümchen: Blume des Jahres 2013

Viele Pflanzenfreunde kennen beziehungsweise erkennen diese zarte Pflanze kaum  – kein Wunder: das Leberblümchen wächst in Laubwäldern und blüht nicht nur extrem zeitig im Jahr (es zählt zu den allerersten Frühjahrsblühern überhaupt), sondern maximal nur sieben Tage. Danach verschwinden die blau-violetten, an Anemonen erinnernden Blüten, und für die restlichen 51 Wochen im Jahr steht das Leberblümchen als Grünpflanze an seinem Platz. Wichtig: es muss auch unbedingt dort stehengelassen werden, denn laut der Bundesartenschutzverordung darf es nicht abgepflückt geschweige dann ausgegraben werden. Keine Chance also, im heimischen Garten eine Leberblümchenzucht zu beginnen…

… es sei denn, der Gartenbesitzer hat das Glück, dass sich das eine oder andere Blume des Jahres von alleine in seinem Garten angesiedelt hat (dies ist insbesondere in Waldnähe durchaus möglich).

Leberblümchen: Kontakt führt zu Hautreizungen

Doch das Leberblümchen kann sich auch ohne „Schutz von oben“ ganz gut wehren: die kleinen Pflanzen enthalten das Protoanemonin, einen Inhaltsstoff, welcher leicht giftig ist. Kommt man mit ihm in Berührung, kann es zu Rötungen und Reizungen der Haut bis hin zur Blasenbildung kommen – allerdings nur bei frischen Pflanzen. Ein Verzehr dieser ist ebenfalls nicht ratsam, da er Erbrechen, Schwindel und Krämpfe auslösen kann. Im getrockneten Zustand stellt das Protoanemonin keine Gefahr mehr dar…

Blume des Jahres 2013: Gründe für die Wahl

Die Stiftung Naturschutz Hamburg wurde seinerzeit von Loki Schmidt ins Leben gerufen und dient dem Ziel, über besonders schützenswerte Wildblumen und deren Lebensräume zu informieren – Blumen, die ansonsten leicht in Vergessenheit geraten könnten…

Obwohl das Leberblümchen unter Naturschutz steht und deshalb nicht ausgegraben werden darf, vermehrt es sich nur sehr langsam. Vor allem liegt dies daran, dass es fast ausschließlich in Waldgebieten wächst, deren Bestand in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat. Zudem muss auch der Boden sehr kalkhaltig sein.

Leberblümchen besitzen ein phänomenales Wurzelwerk

Faszinierend an den kleinen Leberblümchen ist deren Wurzelwerk, welches sich tief in die Erde bohrt: eine Länge bis zu 30 cm können die Wurzeln erreichen. Wenn man bedenkt, dass die Pflanze an sich nur 10-25 cm hoch wird, ist das Ausmaß dieses Wurzelwerks enorm…

Blume des Jahres 2013: Die Heilwirkung

Leberblümchen besitzen eine heilende Wirkung. Hauptsächlich bei Gallen- und Leberkrankheiten (daher auch der Name!), aber auch bei Bronchitis  können sie unterstützend wirken – nur leider kommt hierzulande heutzutage keiner mehr legal in den Genuss eines derartigen Heiltees, da eine Ernte der Leberblümchen ja nicht gestattet ist. Doch gelegentlich finden sich auch im heimischen Fachhandel Leberblümchen zum Verkauf – dabei handelt es sich allerdings in der Regel um das Japanische Leberblümchen.

Graphik: Harald Lange-Fotolia.com


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