Wissenswertes über die Kriechmispel

Kriechmispel, Cotoneaster
Kriechmispel, Cotoneaster

Kaum ein Bodendecker ist dekorativer als die Kriechmispel: mit ihren weißen Blüten, aus denen sich leuchtend rote Früchte entwickeln, und ihrem dichten, grünen Blattwerk ist sie ein echter Eyecatcher. Zudem ist sie noch pflegeleicht und somit auch bestens für Anfänger geeignet.

Kriechmispel (Cotoneaster) – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Standort: überall; bevorzugt warm und sonnig
  • Boden: durchlässig, nährstoffreich
  • Kübelhaltung: ja
  • Pflanzzeit: Frühjahr oder Herbst
  • Vermehrung: Absenker, Aussaat, Stecklinge
  • Aussaatzeit: November
  • Gießen: in Kübelhaltung, nach dem Pflanzen und in Trockenperioden
  • Düngen: im Frühling mit Flüssigdünger
  • Schneiden: zwischen Mai und August
  • Überwinterung: winterhart
  • Pflanzenhöhe/-größe: 15 – 60 cm hoch, bis 70 cm breit
  • Wachstum: 5 – 15 cm /Jahr
  • Giftig: leicht giftig
  • Heilwirkung: nein
  • Krankheiten und Schädlinge: Feuerbrand, Blattläuse

Allgemeine Informationen über die Kriechmispel

Die Kriechmispel, Cotoneaster, gehört zur Familie der Rosengewächse und stammt ursprünglich aus China. Dort wächst sie bevorzugt in Gebirgsregionen bis 4.000 m Höhe. Hierzulande ist sie auch unter der Bezeichnung Teppichmispel bekannt. Dieser Name rührt nicht von irgendwoher: der kleine, buschig wachsende Strauch ist ein idealer Bodendecker. Innerhalb kurzer Zeit bildet er viele, dicht am Boden liegende Zweige. Diese sind stark belaubt, so dass der optische Eindruck eines Teppichs entsteht.

Von Mai bis Juni bildet die Kriechmispel unzählige kleine, weiße Blüten. Aus diesen entwickeln sich im Laufe des Sommers leuchtend rote Beeren, so dass das Gewächs zu jeder Jahreszeit dekorativ ist. Selbst im Herbst: die ansonsten grünen Blätter verfärben sich rot und gelb und bieten im Zusammenspiel mit den Beeren ein optisches Highlight.

Doch die Kriechmispel bietet nicht nur einen schönen Anblick, sondern leistet auch einen Beitrag zum Naturschutz: die Blüten sind sehr nektarreich, so dass sie als Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten dienen. Die Beeren wiederum werden gerne von Gartenvögeln verzehrt.

Haustiere hingegen sollten möglichst von Kriechmispeln ferngehalten werden: sämtliche Pflanzenteile enthalten das Glykosid Amygdalin, welches als leicht giftig eingestuft wird. Besonders die Beeren sollten weder von Hunden, Katzen, Nagern noch von Kindern gegessen werden.

Standort

Die Kriechmispel ist nicht nur dekorativ, sondern auch anspruchslos. Sie gedeiht an fast allen Standorten, selbst als Unterpflanzung von anderen Gewächsen. Optimal für ihre Entwicklung sowie die Blütenbildung ist jedoch ein Plätzchen, welches

  • sonnig und
  • warm

ist.

Sehr gut geeignet sind die Teppichmispeln zum Bepflanzen von

  • Beeten,
  • Böschungen sowie
  • Steingärten;

sie können jedoch auch an jedem anderen Platz innerhalb des Gartens kultiviert werden. Besonders sinnvoll ist es, sie zur Unterdrückung von Unkraut einzusetzen: An Stellen, an denen andere Pflanzen immer wieder von nachwachsendem Unkraut verdrängt werden, wird die Kriechmispel dem Treiben ein Ende setzen: durch ihren dichten, bodendeckenden Wuchs haben störende Wildpflanzen keine Chance,

Gartenbista-Tipp: Cotoneaster nicht in unmittelbarer Nähe von Kernobstbäumen pflanzen, da sie etwas anfällig für Feuerbrand ist, welcher häufig bei diesen Bäumen auftritt.

Boden

Genauso genügsam wie bezüglich ihres Standorts isst die Kriechmispel auch bei der Wahl des Bodens: sie gedeiht in jedem Substrat, solange dieses durchlässig ist. Staunässe verträgt der Bodendecker nicht. Besonders gut wächst die Cotoneaster in Böden, die

  • durchlässig,
  • humos und
  • nährstoffreich

sind und zudem einen neutralen pH-Wert aufweisen. Sollte das Substrat diese Eigenschaften nicht aufweisen, kann vor dem Pflanzen

  • Hornspäne,
  • Kies,
  • Kompost oder
  • Sand

untergemischt werden.

Wird die Kriechmispel in Kübelhaltung kultiviert, was durchaus möglich ist, so ist handelsübliche Pflanzenerde vollkommen ausreichend.

Pflanzen

Obwohl sie auch als Solitärpflanze geeignet ist, wirkt die Teppichmispel am schönsten im Verbund mit anderen, da sie so bodendeckend wachsen kann. Um dies zu erreichen, gilt als Faustregel: vier bis sieben Pflanzen pro Quadratmeter.

Die Kriechmispel kann sowohl im Frühjahr als auch im Herbst gepflanzt werden. Bevor sie ins Beet gesetzt werden kann, sollte dieses jedoch vorbereitet werden:

  • Gewählten Standort von Steinen, Wildkräutern und Wurzeln befreien
  • Erde umgraben oder aufharken
  • Substrat gegebenenfalls verbessern

Während der Vorbereitung werde die Teppichmispeln gewässert. Ist dies geschehen, werden die Pflanzen zunächst auf die vorbereitete Erde gesetzt, um ein Bild über die Optik zu erhalten. Es empfiehlt sich, die Cotoneastern im Dreieck zu pflanzen, da so jedes Gewächs genügend Platz zum Ausbreiten hat. Wenn die Abordnung optimal zu sein scheint, werden sie eingepflanzt und angegossen.

Auch in der Folgezeit sind regelmäßige Wassergaben notwendig.

Gartenbista-Tipp: Gleich nach der Pflanzung leicht zurückschneiden, um einen besonders buschigen Wuchs zu erreichen.

Pflege

Kaum ein Gewächs ist derart pflegeleicht wie die Kriechmispel. Dennoch sollte auch sie ein wenig Aufmerksamkeit seitens des Hobbygärtners bekommen, um jahrelang gedeihen zu können.

  • Gießen: In den ersten Wochen nach der Pflanzung sollte die Teppichmispel regelmäßig gegossen werden. Dabei ist jedoch zwingend Staunässe zu vermeiden. Ist der Bodendecker erst einmal angewachsen, benötigt er nur noch in langen Trockenperioden zusätzliche, aber mäßige Wassergaben. In Kübelhaltung hingegen sollte das Substrat immer gleichmäßig feucht sein.
  • Düngen: Im Frühling kann einmalig eine Gabe Flüssigdünger verabreicht werden. Weitere Düngegaben sind nicht notwendig. Auch ist von Düngemitteln abzuraten, welche in den Boden eingearbeitet werden müssen: aufgrund des dichten Wuchses ist es nicht möglich, unterhalb der Pflanzen an die Erde zu gelangen.

Schneiden

Grundsätzlich benötigt die Kriechmispel keinen Schnitt. Ausnahmen bestehen lediglich in jenen Fällen, in denen sie aufgrund starker Ausbreitung andere Pflanzen verdrängt, sowie aus optischen Gründen. Da der Bodendecker sehr gut schnittverträglich ist, obliegt es dem Hobbygärtner, wie viel er tatsächlich abschneiden möchte. Dabei sollte er jedoch folgendes beachten:

  • Die beste Zeit zum Kriechmispel Schneiden liegt zwischen Mai und August
  • Keinesfalls nach August schneiden, da der Bodendecker dann bis zum ersten Frost nicht mehr genügend Zeit hat, auszureifen
  • Nur sauberes, scharfes Schnittwerkzeug verwenden

Gartenbista-Tipp: Werden die Triebe leicht gekappt, fördert dies eine stärkere Verzeigung.

Vermehrung

Teppichmispeln vermehren sich für gewöhnlich mithilfe von Absenkern sowie Selbstaussaat von ganz allein. Als Gartenbesitzer kann man jedoch ebenfalls den dekorativen Bodendecker vermehren. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Auswahl:

  • Absenker
  • Aussaat
  • Stecklinge

Die Vermehrung durch Absenker erfolgt im Juni/Juli:

  • Kräftigen Trieb in der Mitte von Blättern befreien
  • Eine circa 10 cm tiefe Rinne neben der Mutterpflanze ziehen
  • Entlaubten teil des Triebes in die Rinne legen
  • Trieb mit Erde bedecken
  • Mit einem Steinchen beschweren

In der Folgezeit ist es wichtig, dass der Absenker nicht austrocknet. Regelmäßige Wassergaben sind demzufolge notwendig. Während des Winters sollte der Trieb mit etwas Laub oder Reisig abgedeckt werden. Im folgenden Frühjahr wird er von der Mutterpflanze abgetrennt, ausgegraben und am gewünschten Standort wieder eingepflanzt.

Kriechmispel Aussaat

Auch die Kriechmispel Aussaat ist erfolgsversprechend. Saatgut ist im Fachhandel erhältlich, kann jedoch auch aus vorhandenen Früchten gewonnen werden (Achtung, Handschuhe anziehen!):

  • Frucht halbieren
  • Samen entnehmen
  • Fruchtfleisch restlos entfernen

Die Aussaat selbst erfolgt im November, da es sich bei der Kriechmispel um einen Kaltkeimer handelt:

  • Anzuchttöpfchen mit Aussaaterde füllen
  • Samen in die Erde legen
  • Bei Temperaturen um 20°C für drei Wochen stehenlassen
  • Danach Töpfchen im Gartenbeet versenken
  • Mit Laub, Reisig oder Stroh abdecken

Im Februar/März des folgenden Jahres werden die Anzuchtgefäße wieder aus der erde geholt und an einen hellen, warmen Standort im Haus gebracht. Dort muss das Substrat gleichmäßig feucht gehalten werden. Nun dauert es einige Wochen, bis die Samen zu keimen beginnen. Wenn die Keimlinge die ersten Laubblätter gebildet haben, werden sie pikiert.

Kriechmispel Vermehrung durch Stecklinge

Alternativ kann die Teppichmispel auch mithilfe von Stecklingen vermehrt werden:

  • Im Sommer etwa 10 cm lange Triebe abschneiden
  • Untere Hälfte der Triebe von Blättern und Blüten befreien
  • Pflanzgefäße mit Anzuchterde füllen
  • Jeweils einen Trieb in ein Töpfchen stecken

Danach werden die Gefäße an einen warmen, hellen Ort gestellt, wo die Kriechmispeln in Ruhe Wurzeln bilden können. Während dieser Zeit muss das Substrat gleichmäßig feucht gehalten werden. Im Folgenden Frühjahr sind die jungen Pflanzen stark genug, um ins Freiland ausgepflanzt zu werden.

Gartenbista-Tipp: Um die Bewurzelung zu beschleunigen, durchsichtige Plastiktüten über die Anzuchttöpfe ziehen. Diese müssen täglich gelüftet werden.

Überwinterung

Die Kriechmispel ist komplett winterhart: Temperaturen bis -30°C verträgt sie problemlos. Weniger gut verträgt sie hingegen Kahlfröste, welche immer dann auftreten, wenn sehr frostige Temperaturen mit starker Trockenheit zusammentreffen. Wer in einem Gebiet wohnt, indem solche witterungsbedingten Gefahren drohen, der sollte seine Cotoneaster vorsorglich mit einem Winterschutz versehen:

  • Pflanzen mit Stroh oder Reisig abdecken

Wird die Kriechmispel im Kübel kultiviert, so sollte dieser auf einen Holz- oder Styropurblock gestellt werden. Zusätzlich wird er mit einem Frostschutzvlies umwickelt und an einen geschützten Standort gestellt.

Gartenbista-Tipp: Auch in langen winterlichen Trockenperioden sind gelegentliche Wassergaben notwendig.

Krankheiten und Schädlinge

Der dekorative Bodendecker ist sehr robust und demzufolge nicht besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Leider kommt es trotzdem vor, dass er von ihnen heimgesucht wird.

Feuerbrand: Die Kriechmispel reagiert sehr empfindlich auf die bakterielle Erkrankung. Da Obstbäume häufig an Feuerbrand erkranken, sollte der Bodendecker nicht in ihrer Nähe kultiviert werden. Zu erkennen ist diese Krankheit an bestimmten Symptomen:

  • Bakterienschleim tritt aus
  • Blüten welken grundlos
  • Gekrümmte Triebspitzen
  • Pflanzenteile wirken wie verbrannt: sie werden zunächst braun, später schwarz

Leider gibt es momentan keine Pflanzenschutzmittel, die den Feuerbrand bekämpfen können. Zudem handelt es sich um eine meldepflichtige Krankheit: besteht auch nur der Verdacht, dass eine Pflanze derart erkrankt ist, muss umgehend die zuständige regionale Behörde informiert werden. Seitens dieser erfolgen dann auch Anweisungen bezüglich Vernichtung und Entsorgung er betroffenen Pflanzen.

Blattläuse: Die Schädlinge sind sehr viel weniger gefährlich als der Feuerbrand, können jedoch auch große Schäden anrichten. Bei starkem Befall sollte eine Bekämpfung der saugenden Läuse durchgeführt werden. Ein spezielles, chemisches Pflanzenschutzmittel sollte jedoch nur in Ausnahmesituationen verwendet werden. für gewöhnlich ist es vollkommen ausreichend, die Blattläuse mit Hausmittel wie beispielsweise Brennnesseljauche zu bekämpfen.

 

Symbolgraphiken: © M. Schuppich – Fotolia.com

 


, Kategorie: Pflanzen

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