Kirschpflaume (Prunus cerasifera) – Pflege, Schneiden

Die Kirschpflaume (Prunus cerasifera)- eine alte, doch teilweise vergessene Kulturpflanze

Kirschpflaume (Prunus cerasifera) - Pflege, Schneiden
Kirschpflaume (Prunus cerasifera) – Pflege, Schneiden

Was haben Zwetschgen, Mirabellen und Pflaumen gemeinsam? Die beliebten Obstsorten sind alle entstanden aus einem Hybrid aus der Kirschpflaume und der Schlehe. Die auch als türkische Kirsche bekannte Kirschpflaume findet sich oft in verwilderter Form am Straßenrand in der Nähe von Obstanbaugebieten oder auf ehemaligen Obstplantagen und Streuobstwiesen. Doch auch in deutschen Parks und Gärten gewinnt sie wieder Liebhaber.

Die Kirschpflaume auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Prunus cerasifera
  • Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
  • Unterfamilie: Spiraeoideae
  • Ordnung: Rosales (rosenartige Gewächse)
  • Gattung: Prunus
  • Tribus: Amygdaleae (Steinobstgewächse)
  • Herkunft: Prunus cerasifera ist in Südosteuropa sowie in Klein- und Mittelasien beheimatet.
  • Andere Namen: sie ist auch als Türkenkirsche, türkische Kirsche, Därgelkersch oder Sterninkel bekannt.
  • Wuchshöhe: Prunus cerasifera wächst als Strauch oder kleiner Baum mit einer Wuchshöhe von fünf bis acht Metern.
  • Kreuzung: es handelt sich nicht um eine Mischung aus Kirsche und Pflaume, sondern Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen entstanden durch die Kreuzung von Kirschpflaume und Schlehe.
  • Blütezeit: die Blütezeit liegt im März, die Früchte können im Juni und Juli geerntet werden.
  • Blüten: die Blüten sind weiß und stark duftend.
  • Kultivierung: sie eignet sich als Kübelpflanze ebenso wie als Heckenpflanze oder Solitärpflanze im Freiland. Die rotlaubige Variante ist die Blutpflaume, die eine beliebte Park- und Gartenpflanze ist.
  • Pflege: Prunus cerasifera ist pflegeleicht und robust und kann auch im Stadtklima gut kultiviert werden.
  • Früchte: die Kirschpflaume trägt essbare Früchte.
  • Giftigkeit: Prunus cerasifera ist nicht giftig.

Der ideale Standort und Boden für die Kirschpflaume (Prunus cerasifera)

  • Bester Standort für die Kirschpflaume

Die Kirschpflaume ist eine sehr sonnenliebende Pflanze. Sie bevorzugt einen vollsonnigen Standort, der warm und etwas geschützt sein sollte. Steht sie zu schattig und dunkel, wird sich das negativ auf die Blüten und Früchte auswirken.

  • Kirschpflaume: Ansprüche an den Boden

An den Boden stellt sie keine großen Ansprüche. Er sollte einen mittleren Nährstoffgehalt aufweisen, darf gern etwas kalkhaltig und schwach sauer bis alkalisch sein. Das entspricht einem pH-Wert von 6 bis 8. Wer den pH-Wert des Bodens nicht weiß, kann ihn mit Teststreifen ermitteln, die im Fachhandel erhältlich sind. Der Boden sollte gut durchlässig und nicht zu sandig sein und nicht zu Staunässe neigen.

Gartenbista-Tipp: Bei einer Kultivierung im Kübel eignet sich zur Pflanzung am besten ein Gemisch aus Blumenerde und Sand.

Kirschpflaume Pflege

Die Kirschpflaume ist ein sehr robustes Gehölz, das auch mit dem Stadtklima bestens klarkommt und nur wenig Pflege braucht.

Pflege der Kirschpflaume bei Pflanzung im Freiland

Wichtig ist vor allem die Wahl des Standorts, damit die Kirschpflaume gut gedeihen kann. Wird die Türkenkirsche ins Freiland oder als Heckenpflanze gepflanzt, braucht sie vor allem als junge Pflanze sehr viel Wasser. Sie muss daher regelmäßig gegossen werden und sollte nie austrocknen.

Mit zunehmendem Alter werden die Wurzeln tiefer in die Erde hineinwachsen, sodass in den späteren Jahren bei der erwachsenen Pflanze meist kein Gießen mehr nötig ist. Eine Ausnahme bilden längerfristige Trockenperioden im Sommer. Regnet es bei hohen Temperaturen mehrere Tage oder gar Wochen nicht, sollte auch die erwachsene Kirschpflanze gründlich gewässert werden.

Gartenbista-Tipp: Hilfreich ist sowohl bei der jungen wie auch bei der erwachsenen Pflanze eine Mulchschicht, die den Boden vor dem Austrocknen schützt.

Pflege der Kirschpflaume als Kübelpflanze

Wird Prunus cerasifera als Kübelpflanze gehalten, muss sie natürlich regelmäßig gegossen werden. Hierzu sollte man sich am besten auf die Daumenprobe verlassen und immer dann gießen, wenn die obere Schicht des Substrats angetrocknet ist.

Da die Pflanze keine Staunässe verträgt, sollte sich im Kübel immer eine Drainageschicht aus Kieseln oder Tonscherben befinden und auf Übertöpfe oder Untersetzer, in denen sich das Wasser stauen kann, sollte besser verzichtet werden.

Kirschpflaume düngen

Zweig der Kirschpflaume (Prunus cerasifera) mit Blüten
Zweig der Kirschpflaume (Prunus cerasifera) mit Blüten

Auch was das Düngen angeht, stellt die Kirschpflaume keine großen Ansprüche. Am besten eignet sich ein organischer Volldünger, bei dem man jedoch auf einen möglichst geringen Stickstoffgehalt achten sollte. Aufgrund des zu hohen Stickstoffgehalts sind auch Hornspäne und Mist nicht als Dünger für die Kirschpflaume geeignet, ein gelegentliches Einarbeiten von Kompost wird jedoch gern angenommen.

Die Türkenkirsche sollte im Frühjahr vor dem Austrieb einmalig mit Volldünger gedüngt werden. Kompost kann über das Jahr verteilt immer wieder in den Boden eingearbeitet werden, jedoch sollte die Düngung ab dem Herbst eingestellt werden.

Gartenbista-Tipp: Will man der Kirschpflaume etwas besonders Gutes tun, so kann man sie während der Vegetationsphase hin und wieder mit einer Kanne voll Brennnesseljauche gießen. Das kräftigt die Pflanze und stärkt das Wachstum.

Kirschpflaumen schneiden

Die Kirschpflaume ist recht schnellwüchsig und sollte daher regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Wird Prunus cerasifera nicht geschnitten, so wird die Pflanze vor allem im Kübel, aber auch in kleineren Gärten schnell aus dem gewünschten Maß herauswachsen. Außerdem fördert ein regelmäßiger Schnitt den Blütenreichtum und verhilft damit zu einer größeren Ernte und die Pflanze wird sich besser verzweigen und dadurch attraktiver aussehen.

Die junge Pflanze sollte einmal jährlich geschnitten werden, bei dem erwachsenen Gehölz reicht ein Schnitt alle zwei bis drei Jahre. Dennoch kann natürlich auch die erwachsene Kirschpflaume jährlich geschnitten werden, wenn sie sonst zu groß wird oder man einen bestimmten Formschnitt erhalten möchte.

Das sollte beim Schneiden der Kirschpflaume beachtet werden

  • Bester Zeitpunkt: der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das späte Frühjahr nach der Blüte. Wird die Kirschpflaume später geschnitten, leiden darunter die bereits für das kommende Jahr angelegten Blütenknospen und die Blüte kann im Folgejahr schlimmstenfalls ganz ausfallen.
  • Rückschnitt bis ins gesunde Holz: alle kranken und beschädigten Triebe sollten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.
  • Kürzung ausgeblühter Triebe: ausgeblühte Triebe sollten bis auf fünf Knospen heruntergekürzt werden um die die Verzweigung anzuregen.
  • Auslichtung von innen: das Gehölz sollte immer von innen her ausgelichtet werden, da die Früchte viel Licht zum Reifen brauchen.
  • Sauberer Rückschnitt: es sollten beim Schnitt keine Stummel und Haken stehen gelassen werden, über die Keime und Erreger in die Pflanze eindringen können.
  • Entfernung nach innen wachsender Triebe: nach innen wachsende Triebe sollten entfernt werden.
  • Rückschnitt hinter einem Auge: die Triebe sollten immer kurz hinter einem Auge geschnitten werden.
  • Flach wachsende Zweige und nach oben wachsende Triebe: flach wachsende Zweige sollten stehen gelassen werden, da sie viele Früchte tragen. Steil nach oben ragende Triebe sollten dagegen zugunsten einer reichhaltigen Verzweigung geschnitten werden.

Beim Schneiden der Kirschpflaume ist immer darauf zu achten, nur scharfe Garten- oder Astscheren zu verwenden. Wird unsachgemäßes oder stumpfes Schneidwerkzeug verwendet, werden die Äste und Zweige gequetscht und beschädigt.

Kirschpflaume überwintern

Die Kirschpflanze ist sehr winterhart und verträgt im Freiland Frost bis etwa -30°C. Somit ist in deutschen Wintern eher nicht mit Problemen beim Überwintern der Kirschpflaume zu rechnen.

Allerdings gilt das nur für erwachsene Kirschpflaumen im Freiland, junge Pflanzen und Kübelpflanzen brauchen einen Winterschutz.

Winterschutz für junge Kirschpflaumen

  • In den ersten ein bis zwei Jahren sollten die Wurzeln mit einer dicken Schicht Stroh, Laub oder Reisig bedeckt werden.
  • In harten Wintern kann auch die Krone der Kirschpflaume mit einem Vlies oder Jute geschützt werden.
  • Die Veredelungsstelle ist besonders empfindlich und sollte durch angehäufelte Erde geschützt werden.

Winterschutz für Kübelpflanzen

  • Das Pflanzgefäß sollte dick in Folie, Vlies oder Jute eingeschlagen werden um ein Durchfrieren zu verhindern.
  • Um es vor Bodenfrost zu schützen, sollte das Gefäß auf einen Holz- oder Styroporblock gestellt werden.
  • Die Kirschpflaume sollte an einer geschützten Stelle, am besten an einer warmen Hausmauer, überwintert werden.
  • An frostfreien Tagen muss die Kübelpflanze hin und wieder gegossen werden.

Vermehrung der Kirschpflaume (Prunus cerasifera)

Früchte der Kirschpflaume (Prunus cerasifera)
Früchte der Kirschpflaume (Prunus cerasifera)

Verwilderte Kirschpflaumen lassen sich durch Samen, Absenker oder Stecklinge vermehren. Sie werden einfach in Anzuchterde ausgesät beziehungsweise eingesteckt und leicht feucht gehalten. Auch eine Vermehrung über Absenker ist möglich. Allerdings sind die meisten im Handel erhältlichen Kirschpflaumen veredelt, sodass eine Vermehrung nicht ohne weiteres möglich ist. Das gilt vor allem für die rotlaubigen Sorten, die sogenannten Blutpflaumen. Zwar lässt sich auch die veredelte Form von Prunus cerasifera über Samen, oder Stecklinge vermehren, doch die so gezogene Pflanze wird nicht blühen und keine Früchte tragen.

Krankheiten und Schädlinge der Kirschpflaume

Die eigentlich sehr robuste Kirschpflaume ist anfällig für zwei Pilzerkrankungen, gegen die keine Mittel für den Privatgarten zugelassen sind. Bei den Krankheiten handelt es sich um die Monilia Fruchtfäule und die Narren- und Taschenkrankheit.

In beiden Fällen hilft nur, die befallenen Pflanzenteile schnell und großzügig zu entfernen. Die abgeschnittenen Pflanzenteile sollten nicht auf dem Kompost, sondern im Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden, damit sich die Pilze nicht weiter ausbreiten können.

In manchen Fällen ist die Türkenkirsche durch ein schnelles Eingreifen so noch zu retten. Gegenüber anderen Krankheiten und Schädlingen ist die Kirschpflaume sehr resistent.

Wer auch bei Obstbäumen das Besondere liebt, liegt mit der Kirschpflaume genau richtig

Als alte, schon sehr lange kultivierte Obstsorte bietet die Kirschpflaume etwas Abwechslung im Apfel- Kirsch- und Pflaumeneinerlei. Obwohl die Früchte durchweg essbar sind, wird die Kirschpflaume jedoch meist als Ziergehölz und nicht als Obstbaum angeboten und beim Geschmack der Früchte können sich große Unterschiede bemerkbar machen. Von sauer, wässrig und mehlig bis hin zu süß und aromatisch ist alles dabei und somit gerät die Verwendung der Früchte ein wenig zum Glücksspiel.

Wer jedoch selbst keinen Bedarf an den Früchten hat und sich an der schönen Blüte und dem attraktiven Aussehen der Ziergehölze erfreuen und gleichzeitig noch etwas Gutes für die Vogelwelt tun möchte, der liegt mit der Kirschpflaume goldrichtig. Von Vögeln werden die Früchte sehr gern angenommen und sie sorgen für eine große Artenvielfalt der gefiederten Freunde, was vor allem die Liebhaber naturnaher Gärten freuen dürfte. Auch als Nistplatz ist die Kirschpflaume sehr beliebt und während der Blüte bietet sie auch Bienen und Hummeln reichlich Nahrung.

Wer also selbst kein großer Obstfreund ist, den Wildtieren im Garten aber etwas Gutes tun möchte, der macht mit der Kirschpflaume garantiert nichts falsch. Und mit ein bisschen Glück stellen sich die Früchte doch als äußerst wohlschmeckend heraus, sodass Mensch und Tier sich die Ernte teilen können.

 

Fotos: © M. Schuppich, Harald Biebel, tunedin – Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Die Früchte sehen ja „interessant“ aus. Sind die wirklich so grün? Wenn ja, dann kann man mit den Kirschpflaumen bestimmt einen interessanten „grünen Pflaumenkuchen“ backen 😀

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